Glarean Magazin

Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Glarean Magazin, Grafik, Gustav Mahler, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 2. Juni 2011

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«Die tragische Sinfonie»

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Karikatur von Fritz Schönpflug in der «Muskete» vom Januar 1907

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Glarean Magazin, Grafik, Humor in der Musik, Jenny Lind, Musik by Walter Eigenmann on 13. Mai 2011

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Primadonna maxima

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Zeitgenössische Karikatur auf Barnums Tournee mit dem Sopran-Star Jenny Lind

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Humor, Humor in der Musik by Walter Eigenmann on 4. Mai 2011

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Operetten-Komponist Sullivan

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Das Satire-Blatt «Punch» verspottet den «Operetten-Komponisten» Arthur Sullivan

Cartoon aus der satirischen Zeitschrift Punch (1880)

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Gustave Doré, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 9. April 2011

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Konzert der Philharmonischen Gesellschaft

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Zeichnung von Gustave Doré, Paris 1850

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Filippo Bonanni, Grafik, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 17. März 2011

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Bonanni: «Habit de Musicien»

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Gravur von Filippo Bonanni, Rom 1723

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Musik by Walter Eigenmann on 2. Februar 2011

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Konzert mit «verstärktem Orchester»

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Adolf Oberländer: «Konzert mit verstärktem Orchester» (aus «Die fliegenden Blätter» Nr.1615 / München )

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Musik by Walter Eigenmann on 20. Januar 2011

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Adolf Oberländer: «Der Tag des Herrn»

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Gustav Mahler, Humor, Musik, Otto Boehler by Walter Eigenmann on 9. November 2010

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Otto Boehler: «Dirigent Mahler»

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Hector Berlioz, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 29. Mai 2010

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Benjamin: «Malvenuto Cellini»

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Cartoon der Woche

Posted in André Gill, Cartoons, Grafik, Humor, Humor in der Musik, Jacques Offenbach, Musik by Walter Eigenmann on 20. Mai 2010

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André Gill: «Jacques Offenbach»

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Der Hexer-Komponist Jacques Offenbach lässt an der Pariser Oper die Puppen tanzen (André Gill, 1866)

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Humor, Louis Rauwolf, Musik by Walter Eigenmann on 18. Dezember 2009

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Louis Rauwolf

Zeichnung/Cartoon: Louis Rauwolf

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Humor, Musik by Walter Eigenmann on 26. November 2009

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Adolf Oberländer: «Auch eine Hausmusik»

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Zeichnung von Adolf Oberländer in den «Fliegenden Blättern» (Deutschland 1845-1944)

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Fliegende Blätter, Grafik, Humor, Musik, Wolfgang A. Mozart by Walter Eigenmann on 19. November 2009

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Mozart und die moderne Musik

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Mozart_Grab_Fliegende Blaetter Nr.569

Satirische Illustration aus den «Fliegenden Blättern» (Deutschland 1845-1944)

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Karikatur der Woche

Posted in Cartoons, Cornelis Dusart, Grafik, Humor, Humor in der Musik, Kunst, Musik by Walter Eigenmann on 29. September 2009

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Cornelis Dusart: «Das Gehör»

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Cornelis Dusart (1660-1704): Das Gehör, Schabkunstblatt

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Musik-Satire von Nils Günther

Posted in Humor, Humoreske, Literatur, Musik, Nils Günther, Prosa, Satire by Walter Eigenmann on 24. Februar 2009

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Der gemeine Orchesterdirigent

Nils Günther

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Geschätzte Zuhörerinnen und Zuhörer!

In unserer musikzoologischen Vortragsreihe «Die Unterwelt der Musik» wollen wir uns heute einer besonders verbreiteten, aber auch sehr interessanten und in weiten Teilen noch unerforschten Spezies zuwenden: dem gemeinen Orchesterdirigenten.
Zunächst sollten wir den Gegenstand unserer Betrachtungen einmal definieren, denn obwohl den gemeinen Orchesterdirigenten jeder kennt, ja wahrscheinlich viele von Ihnen selber den einen oder anderen davon im Plattenregal stehen hat, stellen wir uns mal ganz dumm und fragen: Was ist ein Dirigent?

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Dirigent Richard Wagner erstürmt den Himmel (Zeitgenössische Karikatur)

Hierzu muss man in der Historie recht weit zurückgehen, eigentlich in die graue Vorzeit, an jenen Punkt, wo einer aus der Herde das Maul besonders weit aufriß und sich dadurch zum Leithammel machte. Dass dafür das Maulaufreißen allerdings nicht lange reichte, kann man sich vorstellen; Argumente allein hatten noch selten ewig Bestand. Daher war es nützlich, sich durchaus physischer Gewalt zu bedienen, etwa indem man einen großen Knüppel nahm und alles, was aufmüpfig war einfach niederschlug.
Aus eben dieser Figur des Leithammels entwickelten sich mehrere bis in die heutige Zeit existente Tätigkeiten, die alle mit Machtpositionen zu tun haben. Der Politiker, der Boxer, der Zahnarzt und der Dirigent: sie alle haben ihre Wurzeln im prähistorischen Knüppelschwinger, nur dass die Knüppel im Laufe der Evolution extrem verkümmert oder überhaupt zu rein geistigen geworden sind. Beim Dirigenten ist dieser letzte Rest des Knüppels aber in Form eines kleinen Stäbchens noch gut zu erkennen, auch wenn sich die Funktion seiner Keule ein wenig gewandelt hat. Sie wird nicht mehr zum direkten Prügeln benutzt, letzteres wird vielmehr bloß noch angedeutet; der Dirigent «gibt den Takt an», wie man sagt. (Ob er viel mehr tut, ist von der Wissenschaft noch nicht endgültig geklärt).
Diverse Sagen ranken sich um einige besonders heroische Dirigenten der Vergangenheit. So erzählt man sich heute noch voller Erschauern die Geschichte von Lully, der sich mit seinem (damals noch durchaus knüppelhaften) Stab den Fuß rammte und kurz darauf verschied. Ein Suizid der besonderen Art!

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Dirigent Benjamin Bilses bestrickende Leitung (Zeitgenössische Karikatur)

Doch diese heroischen Zeiten sind eigentlich vorbei, heute scheuen die meisten Dirigenten das Risiko, und kaum einer würde mehr selbst ein solches Opfer für die Kunst bringen. Nein, heute geht es dem Dirigenten in erster Linie darum, dem Komponisten zu zeigen, was eine Harke ist. Wedelnd steht der Dirigent an seinem Pult und fuchtelt alle ihm untergebenen Musiker in die Knie. Selbst bei Messen und anderen geistlichen Werken hat der Dirigent keine Skrupel, statt Andacht das blanke Stäbchen walten zu lassen. Das Werk hat vor dem Maestro zu erzittern, nicht etwa umgekehrt! Was man hört ist nicht Mozart oder Beethoven, sondern Bernstein oder Celibidache.
Der Dirigent muss nur die Auf- und Abwärtsbewegung des Stabes erlernen, nichts weiter. Zählen kann das Orchester allein, und zwar gut genug, um sich nicht durch das unrhythmische Gefuchtel aus der Ruhe bringen zu lassen. Gewiefte Dirigenten bringen es zustande, mit der freien Hand ebenfalls Bewegungen auszuführen. Solche Wunderknaben sind rar, und der tosende Applaus ist ihnen gewiss. Schließlich ist das so, als ob ein dressierter Affe gleichzeitig eine Banane isst und sich mit dem linken Fuß am Kopf kratzt. Vor solcherlei Launen der Natur hatte der Pöbel schon seit jeher Respekt. Zu Recht.
Der Weg zum Dirigentendasein führt also über mehrere Stationen. Zunächst muss man einiges an Feinmotorik mitbringen, um überhaupt ein Stäbchen koordiniert bewegen zu können. Nicht nur muss das Holzstück auf und ab bewegt, nein, es muss dabei auch fest genug gehalten werden, so dass es nicht versehentlich aus der Hand fällt. Einem angehenden Maestro werden in der ersten Probephase denn auch diverse Unfälle nicht erspart bleiben, von ausgestochenen Augen über tote Haustiere und zerstörte Porzellansammlungen bis hin zu unabsichtlich kastrierten Schulfreunden. Ist diese Klippe nach Jahren zermürbernden Trainings umschifft, muss sich der Dirigent einige feinere Eigenschaften antrainieren wie Arroganz, Geldgier, Oberflächlichkeit und Narzissmus. Manche haben darüber hinaus eine rudimentäre musikalische Grundausbildung, doch darauf kann man sich nicht verlassen.

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Dirigent Gustav Mahlers Kakaphonie (Zeitgenössische Karikatur)

In aller Regel muss man zufrieden sein, wenn der Dirigent weiß, in welche Richtung er zu blicken hat. (Für gewöhnlich hat er ja einen Handlanger, der sich Konzertmeister nennt. Dieser schüttelt dem Dirigenten immer wieder die Hand, damit der Maestro seine Position wieder richtig einnimmt, und auch, damit sich die um das Stäbchen gekrampfte Hand wieder etwas entspannen kann). Intelligentere Exemplare der Spezies sind zudem in der Lage, blitzschnell ihre Position durch eine Drehung um 180 Grad zu verändern, um sich gekonnt zum Publikum hin zu verbeugen. Einigen von ihnen gelingt es sogar, sich anschließend wieder mit katzenartiger Behendigkeit in die Ausgangslage zurück zu bewegen. Doch das ist angeborenes Genie, welches sich dem Normalsterblichen nur schwer erschließt.
Ein weiteres bedeutungsvolles Moment kommt hinzu: die Mimik. Sie ist die wahre Kunst des Dirigenten. So kann man es etwa bei Lorin Maazel beobachten, der mit seinem Blick unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er nicht nur alle Musiker und das Publikum, sondern auch die Musik selbst abgrundtief verachtet und nur dort droben auf dem Podest steht, weil der Taxameter tickt und ihm den neuen Swimmingpool als sicher finanziert verspricht.

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Dirigent Carl Rosa beim Geldverdienen (Zeitgenössische Karikatur)

Der Dirigent ist in der glücklichen Lage, das meiste Geld zu verdienen und dafür am wenigsten tun zu müssen. Er muss in der Regel nur einen Auftakt schlagen, danach läuft die Sache quasi von selbst. Üben kann der Dirigent in seinem Sessel zu Hause mit einem feinen Glas Cognac in der einen Hand und der Partitur in der anderen. Lesen kann er sie größtenteils nicht, und so verbringt er die Zeit damit, die schwarzen Punkte mit einem Buntstift zu verbinden und sich von den entstehenden Bildern überraschen zu lassen.
Es ist natürlich nicht verkehrt, wenn der Dirigent den Schluss der Komposition nicht verpasst. Danach weiterzuschlagen wäre nicht von Vorteil. Denn der gebildete Dirigent weiß, dass der Schluss in 90 Prozent aller Fälle laut und immer von Stille gefolgt ist. Diese Stille muss schnell genug wahrgenommen werden, was schon schwieriger ist, da es zur verbindlichen Natur eines Dirigenten gehört, maximal zehn Prozent Hörfähigkeit zu besitzen. Aber der wahre Künstler hat es halt im Blut und wird blitzschnell reagieren, den Atem anhalten und erstarren, sich kurz darauf mit einem Nicken umdrehen und erleichtert sein, wenn tatsächlich geklatscht wird und er nicht doch einfach bei der Generalpause aufgehört hat. Aber da stehen die Chancen fity-fifty, da kennt die wahre Spielernatur gar nichts.
Ansonsten muss der Dirigent noch ein Autogramm geben können und einen Plattenvertrag unterschreiben, den Rest macht sein Assistent.
Derzeit wird die Dirigententätigkeit für sehr viele arbeitslose Fleischer und Polizisten interessant, doch nur wenige wagen einen solchen beruflichen Abstieg tatsächlich, viele werden wegen Überqualifikation auch gar nicht von den Orchestern angenommen. – Meine Damen und Herren, ich hoffe, Ihnen einen Einblick in die so faszinierende Welt des auf allen Kontinenten heimischen, aber immer noch rätselhaften gemeinen Orchesterdirigenten gegeben zu haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit! ■

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nils-guenther Nils Günther

Geb. 1973 in Scherzingen/CH, Klavier- und Kompositions-Studium in Berlin und Winterthur, zahlreiche kompositorische Veröffentlichungen und Radio-Aufnahmen, lebt seit 1999 als Komponist in Berlin

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Tragikomödien von Roland Topor

Posted in Buch-Rezension, Literatur, Rezensionen, Roland Topor, Walter Eigenmann by Walter Eigenmann on 19. Juli 2008

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Vom Aberwitz des Wirklichen

Walter Eigenmann

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Nein, für Puristen, Romantiker, Kinder und Herzkranke ist sie nicht gedacht, die soeben erschienene Kurzprosa-Anthologie «Tragikomödien» des Pariser Kultur-Allrounders Roland Topor (1938-1997). Denn der Diogenes Verlag legt mit diesen «Erzählungen» und «Manifesten» einen Schriftsteller auf, dessen maliziöse Raffinesse nur noch von seiner grinsenden Bösartigkeit, allenfalls noch von seinem bizarren Zynismus übertroffen wird. Sensible (Sprach-)Ästheten dürften also den 350 Seiten schweren Prosa-Brocken aus der Feder eines der berühmtesten französischen Zeichner, Literaten, Graphiker und Schauspieler bereits nach wenigen Zeilen aus der Hand legen. Nicht so aber all jene, welche die giftspritzende Satire, die heimtückische Anti-Moral-Attacke, die ätzende Normalitäten-Häme, den schamlosen Griff zwischen die Beine aller «Netten und Guten» zu schätzen wissen. Und natürlich alle jene, welche der Surrealität der zwischenmenschlichen Realität einen (zugegebenermaßen: gehörigen) Schuss makabre Degoutanz abgewinnen können.
Und wie liest sich das genau?
So, zum Beispiel (Zitat):

Ius primae noctis

Dieses Jahr findet die Wahl der Miss World in Mexiko statt.
Bewerberinnen aus 32 Nationen landen am Flughafen und drängen sich in dem Bus, der sie zum >Palace Excelsior< bringen soll, dem Ort der Veranstaltung. Unglücklicherweise kommt der Bus unterwegs von der kurvigen Bergstraße ab und stürzt in eine Schlucht. Zwölf Konkurrentinnen sind solort tot, fünfzehn mehr oder weniger schwer verletzt.
Allgemeine Ratlosigkeit.
Soll man ein so bedeutendes Ereignis absagen, wo doch Fernsehsender aus aller Welt vor Ort schon ihre Kameras aufgebaut haben?
Die Veranstalter beschließen, so zu tun, als ob nichts wäre, und beschränken sich darauf, die Modalitäten der Zeremonie zu verändern: Das Defilé soll horizontal erfolgen, die Bewerberinnen, ob tot oder lebendig, werden – sorgfältig geschminkt und eine Banderole mit dem Namen ihres Herkunftslandes schräg über den entzückenden Badeanzug drapiert – von Herren im Abendanzug auf einer Liege getragen.
Und alles geht sehr gut, von den Gewissensproblemen der Jurymitglieder einmal abgesehen: Gibt es einen Punktabzug für ein fehlendes Bein? Kann man auf ein Gesicht verzichten? Müssen es unbedingt zwei Brüste sein?
Um nicht die einen auf Kosten der anderen zu bevorzugen, wurden die Lebenden vorsichtshalber betäubt und so den Toten gleichgestellt, außerdem konnte man auf diese Weise den zweifellos unerfreulichen Eindruck vermeiden, den Röcheln und Stöhnen hervorgerufen hätten.
Die Entscheidung ist allerdings durch den Umstand erschwert, dass die liegende Stellung, in der die prächtigen Anatomien der Jury präsentiert werden, die Begutachtung nicht gerade begünstigt. Auf Bitten der Herren wird also manchmal ein Kopf gedreht, ein Bein angehoben oder eine Wunde geschlossen. Zudem erscheint es unumgänglich, die Körper umzudrehen, um nach der Vorder- auch die Rückseite in Augenschein zu nehmen.
Schließlich wird die Leiche einer 19-jährigen Blondine mit den Maßen 90-90-0, früher Wirtschaftsstudentin an der Universität von Princeton mit den Hobbys Yoga und Reiten, zur Miss Tod gekrönt.
Ein atemberaubendes Finale voller Spannung und unerwarteter Wendungen.
Einziger Makel: Böse Zungen behaupten, der Juryvorsitzende habe vor der Ausscheidung ihre Gunst genossen.

Kein Zweifel also: Topor schrieb, wie er zeichnete – tabulos bis zur tabula rasa, und immer der Absurdität noch ein unmoralisches Augenzwinkern entwindend. Vollends offen-sichtlich wird das in seinen Zeichnungen – beispielsweise in «Le Fourmilier»:

Roland Topor: Le Fourmilier

Geschmack? Tabu? Anstand? Norm? Gewiss keine von Topor erfundenen Begriffe – auch wenn sie für den «Reiz» gerade eines «Rasenden» wie Topor unverzichtbar sind.
Den «Tragikomödien» ist ein aufschlussreiches Interview mit dem Autor beigefügt, worin der «Possenreisser» (Topor über Topor) zu seinen Zeichnungen u.a. meint: «Ich will nicht schockieren, ich zeichne und male. Die Psychologie spielt in dem Moment überhaupt keine Rolle.» Dieselbe Psychologie-Abstinenz schlägt einem bei Topors Erzählungen entgegen: Der Schreibstil ist knapp, raffend, nichts reflektierend, völlig auf den aberwitzigen Plot der Story fokussiert, unbarmherzig gradlinig in den lustigen Abgrund führend. Zurecht verwahrte sich Topor stets dagegen, als Humorist oder gar Komiker gehandelt zu werden – allenfalls «schwarzen Humor» ließ er sich attestieren. Dementsprechend kommt auch seine Definition von Humor daher:

«Der typische Humor ist für mich die Geschichte von dem zum Tode Verurteilten, der die letzte Zigarette mit den Worten ablehnt: ‘Nein danke, ich will doch aufhören!’»

«Tragikomödien» bringt einen unverwechselbaren, den vielgerühmten französischen Esprit absurd brechenden, die Realität ins köstlich Bodenlose zerbröselnden «Sound of Dead» aufs Papier. Die Welt des Roland Topor, sie ist weder tragisch noch komödiantisch, aber «tragikomisch» durchaus. Nicht am Strand in der Sonne zu lesen – aber vielleicht bei Whisky und Kerzenschein?

Roland Topor, Tragikomödien, Erzählungen, Diogenes Verlag, 348 Seiten, ISBN 978-3257065992

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