Glarean Magazin

Humor in der Musik (17)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Musik, Rowan Atkinson, Video by Walter Eigenmann on 15. Februar 2011

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Mister Bean als Blasmusik-Dirigent

(Rowan Atkinson / Video auf Youtube)

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Das Zitat der Woche

Posted in Literatur, Literaturwissenschaft, Sigmund Freud, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 14. Februar 2011

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Über die Dichtung im Spiel und das Spiel in der Dichtung

Sigmund Freud

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Uns Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merkwürdige Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt, und wie er es zustande bringt, uns mit ihnen so zu ergreifen, Erregungen in uns hervorzurufen, deren wir uns vielleicht nicht einmal für fähig gehalten hätten. Unser Interesse hierfür wird nur gesteigert durch den Umstand, daß der Dichter selbst, wenn wir ihn befragen, uns keine oder keine befriedigende Auskunft gibt, und wird gar nicht gestört durch unser Wissen, daß die beste Einsicht in die Bedingungen der dichterischen Stoffwahl und in das Wesen der poetischen Gestaltungskunst nichts dazu beitragen würde, uns selbst zu Dichtern zu machen. Wenn wir wenigstens bei uns oder bei unsergleichen eine dem Dichten irgendwie verwandte Tätigkeit auffinden könnten! Die Untersuchung derselben ließe uns hoffen, eine erste Aufklärung über das Schaffen des Dichters zu gewinnen. Und wirklich, dafür ist Aussicht vorhanden; – die Dichter selbst lieben es ja, den Abstand zwischen ihrer Eigenart und allgemein menschlichem Wesen zu verringern; sie versichern uns so häufig, daß in jedem Menschen ein Dichter stecke; und daß der letzte Dichter erst mit dem letzten Menschen sterben werde.

Sigmund Freud (1856-1939)

Sollten wir die ersten Spuren dichterischer Betätigung nicht schon beim Kinde suchen? Die liebste und intensivste Beschäftigung des Kindes ist das Spiel. Vielleicht dürfen wir sagen: jedes spielende Kind benimmt sich wie ein Dichter, indem es sich eine eigene Welt erschafft, oder, richtiger gesagt, die Dinge seiner Welt in eine neue, ihm gefällige Ordnung versetzt. Es wäre dann unrecht, zu meinen, es nähme diese Welt nicht ernst; im Gegenteile, es nimmt sein Spiel sehr ernst, es verwendet große Affektbeträge darauf.
Der Gegensatz zu Spiel ist nicht Ernst, sondern Wirklichkeit. Das Kind unterscheidet seine Spielwelt sehr wohl, trotz aller Affektbesetzung, von der Wirklichkeit und lehnt seine imaginierten Objekte und Verhältnisse gerne an greifbare und sichtbare Dinge der wirklichen Welt an. Nichts anderes als diese Anlehnung unterscheidet das »Spielen« des Kindes noch vom »Phantasieren«.
Der Dichter tut nun dasselbe wie das spielende Kind; er erschafft eine Phantasiewelt, die er sehr ernst nimmt, d.h. mit großen Affektbeträgen ausstattet, während er sie von der Wirklichkeit scharf sondert. Und die Sprache hat diese Verwandtschaft von Kinderspiel und poetischem Schaffen festgehalten, indem sie solche Veranstaltungen des Dichters, welche der Anlehnung an greifbare Objekte bedürfen, welche der Darstellung fähig sind, als ‘Spiele': ‘Lustspiel’, ‘Trauerspiel’, und die Person, welche sie darstellt, als ‘Schauspieler’ bezeichnet.
Aus der Unwirklichkeit der dichterischen Welt ergeben sich aber sehr wichtige Folgen für die künstlerische Technik, denn vieles, was als real nicht Genuß bereiten könnte, kann dies doch im Spiel der Phantasie, viele an sich eigentlich peinliche Erregungen können für den Hörer und Zuschauer des Dichters zur Quelle der Lust werden. Verweilen wir einer anderen Beziehung wegen noch einen Augenblick bei dem Gegensatz von Wirklichkeit und Spiel! Wenn das Kind herangewachsen ist und aufgehört hat zu spielen, wenn es sich durch Jahrzehnte seelisch bemüht hat, die Wirklichkeiten des Lebens mit dem erforderlichen Ernst zu erfassen, so kann es eines Tages in eine seelische Disposition geraten, welche den Gegensatz zwischen Spiel und Wirklichkeit wieder aufhebt. Der Erwachsene kann sich darauf besinnen, mit welchem hohen Ernst er einst seine Kinderspiele betrieb, und indem er nun seine vorgeblich ernsten Beschäftigungen jenen Kinderspielen gleichstellt, wirft er die allzu schwere Bedrückung durch das Leben ab und erringt sich den hohen Lustgewinn des ‘Humors’. Der Heranwachsende hört also auf zu spielen, er verzichtet scheinbar auf den Lustgewinn, den er aus dem Spiele bezog. Aber wer das Seelenleben des Menschen kennt, der weiß, daß ihm kaum etwas anderes so schwer wird wie der Verzicht auf einmal gekannte Lust. Eigentlich können wir auf nichts verzichten, wir vertauschen nur eines mit dem anderen; was ein Verzicht zu sein scheint, ist in Wirklichkeit eine Ersatz- oder Surrogatbildung. So gibt auch der Heranwachsende, wenn er aufhört zu spielen, nichts anderes auf als die Anlehnung an reale Effekte; anstatt zu ‘spielen’, ‘phantasiert’ er jetzt. Er baut sich Luftschlösser, schafft das, was man Tagträume nennt. Ich glaube, daß die meisten Menschen zuzeiten ihres Lebens Phantasien bilden. Es ist das eine Tatsache, die man lange Zeit übersehen und deren Bedeutung man darum nicht genug gewürdigt hat.
Das Phantasieren der Menschen ist weniger leicht zu beobachten als das Spielen der Kinder. Das Kind spielt zwar auch allein oder es bildet mit andern Kindern ein geschlossenes psychisches System zum Zwecke des Spieles, aber wenn es auch den Erwachsenen nichts vorspielt, so verbirgt es doch sein Spielen nicht vor ihnen. Der Erwachsene aber schämt sich seiner Phantasien und versteckt sie vor anderen, er hegt sie als seine eigensten Intimitäten, er würde in der Regel lieber seine Vergehungen eingestehen als seine Phantasien mitteilen. Es mag vorkommen, daß er sich darum für den einzigen hält, der solche Phantasien bildet, und von der allgemeinen Verbreitung ganz ähnlicher Schöpfungen bei anderen nichts ahnt. Dies verschiedene Verhalten des Spielenden und des Phantasierenden findet seine gute Begründung in den Motiven der beiden einander doch fortsetzenden Tätigkeiten. Das Spielen des Kindes wurde von Wünschen dirigiert, eigentlich von dem einen Wunsche, der das Kind erziehen hilft, vom Wunsche: groß und erwachsen zu sein. Es spielt immer »groß sein«, imitiert im Spiel, was ihm vom Leben der Großen bekannt geworden ist. Es hat nun keinen Grund, diesen Wunsch zu verbergen. Anders der Erwachsene: dieser weiß einerseits, daß man von ihm erwartet, nicht mehr zu spielen oder zu phantasieren, sondern in der wirklichen Welt zu handeln, und anderseits sind unter den seine Phantasien erzeugenden Wünschen manche, die es überhaupt zu verbergen not tut; darum schämt er sich seines Phantasierens als kindisch und als unerlaubt. ■

Aus Sigmund Freud, Der Dichter und das Phantasieren, Wien 1908

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Musik by Walter Eigenmann on 20. Januar 2011

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Adolf Oberländer: «Der Tag des Herrn»

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Weihnachts-Satire von Rainer Wedler

Posted in Literatur, Neue Prosa, Rainer Wedler by Walter Eigenmann on 6. Dezember 2010

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Die Weihnachtsaktion

Dr. Rainer Wedler

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Sehr verehrte, liebe Marktleiterinnen und Marktleiter!
Ganz herzlich darf ich Sie begrüßen zu unserer alljährlichen Weihnachtsaktion. Wie Sie sehen, möchte ich Sie mit der zwar bekannten, aber doch jedes Jahr wieder neuen Spezialkleidung einstimmen auf die kommenden Wochen und Monate, die der eigentlichen Aktion vorausgehen, die den Älteren unter Ihnen noch als Weihnachtsfest bekannt sein dürfte. Zwar ist mein rotes Aktionskleid etwas zu warm für diesen wunderbaren Spätsommer, ha, ha, aber neue Entwicklungen auf dem Stoffsektor haben es leichter und weniger warm gemacht.
Aber was rede ich von mir, meine lieben und verehrten Marktleiterinnen und Marktleiter. Reden wird von der Aktion der Aktionen, reden wir von der Weihnachtsaktion. Sie sehen hier zu meiner Linken unser bekanntestes Produkt, unseren Schnelldreher, unser GOLDNUSS-PÄRCHEN. Nun dreht euch mal. Sind sie nicht zum Anbeißen? Braun wie VON HAUSEN-Schokolade, diese braunen Brüstchen, wie sie hüpfen, und erst der Hintern, die kleinen Arschbäckchen, alles goldbraun-nussig. Eine aufmerksamkeitsstarke und ungewöhnliche Weihnachtspromotion. Und nun, meine sehr verehrten Marktleiterinnen und Marktleiter, zu meiner Rechten ein weiterer Blickfang. Der echte Weihnachtsmann in seiner typischen Kleidung: rotes Gewand mit Kapuze, wahlweise auch mit Mitra, weißer Bart und kleiner Jutesack. Als nette Geschenke für die kleinen Kunden verteilt er aus dem Säckchen FLUPPIES, das sind wuschelige und flauschweiche Kerlchen mit Fühlern und beweglichen Knopfaugen. Und der Gag: Die lustigen kleinen FLUPPIES haben selbstklebende Füßchen. Und natürlich verteilt der gute Weihnachtsmann GOLDNUSS-PÄRCHEN an die lieben Großen.

Weihnachtsbaum - Rockefeller Center New York

Weihnachtsbaum vor dem New Yorker Rockefeller Center

Nun, jetzt kennen Sie die Akteure. Wir kommen sodann zur Durchführung der Aktion:
1) Einsatztermin und Aktionspunkt müssen mit dem Markt vereinbart werden. Der Markt verfügt über angemessene Bestand an Produkten der SIANOVE-Gruppe.
2) Es ist die aktionstypische Kleidung, wie soeben erwähnt, zu tragen.
3) Die SIANOVE-Gruppe stellt Ihnen die kleinen FLUPPIES zur Verfügung. Pro Einsatztag dürfen maximal 100 FLUPPIES (= Verpackungseinheit) ausgegeben werden. Die Ausgabe erfolgt aus dem Jutesäckchen. Entfernen Sie die Folie unter den Füßchen und heften Sie das lustige Kerlchen den Kindern an oder auch den Großen.
4) Nutzen Sie den ganzen Einzugsbereich des Aktionsplatzes und gehen Sie aktiv auf den Verbraucher zu.
5) Sorgen Sie für Ordnung und Sauberkeit an Ihrem Aktionspunkt.
6) Füllen Sie den Einsatzbericht mit exakten, eindeutigen Angaben aus.
7) Unser GOLDNUSS-PÄRCHEN wird direkt aus der Box angeboten, damit der Verbraucher neben dem softig-nussig-feinen Geschmack auch die schöne Innengestaltung und die farbtypische Gesamtgestaltung wahrnimmt.
8) Die Übergabe der ganzen Praline erfolgt, indem Sie das Pralinenkörbchen unten anfassen und nach vorn aus dem Tiefzieheinsatz lösen. Greifen Sie mit Daumen und Zeigefinger den Körbchen-Henkel und überreichen Sie das Probierstück mit der aufgeklebten Siegelmarke nach vorn – in Richtung des Konsumenten. Der Konsument darf die Praline auf keinen Fall selbst aus der Box nehmen !
9) Vermeiden Sie auf jeden Fall Mehrfachabgaben der Probe an eine Person.
Wenn Sie sich genau an unsere Vorschriften halten, kann eigentlich nichts schiefgehen und Sie werden großen Erfolg mit den Produkten der SIANOVE-Gruppe haben. Sie sollten allerdings von eventuell auftretenden Einsatzhindernissen ohne Verzug per Lockruf die oberste Einsatzleitung am Stammsitz unserer Firma in Kenntnis setzen. Nur dann haben wir die Chance, notwendige Korrekturen zu veranlassen.
Sollten Sie noch irgendwelche Fragen haben, so stehe ich gerne zu Ihrer Verfügung. Wie ich Ihren schon weihnachtlich glänzenden Gesichtern entnehme, scheint dies aber nicht der Fall zu sein. Deshalb darf ich mich ganz herzlich von Ihnen verabschieden, nicht ohne Ihnen recht guten Erfolg bei unserer gemeinsamen Pflege altchristlichen Brauchtums und wahrer Gläubigkeit zu wünschen. Zum Abschluß unserer alljährlichen Einsatzbesprechung darf ich unser GOLDNUSS-PÄRCHEN nun bitten, uns mit ihrer wunderbaren, exotischen SIANOVE-SHOW zu erfreuen und mit heißen Rhythmen auf das Fest der Feste einzustimmen.
Sie alle, meine lieben Marktleiterinnen und Marktleiter, darf ich gleichzeitig zu einem Glas Sekt einladen und zum Genuß unserer vielfältigen SIANOVE-Produkte. – Vielen Dank für Ihre freundliche Aufmerksamkeit! ■

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rainer-wedler-glarean-magazin.jpgRainer Wedler

Geb. 1942, nach dem Abitur als Schiffsjunge in die Türkei, nach Algerien und Westafrika; Studium der Germanistik, Geschichte, Politik, Philosophie, Promotion über Burleys «Liber de vita», zahlreiche Lyrik-, Kurzprosa- und Roman-Veröffentlichungen

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Humor in der Musik (16)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Musik, Sax-O-Matic, Video, YouTube by Walter Eigenmann on 27. November 2010

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Saxophon – Rush Hour (Sax-O-Matic)

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Gustav Mahler, Humor, Musik, Otto Boehler by Walter Eigenmann on 9. November 2010

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Otto Boehler: «Dirigent Mahler»

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Humor in der Musik (15)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Ludwig van Beethoven, Musik, Rowan Atkinson, Video by Walter Eigenmann on 27. Oktober 2010

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Rowan Atkinson (alias Mr Bean) leitet Beethovens Fünfte

Der Dirigent (The Conductor)

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Humor im Schach (1)

Posted in Humor, Humor im Schach, Schach, Video by Walter Eigenmann on 23. Oktober 2010

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Hula-Hoop auf f7

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Humor in der Musik (14)

Posted in Butterfahrt 5, Humor, Humor in der Musik, Musik, Video by Walter Eigenmann on 6. Oktober 2010

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Butterfahrt 5: «Beat it (Michael Jackson)»

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Humor in der Musik (12)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Musik, Video by Walter Eigenmann on 25. August 2010

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MozART GROUP: Der Ave-Maria-Zahnarzt

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 16. August 2010

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Adolf Oberländer: Im Konzert


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Rudolf Heinemann: «Die Uraufführung»

Posted in Buch-Rezension, Günter Nawe, Literatur, Musik, Rezensionen, Rudolf Heinemann by Walter Eigenmann on 3. August 2010

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Hechtsprung in die Musikgeschichte

Günter Nawe

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Die Reihe der Fachpublikationen, die Rudolf Heinemann vorzuweisen hat, ist beachtlich. Der studierte Musiker und Soziologe, promovierte Musikwissenschaftler und Redakteur (und, und…) ist bereits mehrfach für seine «Verdienste um die Deutsche Musik» ausgezeichnet worden. Jetzt hat er seinen vielen Berufen und Berufungen eine weitere angefügt und sich als veritabler Schriftsteller geoutet – mit der herrlich satirischen Erzählung «Die Uraufführung».
Seinem Metier, der Musik, ist er auch hier treu geblieben. Seine Insider-Kenntnisse des Musik- und Kulturbetriebes sind ihm dabei sehr zustatten gekommen. Und so ist ihm eine wunderbare Persiflage auf die manchmal recht eigenartigen Umtriebe, kuriosen Erscheinungen und fatalen Auswirkungen gelungen – verpackt in die spannende Geschichte um Anton Schriller und seinen außergewöhnlichen Eintritt in die Musikgeschichte.

Dieser Anton Schriller, geschieden, ist gelegentlicher Besucher in einem Etablissement, in dem ihm eine wunderschöne und geheimnisvolle Chinesin zu Diensten ist. Bei ihr findet er von Mal zu Mal die höchste Erfüllung seiner sexuellen Wünsche. Am Ende zieht er sich bei einem Superorgasmus einen Hinriss zu. Der wiederum führt zu entrückten Zuständen bis hin zum Gedächtnisverlust. Und das ist auf Dauer nicht unbedingt lustig.
Während Schriller also sein Leben so oder so vor sich hinlebt, seine Chinesin besucht, und sich musikalischen Genüssen hingibt, bereitet sich der Ort, in dem er lebt, auf ein kulturelles Ereignis der Sonderklasse vor: Die Uraufführung eines multimedialen Gesamtkunstwerks eines Großkomponisten, der Kontakt selbst mit Außerirdischen haben soll, steht bevor. Schon im Vorfeld wird darüber mehr oder minder klug diskutiert. Der aufmerksame Leser zeigt sich nicht nur höchlichst amüsiert, sondern vielfältig erinnert an reales Geschehen in Redaktionsstuben und kulturpolitischen Gremien.

Rudolf Heinemann

Und dann das Ereignis! «…während der Uraufführung schlendert Anton Schriller … wie die meisten Besucher im Stadtpark herum…». Über dem Park liegt ein riesiges Tonfresko, das das Publikum teils amüsiert, teils fasziniert oder langweilt. Plötzlich setzt sich ein geparkter Jaguar ohne Motorstart in Bewegung. In diesem Augenblick bekommt Schriller seine «Zustände». Er hechtet auf den Jaguar, der nun quer durch die Uraufführung rollt und im Abenddunst verschwindet. Verschwunden ist auch Schriller, bis er schlafend in einem Blumenbeet gefunden wird. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Wie also das Geschehen aber der Polizei und überhaupt erklären?
Oder war dieser Hechtsprung, der Schriller in die Musikgeschichte katapultiert hat, Teil der Inszenierung des Großkomponisten? Für die öffentliche und veröffentlichte Meinung Grund zu tiefschürfenden Auseinandersetzungen. Schriller aber ist das letztlich egal. «Sein Hechtsprung gehörte nun dazu. Sein Name war mit diesem Werk verbunden, ja, er würde bei dem Werk für immer mitgedacht werden. Das ist der Ruhm, dachte Anton Schriller.» Die Chinesin allerdings meidet er künftig.

Rudolf Heinemann hat mit «Die Uraufführung» eine amüsante Persiflage auf den Musik- und Kuturbetrieb geschrieben - eine sehr intelligente Erzählung voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung. Blendende Unterhaltung!

Alle bekommen in dieser brillanten Erzählung ihr Fett weg: die Medien und die selbstherrlichen Kritiker, die Kulturpolitiker, der Komponist dieses multimedialen Events, dem es nicht mehr allein um die Musik, sondern mehr um das Aufsehen geht. Und das Publikum, dem es häufig einfach nur darum geht, bei einem solchen Event dabei gewesen zu sein. Das Dèja-vu-Erlebnis des Lesers wird individuell verschieden sein – ist aber in jedem Fall gegeben.

Für diese Geschichte findet der Autor den richtigen Ton. Rudolf Heinemann hat ein wunderbares, kleines Buch geschrieben, ein – um in der Sprache der Musik zu bleiben – Scherzo: voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung. Blendende, intelligente Unterhaltung! ■

Rudolf Heinemann, Die Uraufführung, Eine satirische Erzählung, 110 Seiten, BUCH&media (Allitera), ISBN 978-3-86520-362-5

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Leseproben

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Humor in der Musik (11)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Musik, Otto Waalkes, Video by Walter Eigenmann on 23. Juli 2010

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Otto Waalkes: Jazz-Baby

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Humor in der Musik (10)

Posted in Fussball, Humor, Humor in der Musik, Michael Sens, Musik, Video by Walter Eigenmann on 24. Juni 2010

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Michael Sens: Komponistenfußball

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Hector Berlioz, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 29. Mai 2010

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Benjamin: «Malvenuto Cellini»

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Humor in der Musik (9)

Posted in GlasBlasSing Quintett, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 28. Mai 2010

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Bodo Wartke & GlasBlasSing Quintett:
«Mission Impossible / My Sharona»

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Cartoon der Woche

Posted in André Gill, Cartoons, Grafik, Humor, Humor in der Musik, Jacques Offenbach, Musik by Walter Eigenmann on 20. Mai 2010

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André Gill: «Jacques Offenbach»

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Der Hexer-Komponist Jacques Offenbach lässt an der Pariser Oper die Puppen tanzen (André Gill, 1866)

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Humor in der Musik (8)

Posted in Humor, Humor in der Musik, Igudesman, Joo, Kabarett, Musik by Walter Eigenmann on 18. April 2010

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Rachmaninows Riesenhände

Pianist Joo und Igudesman
(Rachmaninov, Prelude Op. 3/2 – «Die Glocken von Moskau»)

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Cartoon der Woche

Posted in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Humor, Musik by Walter Eigenmann on 24. Februar 2010

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Adolf Oberländer

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Humor in der Musik (7)

Posted in Die Lottis, Humor, Humor in der Musik, Kabarett, Musik, Video by Walter Eigenmann on 19. Februar 2010

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Die Lottis: «Maria durch ein Dornwald ging»

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