Glarean Magazin

Der brillante Schachzug (91)

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Schwarz am Zuge


r2r2k1/pb1n1pp1/1p2p2p/1Bpn4/3PP3/P4P2/1P3BPP/R3K1NR b KQ – 0 16

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Lösung: —> (weiterlesen…)

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Weitere «Brillanten».

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Internationaler Caritas-Literaturpreis 2011

Posted in Ausschreibung, Literatur, Literatur-Ausschreibungen, Literaturwettbewerbe by Walter Eigenmann on 29. April 2011

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«Selbstbestimmte Teilhabe für Menschen mit Behinderung»

Literarische Werke rund um die Frage: «Wie kann Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen verwirklicht, wie Barrieren überwunden werden?» sucht die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie anlässlich der Jahreskampagne 2011 des Deutschen Caritasverbandes «Selbstbestimmte Teilhabe für Menschen mit Behinderung». Eingesandt werden können Kurzgeschichten, Essays, Novellen, Märchen oder Gedichte, die nicht mehr als 70.000 Zeichen umfassen. Inhaltlich müssen sich die Texte mit «Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen» beschäftigen. Einsende-Schluss ist am 30. Juni 2011, die weiteren Details sind hier zu lesen. ■

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111 Chess Tacticals (10)

Posted in 111 Chess Tacticals, Denksport, Glarean Magazin, Schach, Schach-Rätsel by Walter Eigenmann on 27. April 2011

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Schwarz am Zuge gewinnt

Unsere Serie «111 Chess Tacticals» wendet sich an die Rätselfreunde unter den Schachspielern. Die faszinierende Welt der Schach-Taktik, wie sie sich in diesen 111 Miniaturen spiegelt, beinhaltet herrliche, meist frappante Kombinationen aus der Praxis des jüngsten Amateur- und Profischachs. Der Schwierigkeitsgrad variiert von Aufgabe zu Aufgabe, doch im allgemeinen kann ein Puzzle innerhalb von fünf Minuten von durchschnittlichen Vereinsamateuren gelöst werden. – Die Lösung erhalten Sie jeweils nach einem Mausklick auf das Diagramm, und die Varianten können dann online nachgespielt werden. Ausserdem lassen sich alle Varianten als PGN-Datei downloaden. -
Viel Vergnügen beim Knobeln unserer «111 Chess Tacticals»! ■

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Weitere «Tacticals».

 

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Stefan Frank: «Du musst immer gleich wieder schreiben…»

Posted in Buch-Rezension, Christian Busch, Literatur, Literatur-Rezensionen, Rezensionen, Stefan Frank by Walter Eigenmann on 26. April 2011

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Ein Plädoyer fürs Briefeschreiben

Christian Busch

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«Dir zu gefallen liegt mir mehr am Herzen als Gott zu gefallen. […] Ist mein Selbst nicht bei Dir, so ist es nirgendwo.» So erwiderte Heloise 1121 aus dem Kloster Argenteuil die erotisch-leidenschaftlichen Briefe ihres früheren Lehrers Abaelard, der nach seiner Entmannung durch Heloises Vormund Fulbert in die Abtei Saint-Denis eingetreten war. 1761 inspirierten diese Briefe den französischen Philosoph-Literaten Jean-Jacques Rousseau zu seinem Briefroman «Julie ou La nouvelle Héloise», welcher wiederum die Blütezeit des Briefromans im 18. Jahrhundert einleitete. Innerer Reichtum, gesteigerte Empfindsamkeit, das hohe Lied der Liebe in intimen Geständnissen und von gesellschaftlichen Schranken und Konventionen ungetrübte, freie und bar jeder Vernunft ihren Ausdruck findende seelische Kraft zeichnen diese Gattung bis heute aus: «Ach, könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, dass es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes», klagt Goethes Werther (1772), bevor seine Briefe den Untergang seiner in ihrer bedingungsloser Liebe zu Lotten gefangenen Seele dokumentieren.
Da der Zeitlosigkeit des Schicksals der Liebenden jedoch auch die Bindung an ihre Zeit entspricht, durfte man neugierig auf Stefan Franks (*1972) literarisches Debüt «Du musst gleich wieder schreiben… – Eine Liebe in Briefen» sein. Hier lernt das Ich, ein scheinbar Gefühlen und der Liebe unbedarft gegenüberstehender Single, auf einer Vernissage eine faszinierende Frau kennen, die er nicht mehr loslassen möchte. Sie verbringen vier Stunden miteinander, in denen sie ihn bei der Erklärung ihrer Kunstwerke in ihren Bann zieht. Wie betäubt ist er noch, als Juliane ihn auf seine Bitte hin sie wiederzusehen, «Warum?» fragt und von ihm fordert, sich ihr zu öffnen. Schreiben solle er ihr. Briefe. Keine SMS, keine Mail. Briefe.

Literatur - Stefan Franck - Autor

Roman-Debütant Stefan Frank (*1972)

Soviel zum vielversprechenden Prolog. Doch anstatt sich hinzusetzen, stöbert er in alten Kisten die Liebeskorrespondenz von Karin (21) aus Wusterhausen und Robert (22) aus Leipzig von August 1971 bis Juni 1972 auf. Sie soll ihm helfen seine Schreib- und Gefühlsbarrieren zu überwinden. Dieser Briefwechsel – nur von wenigen dazwischen geschobenen Briefen des Ichs unterbrochen – bildet nun den eigentlichen Briefroman, der neben einer wachsenden, innig-herzlichen liebevollen Verbundenheit auch viel Alltägliches (Zugfahrten, Wartezeiten, Prüfungsvorbereitungen, Stimmungsschwankungen, Hochzeitsvorbereitungen etc.) – leider in oft banaler Weise (und Sprache) – behandelt. Dabei entsteht auch ansatzweise ein Bild, das oberflächig den Alltag und die Gesellschaft der DDR in den 1970er Jahren widerspiegelt.

Leider reicht Stefan Franks Erstling «Du musst immer gleich wieder schreiben…» für ein gelungenes literarisches Debüt nicht aus: Zu flach, zu banal-belanglos plätschert der Text oft dahin. Immerhin: Streckenweise durchaus ein überzeugendes Plädoyer fürs Briefeschreiben, gegen SMS und E-Mail…

Im Zentrum jedoch steht die – leider so gar nicht ungewöhnliche – Liebe der räumlich getrennten Liebenden, das herzliche Einverständnis, das niemals poetische, intime oder erotische Blüten trägt (Angst vor Postüberwachung durch die Stasi?), nur immer das Bemühen um harmonische Verbundenheit, schließlich die gemeinsame Freude von «Sternling» und «Liebstling» über den kommenden Nachwuchs, den «Kleinstling». Literarisch wesentlich interessanter sind da schon die unter dem Einfluss der Lektüre stehenden Briefe des Ichs an Juliane, in denen er sich dem Phänomen Liebe nähert: «Es zerrt die Schleier vom Ich – es klärt das Spiegelbild. […] Es steht vor den Wällen, den Blick fest auf den kirschkerngroßen Hort der Wärme gerichtet. Die Zeit allein wird zeigen, ob die Wälle brechen oder sich öffnen. […] Und ich? Ich in das Kampfgebiet, das Universum, das allumfassende Toben, grad erzittert. Außen ein Fels, innen eine Spinnwebe.» Denn da ist die Angst, die Angst vor der Leere: «…gibt es eine größere Leere als die, die Menschen in Deinem Herzen hinterlassen, die dort einen Platz hatten, den sie nicht mehr wollten?» Ist es die Angst, die ihn über Treue, Routine und den unseligen Moment, das Ende des Verliebtseins sinnieren lässt, bis er über das Schreiben zur behutsamsten Annäherung («Mein Leben – mein geliebtes Ruinenfeld») an sich selbst gelangt? Jetzt ist die Kontaktaufnahme möglich: «Aber das bin ich. Und wenn du magst, schreib mir jetzt zurück.» Hier ist der Roman ein überzeugendes Plädoyer für Briefe und gegen SMS und E-Mail, doch leider nur in diesen Passagen.
Davon hätte sich der Leser mehr gewünscht. Denn insgesamt reichen die vielversprechenden Ansätze leider für ein gelungenes literarisches Debüt (noch) nicht aus. Zu flach, zu banal-belanglos, eintönig und einfältig plätschern die Briefe von Robbi und Sternli über 200 Seiten dahin und untergraben die innere Spannung, die durch die Rahmengeschichte und durch die eingeschobenen Briefe des Ichs durchaus geschickt aufgebaut wird. Schade! Aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung? Hoffen wir, dass Juliane antworten wird… ■

Stefan Frank, Du mußt immer gleich wieder schreiben – Eine Liebe in Briefen, 240 Seiten, Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3-89812-786-8

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Das neue «Glarean»-Streichholzrätsel

Posted in Denksport, Glarean Magazin, Rätsel, Streichholz-Rätsel by Walter Eigenmann on 25. April 2011

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Legen Sie vier Streichhölzer so um, dass elf Quadrate entstehen

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Kirchenmusikalischer Kompositions-Wettbewerb 2012

Posted in Ausschreibung, Glarean Magazin, Kompositionswettbewerbe, Musik, Musik-Ausschreibungen by Walter Eigenmann on 24. April 2011

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Gesucht: Psalmkonzert in antiphonaler Struktur

Alle vier Jahre schreiben die Stadt Neuss (BRD) sowie deren Evangelische und Katholische Kirche einen Kompositionswettbewerb aus. Verlangt wird die Komposition eines «Psalmkonzertes in antiphonaler Struktur», zum Beispiel Antiphon – Psalm – Antiphon – Gloria Patri (Ehre sei dem Vater). Die Besetzung: 1-2 Vokalsolisten (Sopran, Alt), Streichquintett (1. und 2. Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass), 1-2 Holzblasinstrumente, Percussion (1 Spieler). Psalmvorschlag in der Luther – Übersetzung: Psalm 118, 14 – 24 (Antiphon: «Der Herr ist auferstanden, Halleluja! Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja»  / Lukas 24, 6+34). Abschluss: Ehre sei dem Vater (Gloria Patri). Die musikalischen, technischen und aufführungspraktischen Anforderungen sollen im Rahmen von Kirchenmusik realisierbar sein, die Dauer des Werkes sollte maximal 30 Minuten betragen. Der Preis ist mit 5’000 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. September 2011, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■

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Zitat der Woche

Posted in Franziska Gräfin zu Reventlow, Gesellschaft, Kultur&Gesellschaft, Literatur, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 23. April 2011

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Von der christlich-sittlichen «Erziehung»

Franziska Gräfin zu Reventlow

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Von uns «modernen» Menschen, die der jüngeren Generation angehören, haben viele – ich darf wohl ruhig sagen, die meisten – einen schweren Kampf kämpfen müssen, ehe sie sich von dem angestammten Milieu, von dem Einfluß einer sogenannten guten Erziehung und all ihren vorsündflutlichen Moralprinzipien und Anschauungen freimachten, um sich auf den Boden einer freieren und froheren Lebensauffassung zu stellen.
Es ist deshalb auch wohl mehr wie selbstverständlich, daß wir danach trachten, diese Errungenschaften des Kampfes unseren eigenen Kindern zukommen zu lassen.

Fanny Reventlow (1871-1918)

Wir werden uns dabei unbedingt in einen schroffen Gegensatz zu der Erziehungsmethode stellen müssen, die in allen guten Familien üblich ist und deren Hauptcharakteristikum das Verschleiern und Vertuschen aller das Geschlechtsleben betreffenden Fragen ist.
Eben dieses Vertuschungssystem soll durch die Lex Heinze nun auch der Allgemeinheit im öffentlichen Leben – soweit es sich innerhalb des Gebietes von Kunst und Literatur bewegt – aufoktroyiert werden. Eines seiner Hauptmomente ist die Verpönung des Nackten in der Kunst.
Wir aber sehen im Nackten überhaupt – sowohl im Leben wie in der Kunst – nicht nur keine «Sünde», sondern ein positives erzieherisches Moment von hoher Bedeutung. Denn wir wollen die heranwachsenden jungen Seelen nicht in dem lüsternen Schauder vor der Nacktheit erziehen, sondern zur gesunden Freude an allem Schönen, mag es nun Kunst oder Natur, nackt oder angezogen sein – zum gesunden Abscheu vor allem, was wirklich unschön ist. Sie sollen jenes künstlich angezüchtete «Schamgefühl» gar nicht kennenlernen, das in jedem Wesen des anderen Geschlechts einen Gegenstand der verbotenen Neugier sieht und eben dadurch auch am eigenen Körper ein unheimlich lockendes Rätsel wittert.
Und wie leicht wäre das zu erreichen, indem man das Kind nicht mehr ängstlich vor dem Anblick der persönlichen oder bildlichen «Nudität» schützt und seine natürliche, naive Neugier durch eine seinem Verständnis angemessene Antwort zufriedenstellt, anstatt sie durch das obligate «Das verstehst du noch nicht» – oder «Davon spricht man nicht» – noch mehr zu reizen. Wir wollen ihm grade seine Unbefangenheit bewahren, indem wir das Sexuelle so viel wie möglich aus den das Leben des Kindes bedingenden Elementen ausschalten. Dieser Zweck kann nur dadurch erreicht werden, daß das Geschlechtsbewußtsein, so lange es irgend angeht, zurückgedrängt wird. Und das Mittel, ihn zu erreichen, ist nicht etwa jenes Versuchungssystem, das das Kind in ewigem Zweifel läßt und eben dadurch seine Neugier reizt – sondern eine gemeinsame Erziehung beider Geschlechter ohne alle überflüssige Geheimnistuerei und verbunden mit der Ausbildung eines rein-ästhetischen Wohlgefallens an der Nacktheit.
Wir wollen deshalb in der Erziehung darauf hinwirken durch häufige Betrachtung des Nackten – sei es im Leben oder in künstlerischen Darstellungen, sei es am eigenen oder am Körper eines anderen –, darauf hinwirken, daß die Wertung des Schönen immer stärker in den Vordergrund tritt. Und eine solche Anschauungsweise wird das «Schnüffeln» nach den Sexualcharakteren ganz von selbst aufheben. Es wird uns auf diese Weise unendlich viel leichterfallen, das Kind vor jeder verfrühten Schädigung seines Geschlechtslebens zu bewahren, es zu lehren, daß der Maßstab seiner Handlungen nicht sein «moralisches», sondern ausschließlich sein ästhetisches Gefühl sein soll. Das ist meiner Ansicht nach das beste Schamgefühl, was wir in unsren Kindern entwickeln können.
Tritt dann später bei dem geschlechtsreifen jungen Menschen durch Betrachtung des Nackten eine sinnliche Reaktion ein, so brauchen wir dieselbe nicht zu fürchten. Wir wollen die Auslösung des Geschlechtstriebes nur so weit als möglich herausschieben – bis sie mit dem Eintritt der völligen physiologischen Reife zur gebieterischen inneren Notwendigkeit wird. Mir speziell als Mutter würde es weit sympathischer sein, wenn mein Sohn mit achtzehn Jahren ein ihm gleichstehendes junges Mädchen verführt, als wenn er sich seine Unschuld bis in die Zwanziger hineinbewahrt, um sie dann schließlich im Bordell zu verlieren.
Wenn dann Knabe und Mädchen sich beim Erwachen als Mann und Weib wiederfinden, so wird diese bestätigte Erkenntnis des eigenen wie des anderen Geschlechts ihnen zu einer Offenbarung werden, aus der sie als neue Menschen hervorgehen. Und dann werden sie auch den Verlust der «Unschuld» nicht etwa als Niederlage, sondern als Triumph, als frohen Sieg empfinden.
Zur Niederlage hat ihn überhaupt erst das Christentum gemacht, das bei seinen altruistischen Tendenzen jede Forderung, die aus rein persönlichem Empfinden hervorgeht, mit der unliebenswürdigen Bezeichnung «Sünde» belegt.
Aber das lebendige Recht, das jede normale und erst recht jede starke Persönlichkeit in sich trägt, läßt sich durch tote Abstraktionen und dogmatische Formeln nicht aus der Welt schaffen. Um so weniger, da all diese moralischen Forderungen von einer einzigen, dazu noch mythisch-sündlosen Persönlichkeit – Christus – abgeleitet sind.
Das Christentum hat den Menschen in einen unlöslichen Konflikt zwischen seine eigene Natur und die ihm aufgezwungene Moral gestellt. ■

Aus Franziska Gräfin zu Reventlow, Erziehung und Sittlichkeit, Verlag der Nation, Berlin 1991

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111 Chess Tacticals (9)

Posted in 111 Chess Tacticals, Denksport, Glarean Verlag, Schach, Schach-Rätsel by Walter Eigenmann on 22. April 2011

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Weiß am Zuge gewinnt

Unsere Serie «111 Chess Tacticals» wendet sich an die Rätselfreunde unter den Schachspielern. Die faszinierende Welt der Schach-Taktik, wie sie sich in diesen 111 Miniaturen spiegelt, beinhaltet herrliche, meist frappante Kombinationen aus der Praxis des jüngsten Amateur- und Profischachs. Der Schwierigkeitsgrad variiert von Aufgabe zu Aufgabe, doch im allgemeinen kann ein Puzzle innerhalb von fünf Minuten von durchschnittlichen Vereinsamateuren gelöst werden. – Die Lösung erhalten Sie jeweils nach einem Mausklick auf das Diagramm, und die Varianten können dann online nachgespielt werden. Ausserdem lassen sich alle Varianten als PGN-Datei downloaden. -
Viel Vergnügen beim Knobeln unserer «111 Chess Tacticals»! ■

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Weitere «Tacticals».

 

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Dresdner Lyrik-Preis 2012

Posted in Ausschreibung, Literatur, Literatur-Ausschreibungen, Literaturwettbewerbe, Lyrik by Walter Eigenmann on 20. April 2011

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«Förderung des gegenwärtigen poetischen Schaffens»

Bereits zum neunten Mal wird der zweijährlich vergebene Dresdner Lyrikpreis ausgeschrieben. Damit soll gemäß der Dresdner Oberbürgermeisterin das gegenwärtige poetische Schaffen gefördert werden. Gedichte einreichen können Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum und der Tschechischen Republik – entweder auf Empfehlung von Verlagen und Redaktionen oder in Eigenbewerbungen. Eingereicht werden sollen mindestens sechs und höchstens zehn lyrische Texte. Der Preis ist mit 5’000 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. September 2011, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ●

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Das neue Musik-Kreuzworträtsel

Posted in Denksport, Kreuzworträtsel, Musik, Musik-Kreuzworträtsel, Musik-Rätsel, Rätsel, Spielwiese by Walter Eigenmann on 19. April 2011

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Der Musik-Rätsel-Spaß im April 2011

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Rätsel als PDF-File zum Ausdrucken

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Bösel/Pudill/Schäfer (Hg): «Denken im Affekt»

Posted in Buch-Rezension, Literatur, Literatur-Rezensionen, Michael Magercord, Philosophie, Rezensionen by Walter Eigenmann on 18. April 2011

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Denken ohne Effekt

Michael Magercord

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Denken und Affekt wollen im Abendland nicht mehr zusammenkommen. Doch sollten diese beiden grundlegenden menschliche Regungen nicht letztlich immer zusammen betrachtet werden? Gehören sie nicht sogar zusammen?
Dies jedenfalls meinen die jungen Wiener Philosophen, die sich als Autoren des Bandes «Denken im Affekt» zusammengefunden haben. Ihre Abhandlungen sind recht unterschiedlich gestaltet: von der theoretischen Herleitung der eigenen Überzeugung über die Aussagen früherer Philosophen bis zum Versuch, sich schreibend dem gedanklichen Affekt auszusetzen, reicht die textliche Herangehensweise an das Titelthema.
Die Erkenntnis, dass Gefühle in unserer rationalen abendländischen, ja kartensischen Welt eher – wie es im Buch heißt – «infantilisiert» werden, ist nicht neu, sie begleitet die Aufklärungskritik schon seit ihrem Beginn. Doch unbeirrt schreibt Mitherausgeber Bernd Bösel im Vorwort: «Wir brauchen eine Philosophie, die es wagt, im Affekt zu denken.»
Aber wozu? Philosophische Texte sollten nach Möglichkeit mehr sein, als eine bloße Wiedergabe schon erkannten. Und tatsächlich soll das neuentdeckte Denken im Affekt nach der Vorstellung der Autoren zu etwas führen, nämlich zu einer neuen Subjektsouveränität im Umgang mit dem Affekt – und demnach eben auch mit dem Denken. Auch ein Philosoph will von seinen eigene Ideen überfallen werden, heißt es weiter im Buch.

Das Herausgeber-Trio Elisabeth Schäfer, Bernd Bösel und Eva Pudill

Einige der Autoren – wagemutig sind sie, sich darauf einzulassen, das immerhin sollte man ihnen zugestehen – lassen sich von ihren vermeintlich affektösen Gedanken leiten und schreiben im Selbstversuch munter drauf los. Doch den hohen Anspruch kann der Affekt nicht einlösen. Die textlichen Versuche in diesem Buch scheitern kläglich daran beides, Affekt und Denken, schreibend zu etwas Weiterführendem zu verbinden. Mehr als ein paar nette Sätze kommen dabei nicht hinaus. Und dem leidigen Leib-Seele-Problem dadurch beizukommen, dass man das ganze dann als «Textkörper» bezeichnet, erscheint doch eher als semantischer Schnickschnack. Oder ist hier die Philosophie als Therapie gemeint? Dann ist die Frage erlaubt, wie diese Schreibereien nun die Souveränität über sein Selbst fördern sollen.
Vielleicht hätten die Autoren ihren Blick eher auf außereuropäische Denktraditionen lenken und vor allem den oralen Kulturen Gehör schenken sollen. Es gibt dazu bereits hoffnungsvolle Versuche, sich über philososophische Betrachtungen diese unverschrifteten Denkweisen für die Aufklärungskritik nutzbar zu machen. Zu erinnern gilt es hier an die Werke von Mamoussé Diagne sowie die Untersuchungen von Cheikh Moctar Ba, die beide am Lehrstuhl für afrikanische Philosophie an der Universität Dakar im Senegal lehren.
Und doch: Die Autoren und ihr Buch berührt immerhin einen tatsächlichen Mangel im abendländischen Umgang mit dem Gefühl oder dem Denken, dass darin verhaftet ist. Es ist nur der falsche Hebel, an dem sich die Texte abmühen. Denn es wurde ja vermutlich noch nie soviel über Gefühle im öffentlichen Raum dahergelabert, wie heute im medialen Raum, worin man dann allerdings von «Emotionen» spricht. Und doch lässt sich ein eklatantes Fehlen einer wirklichen Diskursfähigkeit über Gefühle im politischen und gesellschaftlichen Raum konstatieren, wie in Deutschland die Auseinandersetzung um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 gezeigt hat:

Das Buch «Denken im Affekt» spricht ein wichtiges Thema an, schreibt aber an ihm vorbei. Es bleibt zu hoffen, dass dieses nur ein Anfang ist, eine Schreibübung vielleicht, woraus sich in Zukunft mehr entwickelt – denn die Behandlung des Themas vor allem im politischen und gesellschaftlichen Raum ist dringender denn je. So aber wie bislang in diesem Buch kommt man in dem Bemühen nicht weiter.

Zur Schlichtung der Gemüter über umstrittenen Bahnhofsneubau wurde etliche Gesprächsrunden mit Experten aller Art und von allen Seiten veranstaltet, die als «Schlichtung» bekannt geworden sind. Alle Aspekte wurden darin debattiert, von den Taktzeiten der S-Bahn bei unterschiedlichen Gleislängen und Gleiszahlen bis hin zur Dichte und Grundwasserführung des Gipskeupers bei Tunnelbohrungen. Aber es fiel darin kein Wort über den vielleicht wichtigsten Anlass, aus dem heraus sich soviele Menschen gegen den Bau des Megaprojektes gewandt hatten: Denn es ist wohl die komplette Veränderung des Lebensumfeldes, die mit dem Bau einhergeht, die das Unbehagen auslöst. Die affektierte Verbundenheit mit dem alten Bahnhof oder die Unlust, in Zukunft nur noch unterirdisch in einem Shopping-Centre anzukommen anstatt in der gewohnten Umgebung sind zwei Dinge, die bei der Schlichtung nicht angesprochen worden sind, weil es vermutlch dafür keine Sprache gibt in einer ach so sachlichen Entscheidung über Infrastrukturprojekte. Oder anders ausgedrückt: Aus dem Volk der Dichter und Denker wurden die Schlichter und Rechner.
Doch gerade diese Auseinandersetzung, die nun sogar den Ausgang der Landtagswahlen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg bestimmt hat, zeigt dass Gefühle im politischen Raum nicht notgedrungen mit irrationalen Ängsten gleichbedeutend sind, etwa vor Fremdartigen und Andersgläubigen, wie immer gegen jede Rücksichtnahme auf derartige Affekte ins Feld geführt wird. Doch dabei ist es erst diese Negation der berechtigten Gefühle in den politischen und gesellschaftlichen Prozessen, die diese Ängste sogar meist zu erzeugen.
Nein, nicht am Ausdrücken von Gefühlen und dem Denken in – nennen wir es also nochmals neudeutsch: Emotionen fehlt es. Aber es hakt beim Diskurs über sie, sowie an der Rücksichtnahme im politischen Raum auf sie und ihrer Einbeziehung in die entsprechenden Entscheidungen. Das zu beheben, bedürfte es aber gerade einer analytischen Betrachtung auf Gefühltes und Gedachtes, doch dazu leisten die in diesem Sammelband erschienenen theoretischen Texte und Textversuche leider keinen Beitrag. Sie sind nur eine Wiederholung der Aufklärungskritik, die so alt ist wie das aufklärerische Denken selbst. Das Glücksgefühl der weiterführenden Erkenntnis vermittelt dieser Band jedenfalls nicht. ●

Bernd Bösel / Eva Pudill / Elisabeth Schäfer (Hg): Denken im Affekt, Passagen Verlag Wien, 188 Seiten, ISBN 9783851659566

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Zitat der Woche

Posted in Glarean Verlag, Heinrich Lhotzky, Literatur, Psychologie, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 17. April 2011

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Über die Ehe

Heinrich Lhotzky

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Sehr oft habe ich aus Frauenmunde gehört, daß sie sich nicht genug wundern können, wie die Männer im allgemeinen ungeschickt seien in der Wahl ihrer Gattinnen. Sie haben recht. Wer richtig gewählt hat, verdankt das nicht seinem Scharfsinn und seiner Menschenkenntnis, sondern gewöhnlich einem wohlwollenden Zufall, der ihn freundlich leitete. Wir sehen gerade, daß die wählerischsten Männer in der Regel die unglücklichste Wahl treffen. Würde es aber umgekehrt sein, wie manche Leute es auch wünschen, würden die Frauen wählen, so würden sie dieselben unbegreiflichen Fehler begehen.
Das hat seine tiefen Gründe. In der ganzen Natur zieht sich nicht das Gleiche, sondern das Ungleiche an. Es walten auch da bestimmte, wenn auch nicht fest geformte Gesetze. Nicht das Ungleiche an sich – denn es gibt Ungleichheiten, die sich in Ewigkeit nicht anziehen – sondern das Ungleiche, das im andern seine Ergänzung ahnt.
Alle Stoffe, bis ins kleinste Ur-Teilchen hinein, erscheinen wie auseinander getrieben durch eine Kraft und müssen sich nun anscheinend so lange suchen, bis sie einander wiedergefunden haben.
Den Gesetzen des Stoffes kann sich auch der Mensch nicht entziehen, denn er ist der königliche Vertreter des Stoffs auf diesem Stern. Daher sehen wir, wie Gegensätze gern zu ehelicher Gemeinschaft zusammentreten. Die allergrößte Ungleichheit aber ist Mann und Weib an sich.

Heinrich Lhotzky (1857-1862)

Der Unterschied von Mann und Weib ist weit entfernt, nur ein geschlechtlicher zu sein. Bis in das letzte Denken hinein macht er sich bemerkbar. Je höher entwickelt die Geister sind, um so tiefgreifender wird der Unterschied zwischen männlich und weiblich. Das Ungleiche strebt zu einander. Das ist ein wahrhaft göttliches Gesetz. Warum strebt es zu einander? Durch seine Vereinigung wird die Mannigfaltigkeit größer und wirkungsvoller. Denkbar größte Mannigfaltigkeit ist aber ein Grundgesetz der Natur. Darauf ruht die Vielheit der Erscheinung. Andererseits bekunden die einander zustrebenden Gegensätze in geheimnisvoller Weisheit die innere Einheit des Ganzen. Die Einheit besteht darin, daß sich alle Gegensätze zum Zusammenklang vereinigen können und werden.
Die Ehe ist also in jeder Beziehung Auswirkung eines Naturgesetzes. Das Zusammenklingen zweier Gegensätze ist zugleich die unterste Stufe der Vereinheitlichung aller, des Alls. Darum sollen wir wissen, daß die Ehe im allgemeinen kein Ausruhen sein wird und keine Behaglichkeit schlechthin. Bequemer lebt man ohne Ehe, und ohne sich viel um die Umwelt zu kümmern. Bequemer, aber auch unnützer. Nur wer mitarbeitet, kann sich auch mitfreuen.
Also wer in der goldenen Jugend steht, der soll nicht zur Ehe drängen. Sie bringt eine schwere Kette von Enttäuschungen. Enttäuschungen sind seelische Arbeitsleistungen. Sie müssen sein. Aber man sollte sie erst auf sich nehmen, wenn man ihnen voll gewachsen ist und seine größte körperliche Kraft gefunden hat. Dann aber auch mutig. Wer später nicht hindurchkommt, geht der Menschheit und oft genug sich selbst verloren.
Die Ehe bereitet sich vor in der jugendlichen Freundschaft innerhalb und außerhalb des gleichen Geschlechts. Fast alle Freundschaften verlaufen in Enttäuschungen, oft recht schwerer Art. Auch die Freundschaften unterliegen dem Gesetz, daß die Gegensätze zu einander streben, die wenigsten sind nur stark genug, sie zu überwinden. Daher zerbrechen die Freundschaften mit Durchschnittsmenschen.
Das schadet nichts. Wer sich durch Enttäuschungen entmutigen lassen wollte und mit Verbitterung auf die Menschheit blicken lernte, der würde unfähig, ein nützliches Glied der Menschenwelt zu sein. Sie sollen gerade anreizen, dem Rätsel Menschheit auf immer neue Weise zu begegnen, immer mehr die Fehler in der Annäherung zu vermeiden und sich immer aufs neue hineinzulieben in das große Ganze, das nur einen einzigen Weg der Rettung, der Erlösung, der Befreiung, des Vorwärts – nennt’s wie ihr wollt – kennt, den Weg der selbstlosen Hingabe. Man muß aus vielen verkrachten Freundschaften gelernt haben, eine Ehe in’s Auge zu fassen und eine Ehe zu führen. Das schwere Lebenswerk geratet dann leichter.
Eine rechte Ehe ist das Schwerste, was im Leben gelingt. Alle anderen Arbeiten sind nicht so schwierig. Wir sehen viele Menschen Großes vollbringen und Erstaunliches leisten, nur rechte Ehen bringen wenige zustande. Sie bleiben meist in den Gegensätzen stecken. ●

Aus Heinrich Lhotzky, Das Buch der Ehe, Düsseldorf 1911

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Peter Höner: «Gynt»

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Alle spielen Rollen – im Theater und im Leben

Günter Nawe

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Peer Gynt – wer kennt es nicht, das großartige dramatische Gedicht des Henrik Ibsen. Diese Geschichte von der Möglichkeit unterschiedlicher Lebensentwürfe, vom Spiel mit dem Schein und der Flucht in die Lüge. «Ibsens Höllenparabel» – wie Peter Höner schreibt.
Peer Gynt also, wie er einmal beschrieben wurde: als «ein Kerl für sich. Das war ein Abenteurer und Lügenschmied, wie er im Buche steht». Dieses dramatische Gedicht hat sich Peter Höner zum «Vorbild» genommen für seinen neuen Roman, der bezeichnenderweise im Theatermilieu spielt und den Titel «Gynt» trägt.
Peter Höner (Jahrgang 1947) kommt aus der Szene. Er hat als Schauspieler in Hamburg, Bremen, Berlin und Basel gearbeitet. Weitere berufliche Stationen: freischaffenden Schriftsteller und Regisseur. Lesenswert seine Kriminalromane «Seifengold», «Das Elefantengrab» und «Wiener Walzer» – sowie der zuletzt erschienene Roman «Am Abend, als es kühler wurde». Und jetzt «Gynt» – die Geschichte um die die berühmte Frage: «Wer bin ich?». Die Schauspielerin Johanna Hatt in Wien grübelt darüber, wie sie ihre Rolle als Geliebte Solveig anlegen soll. Und ihr Freund Daniel Tauber inszeniert in der Schweiz das gleiche Stück mit Jugendlichen.

Peter Höner

Beide «Inszenierungen» wachsen sich zu einer Auseinandersetzung mit dem Theater und über das Theater aus, in dessen Welt Höner den Leser auf sehr authentische Art entführt. Er gerät – wie auch die Personen des Romans – zunehmend in den Sog des Theaters, unterliegt seiner Faszination.
Alle Beteiligten – Johanna und Daniel, Anita und Jakob, Luka und Alisa, Felix und Sarina, Miriam und Severin – nehmen ihre eigene Wirklichkeit mit in das Theater und in das Stück: ihre Hoffnungen und ihr Scheitern, Utopien und Gewissheiten, jugendliches Schwärmen und die Rebellionen des Alters. Und alle spielen Rollen – auf dem Theater und im Leben, Konflikte zwischen beidem inbegriffen. Oder anders: Die Welt ist ein Theater und das Theater die Welt!

Auf jeden Fall verändert sich bei bei der Arbeit an dem Stück, schon fast zwangsläufig, das Stück selbst – und es verändern sich die Schauspieler. Diesen psychologischen Prozess lässt Höner den Leser miterleben, indem er in den einzelnen Kapiteln die verschiedene Sichtweisen nicht nur verdeutlicht, sondern ihnen – wie im Peer Gynts Beispiel von der Zwiebel – Schicht für Schicht auf den Grund geht. Höner gelingt dies auf sehr subtile Weise: durch den Perspektivenwechsel, aus denen heraus erzählt wird, mit sprachlichen Mitteln, die dem Autor in allen Facetten zur Verfügung stehen, durch eine spannende Inszenierung.

Peer-Gynt-Uraufführung 1876: Thora Neelsen als Solveigh

Konnte das also gut gehen, was Tauber sich vorgenommen hatte? Heißt es doch, dass sich «die Welt der Pubertierenden nicht auf ein Theaterstück aus dem vorletzen Jahrhundert beschränkte», sondern andere Ausdrucksformen hat. Er, der Regisseur Tauber, musste daran scheitern. «Er brandmarkte einen flunkernden Schelm als üblen Lügner, aber der eigenen Lebenslüge stellte er sich nicht». Und so verändern sich die Jugendlichen wie auch die Alten, deren vermeintliche Gewissheiten auf den Prüfstand kommen.
«Vom Erfolg war kaum die Rede, dafür vom Scheitern.» – Scheitern an sich, an den anderen, am Stück. So gibt es Selbstmord, es gibt Hass auf sich selbst und untereinander. Es gibt Verzweiflungen an der Rolle und an sich selbst. Es gibt Gleichgültigkeit. Und es gibt die Liebe. Allerdings wird Gynts Frage «Wer bin ich?» am Ende immer noch nicht beantwortet. Oder doch? Ist die Liebe ein Bleibendes und gewiß?

Was hat Peter Höner mit «Gynt» geschrieben? Einen Theaterroman. Einen Liebesroman und eine faszinierende psychologische Studie. Einen Generationenroman - und ein sehr lesenswertes Buch.

Der Schluss des Romans gibt vielleicht ein wenig Aufschluss. «Johanna hat ihre Hand auf den Arm Julias gelegt. ‚Sie spielen die Solveig?’, fragte das Mädchen. ‚Ich auch. Allerdings nur die blinde. Eine schwierige, aber auch eine schöne Rolle…’. Sie lächelte und drehte sich nach Julia um.»
Und dann geht es um einen Satz von Ibsen, den Solveig verstanden hatte, Julia erst einmal nicht und dann doch: «Die ungesungenen Lieder sind stets die schönsten.»
Was hat Peter Höner geschrieben? Einen Theaterroman. Einen Liebesroman und eine faszinierende psychologische Studie. Einen Generationenroman – und ein sehr lesenswertes Buch. ●

Peter Höner: Gynt, Roman, 284 Seiten, Limmat Verlag, ISBN 978-3-85791-623-6

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Textprobe

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Münchner Lyrikpreis 2011

Posted in Ausschreibung, Glarean Magazin, Literatur, Literatur-Ausschreibungen by Walter Eigenmann on 15. April 2011

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Gesucht: «Jede Art von Lyrik»

Dreimal jährlich können deutschsprachige Autorinnen und Autoren bis zu zehn Seiten Gedichte einreichen für den Münchner Lyrikpreis, wobei «jede Art von Lyrik» willkommen ist. Neben einer Preisdotierung von 1’000 Euro winkt den Final-Siegern bzw. den Siegern der Vorjurierung eine Einladung zu den renommierten «Leseabenden» des Wettbewerbes. Die drei Einreichtermine für das Jahr 2011 sind 29.April 2011, 30.Juni 2011 und 30.September 2011, die weiteren Details finden sich hier. ●

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111 Chess Tacticals (8)

Posted in 111 Chess Tacticals, Glarean Magazin, Schach, Schach-Rätsel by Walter Eigenmann on 14. April 2011

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Weiß am Zuge gewinnt

Unsere Serie «111 Chess Tacticals» wendet sich an die Rätselfreunde unter den Schachspielern. Die faszinierende Welt der Schach-Taktik, wie sie sich in diesen 111 Miniaturen spiegelt, beinhaltet herrliche, meist frappante Kombinationen aus der Praxis des jüngsten Amateur- und Profischachs. Der Schwierigkeitsgrad variiert von Aufgabe zu Aufgabe, doch im allgemeinen kann ein Puzzle innerhalb von fünf Minuten von durchschnittlichen Vereinsamateuren gelöst werden. – Die Lösung erhalten Sie jeweils nach einem Mausklick auf das Diagramm, und die Varianten können dann online nachgespielt werden. Ausserdem lassen sich alle Varianten als PGN-Datei downloaden. -
Viel Vergnügen beim Knobeln unserer «111 Chess Tacticals»! ■

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Weitere «Tacticals».

 

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Hilde Kernmayer (Hg.): «Schreibweisen Poetologien» (Bd.2)

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Literarische Selbstreflexion österreichischer Autorinnen

Sigrid Grün

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Der zweite Band aus der Reihe «Schreibweisen Poetologien» widmet sich dem Schreiben von 15 zeitgenössischen österreichischen Schriftstellerinnen. Jede Autorin reflektiert zunächst selbst über den persönlichen Schreibprozess, die bevorzugten Themen und eigene Verfahrensweisen. Dieses Nachdenken über das Schreiben vollzieht sich in Form von Essays, Reden, Interviews oder poetisch verdichteter Lyrik, wie etwa bei Gertrude Maria Grossegger, die das Schreiben mit dem «in den keller gehen» vergleicht: «ein muss und ein unbehagen zuerst / und dann ein tiefes eintauchen und ein nicht anders können / und ein nichts anderes können als das und ein nachschauen / und ein immerwährendes nachschauen was alles im keller ist und was alles / nicht mehr ist». Die Autorin beschreibt hier das Schreiben und liefert damit eine «Beschreibung der Beschreibung», wie sie an anderer Stelle formuliert: «kreiselsprache/ das schreiben kreist um die beschreibung der beschreibung.»
Die Germanistin Alice Boltenauer wiederum fügt dieser Beschreibungsschnecke noch eine weitere Windung hinzu, wenn sie in ihrem Kommentar zu Grosseggers poetologischem Gedicht die Beschreibung der Beschreibung der Beschreibung liefert.

Dr. Hilde Kernmayer

So kompliziert kann es klingen, wenn sich Schriftstellerinnen Gedanken über die eigene Arbeit machen. Dabei ist es so kompliziert eigentlich nicht – man muss den Ausführungen der Autorinnen nur aufmerksam folgen und die jeweils nachfolgenden Kommentare und Analysen lesen, die verschiedene Literaturwissenschaftler verfasst haben, um den Zugang zum Werk der 15 zeitgenössischen Schriftstellerinnen zu erleichtern.
Neben weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus bekannten Autorinnen wie etwa Ilse Aichinger (*1921), Elfriede Jelinek (*1946) oder Kathrin Röggla (*1971) findet man auch Texte von Autorinnen, die nicht ganz so bekannt, aber im Hinblick auf ihre poetologischen Konzepte mindestens genau so interessant sind – und auf alle Fälle den Wunsch beim Leser wecken, sich vertieft mit ihrem Werk zu beschäftigen. Neben der bereits zitierten Gertrude Maria Grossegger (*1957), sind dies auch Elfriede Kern (*1950), Erika Kronabitter (*1959), Christa Nebenführ (*1960), Birgit Pölzl (*1959), Marianne Fritz (*1948), Lisa Spalt (*1970), Sissi Tax (*1954), Olga Flor (*1968), Marianne Gruber (*1944), Sabine Gruber (*1963) sowie Evelyn Schlag (*1951).
In ihrem Essay «Poetologien» setzt sich Elfriede Kern etwa mit der Schaffung einer Vielfalt von Identitäten im Internet auseinander. Wer ist man als Autor, wenn man alles und jeder sein kann? Mann oder Frau, oder keines von beiden?

Das Buch bietet einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der zeitgenössischen österreichischen (weiblichen) Literatur. Die den poetologischen (und poetischen) Texten nachgeordneten literaturwissenschaftlichen Analysen ergänzen und vertiefen dabei hervorragend. Für literaturwissenschaftlich Interessierte ein inspirierendes Buch, das sicher auch zur Beschäftigung mit außerhalb von Österreich eher unbekannten Autorinnen anregt.

Die Autorinnen reflektieren häufig normierte Sprachmustern und hinterfragen diese tradierten Sprach- und Denksysteme. Als Leser streift man durch die Textuniversen der Schriftstellerinnen und freut sich über das ungeheure sprachliche Potenzial, das hier – ganz abseits von leicht konsumierbarer Massenware – freigesetzt wird. Das Buch bietet einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der zeitgenössischen österreichischen (weiblichen) Literatur. Die den poetologischen (und poetischen) Texten nachgeordneten literaturwissenschaftlichen Analysen ergänzen und vertiefen dabei hervorragend. Für literaturwissenschaftlich Interessierte ein inspirierendes Buch, das sicher auch zur Beschäftigung mit außerhalb von Österreich eher unbekannten Autorinnen anregt. ●

Hilde Kernmayer (Hg.): Schreibweise Poetologien 2 – Zeitgenössische Literatur von Frauen, 472 Seiten, Milena Verlag, ISBN 978-3852861920

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Wer bin ich?

Posted in Glarean Magazin, Komponisten, Musik, Musik-Rätsel, Wer bin ich? by Walter Eigenmann on 12. April 2011

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Ohne Augenlicht, doch voller Kreativität

Ohne gleich einen «Wunderkind»-Status für mich reklamieren zu wollen, kann ich doch musikalische «Frühreife» in Anspruch nehmen, denn schon als Siebenjährige erhielt ich intensiven Klavier- und Orgelunterricht, u.a. beim tschechischen Virtuosen Leopold Kozeluch. Dabei standen die Sterne für eine Pianisten- (und später Komponisten-)Karriere alles andere als gut: Schon in meinem vierten Lebensjahr erblindete ich, und in der Folge kamen schwerste familiäre und gesundheitliche Probleme hinzu. Trotzdem gelangte ich in späteren Reisejahren zu internationalem Ruhm als Konzertpianistin.
1786 gab ich das öffentliche Konzertieren auf und widmete mich fast ausschliesslich dem Komponieren. Dieses fiel enorm umfangreich aus, obwohl nur ein kleiner Teil davon in Autographen oder Druckausgaben erhalten geblieben ist. Mein Schaffen umfasst beinahe alle damals gängigen Gattungen der weltlichen Kunstmusik. Lange Zeit völlig verkannt, hat die Musikforschung mein Oeuvre längst einer genaueren Durchsicht und inzwischen auch das früher eher marginalisierende Urteil einer grundlegenden Revision unterzogen. Das untenstehende Notenbeispiel gibt den Anfang meiner «Klavierfantasie in G-Dur» wieder. - (W.E.)
Also: Wer bin ich?

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Das klassische Glarean-Tangram (23)

Posted in Denksport, Glarean Verlag, Rätsel, Spielwiese, Tangram by Walter Eigenmann on 11. April 2011

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Legen Sie mit den Tangram-Elementen die folgende Figur

Lösung: —>(weiterlesen…)

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Das Tangram-Puzzle

Das Tangram (auch Siebenschlau oder Weisheitsbrett genannt) ist ein altehrwürdiges chinesisches Geometrie-Spiel: Aus nur sieben Steinen eines Quadrates, nämlich fünf Dreiecken, einem Quadrat und einem Parallelogramm lassen sich die vielfältigsten Figuren (Pflanzen, Tiere, Menschen u.v.a.) legen, wobei immer alle sieben Steine verwendet werden müssen. Sie sollen sich berühren, dürfen sich aber nicht überlappen.

Schon in der uralten Kultur Chinas bedeutete das Quadrat die reinste Form einer Fläche, in sich vollkommen, und beim Tangram wird dieses in sich ruhende Quadrat nun aufgelöst in eine endlose Bewegung, wird es durch unablässige Veränderung zum Ausgangspunkt ungeahnter Gebilde, durch das Zusammenspiel seiner festen Elemente zum Quell des Neuen.
Die ersten Tangram-Bücher wurden zur Zeit des Ch’ing-Kaisers Chia Ch’ing (1796-1820) gedruckt, die früheste uns überlieferte Tangram-Publikation dort stammt aus dem Jahre 1813, doch das Grundprinzip des Spiels dürfte im asiatischen Raum schon lange vor  Christi Geburt weit verbreitet gewesen sein. Eine frühe erste Veröffentlichung in Europa datiert aus dem Jahre 1805.

Inzwischen hat das Tangram einen wahren Siegeszug durch alle Kontinente angetreten, ist Gegenstand zahlreicher Bücher und Sammlungen geworden – und lädt unvermindert anregend und spannend ein zum Nachdenken, zum Knobeln, zum Sinnieren,  ja vielleicht gar zum Philosophieren über die ewige Veränderung des ewig Gleichen…

Im «Glarean Magazin» finden sich regelmäßig interessante und berühmte Tangram-Aufgaben.  Dabei wird das Lege-Puzzle erleichtert, wenn man sich aus Karton die sieben Grundelemente zurechtschneidet.
Sollten unter unseren Leserinnen und Lesern vielleicht sogar Tangram-«Erfinder» sein, so sind sie freundlich eingeladen, uns ihre neuen Figuren als Grafik-Datei zu senden!  (we)

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Ein Beispiel

Legen Sie mit den Tangram-Elementen die folgende Figur

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Das Zitat der Woche

Posted in Carl Spitteler, Glarean Magazin, Literatur, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 10. April 2011

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Von der «männlichen» Poesie

Carl Spitteler

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Immer von neuem erachten die prosaischen Köpfe das reine Gold der Poesie für zu weich, eines Zusatzes bedürftig, selbst dann, wenn sie theoretisch das Gegenteil lehren, ja vielleicht dann am meisten. Nachdem wir glücklich darüber hinaus sind, die Poesie mit Geist zu würzen, mit Phrasen zu drapieren, mit Tugenden zu bessern, mit Ideen zu erheben, mit Weisheit zu vertiefen, mit Nützlichkeiten breitzustrecken, fängt unversehens die leidige Arzneikunst von vorne an, und um es nicht uralt nennen zu müssen, nennt man’s modern.

Carl Spitteler (1845-1924)

Eine kräftige, männliche Poesie möchten wir zur Abwechslung jetzt haben, Pepton und Hämoglobin der Muse zu schlucken geben, Eisen- und Stahlbäder sie brauchen lassen, um ihre Konstitution zu stärken. Um ein weniges, so salbten wir ihr den Mund mit Bartwasser. Brennende Fragen, rote Fahnen und mörderliche Streike sollen die roten Blutkörperchen vermehren, Schweiß und Unrat, Dialekt und Dynamit die Zuckerkrankheit austreiben. Gestern stärkelte man mit bäurischen Hemdärmeln, heute mit fabrikstädtischen Arbeiterschürzen. Diesmal aber ist es uns grimmig ernst. Wir haben uns nämlich an dem Goldschnittsirup so gründlich den Magen verdorben, daß wir nach Petroleum lechzen. Was ist prosaisch? was ist pedantisch? was ist nordnifelnebelnüchtern? was schmeckt übel? was riecht bedenklich? Her damit, auf daß wir es dichten!
Und das Ergebnis? Titanische Grimassen, ohne den mindesten Zuwachs an Kraft. Das kommt daher, daß Geschwulst und Muskel zweierlei ist, und daß einer fürchterlich schnarchen kann und doch ein Schwächling sein. Denn was bedeutet »Kraft« in der Kunst? Nicht im Gewicht des Stoffes liegt sie, nicht in haarigen Ideen, sondern in der sieghaften Bewältigung der jeweiligen Aufgabe. Wer, was er immer unternimmt, meistert, der ist ein kräftiger Künstler. Das geht so weit, daß eine gesunde Kunst sich überhaupt niemals die Kraft zum Ziele setzt, sondern die Vollendung, in welcher neben andern guten Dingen auch die Kraft enthalten ist. Begehrt ein Zeitalter leidenschaftlich nach Kraft in der Poesie, so ist das schon ein krankhaftes Symptom, wie wenn ein bleichsüchtiges Dienstmädchen nach Salat ruft. Eisen fressen, Erde schmecken, den zersetzenden Geist unserer Zeit einatmen wollen, das sollten Zeichen von Gesundheit sein? Ich bitte um Verzeihung, das sind Zeichen der Anämie und Hysterie.
Die Kunst läßt sich nun einmal nicht legieren, und mit den Fäusten kann man nicht dichten. Und ob meinetwegen ein ganzes Zeitalter mit Milliarden von Urwählern einstimmig das Gegenteil beschlösse, so wird zwar vielleicht das Zeitalter knabenhaft, die Kunst jedoch um kein Haar männlicher werden. Denn mit dem Willen, mit Beschlüssen, mit Lärm und Geschrei läßt sich die Poesie so wenig kuranzen, wie irgend eine andere Naturpotenz. Alle Lebenskraft ist Saft und aller Saft ist weich, ja sogar im Innersten – es tut mir aufrichtig leid – ein wenig süß. Hat daher ein erbarmungswürdiges Geschlecht so viel Schleck schlucken müssen, daß es winselt »alles in der Welt, nur beileibe nichts Süßes«, gut, es gibt der Dinge und Tätigkeiten auf Erden genug, die nichts weniger als süß sind. Wohl bekomm’s! Aber die Poesie selber mit sozialen Zwiebeln als sauren Hering rüsten zu wollen, diese Mayonnaise wird Euch nimmer geraten. ●

Aus Carl Spitteler, Von der «männlichen» Poesie, in:  Lachende Wahrheiten, Essays, Jena 1917

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Cartoon der Woche

Posted in Cartoons, Grafik, Gustave Doré, Humor, Humor in der Musik, Musik by Walter Eigenmann on 9. April 2011

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Konzert der Philharmonischen Gesellschaft

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Zeichnung von Gustave Doré, Paris 1850

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Das literarische Kreuzworträtsel

Posted in Denksport, Glarean Magazin, Kreuzworträtsel, Literatur, Literatur-Kreuzworträtsel, Rätsel by Walter Eigenmann on 8. April 2011

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Denksport-Herausforderung für Literaturkenner

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Copyright 2011 by Walter Eigenmann / Glarean Magazin

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Rätsel zum Ausdrucken (pdf)

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Lösung: —>(weiterlesen…)

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Kompositionswettbewerb für Vokalmusik

Posted in Ausschreibung, Kompositionswettbewerbe, Musik, Musik-Ausschreibungen by Walter Eigenmann on 7. April 2011

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Dreistimmiger Gesang mit Instrumenten

Einen internationalen Kompositionspreis mit unveröffentlichten Werken für drei Vokal- und mind. drei Instrumental-Stimmen schreiben die Neuen Vocalsolisten Stuttgart und das Chiamata alle Musiche 2011 aus. Die Länge des eingesandten Stückes sollte zwischen fünf und elf Minuten betragen. Die preisgekrönten Werke anlässlich der Musik-Saison L’arsenale 2011 in Treviso aufgeführt. Einsende-Schluss ist am 30. September 2011, weitere Einzelheiten finden sich hier. ●

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Humor im Schach (2)

Posted in Humor, Humor im Schach, Schach, Video by Walter Eigenmann on 6. April 2011

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Legendär: Geri’s Game

(Pixar Studios / Video auf Youtube)

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Schaeff-Scheefen-Literaturpreis 2011

Posted in Ausschreibung, Literatur, Literatur-Ausschreibungen by Walter Eigenmann on 5. April 2011

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Erzählungen zum Thema «Fließen»

Zum zweiten Mal schreibt der Autorenverband Franken den nach seinem Gründer benannten Schaeff-Scheefen-Literaturpreis aus. Der Wettbewerb richtet sich alle Schreibenden in deutscher Sprache und rückt das Thema «Fließen» ins Zentrum. Erwartet werden «geschlossene literarische Erzählungen, also keine Berichte, Reportagen oder Essays. Ein Genre ist nicht festgelegt, von der Liebesgeschichte über phantastische oder auch satirische Texte bis zum Krimi ist alles denkbar». Die Texte müssen allerdings einen «deutlich erkennbaren inhaltlichen Bezug zu Franken haben». Einsende-Schluss ist am 15. August 2011, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ●

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Internationaler Herbert-Baumann-Kompositions-Wettbewerb

Posted in Glarean Magazin, Kompositionswettbewerbe, Musik, Musik-Ausschreibungen by Walter Eigenmann on 4. April 2011

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Neue Musik für junge Mandolinenspieler

«Neue Musik für junge Mandolinenspieler» lautet die Zielsetzung des internationalen Herbert-Baumann-Kompositions-Wettbewerb, den das «Musikforum Schweinfurt» ausschreibt. Das Forum will damit «das Angebot an zeitgemäßer Literatur für den Mandolinen-Unterricht und -Vorspiel erweitern». Einzusenden sind kürzere Werke für die Unter- oder Mittelstufe, nsbesondere werden Kompositionen gesucht, die «aufgrund ihrer Schreibweise geeignet sind, Schüler an die Vielfalt zeitgenössischer Musik heranzuführen, und die von Schülern gut zu bewältigen sind». Einsende-Schluss ist am 15. November 2011, die weiteren Details finden sich hier. ●

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Das Zitat der Woche

Posted in Alice Berend, Glarean Magazin, Literatur, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 3. April 2011

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Über den Spießbürger

Alice Berend

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Der Spießbürger ist der notwendigste Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. Sein Wohlbehagen, seine Gesunderhaltung, sein Zerstreuungsbedürfnis, seine Sehnsüchte und Träume und seine sonstigen Ansprüche an das Dasein sind es, die Wissenschaft und Kunst in Bewegung setzen, von Fortschritt zu Fortschritt treiben, von Versuch zu Versuch anspornen. Der Spießbürger ist zur Seele des Staates geworden.
Er ist zu allem nötig, selbst zum Beweis dafür, daß es Helden gibt. Er allein ist der Maßstab, an dem die Größe der Besonderen und der Ungezügelten gemessen werden kann, wenn diese Wertbemessung auch vielleicht nicht so einfach ist, wie es den Anschein haben könnte. Es stellt sich möglicherweise dabei heraus, daß jeder Mensch ein wenig Held sein muß, um das Kampfspiel Leben auszufechten, und daß sich ebenso mancher Held des Geistes wie der Waffe nur durch ein wenig sogenanntes Spießbürgertum in der Balance seiner großen Taten zu halten vermochte, daß also auch die Sphäre des Genies und der Dämonen nicht so entfernt von ihnen liegt, wie mancher glaubt. Als einzelnes Individuum genommen, ist der Spießbürger mit seinen Eigenschaften nicht so einfach auf eine Formel zu bringen.

Alice Berend (1875-1938)

Der Student bezeichnet ihn als verkörperte Pedanterie, beschränkte Kritikfähigkeit, platte Behaglichkeit, eingebildete Würde, lächerliche Überheblichkeit und Neugier. Später, selbst zu Amt, Würden und Vaterschaft gekommen, pflegt dieser gleiche Mensch diese gleichen Eigenschaften als Ordnung, Selbstverleugnung, Beherrschung, Pflichttreue und Wißbegier zu bezeichnen. Der Student singt: «Wenn ich einmal der Herrgott wär’.» Der zum Mann Gewordene brummt: «Wenn ich doch erst mein Vorgesetzter wär’ …»
Das Wort Spießbürger entstand schon im Mund der Ritter, der Herren hoch zu Pferd, im Panzer und Visier. Sie machten sich lustig über den Bürger, der zu Fuß den Spieß trug als Waffe.
Niedergeschrieben finden wir das Wort zuerst im Jahre 1640. Joachim Friedrich klagt in seinem Buch «Die Friedensposaune», daß die Studenten «eisgraue und erfahrene Männer, Matronen, keusche Jungfrauen und Bürger für Spießbürger schelten». 1697 war es in den Studentenkreisen schon üblich und häufig angewendet, abwechselnd mit dem Wort Philister. Schon 1706 kommt in der Lebensbeschreibung Hazards der bittere Vorwurf vor, «daß die Burschen uns Bürger einen Philister nennen und wie einen Floh achten». Im Jahre 1767 verwertet Wieland das allmählich zur vollen Blüte heranreifende Wort zum ersten Male dichterisch in seinem «Agathon». Im Jahre 1810 ist es bereits ein allgemein übliches und gebuchtes Wort, ein gewohnter Begriff. In Pommern sagt man «speetbörger», ein Wort, das geradezu nach Geräuchertem und Ofenwärme duftet.
Sogar «das Lied vom Canapee» war damals schon geboren («Die Seele schwingt sich in die Höh’, der Leib bleibt auf dem Canapee»), diese Verse, die das Schutz- und Trinklied des Spießbürgers genannt werden können. Erst in der Blütezeit des Biedermeiers jedoch gelangten sie zu voller Geltung, gehörten zum Sang und Klang der Gemütlichkeit.
Schon im 18. Jahrhundert erschien das erste Konversationslexikon, also die erste Bildungsbibel des Spießbürgers, der nun schwarz auf weiß auf dem Regal zum Nachschlagen alles das bereitstehen hatte, was im Kopf zu haben niemand von einem Normalmenschen verlangen konnte.
Zwischen diesen Zeitspannen aber liegen Revolutionen.
Es ist schwer zu sagen, ob es als Tragik oder als Witz des Weltwillens hinzunehmen ist, daß Revolutionen nötig waren, um das Bürgertum zu schaffen und damit den Ahnherrn des Spießbürgers, der so geschickt verstanden hat, aus der kleidsamen Fasson der Jakobinermütze das friedliche Hausväterkäppchen des Pfeifchenschmauchers erstehen zu lassen, und der von nun an alles in seinen Bereich zu ziehen verstand, was die Welt vorbrachte.
Die Geschichte des jüngsten Jahrhunderts ist das Märchen der Geschwindigkeit. Eine grandiose Erfindung überstürzt die andere, Fortschritt auf Fortschritt drängte die menschlichen Daseinsformen vorwärts, stellte das Heute meilenfern fort vom Gestern. Alle Möglichkeiten der Zukunft wurden unberechenbar, und doch ist es das Zeitalter der Mathematik. Keinem Jahrhundert zuvor war eine nur ähnliche geschwinde Entwicklung gegeben. Die Zahl der Neuerungen, die es brachte, ist unberechenbar.
Es sei nur daran erinnert, daß der «Geburtstag» – um spießbürgerlich zu reden – der Dampfmaschine, und damit der Eisenbahn und des Dampfschiffs, die Entwicklung der Elektrizität, des Autos, des Flugzeuges, der Photographie, des Telephons, des Radios in dieses Jahrhundert fällt. Unbekannte Probleme stiegen auf.
Zwischen allen diesen gigantischen Erscheinungen des Geistes und des Willens entwickelte sich langsam, lächelnd und sicher der Spießbürger, der alles Neue zuerst beklagte, bestenfalls bewitzelte, um es dann schließlich vorsichtig in das Netz seiner Behaglichkeit zu ziehen.
Jedes Jahrzehnt stand unter einem anderen Zeichen, einer anderen Mode, der Spießbürger machte sie alle mit, alle bekamen ihm vorzüglich, diesem Manne, der immer tut, was alle tun, und immer nur das wagt, was schon ein anderer vor ihm gewagt, dieser gemütliche Pflichttreue, der aus den Idealen der anderen den praktischen Nutzen zu ziehen versteht, dieser hartnäckige Vorsichtige, dessen Hauptbestreben darauf zielt, es gut haben zu wollen in diesem Leben. Wir alle leben unter ihnen, von ihnen, wie der Fisch im Wasser und der Vogel in der Luft. ●

Aus Alice Berend, Die gute alte Zeit, Marion von Schröder Verlag, 1962

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Der brillante Schachzug (90)

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Weiß gewinnt


4K2R/2k4p/8/8/3pp3/R2p4/3P4/7r w

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Lösung: —> (weiterlesen…)

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Weitere «Brillanten».

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Helmut Brenner / Reinhold Kubik: «Mahlers Welt»

Posted in Buch-Rezension, Günter Nawe, Gustav Mahler, Musik, Musik-Rezensionen, Rezensionen by Walter Eigenmann on 1. April 2011

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«In einem stillen Fichtenwäldchen»

Günter Nawe

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Ein kleines Haus, ganz aus Holz gezimmert, gelegen «in einem stillen Fichtenwäldchen»: das Komponierhäuschen des Gustav Mahler. Der Ort, an dem «Das Lied von der Erde» entstanden ist; wo Mahler seine IX. und die unvollendet gebliebene X. Symphonie komponiert hat. Gerade die X. hatte große Bedeutung in Zusammenhang mit den Ereignissen um Alma und Walter Gropius.
So beschreiben die Autoren des wunderbaren Bandes «Mahlers Welt – Die Orte seines Lebens» Helmut Brenner und Reinhold Kubik diesen im Leben des Gustav Mahler so bedeutenden Ort. Und nicht nur diesen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Nachschlagewerk, das zugleich ein sehr schönes Lesebuch und ein bedeutendes Stück Musikgeschichte darstellt, an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig lässt.
Helmut Brenner hat seinen Ruf als Mahler-Experte bereits unter Beweis gestellt. Der freischaffende Publizist zeichnet unter anderem für die Ausgabe der Familienbriefe Mahlers verantwortlich. Auch Reinhold Kubik, unter anderem Musikwissenschaftler, bekannt als Editionsleiter der Gesamtausgabe der Werke von Gustav Mahler, hat sich längst als bedeutender Mahlerianer ausgewiesen. Dies muss vorausgeschickt werden, um zu zeigen, welche Kompetenz hinter dem Buch steht. Hinter einem Werk, das neben der fulminanten Biografie von Jens Malte Fischer («Gustav Mahler») zu den Standardwerken zu zählen ist.

Das Haus Kalischt (Kaliště) Nr. 9, in dem Gustav Mahler zur Welt kam

Ausgangspunkt für die Reise durch die Wohn-, Aufenthalts- und Lebensorte von Gustav Mahler war eine Ausstellung über «Mahler in Wien». Helmut Brenner erzählte bei der «weltweit» ersten Buchvorstellung in Köln – auch ein wichtiger Ort in der Biografie Gustav Mahlers, wurde doch hier am 18. Oktober 1904 die V. Symphonie, vom Meister selbst dirigiert, uraufgeführt – vom Entstehen dieses Bandes, der eine Fortsetzung der Wiener Ausstellung auf andere Weise werden und den gesamten Kosmos Mahlerscher Aufenthalte umfassen sollte. Von der aufregenden, aber mühevollen Recherche war seine Rede, einer Recherche, die zwei ganze Jahre dauerte bis zur Fertigstellung des Buches, und die von Sankt Petersburg bis Uruguay reichte. Von 2’500 Mails berichtete Brenner, von unzähligen Telefonaten, von der – wie man jetzt sagen kann – erfolgreichen Suche nach bisher unveröffentlichten Texten.
Benutzt wurden nur Primärquellen, Sekundärquellen nur aus erster Hand. Nur was Mahler selbst gesehen (und wie er es gesehen) hat, galt. So setzt sich das Werk aus authentischen Bildern, aus Briefen und Notaten, aus öffentlichen Dokumenten und privaten Erinnerungen zusammen. Akribisch genau, dabei aber lebhaft und lebendig kommt dieses Buch daher. Ein Gewinn an Information und eine Freude für die Sinne.

Mahler-Experte, Musikwissenschaftler, Buch-Autor, Pianist: Dr. Reinhold Kubik am Flügel

Diese Biografie in Orten ist einfach grandios. Beginnend in Kalischt, dem Geburtsort Mahlers, über die unzähligen Lebenstationen bis zu seiner Grabstätte auf dem Grinzinger Friedhof in Wien reicht die chronologische Auflistung aller Orte von Abbazia bis Wörthersee -  und dies weltweit: ob Skandinavien und Russland, in Amerika oder England, die Ländern der Donaumonarchie natürlich und Deutschland – hier sind sie zu finden. 597 Bilder illustrieren das Buch und geben Einblick in Mahlers Welt. Die Texte nennen nicht nur die einzelnen Aufenthaltsdaten, die Autoren haben es verstanden, weiterführende Informationen zu geben, den jeweiligen Ort näher zu beschreiben und so ein Gesamtbild zu geben. Eine einzigartige Topografie.

Dem Autoren-Duo Helmut Brenner und Reinhold Kubik ist mit «Mahlers Welt» ein grandioses Nachschlagewerk und ein einzigartiges Stück Musikgeschichte gelungen, das zugleich ein wunderbares Lesebuch ist. Akribisch recherchiert zeichnen Bilder und Texte eine faszinierende Topografie des Mahlerschen Lebens

Vor 100 Jahren, am 18. Mai 1911, starb Gustav Mahler. Noch am 11. Mai desselben Jahres – so ist es bei Brenner&Kubik zu lesen – machte sich der schwerkranke Komponist von Paris aus auf den Weg nach Wien. «Am 11. Mai 1911 wurde Mahler nachts mit dem Orientexpress und unter ärztlicher Betreuung durch den aus Wien herbeigerufenen Professor Dr. Franz Chvostek nach Wien zurückgebracht und am 12. Mai ins Sanatorium Loew eingeliefert… wo er am 18. Mai um 23.05 Uhr starb. Mahlers Sterbezimmer Nr. 82 war ein gartenseitig gelegener Erkerraum». ●

Helmut Brenner / Reinhold Kubik: Mahlers Welt – Die Orte seines Lebens, 404 Seiten, Residenz Verlag Salzburg, ISBN 978-3-7017-3202-9

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Leseproben

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