Internationaler Orchester-Kompositionswettbewerb 2013
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Werke für chinesisches und klassisches Instrumentarium
Gemeinsam mit dem «Hong Kong Chinese Orchestra» organisieren die «Luxembourg Sinfonietta» bzw. die Luxemburger Gesellschaft für Neue Musik ihren zehnten Internationalen Kompositionswettbewerb. Komponisten aus aller Welt und jeden Alters sind eingeladen neue Werke einzureichen für ein Orchester, das aus sieben traditionellen chinesischen und sieben klassischen Instrumenten besteht. Das einzureichende Orchesterstück soll unveröffentlicht sein und aus neun Abschnitten von je ca. 1 – 1,5 Minuten Dauer bestehen, wobei jeder Musikabschnitt ein Bild bzw. Foto einer Szene oder Landschaft «beschreibt». Der Preis ist mit insgesamt 7’500 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 15. September 2012, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■
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Weitere Musik-Ausschreibungen im Glarean Magazin
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Internationaler Zürcher Filmmusik-Kompositions-Wettbewerb 2012
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Gesucht: Orchestermusik zu einem Kurzfilm
Das Zürcher Tonhalle-Orchester sowie das Zurich Film Festival organisieren im Rahmen des 8. Zurich Film Festival (20.–30. September 2012) einen internationalen Filmmusik-Kompositionswettbewerb. Zu einem Kurzfilm soll eine Filmmusik für ein Sinfonieorchester komponiert werden. Teilnahmeberechtigt sind Komponisten bis zu 35 Jahren. Die Siegerkomposition wird im September 2012 an einem Finalisten-Konzert in der Tonhalle Zürich bekanntgegeben. Dort wird das Tonhalle-Orchester unter der Leitung von David Zinman die fünf besten Kompositionen uraufführen, die vorgängig aus allen Einsendungen von einer Jury ausgewählt wurden. Einsende-Schluss ist am 30. Juni 2012, die weiteren Details sind hier zu lesen. ■
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Kein Applaus für das Royal Philharmonic Orchestra
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Mozart-Sinfonik für Pflanzen?
Walter Eigenmann
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Die chronische Finanzknappheit heutiger Sinfonieorchester, auch berühmtester Ensembles treibt buchstäblich immer seltsamere Blüten. Einen Marketing-Gag der schrägsten Art ließen sich unlängst die englische Shopping-Kette QVC und das renommierte Royal Philharmonic Orchestra einfallen. Geschlagene drei Stunden lang konzertierte das Londoner Spitzenorchester unter der Leitung von Benjamin Pope vor einem stattlichen Auditorium von – Pflanzen! Denn QVC-Garden-Chief Richard Jackson und seine Werbeleute wollten gemäß einer Meldung von «NewsLite» prüfen, ob klassische Musik bzw. die Nachhallzeit von Schallwellen eventuell «die Protein-Produktion in Pflanzen stimulieren und dadurch das Wachstum verstärken» könnte. Und so kam eine über 100 Arten zählende Riesensammlung unterschiedlichsten Grünzeugs im altehrwürdigen RPO-Stammhaus «Cadogan Hall» in den Genuss zahlreicher Klassik-Hits, darunter viel Mozart-Sinfonik.
QVC-«Garten-Experte» Jackson im PR-Video (siehe via Bild-Mausklick) allen Ernstes (wenngleich nicht ohne Schmunzeln): «Wir wollten herausfinden, ob Pflanzen mit Klassik glücklicher sind und besser wachsen». Dirigent Pope seinerseits zu dem botanischen Konzert-Gag: «Bestimmt das duftigste Publikum, vor dem wir jemals gespielt haben. Es war allerdings leicht zermürbend, statt applaudierender Menschen nur viele Reihen gesenkter Köpfe zu sehen…»
Wie hoch des Orchesters Honorar für das Rezital ausgefallen ist, entzieht sich der Kenntnis des Berichterstatters; außerdem steht zu befürchten, dass keinerlei exakte naturwissenschaftliche Messwerte dieses «Experimentes» publik werden… ●
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Neuauflage des Youtube-Sinfonie-Orchesters
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Online-Portal lädt zum Mitspielen ein
Zum zweiten Mal nach 2009 – damals bewarben sich mehrere tausend Musiker, ausgewählt wurden neunzig – offeriert das Internet-Videoportal YouTube die Möglichkeit für Amateure, in einem eigens gegründeten Symphonie-Orchester mitzuspielen. An dem internationalen Projekt beteiligt sind das London Symphony Orchestra, die Sydney Symphony sowie die Berliner Philharmoniker. Wer mitmachen will, muss entweder online vorspielen und Videos mit eigenen Darbietungen hochladen, oder eine Solo-Improvisation für ein Stück einreichen, das der US-amerikanische Komponist Mason Bates eigens für das Orchester komponiert hat. Die ausgewählten Musiker werden schließlich eingeladen, im März 2011 unter der Leitung von Michael Tilson Thomas im Opernhaus von Sydney aufzutreten. Einsende-Schluss ist am 28. November 2010, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■
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Tarragone-Kompositions-Wettbewerb 2010
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Gesucht: Neue sinfonische Werke
Einen Wettbewerb für sinfonische Kompositionen schreibt die katalonische Stadt Tarragone aus. Teilnehmen können Komponistinnen und Komponisten aller Nationen und Altersgruppen. Eingesandt werden sollen unveröffentlichte Werke mit einer maximalen Dauer von 20 Minuten. Der Preis ist mit 12’000 Euro dotiert, das ausgezeichnete Werk wird im Folgejahr des Wettbewerbes uraufgeführt. Einsende-Schluss ist am 14. Juni 2010, die weiteren Details finden sich hier.
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«Tactus»-Kompositionspreis 2010
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Symphonische Musik junger Komponisten
Das belgische «Forum für junge Komponisten» namens «Tactus» schreibt – in Zusammenarbeit mit der Kompositions-Software Sibelius – einen internationalen Kompositionswettbewerb für symphonisches Orchester aus. Die Dauer des Stückes sollte ungefähr zehn Minuten betragen. Teilnehmen können Komponistinnen und Komponisten aller Nationalitäten, wobei das Alter höchstens 35 Jahre betragen soll. Einsende-Schluss ist am 15. Oktober 2010, die weiteren Details (engl.) finden sich hier. ■
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Neue Zugänge zur Dvorak-Symphonik
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Sechste und Neunte auf Entschlackungskur
Dr. Markus Gärtner
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Neun Symphonien hat Antonín Dvořák (1841–1904) geschrieben – bekannt geworden sind die letzten drei. Das abschließende Exemplar dieser Reihe, welches den kurz vor der Uraufführung vom Komponisten hinzugefügten Titel «Aus der neuen Welt» trägt, gehört sogar zu den meistgespielten und -aufgenommenen Symphonien überhaupt.
Eben jenes musikalische Zugpferd kombiniert das Swedish Chamber Orchestra unter Thomas Dausgaard auf einer neuen Einspielung aus dem Hause BIS mit der weit weniger bekannten 6. Symphonie: eine Gegenüberstellung, die auch musikalisch Sinn macht, leiten sich die unterschiedlichen Symphoniekonzeptionen doch aus konträren Traditionslinien ab: der Beethovenschen und der Schubertschen.
Die Sechste Symphonie machte bereits frühzeitig Furore. Der prominente Dirigent Hans Richter, dem Dvořák sein Werk dann auch widmete, war überwältigt. «Die Symphonie hat Richter dermaßen gefallen, so dass er mich nach jedem Satz abbusserlte», berichtet der Komponist von einem Besuch beim Widmungsträger. Uraufgeführt 1881 in Prag, bildet die Sechste den Abschluss von Dvořáks sogenannter «slawischer Schaffensperiode» (Kurt Honolka) und streicht das nationale Element noch einmal kräftig heraus: Den dritten Satz betitelt der Komponist als «Furiant», also einen schnellen tschechischen Volkstanz. Doch noch etwas fällt auf – und das besonders im Kopfsatz: Dvořák rückt hier näher an die, wohl durch Brahms vermittelte Beethovensche Machart, einen Sonatensatz zu gestalten, heran. Anders als in den vorhergehenden Symphonien wird hier eine regelgerechte Durchführung auskomponiert, nicht wie sonst und auch später wieder, Durchführungselemente nach Schubertscher Weise abschnittsweise über den ganzen Satz verteilt.
Um die Verästelungen der musikalischen Faktur angemessen zu deuten, erscheint der Zugang des Swedish Chamber Orchestra sehr passend: Mit nur 38 Musikern hat das Ensemble sich auf die Fahnen geschrieben, romantische symphonische Literatur zu entschlacken und dieser einen frischen Anstrich zu geben. Das Konzept hat mehrere preisgekrönte Produktionen gezeitigt, und auch bei Dvořáks Sechster geht es auf. Der Frontsatz mit seinem an das Volkslied «Es klappert die Mühle am rauschenden Bach» erinnernden 1. Thema überzeugt durch feinsinnige Dynamikabstufungen, die die musikalischen Entwicklungen farbenreich konturieren. Der «Furiant» erhält die nötige Durchschlagskraft, ohne dadurch das Finale in den Schatten zu stellen. Doch funktioniert die Idee der «Entschlackung» auch bei der Neunten?
Ja und nein. Denn über die 7. und 8, dann ganz deutlich vernehmbar bei der 9. Symphonie hat sich Dvořáks Klangbild weg von slawischen Tonfällen ins Universelle gewandelt. Der Komponist orientiert sich wieder mehr an Schubertschen Formmustern, verzichtet auf tiefgreifende thematische Arbeit. Amerikanische Einflüsse sowie die Auseinandersetzung mit Richard Strauss blieben ebenfalls nicht ohne Folgen. Gewöhnlich wird Dvořáks Neunte daher mit großem spätromantischen Orchester wiedergegeben. Nun sind Gewohnheiten dazu da, aufgebrochen zu werden, um das Neue hereinzubitten. Nur: Gegen Erwartung und Ankündigung klingt das Swedish Chamber Orchestra auffallend vertraut, jedenfalls kaum reduziert. Der Unterschied zu so vielen anderen Aufnahmen (sehen wir einmal von derjenigen der Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan von 1985 ab) ist nicht sofort greifbar. Auch hier wird im Großen und Ganzen auf Kraftentfaltung hin musiziert, die auch gelingt. Doch war nicht das Gegenteil oder zumindest eine Alternative angestrebt? Die Chance, eine ganz andere, eine wahrhaftig neue Lesart entstehen zu lassen, hat das Ensemble leider nicht ergriffen. Vielmehr sind es besondere Einzelheiten, die sich von der Heerscharen bildenden Konkurrenz abheben. Wenn es um die rhythmischen Verschachtelungen des dritten Satzes geht, die bei vielen größer besetzten Aufnahmen zur Nivellierung tendieren, kann Thomas Dausgaards Interpretation punkten. Im zweiten Satz sowie an mehreren anderen Stellen der Partitur fallen zudem einige fremde Töne ins Gehör; gerne würde man wissen, auf welcher Notengrundlage gearbeitet wurde, ob es sich bei den ungewohnten Noten und – nun – arpeggierten Akkorden (Schlusssatz) um Berichtigungen der neusten Editionsforschung handelt. Leider gibt das Booklet darüber keine Auskunft.
Zusammenfassend handelt es sich bei vorliegender CD um eine empfehlenswerte Produktion, die besonders bei der 6. Symphonie gefällt, bei der 9. Symphonie eine «neue Welt» aber nicht ganz zu verwirklichen vermag. ■
Svedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard: Antonín Dvořák, Symphonien Nos. 6&9, BIS-SACD-1566
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