Glarean Magazin

A.Michaltschischin/O.Stetsko: «Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen»

.

Würdigung eines Himmelsstürmers

Dr. Mario Ziegler

.

Magnus Carlsen wurde 1990 im norwegischen Tønsberg geboren. Er wurde im Jahre 2004 als drittjüngster Spieler aller Zeiten Großmeister und belegte 2010 erstmals Platz 1 der Weltrangliste. Diese rekordverdächtigen Fakten sorgen seit mehreren Jahren dafür, dass Carlsen an erster Stelle genannt wird, wenn es um den künftigen Weltmeister geht. Sie beantworten jedoch nur zum Teil die Frage, warum der junge Norweger eine solche Ausstrahlung hat, die ihn zu einem Idol für jugendliche Schachenthusiasten macht – ein Status, den die meisten seiner Kollegen in der Spitze des Weltschachs nicht für sich reklamieren können. Hier spielt neben seinem rasanten Aufstieg in jungen Jahren ganz sicher auch sein unbedingter Kampfeswille eine wichtige Rolle. Wo andere Spitzenspieler eine Partie remis geben, kämpft Carlsen einfach weiter und kann sich nicht selten am Ende doch noch den Erfolg an die Fahnen heften. Angesichts dieses Kampfgeistes ist der Titel «Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen» und noch mehr jener der englischen Fassung «Fighting Chess with Magnus Carlsen» gut gewählt.

Das Buch ist im wesentlichen chronologisch gegliedert: Kapitel 1 («Vom Meister zum Großmeister», S. 24-53) nimmt die Jahre 2002-2004 in den Blick, Kapitel 2 («Der Weg nach oben», S. 54-167) die Jahre bis 2007 und Kapitel 3 («Das Leben an der Weltspitze», S. 168-299) die Phase bis 2011. Das letzte besprochene Ereignis ist das Turnier im rumänischen Medias im Juni 2011. Das Buch wird abgerundet durch Originalaussagen Carlsens zu den unterschiedlichsten Themen (S. 300-303), allerdings in einer Reihenfolge, die mir nicht einleuchtet (die Statements sind weder alphabetisch nach den Themen noch chronologisch nach dem Zeitpunkt, an dem Carlsen sie machte, geordnet). Eine Übersicht über Carlsens Ergebnisse in Turnieren und Matches seit 2002 (S. 304-308) sowie eine Übersicht über seine Elo-Entwicklung (S. 309) erlauben einen schnellen Überblick über die stetig voranschreitende Entwicklung seiner schachlichen Fähigkeiten. Indices seiner Gegner, der gespielten Eröffnungen und der zitierten Partien erlauben ein schnelles Auffinden der gewünschten Themen.

Das Kernstück des Buches sind die 64 Hauptpartien (hinzu kommen zahlreiche weitere Partien und Partiefragmente), nach der thematischen Ausrichtung des Werkes natürlich alles Gewinnpartien Carlsens. Diese Partien sind ausführlich kommentiert und durch die gut verständlichen Erklärungen für Leser jeder Spielstärke nachvollziehbar. Die Textpassagen berichten in erster Linie von den zahlreichen Turnieren Carlsens, wobei der Fokus auch hier auf den Erfolgen liegt und die gelegentlichen Misserfolge teilweise nur knapp gestreift werden (z. B. S. 45). Die Arbeitsweise Carlsens im Training wird hin und wieder kurz angesprochen (z. B. S. 28 oder 32f.), allerdings gehen die Autoren hier nicht so ins Details, wie es sich der interessierte Leser vielleicht wünschen wird. Aufschlussreich fand ich die Feststellung, dass in der frühen Phase von Carlsens Karriere sich sein unzureichendes Eröffnungsrepertoire gelegentlich hinderlich auswirkte (S. 55) und die zahlreichen Turnierteilnahmen zu Misserfolgen wegen einer Überspieltheit führten (z. B. S. 66).

Profilierte Schachautoren: Oleg Stetsko und Adrian Mikhalchishin

Hinter die Schachkarriere tritt in der Monographie die Persönlichkeit des jungen Norwegers. So sehr es verständlich ist, dass man von einem gerade Einundzwanzigjährigen noch keine angemessene Biographie schreiben kann – denn schließlich liegt der größte Teil seines Lebens noch vor ihm – so hätte man sich etwa zu seinem Auftritt als Model für die Modefirma G-Star Raw im Sommer 2010 zusammen mit Liv Tyler doch mehr gewünscht als einen einzigen Satz (S. 290). Noch weniger verständlich ist für mich, wieso der vieldiskutierte Entschluss Carlsens, auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2011 zu verzichten, ohne jeden weiteren Kommentar referiert wird (S. 294). Hier wäre etwas mehr Tiefgang wünschenswert gewesen.
A propos Tiefgang. Noch vor die Beschreibung der Karriere Carlsens setzten die Autoren ein Kapitel «Magnus Carlsen – Held des Computerzeitalters» (S. 10-23). Hinter diesem etwas nichtssagenden Titel verbirgt sich eine Betrachtung der schachlichen Fortschritte Carlsens über die Jahre, konkretisiert an der «Fähigkeit, das Endspiel richtig zu behandeln, durch die sich alle Weltmeister der Vergangenheit auszeichneten» (S. 15). Nun kann man natürlich darüber streiten, wie sinnvoll ein solches Kapitel ist – dass Carlsen auf seinem Weg von knapp über 2000 zu aktuell (Januar 2012) 2835 Elo seine Endspielfähigkeiten deutlich verbesserte, ist ein wenig überraschendes Faktum, das man vermutlich in gleicher Weise bei allen jungen Weltklassespielern beobachten könnte. Was mich aber deutlich mehr stört, ist die ausgesprochen oberflächliche Art, in der die illustrierenden Partiefragmente analysiert sind. Hierzu einige Beispiele. Die Originalanmerkungen der Autoren sind jeweils durch das Kürzel (M/S) gekennzeichnet:

Auf S. 16 wird die Partie Carlsen-Kedyk (im Buch in der Schreibweise Kedik), Internationale norwegische Meisterschaft U18 2002, analysiert.



48.g4?

“Zuerst hätte dem König mit 48.Ta4 der Weg gesichert werden sollen.” (M/S)

48…Tb3+ 49.Kf4 Tb4+ 50.Kf5 Tb5+ 51.Ke6 Tb4

“Es ist wichtig, den Bauern das Vorrücken nicht zu gestatten! Folgerichtig demonstriert Schwarz den entsprechenden Mechanismus.”

52.Ta7+ Kh6?

Danach kann Weiß wieder gewinnen, was Michaltschischin und Stetsko allerdings unterschlagen. 52…Kg6 führt unkompliziert zum Remis. Der weiße König kann sich nicht annähern, daher hängt der g-Bauer. Erzwungen ist folglich 53.h5+ Kh6 (53…Kg5? 54.Tg7++-) und im Falle von 54.Kf5 remisiert Schwarz sofort mit dem Patttrick 54…Txg4!.

53.Kf5 Tb5+ 54.Kf6 Tb6+ 55.Kf7?!

55.Ke7 gewinnt deutlich schneller. Da nun der Trick aus der Partie nicht funktioniert, kann Weiß in Ruhe seinen Turm über a4 und d6 nach d6 führen.

a) 55…Tf6?? 56.g5++-

b) 55…Tb4 56.g5+ Kg6 (56…Kh5 57.Kf7+-) 57.Ta6+ Kg7 58.h5+-

c) 55…Kg6 56.Ta4!+- … Ta4-d4-d6 (56.Td7? Tb4 führt nur zum Remis)

55…Tf6+!

“Mit Hilfe des Motivs des ‘Desperado-Turmes’ wird der König von den Bauern weggetrieben. Wess es wie in diesem Fall gelingt, den König abzuschneiden, ist es leichter, die Bauern zu blockieren.” (M/S)

56.Ke8 Tf4 57.g5+ Kh5 58.Th7+ Kg6 59.Th6+ Kg7

60.h5?

Danach ist die Partie remis. Der Bg5 ist zu anfällig und der weiße König findet kein sicheres Plätzchen. Hier gewinnt 60.Kd7 paradoxerweise zwei Züge schneller als 60.Ke7. Der Gewinnplan besteht darin, mit dem König nach f5 zu gelangen und im Fall von seitlichen Schachs sich auf h5 verstecken zu können.

60…Te4+ 61.Kd7 Te5 62.Tg6+ Kh7 63.Kd6 Ta5 64.Kc7 Te5 65.Kd7 Ta5 66.Ke6 Ta6+ 67.Kf5 Txg6 ½–½

Das folgende Beispiel (S. 17) führen die Autoren mit der Bemerkung ein: «Nach der ihm in dieser Partie erteilten Lektion blieb Magnus nichts anderes übrig, als sich die Methode des ‘Ankoppelns’ des Turmes an den König und die Freibauern für den Rest seines Schachlebens zu merken. Ein Jahr später rettete er selbst ein ähnliches Endspiel.” Danach folgt unkommentiert das folgende Fragment:

Bindrich,Falko – Carlsen,Magnus, Europameisterschaft U14 Budva, 2003

76.Tf3 Th1 77.Kg4

77.h6+ Kh7 78.g6+ Kxh6 79.Kf6+- gewinnt problemlos.

77…Tg1+ 78.Tg3 Ta1 79.Tc3 Tg1+ 80.Tg3 Ta1 81.Td3 Tg1+ 82.Kf4 Tf1+ 83.Kg4 Tg1+ 84.Kf3


So findet sich diese Partie im Buch und auch in den gängigen Datenbanken, was ich aber kaum glauben kann, denn hier remisiert der absolut auf der Hand liegende Zug 84…Txg5 sofort.

84…Tf1+ 85.Kg2 Tf5 86.Tg3 Ta5 87.Kh3 Ta1 88.Tb3 Th1+ 89.Kg4 Tg1+ 90.Kf4 Tf1+ 91.Tf3 Th1 92.Kf5 Txh5 93.Ta3 Th1 94.Ta7+ Kf8 95.Kg6 Tg1 96.Ta8+ Ke7 97.Kh6


Hier brechen die Autoren mit der Bemerkung ab: “Hier gab es für Weiß den möglichen Gewinnweg 97.Tg8! mit der Absicht Kh7 und g5-g6. Es ist ein typisches Manöver, an das man sich nützlicherweise erinnern sollte. Falko Bindrich fand es jedoch nicht, obwohl sich ihm diese Chance mehrfach bot. So endete die Partie im 115. Zug remis.” Selbst wenn gewisse Ähnlichkeiten mit dem vorherigen Beispiel nicht zu leugnen sind und man darüber spekulieren könnte, ob die Enttäuschung der Partie gegen Kedyk den jungen Norweger dazu motivierte, sich intensiver mit diesen Endspielen zu beschäftigen, was ihm hier vielleicht zu Gute kam, muss die Frage erlaubt sein, wieso die Autoren ein Beispiel abdrucken, das von Beginn an für Carlsens Gegner gewonnen war und in dem dieser lediglich den Gewinn übersah.

97…Kf7 98.Ta7+ Kg8 99.Tb7 Kf8 100.Kg6 Tg2 101.Tf7+ Kg8 102.Tg7+ Kf8 103.Th7 Kg8 104.Ta7 Kf8 105.Ta4 Tg1 106.Th4 Kg8 107.Kh6 Ta1 108.Tb4 Ta6+ 109.Kh5 Kg7 110.Tb7+ Kg8 111.Tc7 Tb6 112.Tc8+ Kg7 113.Ta8 Tc6 114.Ta7+ Kg8 115.g6 Tc1 ½–½

Auch die folgenden Beispiele sind nicht überzeugend. In der Partie Rosentalis-Carlsen (S. 18) fehlt zumindest eine Zeile Text in der Anmerkung «Nach 31…Ke6!? 32.Kg3 f5 33.h5 fxg4 34.hxg6 Kf6 wäre es im Falle von 34.h6? Kf7 35.Kxg4 Kg8 sogar Schwarz, der gewinnt.» In der Partie Carlsen-Aronian (S. 18-19) ist die Anmerkung zum 67. Zug: «Dieser Trick … führt zum Verlust» einfach falsch. In Wirklichkeit ist alles noch Remis (über die Frage, ob es leichtere Wege zum Remis gegeben hätte, muss man hier nicht diskutieren), zum Verlust führt erst 74.Kf3, danach spielen beide Kontrahenten nicht sauber.

Bei «Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen» handelt es sich – von einigen Ungereimtheiten abgesehen – um ein überzeugendes Werk, das den beständigen Aufstieg Carlsens über die Jugendturniere, Open und geschlossenen Turniere geringerer Kategorie bis hin zu den Vergleichen mit der Weltspitze nachzeichnet.

Auch wenn es sich hier nicht um ein Endspielbuch handelt, ist diese Häufung von Fehlern auffällig – viele von ihnen hätten durch einen einfachen Gebrauch der Tablebases vermieden werden können. In einer Betrachtung über die Endspielfähigkeiten Carlsens als Indikator für seine Spielstärke muss man gerade von solch profilierten Autoren und Trainern wie Michaltschischin und Stetsko eine größere Präzision erwarten.

Alles in allem: Abgesehen von den beschriebenen Unsauberkeiten handelt es sich um ein überzeugendes Werk, das den beständigen Aufstieg Carlsens über die Jugendturniere, Open und geschlossenen Turniere geringerer Kategorie bis hin zu den Vergleichen mit der Weltspitze nachzeichnet. Für Fans des norwegischen Schachstars stellt das Buch somit eine Pflichtlektüre dar, doch auch alle anderen Schachenthusiasten können von den geschickt ausgewählten und gut kommentierten Partien profitieren. ■

Adrian Mikhalchishin & Oleg Stetsko, Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen, 320 Seiten, Olms Verlag, ISBN 978-3283010218

.

.

Weitere Schach-Rezensionen im Glarean Magazin

.

.

.

Zum Tode von Bent Larsen

Posted in Bent Larsen, Bobby Fischer, News & Events, Schach by Walter Eigenmann on 11. September 2010

.

«Ich spiele auf Sieg»

Walter Eigenmann

.

Schach-Genie Bent Larsen als Simultanist in Dänemark 1960

Wie die Dänische Schach-Union meldet, ist vorgestern in Buenos Aires der legendäre, bis heute in breiten Schachkreisen populär gebliebene dänische Schach-Großmeister Bent Larsen im Alter von 75 Jahren gestorben. Laut Medienberichten litt Larsen seit längerem an starker Diabetes.

Bent Larsen gehörte in den Sechzigern und Siebzigern nicht nur zu den erfolgreichsten Turnierlöwen überhaupt, sondern auch zu den besonders innovativen Schachtheoretikern (—> Larsen System: 1.b3). Zu Zeiten von Bobby Fischers Anfängen galt der dänische Großmeister, dessen taktisch einfallsreicher, opferfreudiger, teils auch strategisch tiefsinniger Schachstil allgemein bewundert und gefürchtet wurde, zeitweise als die Nummer Eins der westlichen Schach-Welt. Larsens stärkstes historisches Elo-Rating betrug 2660, das er im Februar 1971 erreichte; damit lag er auf Platz Drei der Weltrangliste. Beim prestigeträchtigen Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt 1970 in Belgrad spielte er am Spitzenbrett, wobei er seine drei Begegnungen mit Weltmeister Boris W. Spasski ausgeglichen zu gestalten vermochte. In seiner Blütezeit war Larsen (wie später Fischer) als Bollwerk gegen die sowjet-russische Schach-Hegemonie stark ideologisiert bzw. instrumentalisiert worden.

Desaster in Denver: WM-Halbfinale gegen das Jahrhundert-Genie Fischer

1980 lernte Larsen in Buenos Aires seine spätere Frau Laura kennen, eine promovierte Juristin und Rechtsanwältin. Seitdem lebte er in Argentinien. Bent Larsen schrieb mehrere schachtheoretische Bücher und war seit längerem ständiger Kolumnist der deutschen Schachzeitschrift Kaissiber.

Larsens Kampf-Motto (und einer seiner Buch-Titel) lautete: «Ich spiele auf Sieg»; dementsprechend heimste der phantasievolle Däne eine Reihe von prächtigen Turniersiegen ein. Namentlich zu nennen wären u.a. Amsterdam 1964, Sousse 1967, Havanna 1967 oder Monaco 1968, später das Interzonenturnier 1976 im schweizerischen Biel.
Einer seiner spektakulärsten Partien datiert aus dem Jahre 1970: Damals fügte er dem späteren Weltmeister Fischer am Interzonen-Turnier in Palma de Mallorca als Schwarzer eine vielbeachtete Niederlage zu (um allerdings aufgrund seines kompromisslosen Kampfstils gegen denselben Fischer im folgenden Kandidaten-Match mit 0:6 das Schach-Trauma seines Lebens zu erleiden):

Robert J. Fischer – Bent Larsen
Palma de Mallorca 1970

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lc4 e6 7.Lb3 Le7 8.Le3 0-0 9.De2 a6 10.0-0-0 Dc7 11.g4 Sd7 12.h4 Sc5 13.g5 b5 14.f3 Ld7 15.Dg2 b4 16.Sce2 Sxb3+ 17.axb3 a5 18.g6 fxg6 19.h5 Sxd4 20.Sxd4 g5 21.Lxg5 Lxg5+ 22.Dxg5 h6 23.Dg4 Tf7 24.Thg1 a4 25.bxa4 e5 26.Se6 Dc4 27.b3 Dxe6 28.Dxe6 Lxe6 29.Txd6 Te8 30.Tb6 Txf3 31.Txb4 Tc8 32.Kb2 Tf2 33.Tc1 Lf7 34.a5 Ta8 35.Tb5 Lxh5 36.Txe5 Le2 37.Tc5 h5 38.e5 Lf3 39.Kc3 h4 40.Kd3 Te2 41.Tf1 Td8+ 42.Kc3 Le4 43.Kb4 Tb8+ 44.Ka3 h3 45.e6 Lxc2 46.b4 Te3+ 47.Kb2 Ld3 48.Ta1 La6 49.Tc6 Txb4+ 50.Kc2 Lb7 51.Tc3 Te2+ 52.Kd1 Tg2 0-1

Dabei war Larsen nicht nur ein genialer Mittelspiel-Taktiker, sondern auch im Endspiel höchst gefährlich. Ein eindrückliches Beispiel dieser Gefährlichkeit lieferte er noch 20 Jahre später in Hastings gegen den starken russischen Großmeister Evgeny Bareev:

.

Bent Larsen – Evgeny Bareev
Hastings 1990

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 Le7 5.e5 Sfd7 6.Lxe7 Dxe7 7.f4 0-0 8.Sf3 c5 9.Dd2 Sc6 10.0-0-0 cxd4 11.Sxd4 Sb6 12.De3 Ld7 13.Kb1 Dc5 14.h4 Tac8 15.Th3 Sa5 16.Sb3 Dxe3 17.Txe3 Sac4 18.Tf3 f6 19.exf6 Txf6 20.Sd4 Tcf8 21.Lxc4 Sxc4 22.b3 Sd6 23.Te3 b5 24.a3 a5 25.g3 b4 26.axb4 axb4 27.Sa2 Tb8 28.Kb2 Se4

.


1r4k1/3b2pp/4pr2/3p4/1p1NnP1P/1P2R1P1/NKP5/3R4 w – - 0 29

.

29.Sf3!! Le8 30.Sg5 Lh5 31.Sxe4 Lxd1 32.Sxf6+ gxf6 33.Txe6 Kf7 34.Te3 Lh5 35.Td3 Ke6 36.Td4 Tg8 37.Sxb4 Lf3 38.Td3 Le4 39.Te3 Kf5 40.Sc6 1-0

.

Der betagte Larsen beim Partie-Analysieren mit argentinischen Schachfreunden (Video Youtube)

Larsens jahrzehntelange internationale Schachkarriere war von zahlreichen Erfolgen als Spieler wie also Schachautor gekrönt, und seine über 20 Siege an teils hochkarätig besetzten Turnieren brachten ihm damals den Titel eines «Turnier-Weltmeisters» ein. Allerdings war Larsen auch der erste – aber bei weitem nicht letzte – Meisterspieler, der offiziell von einem Schachcomputer besiegt wurde: 1988 verlor der Däne an einem Open im kalifornischen Long Beach sensationell eine Partie gegen den Rechner «Deep Thought» (den Vorgänger von «Deep Blue», der knapp zehn Jahre später auch Weltmeister Garry Kasparov schlug).

Bent Larsen war in der internationalen Schach-Arena als sehr sympathischer, zwar ehrgeiziger und kämpferischer, aber auch sensibler und zuvorkommender Großmeister hoch angesehen. Der Larsen-Freund und -Fan J. Armas schreibt in seinem Rückblick in Larsens Buch «Alle Figuren greifen an» über eine Simultan-Begegnung: «Wir waren alle voller Stolz, diesen Meister in unserer Nähe zu wissen. Niemals drückte er seinen jeweiligen Gegner einfach an die Wand. Gegen jeden einzelnen spielte  er so, als hätte er einen Großmeister vor sich. Und mit welchen Erinnerungen und ergötzlichen Geschichten unterhielt er uns zwischen den Partien, während der ganzen vier Stunden!»
Mit Bent Larsen verliert die Schach-Welt einen ihrer interessantesten und schillerndsten Vertreter der «Golden Chess Sixties». ■

.

.

 

Elmar Hennlein: «Die Schach-Weltmeisterschaften der Frauen»

Posted in Buch-Rezension, Elmar Hennlein, Frauen-Schach, Rezensionen, Schach, Schach-Rezension, Thomas Binder by Walter Eigenmann on 21. Juli 2010

.

Umfassende Chronik des weltmeisterlichen Frauen-Schachs

Thomas Binder

.

Gleich mehrfach betritt das Buch «Die Schach-Weltmeisterschaften der Frauen» von Elmar Hennlein Neuland. Der Autor hat als Literaturwissenschaftler und Theologe bisher auf anderen Gebieten gearbeitet, verfasst nun aber als passionierter Schachspieler erstmals eine Monographie zu dieser Thematik. Zugleich ist es das erste Schachbuch aus dem Wuppertaler Damen-Verlag. Somit liegt uns nun – und das ist die dritte und bedeutendste Neuerung – erstmals eine auf Vollständigkeit abzielende Darstellung zur Geschichte der Schachweltmeisterschaften der Damen vor.

Wer selbst im zeitgemäßen Medium Internet den Versuch macht, sich einen umfassenden Überblick über die nur gut 80jährige Geschichte dieser Wettkämpfe zu verschaffen, der kann verstehen, dass Hennlein von langjähriger Recherche spricht. Es ist dem Autor gelungen, die weit verstreuten Informationen zu einer chronologischen Gesamtdarstellung zu vereinen. In gedruckter Form sucht das Buch seinesgleichen und kann sich wohl als Standardwerk zur Thematik etablieren. Der Internet-Nutzer sei ergänzend auf die Webseite von Mark Weeks zur Geschichte der Schach-WM hingewiesen sowie auf die deutschsprachige Wikipedia, wo vor allem Gerhard Hund verdienst- und liebevolle Arbeit geleistet hat.

Die erste Schach-Weltmeisterin Vera Menchik im Simultan-Kampf gegen 20 Spielerinnen und Spieler (London 1931)

Elmar Hennlein widmet sich in einzelnen Kapiteln jeder der bisher 32 Weltmeisterschaften der Damen und den Titelträgerinnen von Vera Menchik bis Alexandra Kostenjuk. Zusätzlich geht er auf das Damenturnier 1897 in London ein, den legitimen Vorgänger der Weltmeisterschaften. Zu jedem Titelkampf bekommen wir die komplette Ergebnisübersicht mit Kreuztabellen oder Partielisten geboten, einschließlich der Kandidaten-Wettkämpfe (ab 1952) und Interzonenturniere (ab 1971). Bei Turnieren im Schweizer System ergänzt der Autor mit einer Kreuztabelle der oberen Turnierhälfte – ein ungewohnter und aufschlussreicher Blick auf den Turnierverlauf.

Schön, intelligent, sexy: Die amtierende Schach-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk

Zu den herausragenden Spielerinnen gibt es kurze biographische Details, die sich meist aber auf die Lebensdaten und die wichtigsten Turniererfolge beschränken. Etwas umfangreichere Darstellungen finden sich nur über Vera Menchik und ihre zeitweilige Rivalin Sonja Graf. Ist der Eindruck so falsch, dass die Weltmeisterinnen späterer Jahrzehnte – kommen sie aus Russland, Georgien oder China – im Vergleich zu diesen charismatischen Persönlichkeiten irgendwie austauschbar wirken?

Neben den nüchternen Ergebnissen steht jeweils eine knappe Schilderung des Wettkampfverlaufs, die allerdings kaum über das hinaus geht, was man aus den Zahlen ablesen kann. Außerdem werden zu fast jeder WM eine bis zwei entscheidende Partien in Notation und mit Diagramm dargestellt. Die Kommentare innerhalb der Partien sind knapp gehalten, können und wollen eine schachliche Analyse nicht ersetzen. Insgesamt zwölf Spielerinnen werden mit ganzseitigen, sehr gelungenen Porträt-Zeichnungen aus der Feder von Axel Hennlein «ins Bild gesetzt».
Im Anhang finden wir einige Statistiken sowie zusammengefasste biographische Daten zu knapp 100 Spielerinnen. Gewissenhaft sind an allen Stellen die verwendeten Quellen dokumentiert.


Antoaneta Stefanowa in einer Zeichnung von Alex Henlein

 

Die bisherigen Frauen-Weltmeisterinnen
.
Name                   Zeitraum      Land
Vera Menchik           1927–1944     Tschechoslowakei&GB
keine Weltmeisterin    1944–1950     –
Ljudmila Rudenko       1950–1953     Sowjetunion
Jelisaweta Bykowa      1953–1956     Sowjetunion
Olga Rubzowa           1956–1958     Sowjetunion
Jelisaweta Bykowa      1958–1962     Sowjetunion
Nona Gaprindaschwili   1962–1978     Sowjetunion
Maja Tschiburdanidse   1978–1991     Sowjetunion
Xie Jun                1991–1996     China
Zsuzsa Polgár          1996–1999     Ungarn
Xie Jun                1999–2001     China
Zhu Chen               2001–2004     China
Antoaneta Stefanowa    2004–2006     Bulgarien
Xu Yuhua               2006-2008     China
Alexandra Kostenjuk    seit 2008     Russland

.

Wenn man das Buch als Lektüre begreift, wird man irgendwann an einer gewissen Einförmigkeit Anstoß nehmen, die das Thema in der hier gewählten Darstellungsform nun einmal mit sich bringt. Es ist daher nicht als Lesestoff zu verstehen, sondern als Nachschlagewerk – ein Anspruch, den es hervorragend erfüllt.

Der Autor legt ein Standardwerk zu einem bislang vernachlässigten Thema vor. Jede einzelne WM wird sachlich und mit Schwerpunkt auf die sportlichen und biographischen Fakten dargestellt. Wenige Wünsche – insbesondere nach Fotos – bleiben offen. Die hochwertige äußere Gestaltung hebt das Werk vom üblichen Schachbuchmarkt ab, bedingt allerdings auch einen ungünstig hohen Verkaufspreis.

Was bleibt für den Leser an Wünschen? Da ist zunächst der vollständige Verzicht auf Fotos zu bedauern. Für den historisch kurzen Zeitraum müsste sich eigentlich genug Bildmaterial finden lassen. Jedenfalls hätten Fotos die Chance geboten, noch mehr Zeitkolorit zu vermitteln. Gleiches ließe sich vielleicht auch durch verstärkten Einsatz zeitgenössischer Zitate (aus Zeitungen – gern auch im Faksimile) erreichen. Schließlich – und das lässt sich wohl am einfachsten beheben – fehlen in allen Tabellen die Angaben zum Herkunftsland der Spielerinnen.

Das vorliegende Buch hat mit 35 Euro einen stolzen Preis. Mir scheint, dieser ist vor allem der für Schachliteratur ungewöhnlich edlen Ausstattung geschuldet. Das Lektorat hat ganze Arbeit geleistet, der Rezensent keinen einzigen Druckfehler gefunden. Leinen-Einband und sehr hochwertiges Papier ist der geneigte Schachbuch-Leser heute nicht mehr gewohnt… – und er ist wohl leider auch nicht mehr bereit, dafür zu zahlen. Hier könnte der Damen-Verlag möglicherweise am hohen eigenen Anspruch scheitern. Vielleicht kann man das Buch mit einer Auflage in Taschenbuch-Qualität für einen deutlich größeren Leserkreis attraktiv machen; verdient hätte es dies. ■

Elmar Hennlein, Die Schach-Weltmeisterschaften der Frauen, Damen-Verlag Wuppertal, 232 Seiten, ISBN 978-3-942008-00-6

.

Leseproben


.

Em. Lasker: «Der internationale Schachkongress St. Petersburg 1909»

Posted in Buch-Rezension, Emanuel Lasker, Rezensionen, Schach, Schach-Rezension by Walter Eigenmann on 28. April 2009

.

Bedeutende Kommentierung eines bedeutenden Turniers

Walter Eigenmann

.

lasker-schach-stpetersburg_coverDie Historie der Schach-Literatur hat, wie jede künstlerische oder zumindest kulturelle Ausprägung, ihre zahlreichen unverzichtbaren Glanzpunkte – Eckpfeiler einer jahrhundertelangen geistesgeschichtlichen Entwicklung. Dazu gehören u.v.a. die Schach-Monographien der ganz Großen, aber auch deren Tunier- bzw. Partien-Bücher – von Steinitz’ «The book of the Sixth American Chess Congress» (1891) bis zu Aljechins «New York 1924», von Botwinniks «Half a century of chess» (1984) bis zu Fischers «Meine 60 denkwürdigen Partien», und von Euwes «Amateur-Meister»-Bänden bis zu Kasparows «Meine großen Vorkämpfer». Ein weiterer (vieljähriger) Schach-Weltmeister mit produktiver Feder war der Deutsche Emanuel Lasker; sein berühmtes Turnierbuch «Der internationale Schachkongress zu St. Petersburg 1909» wird nun in der «Tschaturanga»-Reihe der Schweizer Edition Olms als Reprint der vor 100 Jahren in Berlin erschienen Originalausgabe neu aufgelegt.
Das «Petersburger» 1909 zählt in der weltweiten Turnier-Geschichte zu den bedeutendsten Schach-Anlässen überhaupt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Am Start war (bis auf Tarrasch und Marshall) praktisch die gesamte Crème de la Crème des damaligen Spitzenschachs: Neben Lasker kreuzten u.a. Akiba Rubinstein, Rudolf Spielmann, Oldrich Duras, Richard Teichmann, Ossip Bernstein, Carl Schlechter, Savielly Tartakower, Milan Vidmar, Amos Burn und Jacques Mieses ihre Klingen. (Der damals 16 Jahre junge Aljechin war noch nicht reif fürs internationale Meister-Podium, gewann aber sensationell das zeitgleiche «Allrussische Nationalturnier». Sein Antipode Capablanca hatte 1911 in San Sebastian seinen großen Durchbruch).

lasker_st-petersburg-1909

Nicht nur das Turnier – Lasker und Rubinstein teilten sich den Ersten Preis -, sondern auch Laskers Turnierbuch ist ein Edelstein der Schachgeschichte. Zurecht schreibt Isaak Linder in seiner amüsant und und detailreich geschriebenen «Einführung» über Laskers Kommentierstil, für Lasker sei das Bestreben charakteristisch, in seinen Kommentaren einen besonderen Akzent auf die taktischen und kombinatorischen Momente des Kampfes zu legen. Was nicht zufällig sei: «Diese Herangehensweise ergibt sich aus der gesamten Laskerschen Konzeption der gewaltigen Rolle der ästhetischen Wirkung des Schachs sowohl auf den Spielenden selbst als auch auf den Betrachter der Partie.» Linder weiter: «Die Anmerkungen Laskers zu den Partien dieser Veranstaltung tragen einen konkreten Charakter. Manchmal sind sie lakonisch, mitunter aber analytisch umfangreich. In einer Reihe von Fällen verweist er auf Fehler oder auf die Möglichkeit besserer Fortsetzungen. Obwohl Lasker dem Eröffnungsstadium größtenteils keine Aufmerksamkeit widmet, weil er um die Unbeständigkeit der Bewertung dieser oder jener Züge und Varianten weiß, zeigt er bisweisen dennoch seiner Meinung nach aussichtsreiche Wege auf.»

emanuel-lasker

Emanuel Lasker (1868-1941)

Die ideellen Grundsätze des genialen Weltmeisters und bedeutenden Philosophen Emanuel Lasker nicht nur für dieses Buch, sondern überhaupt im Leben und Stil schimmern sehr aufschlussreich auch in Laskers Buch-Vorwort selbst durch, wo er diese seine Sammlung aller 175 Petersburger Turnier-Partien aus dem Jahre 1909 folgendermaßen einleitet:

Wie die Meister des Jahres 1909 bei einer Zeitbeschränkung von 15 Zügen die Stunde Schach gespielt haben, und wie einer von ihnen in weniger als sechs Monaten die so entstandenen Partien mit Glossen versehen hat, berichtet dies Buch. Es ist eine Fundgrube für den, der Charakter und Denken erforschen will. Sodann ist es von Nutzen für den, der den verwickelten Kombinationen einer modernen Meisterpartie zu folgen gelernt und diesen ebenso leichten wie angenehmen und lehrhaften Zeitvertreib liebgewonnen hat.
Wer diese Partien aufmerksam daraufhin untersucht, wird die Charaktere der zwanzig Meister entdecken können, grundverschieden durch nationale Begabung und persönliche Eigenart, im Temperament, in der Art zu hoffen und zu fürchten, Angriff zu ertragen oder zu machen, genau oder unbestimmt zu denken und zu handeln, und in vielen kleineren Zügen. Welch eine reiche Ernte wird der Erforscher menschlicher Natur hier sammeln können!
Für die Schachfreunde, denen das Denken des Schachmeisters noch ein verschlossenes Buch ist, sind hier die Siegel erbrochen. Seine Methoden werden dargelegt, wo sie von Erfolg gekrönt sind und auch, wo sie versagen. Und es ist eine Tatsache, die uns für die Zukunft noch viel des Bedeutenden erhoffen läßt, daß trotz der zweifellosen Errungenschaften einer tausendjährigen Evolution noch manches Problem sich stellt und mancher Irrtum begangen wird.

lasker-schach-stpetersburg_inhalt

Ich habe mich bemüht, der Zeit den Spiegel vorzuhalten. Was jetzt als wertvolle und gesicherte Wahrheit vorhanden ist, wird man in den Glossen finden. Was jetzt noch zweifelhaft erscheint, ist hier als Problem gekennzeichnet; die Lösung ist vorgeschlagen, doch nicht dogmatisch.
Den Nachspielenden, der zu seinem Vergnügen und zu leichter Unterhaltung Partie und Noten benutzen will, habe ich nach jeder Richtung hin unterstützen wollen; und wenn einem solchen irgendeine Partie schwer verständlich geblieben ist, so habe ich gegen meine Absicht gefehlt. Denn dies Buch ist geschrieben worden zur Belehrung und Erheiterung aller Schachfreunde! ■

Emanuel Lasker, Der internationale Schachkongress zu St. Petersburg 1909, Reprint der Originalausgabe 1909, 252 Seiten, Edition Olms/Tschaturanga, ISBN 9783283010102

.

Probeseite

lasker-schach-stpetersburg_probeseite

.

.

.

.

Schach-Weltmeisterschaft 2007

Posted in Events, Partien, Schach, Schach-WM 2007, Viswanathan Anand by Walter Eigenmann on 30. September 2007

.

Viswanathan Anand ist neuer Schach-Weltmeister

In der 14. und letzten Runde der Schach-Weltmeisterschaft in Mexiko einigte sich der Inder Viswanathan Anand mit seinem ungarischen Gegner Peter Leko auf Remis und sicherte sich dadadurch (in der Nachfolge des Russen Vladimir Kramnik) den FIDE-WM-Titel. Als einziger Spieler dieser WM blieb Anand ohne eine einzige Niederlage – eine souveräne Leistung des 38-jährigen Schachgenies.
Mit diesem Sieg in einem der schwersten Turniere der Neuzeit heimste Anand den bislang größten Triumph in seiner an großen Erfolgen reichen Profi-Laufbahn (u.a. war er viermaliger «Schach-Oscar»-Preisträger) ein. Die Schachwelt ist sich einig darüber, dass mit Viswanathan Anand einer der stärksten und auch sympathischsten Spieler der Schachgeschichte diesen höchsten Thron im Schach besteigt. ■

.

1. Anand,Viswanathan....... 9.0
2. Kramnik,Vladimir........ 8.0
3. Gelfand,Boris........... 8.0
4. Leko,Peter.............. 7.0
5. Svidler,Peter........... 6.5
6. Morozevich,Alexander.... 6.0
7. Aronian,Levon........... 6.0
8. Grischuk,Alexander...... 5.5
.

Levon Aronian – Viswanathan Anand
Weltmeisterschaft 2007 (Mexico)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 c6 5.Lg5 h6 6.Lh4 dxc4 7.e4 g5 8.Lg3 b5 9.Se5 h5 10.h4 g4 11.Le2 Lb7 12.0-0 Sbd7 13.Dc2 Sxe5 14.Lxe5 Lg7 15.Tad1 0-0 16.Lg3 Sd7 17.f3 c5 18.dxc5 De7 19.Kh1?! a6 20.a4 Lc6 21.Sd5 exd5 22.exd5 Le5 23.f4 Lg7 24.dxc6 Sxc5 25.Td5 Se4 26.Le1 De6 27.Txh5 f5 28.Kh2 Tac8 29.Lb4 Tfe8 30.axb5 axb5 31.Te1 Df7 32.Tg5 Sxg5 33.fxg5 Txc6 34.Lf1 Txe1 35.Lxe1 Te6 36.Lc3 Dc7+ 37.g3 Te3 38.Dg2 Lxc3 39.bxc3 f4 40.Da8+ Kg7 41.Da6 fxg3+  0:1

.

.

Igor Botwinnik: «WM-Wettkämpfe Botwinnik-Smyslow»

Posted in Botwinnik, Neuheiten, Schach, Smyslow by Walter Eigenmann on 21. Juli 2007

.

Der Schach-Wettkampf als Sport und Kunst

botwinnik_smyslov.jpg«Zum ersten Mal saß ich Michail Moissejewitsch Botwinnik im Jahre 1940 im Finale der 12. UdSSR-Meisterschaft am Brett gegenüber. Später lieferten wir uns viele weitere Schlachten, deren bedeutendste die Match-Turniere in den Jahren 1941 und 1948 waren. Der Höhepunkt unserer Auseinandersetzungen war zweifelsohne die Match-Serie zwischen 1954 und 1958. Die Schachwelt hatte damals ein gut durchdachtes System, denn die Zweikämpfe um die Schach-Weltmeisterschaft wurden alle drei Jahre ausgetragen. An dieser Stelle sei einmal angemerkt, dass wir beide das Schach – trotz unterschiedlicher Ansichten über das Schach – nicht nur als Sportwettkampf, sondern als Kunst verstanden und uns bemühten, vollendete Kunstwerke auf das Schachbrett zu zaubern.

Dieses Buch enthält die Partien aller drei Titelkämpfe mit Kommentaren. Damit wurde eine historische Lücke geschlossen, denn ein Buch über das Match im Jahre 1957 ist bisher nicht erschienen. Jetzt erhält der Leser die Partien aller drei Weltmeisterschafts-Wettkämpfe Botwinnik–Smyslow in einem Band und kann sich ein umfassendes Bild über unsere Rivalität verschaffen.» (Smyslow in seinem Vorwort)

Igor Botwinnik/Hrsg., WM-Wettkämpfe Botwinnik-Smyslow 1954/1957/1958, Techalbo/SchachNiggemann, 326 Seiten, ISBN 978-3-00-018691-2

.

.

.

.