Lyrik von Werner K. Bliß
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Drei Textminiaturen zur
Ausstellung Christoph Meckel
Zeichnungen und Grafiken,
Georg Scholz Haus Waldkirch / BRD
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am grashang
sagst du
mitten im winter
sagst du
kommt keine
flocke zu uns
denn das hornvieh
sagst du
am horizont
sehnt den sommer
während
der maulwurf
zimmertüren
in kindheiten
öffnet
eiszapfen wärmt
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dein gesicht
clarisse
dein lächeln
clarisse
schaukelt durch
dein haar
öffnet
bilder
augenherzen
zähmen elefantenzähne
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zurückschaukeln
in kindheitstage
ungefragt
halten
engel
hände
über sie
seitenblicke
handzarte
wärme
inmitten
verspäteter winter
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Geb. 1950, Pädagoge, zahlreiche Lyrik-Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Online-Portalen und Anthologien, lebt in Hausach/D
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Kurzprosa von Oliver Gassner
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Freudiana I & II
Oliver Gassner
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FREUDIANA I
Er holt mit der machete aus und schlägt in die grünen pflanzenleiber.
So bahnt er sich seinen weg.
Mit leisem zischen gibt die luft ihm raum.
Das knacken des schlags das feuchte geräusch wenn die klinge sich
wieder vom stengelfleisch löst klingen wie gebete in seinen
gottesohren.
Als er die augen öffnet klebt an der machete blut.
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FREUDIANA II
Das erste was man an ihm bemerkt ist die rechte hand im schwarzen
handschuh zur faust geballt. Im sessel sitzend hat er den ellenbogen
auf die lehne das kinn seitlich in die lederfaust gestützt. Scheinbar
teilnahmslos die lider halb geschlossen formen die lippen lautlos worte
einer vergessenen sprache, die ergrauten haare wollen nicht recht zur
jugendlich muskulösen Statur des fremden passen. Nur in den
hellgrauen augen des schmalen gesichts finden sich spuren von
schrecken schmerz leid. Er wird warten. Bis der junge mann zu ihm tritt
und ihn nach seinem leiden fragt. Und antworten. Unsterblichkeit.
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Geb. 1964 in Hegau/BRD, langjähriger Mitherausgeber der eingestellten Literaturzeitschrift ‘Wandler’, verschiedene Veröffentlichungen in deutschsprachigen Literaturzeitschriften, schreibt nach Ausflügen in Copy Art und experimentelle und digitale Literatur und nach einer Kreativpause wieder Gedichte.
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Drei Poesien von Magdalena Jagelke
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Zu lieben
Ich stand am Fenster ich warf Blumen. Traf eine Blume dort unten jemanden, ein Wunsch, ich flüsterte Herz antworte.
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Mär
es ist stets dieselbe Mär das fromme wildgewordene Volk treibt ihn durch das Dorf und es greift ihn das Volk schubst ihn in ein Feuer er jedoch fleht das fromme Volk an: ich will leben! lasst mich leben! das fromme Volk ist unbarmherzig es antwortet nein Bestie stirb! an dieser Stelle der stets selben Mär wird er wach und er schreit
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Herz
Das Herz ist umschlossen von Pöbeleien.
Es schimpft, lässt die Landschaft welken.
Es grölt schmerzt, ich spuck’s in die Aussicht.
Es folgt dem Zug. Ich bin auf der Flucht.
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Geb. 1974 in Polen, 1986 Auswanderung nach Norddeutschland, Studium der Anglistik, Publikationen in Buch-Anthologien und Literaturzeitschriften, lebt seit 2002 in Köln
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Villacher Literatur-Wettbewerb 2011
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Gesucht: Schlechte Texte…
Im Rahmen seiner «7. Nacht der schlechten Texte» schreibt der österreichische Verein «Wort-Werk» einen internationalen Literatur-Wettbewerb aus. Im Gegensatz zu anderen Literatur-Contests, die nach bestmöglichen Texten suchen, nimmt der Villacher Wettbewerb eine «Positionsverschiebung» vor: «Den «schlechtesten» Text zu verfassen, stellt für die AutorInnen eine ungewöhnliche Herausforderung dar, denn: Wie schreibt man bewusst «schlechte» Texte? Und: Was ist überhaupt ein «schlechter» Text? Ziel ist es, AutorInnen zu ermöglichen, frei von konventionellen Mustern neue literarische Ausdrucksformen zu schaffen.» Einsende-Schluss ist am 28. Mai 2011, die weiteren Details finden sich hier. ■
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Lyrik von Johanna Klara Kuppe
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Seiltänzerin
die blüten im
korb blühen
nicht zartrosa das
kleid den kopf
gesenkt auf dem
seil schweben die
augen abschied angst
in den füßen
gestern sie weiß es
noch blühte das
all
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vielleicht hans
hans im glück heißen
alles schwere ab
geben gehen laufen
tauschen alles gegen
luft wind wiesen
unbekümmert
viele augenblicke hans
hans im glück
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Wien
blendet gold
weiß ratlos dein
herz schunkelt im
wiener wald
rote teppiche treppen
hinauf prickelt
sekt im rücken im
kino flimmert
weiter rosa blick
über die taiga
deine hand sucht
mein bein und höher
hinauf blaut der
himmel
stand by me winken
die statuen mit
fallenden blättern
stand by me
singst du ich lache
frost atmet im park
von schönbrunn
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Geb. 1948 in Wuppertal/D, Erzieherin, Musikalienhändlerin, Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien, lebt in Waiblingen/D
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Johanna Kuppe: Zwei Bild-Lyrismen
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im schatten insel
hafen im meer felsen
burg bruchstein
mauern schlüssel das
offene tor unter schwarz
pappeln ankert der
kahn unter schwarz
himmel vom weißen
balkon der blick:
ohne begrenzung
weite sicht
(zu Arnold Böcklin: Toteninsel – 1883 / Bild rechts)
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………………….sitzen auf der PIAZZA
………………….stehen im langen
………………….SCHATTEN wortlos die
………………….türme der kathedrale
………………….ansonsten
………………….LEERE die steine
………………….dösen am mittag faul im
………………….folgsamen rhythmus zeit
………………….loser ZEIT schwanken
………………….KOPFLOS die KÖPFE ab
………………….gelegt im bunt
………………….gelackten gedanken
………………….kasten vertrocknen
………………….die wörter
………………….(zu Giorgio de Chirico:
………… Die beunruhigenden Musen -
………………….1917 / Bild links)
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Geb. 1948 in Wuppertal/D, Erzieherin, Musikalienhändlerin, Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien, lebt in Waiblingen/D
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Fixpoetry: «Lesehefte» 1/2010
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Mutige und kenntnisreiche Poesie-Trias
Klaus Martens
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Drei Gedichthefte liegen auf meinem Tisch, die im März 2010 bei FixPoetry erschienen und mit Lust, Kenntnis und Mut geschrieben sind: Die neueste, sehr frische Sammlung des poetisch keineswegs alt gewordenen Hans-Jürgen Heise zu seinem 80. Geburtstag (in «Brieftauben im Internet»); die gekonnten und hoch polierten Variationen auf Stilbildner von Stefan George bis Friederike Mayröcker, von Volker Braun bis Karl Krolow aus dem lyrischen Pantheon von Robert Monat (in «Himmel/Haut – Variationen»); die Formkunst, die bewusst eingesetzte Tradition, die erstaunliche Stimmenvielfalt von André Schinkel, dessen Blick auf die «Richtigkeit der Dinge» überrascht und überzeugt (in «Apfel und Szepter»).
André Schinkel weiß in «Apfel und Szepter» seinen neuen Gedichten Ferne und Nähe, ausländische Bezüge und einheimisches Detaillieren anregend zu verflechten. Wenige von uns sind ohne (etwa) Pink Floyd und andere Stimmung und Losung vorgebende Gruppen aufgewachsen. So finden sie auch ihren Weg in diese schöne, neueste deutschsprachige Lyrik. Dominierten früher solche Einflüsse, so sind sie heute eingearbeitet. Ganz selbstverständlich spricht Schinkel von der «Dreamline Sangerhausen-Sakkara», findet die ägyptische Nekropole Anschluss ans Thüringische, kehrt Orientalisches in Wortwahl und Duktus in die sich erneuernde mitteldeutsche Dichtungstradition zurück – lange war nicht mehr (liebevoll) vom «duftenden Leib» die Rede oder von der «Besteigung» des Brocken im Harz. André Schinkel riskiert Altes fürs Neue. Das gefällt und macht Appetit auf mehr.
Robert Monate gibt in «Himmel/Haut – Variationen» einen Überblick über seine Vorlieben – Vorbilder? - und spielt gekonnt auf dem (zumeist) kanonischen Klavier des vergangenen Jahrhunderts. Doch weiß er die Klaviatur zu verlängern und, jenseits von Parodie und Adaption, in der Manier der ausgewählten Autoren mit dem zeitgemäßen Wörterbuch zu arbeiten – elegant, stilsicher, selbst-bewusst: «Sie warten das Unaussprechbare ab / um noch einmal aufzustehn».
Hans-Jürgen Heises Gedichte bedürfen nicht besonderen Lobes. Sie sind erkennbar geblieben als unverwechselbar eigene. Ein Heise-Gedicht wird nicht selten von einer überraschenden Sentenz getragen (Gott kennt nur / Lebensabschnittsgefährten), Haiku- oder Tanka-hafte Bildverkürzungen (Der Scheibenwischer eine Wimper / die dem Regen / schöne Augen macht). Der Leser sieht danach klarer. Dazu verhelfen Umkehrungen des Erwarteten, unerwartete Verknüpfungen, oxymoronische Gespanne. Heise ist in «Brieftauben im Internet» ein Meister der Rhetorik im Gelegenheitsgedicht.
Zusammen genommen: die FixPoetry-Herausgeber Julietta Fix und Frank Milautzcki sind erneut zu beglückwünschen, wie die Autoren ihrer guten Wahl. ■
Drei Lesehefte 1/2010: Lyrik von Hans-Jürgen Heise, Robert Monat und André Schinkel, Lyrik-Portal Fixpoetry.com, ISBN 978-3-941296-15-2 / ISBN 978-3-941296-17-6 / ISBN 978-3-941296-16-9
Leseproben H.-J. Heise – Leseproben R. Monat – Leseproben A. Schinkel
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Geb. 1944 in Kirchdorf/D, Studium der Anglistik und Germanistik in Göttingen, Promotion 1979, zwischen 1979 und 1989 Lehraufträge an den Universitäten Göttingen, Münster und Kassel, zahlreiche literaturwissenschatliche und übersetzerische Publikationen in Büchern und Zeitschriften, Mitglied des PEN Deutschland, diverse Lyrik-Veröffentlichungen, lebt als emer. Universitätsprofessor in Saarbrücken/D
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Steffen M. Diebold: 4 Jahreszeiten-Gedichte
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Pflegeheim
Was bleibt vom Tage
Stopfei und Nadel,
ein Fingerhut?
Aus dem Nähkästchen
geplaudert ein Leben
lang viel Lärm
um nichts.
Die Stehlampe der Zimmerecke,
ein paar vergilbter Fotos Alben
ein Stein, ein Epitaph -
ist es denn rechtens,
dass die Kinder vor den Eltern gehen?
Radio, Sessel, Stuhl und Bett
das Zimmer ist geräumt
noch vor die Asche
sich im Wind zerstreut.
Das Türschild abmontiert,
entsorgt die angebrochenen
«Korega-Tabs» unter den Briefen
das Grußwort der Stadt.
Was bleibt -
ein Leibfell aus Katzenhaar, das Brillenetui,
und an der Wand
«Jesus als Hirte».
Was bleibt -
an jenem Märzmorgen, der
Eiswind in den Haaren
der Kondolenten im Gegenwert
von Sperlingstränen.
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Terrassensommer
An langen Spießen spreizen
oleanderrote Kelche
instruieren zur Landung
ansetzende Paarflügler.
Lauer Wind
schüttelt die Falter
vom Flieder, und im Teich
schlendert ein toter
Fisch unter den Stein.
Am gallischen Tontopf
schwillt dekorativ
der Holzhahn, überhaupt viel
Terracotta und mediterranes
Art Deco, stilvoll drapiert,
die weniger geistvolle Amsel
stillt ihren Durst am
«Baseng» während ein dreister
Spatz über die Steingutkübel
scheißt, was für ein blendender
Sommer!
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Dienstfahrt ins Wochenende
Durch die Schatten der Frühe
fällt der Schweif des Septembers,
die Nebel lichten über
Ostrach und Upflamör.
Vom Weißdorn bewacht
steht ein Feldkreuz,
und Schneemarbeln lauschen
dem Lachen der Vögel.
Gegen weitläufige Himmel
ziehen die Wiesen,
dort schimmert rotäugig
das Obst im Gebälk.
Lichtfäden zittern
am Fachwerk.
Aus den Augen keil
mir den glimmenden Span,
wärmende Heimat
halt Hof
wieder.
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Hotelpool im Winter
Tauwassergesättigt, ihre
Bobbies an den Pool geräkelt,
sie zwitschern einen,
den andern legen sie
flach mann
und Sekt, schmeckt
frau herrlich.
Whirlperlen im Delta,
während draußen Frau Holle
die Flauschhemdchen schüttelt,
dralle Mädchen, alle
in zu engen
Eisbärkostümchen, Zuckerrüben
mit weißen
Kapuzen.
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Geb. 1967, Studium der Rechtswissenschaften, der historischen Hilfswissenschaften und der Pharmazie in Tübingen, Frankfurt und Göteborg, verheiratet, zwei Töchter; Kompositionen von Klavierliedern und für gemischten Chor (a capella), zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, verschiedene Auszeichnungen, lebt, arbeitet und dichtet am Fuß der Schwäbischen Alb.
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Lyrik von René Oberholzer
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Punta Scario
Die Gedichte pfeifen ums Haus
Peitschen an die Fensterscheiben
Ich lasse sie hinein
Sie rasen durch mich hindurch
Wenn sie verschwunden sind
Schreibe ich sie an die Wände
Dann ist es fast unendlich ruhig
Ich schaue mich lange im Spiegel an
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Dämmerung
Die Mittagsgedichte sitzen tief im Sofa
Sind breit und schwer
Würden sich gerne mitteilen
Doch die Sonne steht hoch
Erst wenn sie untergeht
Gehen die Gedichte nach draussen
Beginnen zu schreien
Und immer schneller zu laufen
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Einseitig
Der Himmel hängt
Voller Gedichte
Ich habe sie
Für dich aufgehängt
Du wartest nur
Auf den nächsten Regen
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René Oberholzer
Geb. 1963 in St. Gallen/Schweiz, schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa, lebt und arbeitet als Sekundarlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz
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Lyrik von Charlotte Ueckert
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Beim Hindernislauf
Ist die Liebe ganz vorn
In die Weite geworfen
Die Beine und immer kurz
Vor einem Sturz
Sie will siegen
Und zieht mich
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Ein Spruch
Nach all dem Hunger
Auf unverschämtes Glück
Gewöhnt
An die Wiederholungen
Der Jahreszeiten
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Die Ratten sind weg
es gab eine Zeit
da nagten sie unter den Bohlen
im Haus
da liefen sie
über Terrasse und Gras
und tanzten in der Garage
Die Ratten sind weg
seit einiger Zeit singen
wieder die Vögel
und der Apfelbaum
blüht auch noch einmal
und für alle sieben mageren
Jahre siebenmal üppig
Die Ratten sind weg
ich werde auf den Kompost
Kartoffelschalen werfen
und die Tür kann ich öffnen
Scherenschleifern und Zeugen Jehovas
und die Bäume wiegen
das Gewicht heruntergefallener Träume
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Wie Sprache funktioniert
Abends kommen die Bienenfresser
Mit spitzen Schreien
Segeln sie scharf unter Wolkengeball
Bis in die Gassen fast
In die Fenster und mir um die Ohren
So klein flattrig
In liebenswürdigem Schnitt
Spielende Kinder die ein Lächeln wollen
Und mich aus dem Verstummen
In Worte zwingen
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Geb. 1944 in Oldenburg/D, Studium der Literaturwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte, wissenschaftliche Mitarbeit an der Universität Hamburg in den Bereichen Exilliteratur und Nachkriegsliteratur, verschiedene Buchpublikationen, Herausgeberin von Anthologien, Mitglied des PEN, lebt als freie Autorin in Hamburg
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Literaturwettbewerb «Winter und Weihnachten»
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Weihnachtsgeschichten für Erwachsene
Das deutsche «Literaturpodium» ruft zu einem Literaturwettbewerb «Winter und Weihnachten» auf. Eingesendet werden können Erzählungen und Gedichte «rund um Winterlandschaften, Adventszauber und Knecht Ruprecht. Form und Inhalt sind frei variabel. Wert gelegt wird auf literarische Qualität und Eigenständigkeit. Weihnachtsgeschichten für Erwachsene sind gesucht, auch kann dem nachgegangen werden, warum der Schnee immer öfter ausbleibt. Von der gelungensten Überraschung aus Kindheitszeiten ließe sich berichten u.v.a.». Es dürfen maximal zwölf Gedichte eingereicht werden. Prosa sollte 15 Seiten nicht überschreiten, Auszüge aus einer längeren Erzählung sind möglich. Einsende-Schluss ist am 27. Dezember 2009, die weiteren Details finden sich hier.
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Marcel Haag: «Enthüllung» (Erstveröffentlichung)
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Enthüllung
Polarbleich beranken die fasrigen Wolken
die Ränder des Morgens
Es tosen schwarze Tannen
in der Bise her und hin:
ein Zauberturm
Und der Ruf der Kirchenglocken
flutet durch den Mauerwald
wie ein oranges Lied
Wie könnt es anders sein?
Die Tauben fahren durch die Luft
zerfetzt ihr Flug zu Einzelheit
Die Sonne bäumt sich ganz diffus
aus ihrem Horst und sprengt
das laue Tuch des Raumes in die Weite
denn es log die Gleichheit allen Seins
im Dunkel
Aber ach
wie scharf ist bei Tag
ein Berg von einem Haus
und ein Saurier von einer Maus
getrennt
Marcel Haag, 1996
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Vertonung «Enthüllung»
für Bariton, Fagott, Violine, Kontrabass und DrumSet






Copyright 2009 by Marcel Haag / Alle Rechte beim Autor
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Download Audio-Datei (mp3)
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Marcel Haag
Geb. 1969 in Arbon am Bodensee, Ausbildung zum Primarlehrer in Kreuzlingen, autodidaktische Weiterbildung zum Lyriker, Musiker, Maler und Fotograf, zwischenzeitlich Journalist bei der Basler Zeitung und beim «Nebelspalter», lebt in Basel
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Drei Zeit-Gedichte von Matthias Berger
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Wochenbett
Ich sah
wie sich
ein Härchen
vom Lid
des Säuglings
löste
Alles
eine Frage
der
Zeit
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noch nicht
in der wehmut
des
noch nicht
fällt
jeder
kiesel
dir
zu
auch der
stundenschlag
wirft
gegenwart
in die
stille
in ihr
werden
deine augen
kelche
für farben
noch
verkrustet
dein blick
nicht
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ekstase – gravitation
heraustreten
aus dem brachland -
einen lerchenjubel lang
im himmel
aber
finden
lungenflügel
keinen
halt
pflugversuche wagen
erdling -
trittsicher
werden
und wieder
heraustreten -
nur
einen lerchenjubel lang
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Geb. 1961, aufgewachsen bei Bern, Studium der evang.-ref. Theologie in Bern und Nairobi, acht Jahre Gemeinde-Pfarramt, 4 Jahre Psychiatrieseelsorge, seit 2002 Gefängnis- und Spitalseelsorger im Kanton Zürich, lebt in Zürich
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Lyrik von Bruno Schlatter
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Höhenwegkoller
angesichts des Schweißes
keine Überraschung
Schritt um Schritt
den Beizen zu
Hummeln ficken Rotklee
Erdgrillen schnurren
im Gebüsch klapperts
wie Schlangen
Meckernde Ziegen
abseits der Gemsställe
plötzlich riecht es nach Walderdbeeren
Kurze Halte
hoch über dem Tal
Blick auf Alpen
und Bahn
Donnernde Bäche
stieben über Felsen
aus verkarsteten Höhen
Baumlosigkeit
öffnet die Erde schutzlos
der Erosion
Trampelpfade
bieten Anrissstellen
Sommervogelballett
umschwirrt kalkweiße Beine
setzt sich wieder zu gemeinsamem Tratsch
bereit zu neuen Aufführungen
für nächste Wanderer
Glühende Sonne
brennt die Köpfe leer
hochrote Glatzen
leuchten im Schweißmeer
Da und dort
rutscht der Berg
centimeterweise pro Tag
bis der letzte Geduldsfaden
in einem Gewitter reißt
und alles gleitet
Haus und Schober
Wald und Weide
ineinanderkeilt
sich überschlägt am steilen Hang
purzelt über die Klippe
und fällt in die Schlucht
Die Berggeister
tanzen ihren Siegestaumel
gegen übermütige Zivilisation
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Geb. 1964 in Schöftland/CH, Pädagogik-Studium zum Sekundarlehrer, umfangreiche Tätigkeit als Musiker, bildender Künstler und Literat, lebt in Rombach/CH
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Lyrik von Martin Kirchhoff
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Die Veranda war überflüssig
Holzhaus im Hügeltal
Qualm manchmal
Weißrauch vom Kamin
wie schnell, dann schwarz
Käutzchenrufe einer Nacht
sonnenblumenhell
schon und verflogen
Dann ging die Veranda
Bei den Sternen
sah ich sie nicht
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Halbleergetrunken der Wein
rote Pfütze auf dem Parkett
Scherben zerborstener Römer
wie Diamanten im Lichtschein
Tinte geschrieben auf der Wand
Linien, Silben zum Wort
Atemluft, die dünngeworden
auf dem Boden liegt und stirbt
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Engel
von der Grauwand
springe nicht gen Himmel
Rosen blühen zum Westen
am Portal
in jeder Wüste
ein rotes Blatt
für dich
Engel der Mauer
Rosenöl und Regentropfen
benetzen dein Gesicht
fürchte dich nicht
springe
in die Herzen
Engel der Zeit!
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Geb. 1954 in Leonberg/D, 1984 erste Text-Veröffentlichungen, seither zahlreiche Lyrik- und Prosa-Publikationen in Büchern und Anthologien, verschiedene Literaturpreise, lebt als Zeitungskorrektor in Leonberg
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Lyrik von Ueli Schenker
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Besuchszeit
Sie schweigen so freundlich
spielen Karten vergessen was
sie hätten werden können
ruf dich her wie einen Hund
auf knappe Zeichen reagierst du
prompt ich spende eine Runde
da du mit strammen Schritten
schon das Weite suchst erst auf
der Brücke wartest Blätter fallen
lässt in den Kanal wir kehren
am anderen Ufer zurück weil
der Nebel durch die Köpfe zieht
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Cafè Santé
Eine weitere Behandlung erübrigt sich
sagt der Spezialist vor lauter Freude
gönne ich mir ein Stück Torte Zeit genug
mich von Osteuropäerinnen entspannt
bedienen zu lassen nachzudenken
über Treppensteigen Probealarm
eine Operation wäre das grössere Übel
morgen hole ich Stöcke fange von vorn an
man hat nie ausgelernt überhaupt haben
Sirenen die längeren Beine als Lügen
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Falschmünzer
Bitte einen Franken für zwei
wärest du mir schon früher
begegnet hätte ich dich
nicht beim Beutel genommen
danke für die Aufmerksamkeit
bin in Eile mein Zug fährt
gleich denk ruhig weiter sag
keinem was ich werde er-
wischt bevor dir ein Licht auf-
geht lies morgen die Zeitung
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Galerie
Leihgaben fallen aus
dem Rahmen Lust auf
gemeinsame Sache mit
weiblicher Aufsicht Flucht-
gedanken kein Durchgang
zur Toilette wegen Umbaus
wir danken für Ihr Verständnis
kommen Sie gut nach Hause
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Geb. 1937 in Zürich, war Gymnasiallehrer für Englisch und Deutsch, zahlreiche Lyrik- und Theater-Publikationen, verschiedene Literaturauszeichnungen, lebt in Meggen/CH
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Drei «Schweizer Texte» von Hans Gysi
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Direkte Demokratie
die ehrenrettung
flankierender
maßnahmen wird
ins auge gefasst
die zustimmung
zur brechung von
höchstwerten wird
beschlossen und
zur ausführung
empfohlen
dem leitenden
ausschuss des
in kraft gesetzten
souveräns respektive
der vom volk
gewählten
vertreter des
selben
provisorisch
weitergegeben
bis die experten-
kommission
zuhanden des
leitenden ausschusses
verbindliche
empfehlungen
weitergibt.
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700 Jahre Schweiz
tage der konsolen und
schirmständer
tage der raumfahrt:
auch astronauten
mit ch-pass
können jetzt
in den weltraum
einfach hinten
anstehen bitte
die krawatte brauchen
sie nicht mehr
wenn sie erst einmal
in der rakete sitzen
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Aktion Fichen, CH 1990
mann auf straße
verteilt coupons
von closett-papier
sagt:
sie sind ein unbeschriebenes
blatt
&
spülen bitte
&
fichez-moi la paix
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Geb. 1953 in Arosa/CH, Studium phil I zum Sekundarlehrer, Ausbildung zum Theaterpädagogen an der Schauspielakademie Zürich, Lyrik- und Prosa-Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften; lebt als Regisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Theaterpädagoge in Märstetten/CH
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Lyrik von Tanja Dückers
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Gliwice (Gleiwitz)
Verrostete Eisenbahnwaggons
Unkraut auf dem Bahnsteig
kniehohes Gedankenversteck
Auf dem allerletzten Meter Bahnsteig
nicht-mehr-hier und noch-nicht-fort
dieser frisch geputzte Glaskasten
mit der Leuchtenden
Marienfigur
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Lacrimosa
Das weiße Zelt
der Nacht ist fast vorüber
Auf der leeren Zirkusbühne
gestreifte Hosen Nasen und Perücken
irgendwo ein Funkeln
violette Perlen im Sand
künstliches Vergissmeinnicht
vergissmichnicht
vergissruhigmich
verpissdichnicht
verpissdichruhig
Allein vor Dixielandtoiletten
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Einmal anheben
die Straße die Lastwagen die Mülltonnen die Wörterbücher
die Kniekehlen die Süchte die Zipfelmützen die Fotoalben
die Benzinkanister die Philister das Treibgut die Langsamkeit
die Denkzettel die verkehrsberuhigten Zonen die Hundescheiße
einmal
hoch damit
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Geb. 1968 in Berlin/West; Studium der Kunstgeschichte, Amerikanistik und Germanistik, zahlreiche belletristische und essayistische Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften, lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin
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Dresdner Lyrik-Wettbewerb 2010
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Gedichte als kulturpolitischer Brückenschlag
Zum siebten Mal vergibt 2010 die Stadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Literaturbüro ihren internationalen Lyrikpreis. Der Wettbewerb ist mit 5’000 Euro dotiert und richtet sich als «kulturpolitischer Brückenschlag» an Dichterinnen und Dichter aus dem ganzen deutschsprachigen Raum sowie der Tschechischen Republik. Bewerber können von Verlagen, Herausgebern und Redaktionen der Literaturzeitschriften, Autorenverbänden und literarischen Vereinigungen vorgeschlagen werden, weiterhin sind aber auch Eigenbewerbungen ausdrücklich erwünscht. Ensende-Schluss ist am 30. September 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.
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Themenverwandte Links
Schreibbar 2009 – Schreiberfahrungen – Jugendliteraturwettbewerb – Literatur-Schreibwerkstatt – GSOFH
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Wort-Bilder von Otto Taufkirch
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Worte
worte
manchmal fliegen die worte im
wind und sie bleiben auf den
felsen hängen nur ein narr ver-
sucht sie in den sand zu schreiben
nur ein narr versucht sie einzu-
fangen wie einen fisch in das
netz zu sperren manchmal
ist die erinnerung so tot wie die
felsenschrift die der wind ge-
schnitten hat so tot wie die
balken am strand so tausendfach
tot wie ein wasser im glas das zu
leben anfängt ohne worte ohne
wind ohne fisch und ohne netz
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Neubeginn
neubeginn
der tag verfiel dem ypsilon
im östlichen himmel und ich
bin ohne wehmut ich habe
es abgestritten dass ich gelebt
geliebt habe des messers schneide
im meer blitzt mit den sternen
ich habe es abgestritten dass
schon tage vorher waren
schon vorher Tage waren ich
erinnere keine stunde ich
beginne neu und ohne trauer da
es im osten zu leuchten beginnt
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Geb. 1942; Maler, Zeichner und Lyriker; zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal; diverse Lyrik-Publikationen; lebt in Lauf/D
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Steffen M. Diebold
Matthias Berger
Martin Kirchhoff

Tanja Dückers







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