Wettbewerb der Schweizer Literaturzeitschrift «Entwürfe»
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Gedichte und Kurzprosa zum Thema «Jackpot» gesucht
Erstmals schreibt die Schweizer Literatur-Zeitschrift «Entwürfe» einen landesweiten Literaturwettbewerb zum Thema «Jackpot» aus. Gesucht werden inhaltlich entsprechende Lyrik- und Kurzprosa-Beiträge. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich in der Schweiz geborene oder in der Schweiz lebende Autorinnen und Autoren, eingereicht werden darf pro Autor/in entweder ein Prosatext im Umfang von max. 18’000 Zeichen oder bis zu fünf Gedichte. Einsende-Schluss ist am 31. Januar 2012, die weiteren Details finden sich hier. ■
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Themenverwandte Links:
Literatur-Ausschreibungen im Glarean Magazin
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Der Erostepost-Literaturpreis 2011
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Geschichten vom Reisen
Die österreichische Literaturzeitschrift «erostepost» schreibt erneut einen mit 1’500 Euro dotierten Preis für literarische Texte aus. Diesmal soll das Thema «Reisen» im Zentrum stehen: «Reiseutopien, Beiträge zu imaginären wie tatsächlichen Reisen, Aufzeichnungen über Begegnungen mit der nahen Ferne wie mit der fernen Nähe vielleicht, mit dem Fremden und dem Bekannten, mit letzten weißen Flecken wie mit touristischen Trampelpfaden». Einsende-Schluss ist am 31. Dezember 2010, die weiteren Details sind hier zu lesen. ■
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Dresdner Lyrik-Wettbewerb 2010
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Gedichte als kulturpolitischer Brückenschlag
Zum siebten Mal vergibt 2010 die Stadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Literaturbüro ihren internationalen Lyrikpreis. Der Wettbewerb ist mit 5’000 Euro dotiert und richtet sich als «kulturpolitischer Brückenschlag» an Dichterinnen und Dichter aus dem ganzen deutschsprachigen Raum sowie der Tschechischen Republik. Bewerber können von Verlagen, Herausgebern und Redaktionen der Literaturzeitschriften, Autorenverbänden und literarischen Vereinigungen vorgeschlagen werden, weiterhin sind aber auch Eigenbewerbungen ausdrücklich erwünscht. Ensende-Schluss ist am 30. September 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.
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Themenverwandte Links
Schreibbar 2009 – Schreiberfahrungen – Jugendliteraturwettbewerb – Literatur-Schreibwerkstatt – GSOFH
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Die Literaturzeitschrift «Kolik»
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Kritisch – polemisch – anspruchsvoll
«Kolik» sei aus dem Wunsch heraus entstanden, «jener Literatur und vor allem auch jenem Diskurs über Literatur, die nicht den Kriterien und den Anforderungen des Marktes entsprechen, weil sie zu kritisch, zu polemisch, zu anspruchsvoll sind, einen Ort zu geben. [...] Insofern, als sie zu Widerspruch und Einspruch anstachelt, stellt sich die Zeitschrift ‘Kolik’ auf die Seite der Literatur und der Autoren.» Fürwahr hehrer ideeller Anspruch an sich selbst – aber auch eingelöst von den real existierenden «Kolik»-Seiten?
Beginnt man bei Äußerlichkeiten, muss man kurz nörgeln: Die Typographie bräuchte dringend den Eingriff eines Profis, und falsche Seitenangaben (z.B. «Biographien/Anmerkungen») können schnell, aber dürften eigentlich nicht passieren. Aber dann ebenso Äußerliches: Das Titel-Cover – ganz toll, ein Fänger!
Beim Lesen (und zwar kreuz und quer, wie’s richtig ist bei einer «Zeitschrift für Literatur») bestätigt sich der «Kolik»-Ruf schnell. Da ist nirgends ein Legato, sondern konsequentes Staccato. «Kühlzack» heißt ein Titel-Teil des Roman-Auszugs von H. Wimmer auf Seite 99 – und exakt dies offenbar das Programm auch des aktuellsten «Kolik»-Bandes. Querstände, Bizarres, Abgerissenes, Experimentelles auf jeder Seite, eigentlich in jedem Absatz (der zahlreich vertretenen Kurzprosa). Die Attacke, der Bruch, das Sofort, der Fetzen, der Knall, der Zugriff – unverblümte Direktheit pur und nonstop. Wahrlich, Vicky-Baum-Leser würden nicht «Kolik» kaufen (und wenn doch, dann davon eine Kolik kriegen…)
Nun weisen zwar die beiden Herausgeber Gustav Ernst und Karin Fleischanderl ihren AutorInnen grundsätzlich keinen thematischen Schwerpunkt zu (im Gegensatz zu vielen anderen Literaturzeitschriften), aber an eine Vorgabe hält sich die Text-Selektion offensichtlich doch, nämlich an die literarische Provokation. Des «normalen» Bildungsbürgers natürlich. (Den experimentell orientierten Literatur-Freak erschüttert im Jahre 2007 ohnehin nichts mehr). Manche Texte reduzieren sich in ihrer verzweifelten Desillusionierung überhaupt nur noch aufs Mitstenographieren von «Falschheit». Andrea Stift in «Zusammenleben»: «Hab ja ganz vergessen, wie es ist, mal in fremde Augen zu schauen, während man ein körperfremdes Körperteil in sich stecken hat.»; Marita Haas in «City Lights»: «Während er sich von mir löst und der andere auf mich zukommt, blicke ich auf die Lichter der Autos von der Stadtautobahn. Scheiss drauf, denk ich mir [...]»; Peter Landerl in «Dunkle Gestalten»: «Ich fragte mich, was mit den Toten eigentlich passiert, wie und wo sie gelagert werden, bevor sie eingegraben oder verbrannt werden, und plötzlich bekam ich Hunger, hatte Appetit auf ein großes Wiener Schnitzel mit kaltem Erdäpfelsalat»; Monika Gentner in «Wie die Erde zerbrochen ist»: «Ich bin nicht brav. Mein Vater trinkt, weil ich schlecht bin. Durch und durch.» In ihrer Rasanz des Kontrastierens lesen sich manche der «Kolik»-Texte wirklich atemberaubend.
Bedauerlich ist demgegenüber, dass der neue Band der Lyrik kaum Platz einräumt. Wäre nicht die Wienerin Waltraud Haas mit fünf Gedichten dabei, fände gemäß «Kolik» die moderne Poesie nicht statt. Dabei wüsste «Kolik» eigentlich, was lyrische Bildhaftigkeit ist:
die flötenspielerin
im blauen kleid
im blauen garten
hinter blauem gemäuerWaltraud Haas
Und noch was bleibt in dem 160 Seiten schweren Band außen vor, das sonst gerade in nonkonformen «Lit-Mags» wie «Kolik» teils üppig präsent ist: die Politik (und sei’s auch nur die Politik der vielen Autorenverbände…). Hier löst die 36. Ausgabe nicht ganz ein, was eingangs zitiert wurde, nämlich den «Diskurs über Literatur, die nicht den Kriterien und den Anforderungen des Marktes entspricht». Einen Anschein von «Theorie» leistet immerhin ein 30-seitiger Schwerpunkt über «(Krieg und Welt)» des experimentellen Sprachvirtuosen Peter Waterhouse: Dessen Poetik untersucht ein Essay von Martin Kubaczek, während ein Interview von Beatrice Simonsen mit dem eigenwilligen, mehrfach ausgezeichneten Schriftsteller persönliche Aufschlüsse gibt über den neuesten Waterhouse, der bis anhin vom deutschen Feuilleton bei weitem noch nicht adäquat gewürdigt wurde.
Ein zweiter, diesmal fast 40-seitiger Schwerpunkt der neuesten «Kolik» gilt dem szenischen Schreiben der jungen Grazerin Gerhild Steinbuch (geb. 1983). Auch hier, in ihrem Stück «Schlafengehn», wieder das Staccato in den zwischenmenschlichen Beziehungen und in deren sprachlichem Ausdruck. Dialoge – eigentlich Monologe:
ELM Du bist nie da. Warum bist du nie da.
MILAN Ich war spaziern.
ELM Hab mir gedacht, das ist gar nicht so
interessant da draußen.
MILAN Ja.
ELM Ja.
MILAN Ja.
Was.
ELM Hab nur gedacht, dass das alles nicht mehr
so interessant ist. Hab ich mir gedacht.
Hier ist es besser, hab ich mir gedacht,
mit mir.
MILAN Ja.
ELM Was ja. Du stammelst. Du wirst senil.
MILAN Ich war spaziern.
ELM Aha.
(we/07)
Kolik, Zeitschrift für Literatur, Nr.36/2007, Verein für neue Literatur Wien, ISSN 1560-6775, 8,0 EUR
Thomas Mann im Fokus
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Literaturzeitschrift «Literaturen»
Nummer 7/8 – 2007
Ende Januar des Jahres 1947 notiert der «Deutsche Hexenmeister» («Literaturen») Thomas Mann, damals 72-jährig im kalifornischen Exil, ins Tagebuch: «Schrieb um 1/2 12 Uhr die letzten Worte des ‹Dr. Faustus›.» Diesem Schlussstrich unter einen Jahrhundert-Roman, dem zweiten großen Lebens-Werk nach dem Nobelpreis-Titel «Buddenbrooks» widmet 60 Jahre später nun die aktuelle «Literaturen» ihre Doppelnummer Juli/August.
«Literaturen» gewinnt dabei dem «Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn» 20 Seiten lang durchs Band neue Facetten, moderne Aspekte ab. Des Heftes «Faustus»-Schwerpunkt ruht dabei zum einen auf H. Deterings Essay «Der talentierte Herr Leverkühn», welcher diesem Geniestreich als einem vielschichtigen «Anti-Bildungs- und Künstlerroman, politischen Zeitroman, einer Horrorgeschichte und einem Psycho-Thriller ersten Ranges» nachspürt. Dann rückt der Berliner Kritiker Wolfgang Schneider den enormen Einfluss der Musik gerade auf Manns «Faustus» ins Zentrum: «Sie war ihm ‹Seelenzauber› und Verführung zum Tode – und Vorwegnahme der Nazi-Anfälligkeit der Deutschen». Und drittens berichtet Ulrich Rüdenauer von einem sehr trendigen Zugang, nämlich einem gleichermaßen ehrgeizigen wie spektakulären Radio-Projekt des Hessischen Rundfunks, welcher aus dem 700-Seiten-Wälzer ein Hörspiel als zehnstündiges Stimm- und Klangkunstwerk formte.
Die aktuelle «Literaturen»-Nummer ist aber natürlich nicht allein ein Thomas-Mann-Special. Vielmehr legt das thematisch gewohnt breite «Journal für Bücher und Themen» erneut eine Fülle von literarischen Essays, Rezensionen und Reportagen aus. Konzeptionell neu ist zudem der vermehrte Einbezug von dezidiert politischen, historischen und zeitgeschichtlichen Themen; man reagiere damit, wie das «Editorial» zugibt, auf entspr. kritische Anregungen aus dem «Literaturen»-Publikum. Erste Resultate in der aktuellen, von Sigrid Löffler verantwortlich redigierten Nummer: Zwei sehr lesenswerte Essays zur «Klima-Katastrophe» (Kurt Drasow) und zum «Balkan heute». (we/2007) ■
Literaturen, Das Journal für Bücher und Themen, Nr.7/8 2007, Friedrich-Berlin-Verlag, 124 Seiten, ISSN 1616-3451
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Gazette für Horror, Krimi, Science Fiction
Die Literaturzeitschrift «Caligo»
Noch hat sie ihr erstes Lebensjahr nicht überstanden, die in Halle vierteljährlich herausgegebene «unabhängige Zeitschrift für Kunst und Literatur» Caligo. Doch die thematischen Schwerpunkte des neuesten, dritten Heftes, nämlich Krimi, Horror, ScienceFiction und Satire dürften der neugegründeten Gazette sicher die minimal nötige Leserschaft bescheren – zumal unterm eher jungen Publikum.
Die aktuelle Ausgabe beinhaltet Kurzprosa u.a. von K. Farr, C. Herrmann, A. Tillmanns und Jennifer Schreiner. Zugunsten der Autorenbeiträge habe man, wie Redakteur Carsten Schmidt schreibt, die Rezensionen und Kulturtipps etwas in den Hintergrund treten lassen. Davon profitiert nun ein buntes Sammelsurium von «Tödlichen Erbschaften», «Vampiren», «Zaubereien», «Schatten» oder «Weltuntergängen». Kurzum, nichts für Tiefgang-Suchende, aber eine amüsant-flockig-leichte Sommer-Lektüre – durchaus zu empfehlen. (gm/07)
Caligo Nr.3 / 2007, Zeitschrift für Kunst und Literatur, 60 Seiten, Caligo-Verlag Halle, ISSN 1864-1466, 2,50 EUR
Beeindruckendes 50-Nummern-Jubiläum
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Die Literaturzeitschrift «Entwürfe»
Nummer 50 / 2007
Walter Eigenmann
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Wenn in unserer Wegschmeiβ-Gesellschaft solche Undinge wie eine Literatur-Zeitschrift länger als ein paar Jährchen überleben, muss man von einem unerhörten Wunder reden. Und es bleibt ein Geheimnis, wie die «Entwürfe»-Leute ihr jeweils weit über 100 Buchseiten schweres, mit ausschlieβlich moderner Literatur gefülltes Textpaket immer monothematisch auf so hohem Niveau seit über zwölf Jahren vier Mal jährlich unters kleine Schweizer Völkchen zu mischen vermögen – aber Tatsache ist: «Entwürfe» hat inzwischen das halbe Hundert voll.
Das kann allein nicht am (durchaus überlebenswichtigen) Sponsoring von Öffentlichkeiten wie «Pro Helvetia» oder «Migros Kulturprozent» liegen, und auch nicht an der (überdurchschnittlich) langen «Mitglieder- und Gönner-Liste» (Gönner ist man ab 200 Franken) oder an dem (ebenfalls überdurchschnittlich) hohen Einzel-Preis von fast 20 Franken.
Vielleicht liegt es aber daran, dass «Entwürfe» keine Literaturzeitschrift ist. Sondern eine «Zeitschrift für Literatur». Und auch die 50. Nummer macht da keine Ausnahme: Graphisch zurückhaltend, schier langweilig, viele Buchstaben halt - aber fulminant in der Substanz! Alle Macht und Raum dem Text, das wird auf jeder Seite deutlich. Auch der (eindrückliche, eigentlich grausige) Szenen-Abstecher von Photograph Koni Nordmann zum «Moskauer Tiermarkt» oder die illustrativen Variationen von Rémy Markowitsch über die «Option Zwiebel» ändern an dem Eindruck nichts, dass es den «Entwürfen» nicht ums Bild, sondern allein ums Wort geht. Und zwar in jeder Ausgabe um ein einziges – diesmal heiβt es «Markt».
Dass man den «Markt»-Begriff (sogar ausgerechnet in der Schweiz…) auch literarisch füllen kann, und sehr facettenreich, ja poetisch füllen kann, beweist dieses 50er Heft. Dabei offenbart sich «das Feld des Mercatus» als ein in der Tat erstaunlich «weites und buntes» (Editorial). Was beispielsweise der Österreicher Alexander Preisinger zum «Narrativen im Mythos Markt» befindet, nämlich «dass die wahren Werte nur noch Warenwerte sind», und dass inzwischen das «neoliberale Bild des homo oeconomicus als selbstleitender imaginierter Entwurf» nicht mehr als Gegensatz, sondern «vielmehr als integraler Bestandteil der conditio humana» verstanden werde, kommt belletristisch u.a. daher in Kürzestprosa wie «Markt III» der Freiburger Kinderbuch-Autorin Annette Pehnt:
«Björn hat gesagt, ich soll offen sein und mich nicht auf einen Typ versteifen, ich soll auf den freien Markt. (…) Komm, ich helf dir, hat er gesagt, Steffi und Ingrid haben auch geholfen, und am nächsten Donnerstag stand in der Zeitung auf Seite 22: Ruhier attr. Er sucht schlanke naturverbundene Sie zum Träumen und mehr. Naturverbunden, weil du gern an der frischen Luft bist, hat Steffi stolz gesagt. Sie fragten mich jeden Tag, ob schon jemand geantwortet hätte. Ich habe die Briefe nie abgeholt. Dann kam im September der Chef und und legte mir die Hand auf die Schulter und drückte sehr sanft den Knochen, der zwischen Hals und Schulter eine Schale formt, und seitdem bin ich nicht mehr im Büro. Eine Frage der Konjunktur, hat der Chef gesagt, ausschliesslich. Die Gesetze des Marktes.»
Bliebe da noch unbedingt die «Entwürfe»-Lyrik des 50. Heftes anzuführen. Denn seit je her räumt man diesem literarischen Stiefkind verdienstvollerweise gebührend Platz ein. Und auch wenn die Qualität hier schwankt bzw. die thematische Vorgabe diesmal sehr unterschiedlich eingelöst wurde – z.B. hätte auf die (mit sprachlicher Eloquenz die inhaltliche Plakativität kaschierenden) Gedichte der Zürcherin Dorothee Kohler verzichtet werden können -, so ist v.a. der traditionelle «auβerdem»-Teil hervorragend bestückt mit einer Reihe von früheren und diesjährigen Gewinner-Texten des «Heinz-Weder-Preises für Lyrik». Eindrücklich beispielsweise das Schaffen der Hauptpreisträgerin Lisa Elsässer-Arnold (Walenstadt):
das lautlose kreisen
kein flügelschlag
und nur im fallen
ist etwas von dir
mit drin dir
brechen dabei die arme
in der nachahmung
Wird es weitere fünfzig «Entwürfe» geben? Die Herausgeber schlagen in ihrer neuesten Nummer unmissverständlich Alarm: «Nun sind die Reserven aufgebraucht, die Abozahlen stagnieren, ‘Entwürfe’ steht unmittelbar vor dem Abgrund, wenn es nicht gelingt, wieder ein kleines Finanzpolster anzulegen.»
Ein wahrer Jammer, wenn eine vieljährige, quasi schweizerische literarische Institution wie «Entwürfe», in der einst heutige Berühmtheiten wie Peter Weber, Ruth Schweikert, Peter Stamm u.v.a. ihre erste Chance zur Publikation erhielten, vom «Markt» (!) verschwände…
Entwürfe Nr.50/2007, Zeitschrift für Literatur / Markt, 128 Seiten, Verein “entwürfe für literatur” Zürich, ISBN 978-3-906729-56-5, CHF 19.-
Förderung unbekannter Autoren
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Die Literaturzeitschrift «Lichtungen»
Die Grazer «Lichtungen» erscheinen seit 1979 und haben sich in den letzten Jahren mit besonderen Schwerpunkten zu einer in Österreich, Deutschland und auch Süd-Ost-Europa bekannten Literaturzeitschrift entwickelt. Die Zeitschrift setzt sich zum Ziel, neben arrivierten vor allem noch unbekannte, meist junge AutorInnen literarisch zu fördern und ihnen eine Öffentlichkeit zu geben.
Ein weiterer Aspekt der «Lichtungen» ist im Bereich der bildenden Kunst angelegt, wo gleichfalls meist junge KünstlerInnen mit Arbeiten präsentiert werden. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist in der Rubrik «Zeitkritik» beheimatet, worin namhafte Wissenschafter (Schriftsteller, Philosophen, Soziologen, Naturwissenschaftler u.a.) kritische Essays zu Fragen der Zeit veröffentlichen.
Die neueste Ausgabe rückt die «Literatur aus Dresden» in den Mittelpunkt. Interessant ist dabei u.a. das Interview, welches der havannische (und derzeit als Kultur-Stipendiat in Dresden lebende) Schriftsteller C. Augilera mit Axel Helbig, dem renommierten Dresdner Lyriker, Essayisten und Mitherausgeber der Zeitschrift «Ostragehege» führte. Helbig unter dem Titel «Eine neue Art von Zensur?»: «Die großen Verlage haben offenbar insgesamt momentan ein Problem, die Lebendigkeit der sich gegenwärtig vollziehenden Entwicklung wahrzunehmen. Ich denke, das liegt an einer verschobenen Wahrnehmung. In vielen Verlagen sind die kreativen Beobachter der Literaturszene durch clevere Geschäftsleute ersetzt worden…» ■
Lichtungen, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik, Nr. 110 / 2007, Literaturkreis Lichtungen / Urania Steiermark, 128 Seiten, ISSN 1012-4705





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