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Brunthaler: «Ihre Schachkombinationen für 2010»
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Tägliches Minimaltraining mit Taktikaufgaben
Malte Thodam
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Heinz Brunthaler ist sicherlich vielen Schachfreunden als Autor von Aufgabenbüchern mit Kombinationen bereits ein Begriff. Mit der jüngsten Publikation «Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe!» legt er nun einen weiteren Band vor, der sich mit dem wohl wichtigsten Handwerkszeug des Schachspielers beschäftigt: Der guten alten Taktik. Was so selbstverständlich im Spiel der Meister erscheint, nämlich das sichere Manövrieren in gefährlichen Gewässern – sprich scharfen Stellungen – ist der Traum des durchschnittlich begabten Amateurs, der doch zu gerne noch in eine einfache Springergabel oder einen Abzugsangriff hinein läuft, obwohl er diese Motive in der Regel eigentlich recht gut kennt. Fehlende Routine im Lösen von Taktikaufgaben ist oft die Ursache für solche vermeidbaren Schnitzer. Die grundlegenden Motive sind bei vielen Amateuren zwar im Kopf gespeichert, aber für sie nicht unbedingt immer schnell genug abrufbar, bzw. auf die jeweilige Stellung anwendbar. Passend dazu schreibt Brunthaler zu Beginn des Buches auch gleich: «Wer möchte nicht seine Spielstärke und sein Schachwissen verbessern, stärker werden, mehr vom Schach verstehen? Sicher so gut wie jeder echte Schachfan! Doch das ist nicht einfach, denn auf dem Weg zur Verbesserung muss man sehr, sehr vieles lernen, viel Aufwand betreiben. Und das ist das Problem, denn den meisten von uns fehlt durch die Belastung in Schule, Studium und Beruf die Zeit und vor allem die Kraft, sich intensiv mit dem Schachspiel zu befassen oder sogar ein systematisches Training zu absolvieren.» Wie wahr, wie wahr! Kommt uns das Dilemma nicht bekannt vor? Haben wir vielleicht selbst unsere letzte Partie verloren, weil wir ein taktisches Motiv übersehen haben? Hätten wir zwecks Partievorbereitung nicht doch lieber ein paar Kombinationen lösen sollen, statt noch einmal die Eröffnungsvarianten unseres Vertrauens zu studieren?
Leseprobe 1
Brunthaler setzt beim Schachtraining auf Kontinuität statt auf Quantität. Anstatt nur sporadisch eine umfangreiche Trainings-Session zu absolvieren, empfiehlt er ein tägliches Minimaltraining in Form einer Taktikaufgabe. Brunthaler hat für jeden Tag des Jahres ein Schachdiagramm mit einer kritischen Stellung in sein Buch aufgenommen. Die Aufgabenstellungen entstammen durchwegs den Partien sehr starker Spieler: Topalov, Aronian, Kamsky, Anand, Gelfand, Ivanchuk und Karpow, aber auch die altehrwürdigen Meister wie Tarrasch, Reti und Schlechter lassen sich in dieser Sammlung wiederentdecken. Es gibt, wie auch schon bei den bisher erschienenen Übungsbüchern des Autors, keine Lösungshinweise zu den Aufgaben. Lediglich ein kleines schwarzes Quadrat weist darauf hin, wenn Schwarz das Zugrecht besitzt; fehlt dieses, befindet sich der Weiße am Zug. Somit ist ein praxisnahes Training gewährleistet, denn hier sagt einem schließlich auch niemand vor, ob man nun einen forcierten Weg zum Matt hat, oder ob es möglich ist die Dame des Gegners zu fangen. Die eigene Stellungsbeurteilung und konkrete Berechnung ist gefragt!
Großer Pluspunkt: Die Lösungen am Ende des Buches sind versetzt, so dass man nicht mehr oder minder zufällig die Lösung der nächsten Aufgabe schon aus den Augenwinkeln erhascht. Dies finde ich sehr löblich, hatte ich mich doch öfters schon beim Lesen in anderen Taktikbüchern darüber geärgert, den Gewinnzug der nachfolgenden Aufgabe zu kennen, ohne diese überhaupt erst zu Gesicht bekommen zu haben. Zudem finden sich im Lösungsteil kurze Erläuterungen zur Stellung und den zum Gewinn führenden Zugfolgen und Motiven. Zuweilen gibt es hier mehrere Möglichkeiten, die zum Erfolg führen.
Leseprobe 2
Vom Schwierigkeitsgrad her richtet sich das Buch vornehmlich an den durchschnittlichen Vereinsspieler, es gibt leichtere und auch schwerere Aufgaben, sowohl lehrreiche Mattangriffe als auch nett anzusehende Materialgewinne. Für stärkere Amateure um 2’000 DWZ erweisen sich die Kombinationen gewiss immer noch als nützlich, um taktische Motive zu wiederholen und zu vertiefen. Das Layout des Buches ist schlicht, aber ansprechend, das Preis-Leistungsverhältnis scheint mir insgesamt absolut in Ordnung, schließlich wird einem hier genügend sinnvolles Material zur regelmäßigen Schulung der taktischen Fertigkeiten geboten. Und so eignet sich das Buch nicht zuletzt aufgrund seines handlichen Formats auch hervorragend für den Gebrauch im Alltag, sei es auf der Zugfahrt oder bei den kleinen Wartezeiten zwischendurch, die wohl jeder von uns kennt, sei es im Wartezimmer, bei lästigen Werbepausen während des abendlichen Fernsehprogramms oder auch beim Warten auf den notorisch zu spät erscheinenden Dozenten im Hörsaal. Fazit: Ein durchaus lohnendes Buch, will man seine taktischen Fertigkeiten durch wiederholtes Training schärfen – und seine Mundwinkel gen Ohren wandern spüren, wenn «Fritz» oder «Rybka» bei der Analyse einer gewonnenen Partie die Korrektheit des eigenen Gewinnweges bestätigen.
Heinz Brunthaler, Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe, Schachverlag Ullrich, 124 Seiten, ISBN 978-3940417046
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Geb. 1984 in Viersen/D,
Student der Geschichte,
Schach-Teamleiter,
lebt in Düsseldorf
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Der brillante Schachzug (51)
Der brillante Schachzug (45)
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Weiß am Zuge
Georgiev-Ionescu, Dubai 1986
1qrrbbk1/1p1nnppp/p3p3/4P3/2P5/1PN1N3/PB2Q1PP/1B2RR1K w – - 0 21
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Der brillante Schachzug (44)
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Weiß am Zuge
Arnlind-Zagorovsky, CorrGame 1984
r2q2k1/1bp1rp2/p1np1n2/1p1N2N1/P2bP3/1B6/1P3PPP/R2QR1K1 w – - 0 18
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Der brillante Schachzug (43)
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Schwarz am Zug gewinnt
Black-Tinture, CorrGame 2004
3r1rk1/6bp/2p1p1p1/2P1n3/4P2q/1N1p3P/PP3PP1/R1BRQ1K1 b – - 0 27
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Der brillante Schachzug (41)
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Weiß am Zuge
Atalik-Sax, Szeged 1997
r1b2r1k/ppp2ppp/8/4p3/2BPQ3/P3P1K1/1B3PPP/n3q1NR w – - 0 17
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Jon Speelman: «Buch der Schachaufgaben»
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Praktische Schule der Taktik
Walter Eigenmann
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Als der englische GM Jonathan Speelman vor einem Jahr seinen «Gambit-Book»-Erstling «Jon Speelman’s Chess Puzzle Book» präsentierte, waren Presse und Leser des Lobes voll über diese Aufgaben-Sammlung in Sachen Schach-Taktik. Denn nicht nur, dass der große Endspiel-Techniker und am Brett äußerst kreative Taktiker Speelman gemeinsam mit John Nunn und Tony Miles jahrelang das berühmte britische Schach-«Triumvirat» bildete. Auch als Autor hatte sich der studierte Mathematiker und WM-Halbfinalist längst einen hervorragenden Namen geschaffen. Umso erfreulicher ist nun, dass er mit seinen Taktik-Puzzles auch die große deutschsprachige Leserschaft bedient.
Gemäß seiner Grundbotschaft, dass Taktik «eine Kombination von Sehvermögen und Berechnung» bilde, betont Autor Speelman im eben erschienen «Buch der Schachaufgaben», dass die Verbesserung der taktischen Fähigkeiten «keineswegs dunkle Magie», sondern durch Übung erreichbar sei. Und wie andere Untersuchungen geht auch Speelmans Exerzitium von der großen Bedeutung der «Mustererkennung» aus: «Das Sehvermögen ergibt such aus der Mustererkennung, aus der man dann Kandidatenzüge ableiten kann. Diesem im Unterbewusstsein ablaufenden Prozess liegt zweifellos eine tiefgründige wissenschaftliche Theorie zugrunde, aber der praktische Effekt für Schachspieler besteht darin, dass man durch Übung eher Züge sieht, die funktionieren könnten, wobei die Betonung auf ‘könnten’ liegt. – Im Berechnungsteil prüft man dann, ob diese Züge auch wirklich klappen.»
Didaktisch setzt Speelman dieses sein zweiteiliges Unterrichtskonzept in bekannter Manier um, indem es vom Elementaren zum Komplizierten geht: «In meiner Jugend habe ich hunderte von kleinen Taktikaufgaben aus Büchern und Zeitschriften gelöst und bin immer der Meinung gewesen, dass der beste Weg zur Erzielung von Fortschritten darin besteht, blindlings gegen eine Mauer anzurennen, sondern eine Reihe niedrigerer Hindernisse zu überwinden und sich dadurch kleine, aber angenehme Erfolgserlebnisse zu verschaffen.»
Dementsprechend beginnt der 53-jährige Londoner Großmeister sein Buch mit den taktisch (ein-)gängigsten Manövern wie «Springergabel» oder «Fesselung», um sodann die höheren Weihen des Kombinierens mittels komplexerer Bereiche wie «Überlastung» oder «Bauernumwandlung» zu spenden. Jede Aufgabe, die eine Art Paradigma ihres Themas darstellt, geht dabei von einem Diagramm aus, dem ein kurzer Umschrieb des Puzzles folgt. Im «Lösungen»-Abteil werden dann die detaillierten Varianten besprochen. Das «Sehvermögen» nochmals eingehender trainiert wird dann im Abschnitt «Taktik in der Praxis», aber nun nicht mehr systematisch, sondern bunt gewürfelt – wie das im Partien-Turnieralltag ja auch der Fall ist. «Fingerübungen» nennt Speelman diese 48 Stellungen, welche die vorausgegangenen Kapitel resümieren.
«Jon Speelmans Buch der Schachaufgaben» ist eine Taktik-Unterweisung, die für jeden aufstrebenden Caissa-Jünger mit Gewinn studiert werden dürfte. Denn die Kombinatorik-Puzzles sind so geschickt, will heißen so beispielhaft gewählt, dass sie als eigentliche Lerninhalte bei jedem Amateur in die Partien-Praxis durchschlagen sollten. Wobei bei solchen Büchern ja grundsätzlich nicht nur systematisch mit dem Brett vor dem Kopf gebüffelt, sondern alternativ durchaus auch «Just-for-Fun» genossen werden kann: Man liest ein paar Seiten im Zug, die nächsten in der Kaffeepause, weitere vor dem Einschlafen – wann und wo halt man Lust auf ein bisschen Schachtaktik hat. Hauptsache: Nicht schummeln… ■
Jonathan Speelman, Jon Speelmans Buch der Schachaufgaben, Gambit Books Verlag, 160 Seiten, ISBN 978-1-906454-02-9
Inhalt
Einführung 5 Teil 1: Die Elemente Springergabeln 7 Ungedeckte Figuren 12 Linienöffnung und -schließung 17 Fesselungen 22 Spieße 27 Überlastete Figuren und Ablenkungen 31 Mattangriffe 36 Die Grundreihe 44 Patt 48 Bauernumwandlung 52 Teil 2: Taktik in der Praxis Fingerübungen 57 Bunter Strauß 70 Schwierigere Beispiele 83 Lösungen 94
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Probeseiten
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