Glarean Magazin

Literatur-Wettbewerbe 2013 für junge Autorinnen und Autoren

Posted in Ausschreibung, Kurzprosa, Literatur, Literatur-Ausschreibungen, Literaturwettbewerbe, Lyrik by Walter Eigenmann on 16. Oktober 2012

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Internationaler Lyrik-Wettbewerb Castello di Duino 2013

«Die Zukunft… ein Ort auf dieser Welt»

So lautet das Thema des 9. italienischen bzw. mehrsprachigen Lyrikwettbewerbes «Castello di Duino». AutorInnen bis zum Alter von 30 Jahren sind eingeladen, ein  unveröffentlichtes und bisher unprämiertes Gedicht einzusenden, wobei  man an einer oder mehreren angebotenen Sektionen teilnehmen kann. Einsende-Schluss ist am 15. Dezember 2012, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■

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Internationaler Othmar-Seidner-Jungautorenpreis 2013

Lyrik von jugendlichen Autorinnen & Autoren

Die österreichische «Gesellschaft der Lyrikfreunde» offeriert auch im nächsten Jahr ihren «Othmar-Seidner-Jungautorenpreis», der sich an jugendliche Schreibende im Alter von 17 bis 21 Jahren richtet. Es können maximal vier Gedichte von je 25 Zeilen eingesandt werden. Einsende-Schluss ist am 30. November 2012, die weiteren Details sind hier. ■

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Internationaler Walter-Kempowski-Literaturpreis 2013

Kurzprosa zum Thema «Besser geht’s nicht»

Dieser Literatur-Wettbewerb der «Hamburger Autorenvereinigung» richtet sich an deutschsprachig Schreibende mit Jahrgängen ab 1962. Eingesandt werden können literarisch geschlossene Kurzgeschichten und Erzählungen mit einer Länge von max. fünf A4-Seiten. Einsende-Schluss ist am 28. Februar 2013, weitere Einzelheiten sind hier zu erfahren. ■

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Schreibwettbewerb des Thuner Literaturfestivals 2013

Beiträge aus allen literarischen Genres gesucht

Der literarische Schweizer Förderverein «Literaare» schreibt im Rahmen seines «8. Thuner Literaturfestivals» einen Wettbewerb aus, bei dem ausdrücklich alle lyrischen und prosaischen Genres zugelassen sind. Die prämierten Texte werden von den Verfasser/innen im Rahmen von Lesungen am Festival vorgestellt. Einsende-Schluss ist am 31. Oktober 2012, weitere Einzelheiten finden sich hier. ■

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Weitere Literatur-Wettbewerbe im Glarean Magazin

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Miriam Kanne: «Andere Heimaten»

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Moderne weibliche Heimat-Konzepte

Sigrid Grün

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Die Heimat ist gerade in der deutschen Literatur ein sehr häufiger Topos, doch die enorme Bedeutung des Heimat-Sujets beschränkte sich im 20. Jahrhundert nicht nur auf die Blut-und-Boden-Dichtung des Dritten Reiches, auch danach spielte die Heimat in der deutschsprachigen Literatur eine herausragende Rolle. Die Anti-Heimatliteratur, v.a. in den Siebziger Jahren, bildete einen Gegenentwurf zu den idyllisierenden Darstellungen, die vorher dominiert hatten.
Im vorliegenden Buch begibt sich die promovierte Literaturwissenschaftlerin Miriam Kanne auf die Spur des Konstruktes Heimat, das nicht nur in räumlicher, zeitlicher, kultureller und sozialer Hinsicht von Bedeutung ist, sondern auch in der feministischen Forschung eine wichtige Rolle spielt. Während die Frauen nämlich in den «klassischen» Heimatromanen männlicher Autoren entweder als Subjekte marginalisiert bzw. als Verkörperung von Heimat dargestellt werden oder dann als das Fremde, Andersartige in Erscheinung treten, die das männliche Gegenüber gefährden, kommt der Frau in der Literatur weiblicher Autorinnen meist eine andere Rolle zu. Miriam Kanne beantwortet hier also Fragen wie: Welches Heimatbild wird in der zeitgenössischen, weiblichen Literatur entworfen?  Wie unterscheidet es sich von den Heimatkonzepten, das Männer konstruieren? Welche Rolle kommt den weiblichen Protagonistinnen zu?
Anhand von acht Werken weiblicher Schriftstellerinnen des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts wird diesen (und weiteren) Fragen nachgegangen, wobei folgende Autorinnen bzw. Werke analysiert werden: Marlen Haushofers Roman «Die Wand» (1962), Ingeborg Bachmanns Erzählung «Drei Wege zum See» (1972), Helga Maria Novaks Doppelwerk «Die Eisheiligen» (1979) und «Vogel Federlos» (1981), Waltraud Anna Mitgutschs «Die Züchtigung» (1985), Barbara Honigmanns Erzählung «Eine Liebe aus nichts» (1991), Erica Pedrettis Roman «Engste Heimat» (1995), Emine Sevgi Özdamars Narration «Die Brücke zum Goldenen Horn» (1998), und Judith Kuckarts Roman «Lenas Liebe» von 2002.

Dem Analyseteil stellt Miriam Kanne allerdings eine ausführliche Genese des Heimatbegriffes in der Literatur des 20. Jahrhunderts voran. So lassen sich die Entwicklung und die Unterschiede, etwa in puncto Zeit, Raum und Geschlecht sehr gut nachvollziehen. Bezeichnend für die weiblichen Heimatentwürfe ist – im Gegensatz zur traditionellen Heimatliteratur – der Topos des in der Beheimatung Deplatzierten, Heimatlosen. Die Heimat wird den Protagonistinnen fremd oder wirkt befremdlich und ist nicht mehr Schutz- oder Kompensationsraum. Der bisherigen Ordnung wird die Verwirrung entgegengesetzt. Brüche und Dissonanzen werden sichtbar. Und die Rolle der Frau verändert sich. Stereotypisierte Rollenvorstellungen werden aufgebrochen – die Frau wird nicht mehr als Subjekt marginalisiert oder als Verkörperung von Heimat gedeutet. Stattdessen wird das überkommende System hinterfragt und unterminiert.

Der Autorin ist hier eine sehr fundierte Analyse zeitgenössischer weiblicher Heimatliteratur gelungen, die die Augen für die Wandlung des tradierten Heimatbildes öffnet. Auch für Literatur- und Kulturwissenschaftler sehr empfehlenswerte Lektüre.

Miriam Kanne zeigt auf, welche Transformationsprozesse des traditionellen Heimatverständnisses in der zeitgenössischen weiblichen Literatur stattgefunden haben: Weg von der Deutung der Heimat als Ort des Eigenen, Bekannten und Vertrauten – hin zur Heimat, der das Fremde und Andersartige selbst innewohnt und nicht nur als deren Gegenteil begriffen wird. In den analysierten Texten geht es also darum, dass Heimat das Fremde und Andere beinhaltet und generiert. Oder um es mit den Worten Martina Ölkes zu sagen, die den Heimatbegriff bei Anette von Droste-Hülshoff näher untersuchte: «Das Fremde liegt nicht in der Ferne, sondern (auch) im heimatlichen Innenbereich.» ■

Miriam Kanne: Andere Heimaten – Transformationen klassischer «Heimat»-Konzepte bei Autorinnen der Gegenwartsliteratur, Ulrike-Helmer-Verlag, 480 Seiten, ISBN 978-3897413344

Inhaltsverzeichnis

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Tobias Wolff: «Unsere Geschichte beginnt»

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«Alles wird gut…»

Bernd Giehl

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Keine Sorge, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Atomkraft ist sicher. Vielleicht nicht in Japan, aber in Deutschland und ganz besonders in der Schweiz. Griechenland wird nicht bankrottgehen – und wenn doch, wird sich die Spekulation ganz bestimmt nicht gegen Irland oder Spanien richten, und wenn der Euro wider Erwarten doch die Flügel streckt, werden wir eben den Schweizer Franken als europäische Währung einführen. Ansonsten werden wir das Klima retten und die Wale natürlich auch. Sie sehen, es ist alles in bester Ordnung und nur noch eine Frage der Zeit, bis Libyen und Syrien Mitglieder der EU werden.

Nein, so schrill und wie Pfeifen im dunklen Wald klingen die Geschichten nicht, die Tobias Wolff erzählt. Auch ist die Lüge und der Selbstbetrug nicht so deutlich sichtbar wie in den Behauptungen, die ich eingangs aufgestellt habe. Aber in vielen Erzählungen von «Unsere Geschichte beginnt» geht es genau darum: Wie Menschen einer Gefahr ins Auge sehen und sie dann doch verdrängen. Wie sie in einem Moment der Hellsichtigkeit selbsterkennen und dann doch weiterleben, als wäre nichts geschehen. Sie machen sich etwas vor. Und darin gleichen sie uns.
Nur ist das alles sehr viel diskreter, als ich es gerade getan habe. Und wenn man sich von der ersten Geschichte dieses Bandes «Im Garten der nordamerikanischen Märtyrer» aufs Glatteis führen lässt, dann wird mancher sogar vehement bestreiten, dass es hier um Illusionen und Selbstbetrug geht. Denn Mary, die «Heldin» dieser Geschichte, eine abgehalfterte College Professorin, die auf der Suche nach einem neuen Job ist, verzichtet ja gerade auf die Lüge und erzählt dem Ausschuss, der sie einstellen soll, was dieser keinesfalls hören will. Aber sie weiß eben auch, dass sie sowieso keine Chance hat, sondern nur als Zählkandidatin fungiert.

Tobias Wolff

In den allermeisten anderen Geschichten des Bandes verhält es sich jedoch anders. In «Nebenan» werden Eheleute Zeugen häuslicher Gewalt in der Nachbarwohnung, ohne etwas dagegen zu tun. Stattdessen flüchtet zumindest der Mann sich in Tagträume – alles besser als die Realität, in der er lebt.  In der Geschichte «Im Zweifel für den Angeklagten» erlebt ein Amerikaner in Rom die extreme Armut im Auswanderer-Ghetto, wird ausgeraubt – und dennoch wird schon alles gut werden. Die Gesellschaft, für die er arbeitet und die er eigentlich verachtet, weil sie eigentlich nur schönen Schein produziert, wird ihm schon das Geld überweisen, das er braucht, um sein Hotel zu bezahlen. Es ist zwar alles nur Lüge und Illusion, aber es funktioniert, und das ist die Hauptsache. Ein Vater, der seinen verweichlichten Sohn zu einer Militärakademie bringt, damit endlich ein Mann aus ihm werde, spürt bei der Rückfahrt, dass es die falsche Entscheidung war, aber dann beruhigt er sich doch mit der Erkenntnis, dass das Leben ein Kampf sei und sein Sohn das eben lernen müsse («Nachtigall»).

Tobias Wolff ist in dem Erzählband «Unsere Geschichte beginnt» nicht nur ein guter Beobachter, sondern auch ein diskreter Erzähler. Jedenfalls erzählt er nicht mit erhobenem Zeigefinger. Seine Figuren sind nicht nur schwarz oder weiß. Und bei allem Selbstbetrug haben sie auch ihre guten Seiten...

Tobias Wolff ist nicht nur ein guter Beobachter, sondern auch ein diskreter Erzähler. Jedenfalls erzählt er nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Seine Figuren sind nicht nur schwarz oder weiß. Und bei allem Selbstbetrug haben sie auch ihre guten Seiten. Sie sind bestimmt gute Nachbarn und hilfsbereite Menschen. Sie passen sich an, haben Allerweltsgesichter, und sicher sind sie auch gute Staatsbürger, die pünktlich ihre Steuern zahlen. Und weil sie so sind, wie sie sind, geht eben alles seinen wohlgeordneten Gang. Sie sehen, meine Damen und Herren: Alles wird gut… ▀

Tobias Wolff, Unsere Geschichte beginnt, Erzählungen, 208 Seiten, Berlin Verlag, ISBN-13 9783827008527

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B.C. Schweizer: «Julia und Der Schattenmann»

Posted in B. C. Schweizer, Buch-Rezension, Günter Nawe, Literatur, Literatur-Rezensionen, Rezensionen by Walter Eigenmann on 22. November 2010

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«…aber das ist eine andere Geschichte»

Günter Nawe

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Es ist ein spätes Debüt, dass die Autorin B.C. Schweizer mit den Erzählungen «Julia und Der Schattenmann» vorlegt; Geschichten teilweise vor dem Hintergrund der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts – von der Nachkriegszeit bis ins Heute.
Es sind Erzählungen, die sicher auch etwas mit der Autorin, mit ihrem eigenen Erleben zu tun haben. Der oft sehr persönliche Ton ihrer Texte belegt dies. Hinter dem Pseudonym B.C. Schweizer verbirgt sich Prof. Dr. Barbara Schaeffer-Hegel, von 1980 bis 2002 Professorin für Erziehungs-Wissenschaften an der TU Berlin. Studiert hat sie Politik-Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Romanistik. Außerdem hat sie feministische Grundlagenforschung betrieben.
Von all dem scheint etwas durch in diesen sehr sensiblen Erzählungen, in deren Mittelpunkt vorwiegend Frauen stehen. In der Ich-Erzählung «Margitta und der Schattenmann» geht es um die Begegnung einer jungen Frau mit einem jungen Mann, der erfahren musste, dass sein geliebter Onkel ein Naziverbrecher war. An diesem Wissen ging nicht nur die Beziehung zu Margitta kaputt; Henry selbst ging daran zugrunde.
Verletzliche Wesen allesamt, die Figuren der B.C. Schweizer. Und deshalb jederzeit gefährdet. Und trotzdem oft standhaft die Brüche ihrer Biografien aushaltend. Ihre Traumata führen zu zu traurigen und oft dramatischen Erlebnissen. Und es ist die Fähigkeit der Autorin, ihre Sensibilität und ihrer einfach und schnörkellose Sprache, die den Leser nicht nur faszinieren, sondern auch innerlich teilhaben lassen.

Barbara Schaeffer-Hegel

In der längsten Erzählung dieses Bandes «Julia und die Liebe oder Die Reise nach Ronchamp» wird die Protagonistin von einer Liebe befallen, die Julia zur Frau machte – «wenngleich nicht ganz in dem Sinne, den man gemeinhin mit diesem Ausdruck verbindet». Sie bekam ihre Periode nicht – bis..! «Der Hormonstoß kam mit Pele… Seit die Gefühle für Pele sich Julias bemächtigt hatten, blutete sie – wie es sich gehört – in regelmäßigen monatlichen Abständen. Jungfrau blieb sie dennoch. Denn – so Pele: «Es wäre unverantwortlich, Julia an seine fragwürdige Existenz zu binden.» Für Julia brach eine Welt zusammen. Pele war homosexuell.
Alle späteren Beziehungen Julias litten unter diesem Trauma der so vermeintlich grundlosen Trennung von Pele – sei es zu Bechmann mit den vielen Freundinnen, sei es zu Christof, der jüdischer Herkunft war und darunter zu leiden hatte. Und immer noch war Julia Jungfrau. Auch mit Kurt gab es Probleme – auch wenn sie durch ihn endlich zur Frau werden sollte.

«Julia und Der Schattenmann» ist eine handvoll wunderbarer Erzählungen, die ganz leise daherkommen. Die Autorin B. C. Schweizer schreibt schnörkellos und einfach von den seelischen Belastungen, von Traumata und ihrer Überwindung, von der Verletzbarkeit der menschlichen Psyche, auch ihrer Standhaftigkeit.Alle Protagonisten in diesem Buch sind Frauen - doch ist es kein Buch nur für Frauen...

Wunderbar hat Schweizer die seelischen Verletzungen, aber auch die immer wieder aufkommenden Sehnsüchte und Hoffnungen der jungen Frau und die scheinbare Unmöglichkeit der Liebe beschrieben. Am Ende aber…
«Die Liebe aber sollte Julia erst Jahre später kennen lernen. Als sie die Hoffnung schon längst aufgegeben hatte und schon verheiratet war. Die Liebe war über alle Maßen herrlicher, betörender – sie war unermesslich viel köstlicher als Julia je geahnt hätte. Sie war aber auch grausamer und vernichtender als Julia eigentlich ertragen konnte. Und hätte sie beinahe das Leben gekostet. Aber das ist eine andere Geschichte.»

«Andere Geschichten» also erzählt die Autorin noch. Von einer außergewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung, von einem großen und einem kleinen Tod. Und mehr. «Geschichten, die das Leben schrieb», und die uns von B.C. Schweizer auf sehr schöne Weise «nacherzählt» worden sind. ■

B. C. Schweizer, Julia und Der Schattenmann, Erzählungen, 188 Seiten, Edition Cornelius/Projekte-Verlag, ISBN 978-3-86237-225-6.

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Bernhard Strobel: «Nichts, nichts»

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Die karge Welt der Verlierer

Günter Nawe

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Schnörkellos, beinahe minimalistisch lesen sich die Geschichten des Bernhard Strobel. Und sind gerade deshalb sehr intensiv und nachhaltig. Der junge Skandinavist aus Wien, Jahrgang 1982, hat bereits mit seinem ersten Erzählband «Sackgasse» auf sich aufmerksam gemacht – und bestätigt das positive Urteil der Kritik mit dem jetzt vorliegenden Band «Nichts, nichts».

Strobel beherrscht die Kunst des Weglassens, sodass am Ende nur noch das Wesentliche bleibt. Schließlich geht es in seinen durchweg kurzen Erzählungen um Menschen, denen ohnehin nicht mehr viel geblieben ist als Obdachlosigkeit, Sprachlosigkeit und Lebenstristesse. Seine Figuren sind Außenseiter, die sich am Rande der Gesellschaft «eingerichtet» haben und auch daraus noch vertrieben werden – ins Nichts.
So in der Titelerzählung «Nichts, nichts». Es ist eine Momentaufnahme zweier Menschen, die sich nichts zu sagen haben, die Fragen haben und keine Antworten. Ein kleiner «Dialog» zwischen Markus und Lara mag das belegen:
«’Was war denn mit dir los?’ fragt sie. ‚Weiß nicht’, sagt er. Nach einer längeren Pause sagt sie: ‚Willst du darüber reden?’  ‚Es kommt ja sowieso nichts dabei raus.’»…
So geht es weiter bis zur ultimativen Aussage «Nichts, nichts». Der Leser weiß nicht, worüber sie überhaupt hätten reden sollen. Es ist alles gesagt, da es nichts zu sagen gibt.

Bernhard Strobel

Bernhard Strobels Figuren befinden sich – und das ist sarkastisch gemeint – durchweg «in guter Gesellschaft» – dies auch der Titel einer weiteren Erzählung. Es ist Weihnachten, als der Ich-Erzähler konstatiert: «Ich will nicht behaupten, dass ich es satt habe, zu leben; aber die Vorstellung, sozusagen meine letzte große Feierlichkeit zu begehen, erfüllte mich in den vergangenene Tagen  immer häufiger mit einem Gefühl großer Wärme und Zufriedenheit.» Einundachtzig ist er, drei Scheidung hat er hinter sich, einen Wohnungsbrand verursacht und zwei Töchter, bei denen er wechselweise Wehnachten verbracht hat. Dann aber bekommt die Geschichte einen ganz anderen Drive.
So also gibt es Erzählungen mit einem guten Ende und Geschichten mit einem bösen Ende. Und alle bleiben irgendwie unvollendet, sodass der Leser sie weiterdenken kann oder muss.

Der österreichische Autor Bernhard Strobel hat in seinem neuen Prosaband «Nichts, nichts» Erzählungen vorgelegt, die von außerordentlicher Kunstfertigkeit sind, wie wir sie heute in der Literatur nur noch ganz selten finden.

Strobel schildert lakonisch die karge Welt der Verlierer. Manchmal wütend und dann wieder voller grimmiger Komik. «Du machst es einem nicht gerade leicht», ist einer der Sätze, die Strobel nicht nur zu einer Figur sagt. Auch der Leser könnte diesen Satz sagen. Nein, leicht macht es Strobel, machen es seine Protagonisten dem Leser nicht. Das ist aber auch letztlich nicht Aufgabe von Literatur.
Dieser Erzählband nimmt den Leser mit  in eine Welt der Verzweifelten, der Verweigerer, in eine Welt derer, die in ihr keinen Sinn mehr sehen. Und meist «geschieht» dann bei der Lektüre auch mit dem Leser etwas. Etwas, was ihn berührt, was ihn lehrt zu verstehen. Strobels Erzählungen sind zudem von einer Kunstfertigkeit, wie wir sie heute kaum noch zu lesen bekommen – und deshalb außergewöhnlich.
Bernhard Strobel ist also ein großartiger Erzähler, der sich Zeit lässt mit dem, was er zu sagen, zu erzählen hat. Umso wertvoller ist das Ergebnis. Und umso höher sind die Erwartungen an das nächste Buch. Es soll ein Roman werden… ■

Bernhard Strobel: Nichts, nichts – Erzählungen, 116 Seiten, Literaturverlag Droschl, ISBN 978-3-85420-766-5

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Rudolf Heinemann: «Die Uraufführung»

Posted in Buch-Rezension, Günter Nawe, Literatur, Musik, Rezensionen, Rudolf Heinemann by Walter Eigenmann on 3. August 2010

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Hechtsprung in die Musikgeschichte

Günter Nawe

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Die Reihe der Fachpublikationen, die Rudolf Heinemann vorzuweisen hat, ist beachtlich. Der studierte Musiker und Soziologe, promovierte Musikwissenschaftler und Redakteur (und, und…) ist bereits mehrfach für seine «Verdienste um die Deutsche Musik» ausgezeichnet worden. Jetzt hat er seinen vielen Berufen und Berufungen eine weitere angefügt und sich als veritabler Schriftsteller geoutet – mit der herrlich satirischen Erzählung «Die Uraufführung».
Seinem Metier, der Musik, ist er auch hier treu geblieben. Seine Insider-Kenntnisse des Musik- und Kulturbetriebes sind ihm dabei sehr zustatten gekommen. Und so ist ihm eine wunderbare Persiflage auf die manchmal recht eigenartigen Umtriebe, kuriosen Erscheinungen und fatalen Auswirkungen gelungen – verpackt in die spannende Geschichte um Anton Schriller und seinen außergewöhnlichen Eintritt in die Musikgeschichte.

Dieser Anton Schriller, geschieden, ist gelegentlicher Besucher in einem Etablissement, in dem ihm eine wunderschöne und geheimnisvolle Chinesin zu Diensten ist. Bei ihr findet er von Mal zu Mal die höchste Erfüllung seiner sexuellen Wünsche. Am Ende zieht er sich bei einem Superorgasmus einen Hinriss zu. Der wiederum führt zu entrückten Zuständen bis hin zum Gedächtnisverlust. Und das ist auf Dauer nicht unbedingt lustig.
Während Schriller also sein Leben so oder so vor sich hinlebt, seine Chinesin besucht, und sich musikalischen Genüssen hingibt, bereitet sich der Ort, in dem er lebt, auf ein kulturelles Ereignis der Sonderklasse vor: Die Uraufführung eines multimedialen Gesamtkunstwerks eines Großkomponisten, der Kontakt selbst mit Außerirdischen haben soll, steht bevor. Schon im Vorfeld wird darüber mehr oder minder klug diskutiert. Der aufmerksame Leser zeigt sich nicht nur höchlichst amüsiert, sondern vielfältig erinnert an reales Geschehen in Redaktionsstuben und kulturpolitischen Gremien.

Rudolf Heinemann

Und dann das Ereignis! «…während der Uraufführung schlendert Anton Schriller … wie die meisten Besucher im Stadtpark herum…». Über dem Park liegt ein riesiges Tonfresko, das das Publikum teils amüsiert, teils fasziniert oder langweilt. Plötzlich setzt sich ein geparkter Jaguar ohne Motorstart in Bewegung. In diesem Augenblick bekommt Schriller seine «Zustände». Er hechtet auf den Jaguar, der nun quer durch die Uraufführung rollt und im Abenddunst verschwindet. Verschwunden ist auch Schriller, bis er schlafend in einem Blumenbeet gefunden wird. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Wie also das Geschehen aber der Polizei und überhaupt erklären?
Oder war dieser Hechtsprung, der Schriller in die Musikgeschichte katapultiert hat, Teil der Inszenierung des Großkomponisten? Für die öffentliche und veröffentlichte Meinung Grund zu tiefschürfenden Auseinandersetzungen. Schriller aber ist das letztlich egal. «Sein Hechtsprung gehörte nun dazu. Sein Name war mit diesem Werk verbunden, ja, er würde bei dem Werk für immer mitgedacht werden. Das ist der Ruhm, dachte Anton Schriller.» Die Chinesin allerdings meidet er künftig.

Rudolf Heinemann hat mit «Die Uraufführung» eine amüsante Persiflage auf den Musik- und Kuturbetrieb geschrieben - eine sehr intelligente Erzählung voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung. Blendende Unterhaltung!

Alle bekommen in dieser brillanten Erzählung ihr Fett weg: die Medien und die selbstherrlichen Kritiker, die Kulturpolitiker, der Komponist dieses multimedialen Events, dem es nicht mehr allein um die Musik, sondern mehr um das Aufsehen geht. Und das Publikum, dem es häufig einfach nur darum geht, bei einem solchen Event dabei gewesen zu sein. Das Dèja-vu-Erlebnis des Lesers wird individuell verschieden sein – ist aber in jedem Fall gegeben.

Für diese Geschichte findet der Autor den richtigen Ton. Rudolf Heinemann hat ein wunderbares, kleines Buch geschrieben, ein – um in der Sprache der Musik zu bleiben – Scherzo: voller Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung. Blendende, intelligente Unterhaltung! ■

Rudolf Heinemann, Die Uraufführung, Eine satirische Erzählung, 110 Seiten, BUCH&media (Allitera), ISBN 978-3-86520-362-5

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Leseproben

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Alexandra Lavizzari: «Flucht aus dem Irisgarten»

Posted in Alexandra Lavizzari, Buch-Rezension, Karin Afshar, Literatur, Rezensionen by Walter Eigenmann on 30. Juli 2010

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…und träumte sich die Seele wund

Karin Afshar

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Das Hardcoverbuch mit den elf Erzählungen ist in diesem Jahr erschienen, edel sieht es aus – die beiden grazilen Irisblüten am rechten Rand erwecken den Eindruck, als wollten sie sich aus dem Blickfeld stehlen, flüchtig und nicht von dieser Welt.
Alexandra Lavizzari (*1953 in Basel) ist eine Schweizer Schriftstellerin und Literaturkritikerin. Aus dem Klappentext erfährt man, dass sie in Rom lebt, verheiratet ist und drei Kinder hat; früher hat sie in Nepal, Pakistan und Thailand gelebt.
Die Erzählungen zwischen den Buchdeckeln spielen in der heutigen Zeit. Ihre Sprache ist leicht, was nicht heißt, dass die Sätze einfach aneinandergereihte Aussagesätze wären. Manche muss ich mehrmals lesen, um sie zu verstehen, denn sie sind lang, verschachtelt. Aber das tue ich gerne – sie schmecken beim zweiten Hinlesen noch besser, bekommen eine je eigene Melodie.

Lavizzari entwirft zunächst einen realistischen Hintergrund, vor dem sie dann die Geschehnisse entrollt. Es geht um Frauen, Männer, Kinder, die sich in der eigenen Haut nicht wohl fühlen, die nirgends, vor allem nicht im Familienkreis, heimisch sind. Es sind Entwurzelte in Basel oder im Tessin, in Schweden oder Süditalien: der jeweilige Ort – ganz bestimmt nicht zufällig gewählt – ist die Bühne, auf der sich die unbehagliche Entfremdung im Alltag der Figuren abspielt. Flucht ist ihr Motiv, einmal als blinde, unbewusste Sehnsucht nach dem Anderswo, ein andermal aus Angst, in einer Identität, die nicht als die eigene anerkannt wird, erstarren zu müssen. Es geht um das Loslassen alter Verletzungen, um die Weigerung, zu vergessen (weil z.B. Vergessen Verrat sein könnte), es geht um das Einfrieren in Gewesenem, weil man dem Leben nicht traut, um das Nachgeben einer Begierde gegenüber und den Preis, den man dafür bezahlen muss.
Jenseits der Schleusen ins Unterbewusste greifen die Worte und Bilder der Hier-Welt nicht mehr. Dafür braucht es «andere» Bilder – eben übernatürliche. Es gelingt Alexandra Lavizzari in jeder Geschichte, im Leser die Verbindung zu archetypischen menschlichen Geschichten herzustellen, ohne die profanen Bezeichnungen der Welt zu benutzen. Sie tut es detailreich, aber nie aufdringlich.

In der ersten Geschichte – «Schwimmen» – ist es ein Buch, in das sich die von ihrem Mann ‘Forelle’ genannte Else in ihrer Sehnsucht nach dem Meer versenkt. Der erste Satz in diesem Buch, den wir am Ende der Geschichte erfahren, setzt auch schon gleich eine erste Wegemarke durch das vorliegende Buch: Wasser.

Alexandra Lavizzari

Wasser ist das Ursymbol des Lebens und lebensspendendes Elixier. Es steht für Schöpfung, Geborgenheit, Reinheit, Heilung und stellt die Verbindung zu etwas Göttlichem dar. Ohne Wasser ist Leben auf dieser Erde nicht vorstellbar. Wasser, Meer, Schnee, Wasserfall, See – diese Bilder ziehen sich durch mehrere der Geschichten – und sie führen allesamt in die Vergangenheit der Protagonisten, in der etwas begraben und versunken liegt. Das ist schlüssig, hat Wasser doch auch mit dem Unbewussten, dem vor der Zeit und dem nicht in der Zeit Liegenden zu tun.

Die Geschichte «Flucht aus dem Irisgarten», der das Buch den Titel verdankt, hat vordergründig nichts mit «Wasser» zu tun, dafür mit einer weiteren Allegorie:  Der Garten ist die Wohnung der Seelen, der Gärtner selbst ist der Schöpfer des Lebens und in einem Garten bilden Menschen das Paradies nach. Doch lesen Sie selbst, was Alexandra Lavizzari mit den Bildern zaubert.
Sie zeigt auf diesen fünf knappen Seiten das Können einer Schriftstellerin, die mit Sprache malt und umsichtig und klug genau das ungesagt lässt, was der Leser in sich selbst finden muss. Diese Erzählung ist m.E. die bildhafteste von allen.

In der Erzählung «In ihren Armen» ist es ein Umschlag mit Samen, der der Erzählerin überreicht wird. Nun werden wir in eine Geschichte geführt, an deren Ende eine aus eben diesem Samen hervorgegangene Zimmerpflanze in rasend schnellem Wachstum ein alterndes Ehepaar umschlingt und erwürgt. Auch hier  das Bild des zur Pflanze werdenden Menschen, des von der Pflanze verschlungenen Menschen. Die Figuren der Geschichte sind auf schicksalhafte und unlösbare Art miteinander verbunden. Die Geschichte liest sich nicht ganz so flüssig, aber das mag daran liegen, dass – obwohl die gleiche Sprache – das Schweizerische Ausdrücke kennt, die dem Deutschland-Deutschen fremd sind.

Die schaurig-spannenden Erzählungen in Alexandra Lavizzaris «Flucht aus dem Irisgarten» haben mich nicht losgelassen, bis ich das Buch ausgelesen hatte. Der Versuch, es aus der Hand zu legen, scheiterte, aber als ich schließlich doch die letzte Zeile gelesen hatte, war mir, als stünde da: «Ich bin das Meer». (Dr. Karin Afshar)

In «Spiegelspiel» geht es um einen Schlüssel, von dem der Leser bald ahnt, dass er zum Zimmer des jüngeren Sohnes gehört, der acht Jahre zuvor Selbstmord begangen hat. Schlüssel wie auch Spiegel – Allegorien.
In den Metaphern und Allegorien schimmert Lavizzaris «persische Geschichte» durch. Sie hat Übersetzungen aus dem Persischen (Warqa und Gulschah von Ayyuqi, literarische Übersetzung aus dem Persischen, 1992 ) veröffentlicht und sich als Ethnologin und Islamwissenschaftlerin ganz gewiss mit den Metaphern sowohl des Koran, als auch der persischen Lyrik und Mystik auseinandergesetzt.

Beim Lesen legt sich bald eine melancholische Stimmung aufs Gemüt, denn fast alle Schicksale münden in Tragödien, oder bleiben zumindest offen, was nicht unbedingt Raum für Hoffnung lässt. «Cristallina» – letzte Erzählung des Bandes – lässt hingegen nichts offen. Ein Mann, der über eine vor 28 Jahren verschwundene Dichterin seine Dissertation geschrieben hat, kommt in das Bergdorf, in dem man die Verstorbene zuletzt gesehen hat. Er recherchiert vorsichtig, unaufdringlich, aber doch deutlich. Und die behinderte Tochter des Herbergspaares, das nicht unverdächtig ist, hilft ihm, ohne zunächst zu ahnen, dass beide dengleichen Menschen meinen. In seinem Ehrgeiz, mehr Informationen zu bekommen, legt der Fremde einen Köder aus, mit dem nun endgültig die die Beteiligten überfordernde Vergangenheit ans Licht kommt. Enden kann dies nur auf eine einzige Weise. Der Kristall ist ein periodisch geordnetes System mit Gitterstruktur – und: Leben heißt Strukturen wandeln, Sterben heißt, sich nicht mehr zu verändern.

Die schaurig-spannenden Erzählungen haben mich nicht losgelassen, bis ich das Buch ausgelesen hatte. Der Versuch, es aus der Hand zu legen, scheiterte, aber als ich schließlich doch die letzte Zeile gelesen hatte, war mir, als stünde da: «Ich bin das Meer». ■

Alexandra Lavizzari, Flucht aus dem Irisgarten, Erzählungen, 180 Seiten, Zytglogge-Verlag, ISBN 978-3-7296-0802-3

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Leseproben

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Literaturwettbewerb «Winter und Weihnachten»

Posted in Literatur, Literatur-Ausschreibungen, Weihnachten 2009 by Walter Eigenmann on 22. September 2009

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Weihnachtsgeschichten für Erwachsene

literaturpodiumDas deutsche «Literaturpodium» ruft zu einem Literaturwettbewerb «Winter und Weihnachten» auf. Eingesendet werden können Erzählungen und Gedichte «rund um Winterlandschaften, Adventszauber und Knecht Ruprecht. Form und Inhalt sind frei variabel. Wert gelegt wird auf literarische Qualität und Eigenständigkeit. Weihnachtsgeschichten für Erwachsene sind gesucht, auch kann dem nachgegangen werden, warum der Schnee immer öfter ausbleibt. Von der gelungensten Überraschung aus Kindheitszeiten ließe sich berichten u.v.a.». Es dürfen maximal zwölf Gedichte eingereicht werden. Prosa sollte 15 Seiten nicht überschreiten, Auszüge aus einer längeren Erzählung sind möglich. Einsende-Schluss ist am 27. Dezember 2009, die weiteren Details finden sich hier.

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Mauricio Botero: «Don Ottos Klassikkabinett»

Posted in Buch-Rezension, Literatur, Mauricio Botero, Musik, Rezensionen by Walter Eigenmann on 15. August 2009

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Musikalische Poesie für feinsinnige Gourmets

Walter Eigenmann

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Botero_Don Ottos Klassikkabinett_CoverWas geschieht, wenn ein feinsinniger Dichter wie der Kolumbianer Mauricio Botero der Musik als seiner großen Liebe ein Poesie-Bändchen widmet? Es geschieht «Don Ottos Klassikkabinett». Das sind 31 Geschichten und Geschichtchen, vielmehr: 31 Albumblätter, die je ein bedeutsames bzw. berühmtes Stück der Musikgeschichte zum Anfangs- und Endpunkt von menschlichen und zugleich philosophischen bis witzigen Begegnungen nehmen. Auf eine wirklich so unnachahmliche Art, dass man meint, beim Lesen die Aura selbst des fraglichen Werkes ins Ohr zu kriegen.

Eigentlich ist «Don» Otto Roldán nur ein unscheinbarer CD-Verkäufer, der im «Chapinero», einem äußerst belebten Viertel im Nordosten von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, und zwar gleich gegenüber der gewaltigen «Nuestra Señora de Lourdes», gemeinsam mit seiner treuen Gehilfin Adela einen offenbar gutgehenden Musikladen betreibt. In diesem seinem Hort zur Musikalischen Einkehr, genannt «La Caja de Música» (Die Musikschachtel), empfängt Don Otto nun tagtäglich Fremde, Käufer, Leute, Menschen: «Schweigsame, harmonische, atonale oder misstönende Menschen kommen hier vorbei. Auf der Suche nach den großen Werken bevölkern sie die Partitur des Lebens.»
Und da trifft er sie denn alle, die schrillen Choleriker oder stillen Melancholiker, die diskutierfreudigen Intellektuellen oder maulfaulen Bauern, die kulturbeflissene Lehrerin oder die versnobte Direktorenfrau, den ausgeflippten Teenager oder den korrekten Buchhalter – und was der Stereotypen mehr sind.
Denn ums psychofiligrane Zeichnen von Figuren geht’s in diesem kunterbunten Botero-«Kabinett» der Personen und Stücke nicht so sehr als vielmehr darum, wie alle diese Gebildeten oder Doofen, Neugierigen oder Gelangweilten, Hoffnungsvollen oder Leidenden, Erfolgreichen oder Gestrandeten mit Musik agieren, auf Musik reagieren – und damit über sich und die Werke und das un-erhörte Dazwischen eine erstaunliche Menge preisgeben.
Da steht dann plötzlich eine Horde Punks in Don Ottos Laden, «mit Haaren in Farben, wie die Natur sie nicht nachzuahmen versucht», und verlangt «nach einem kleinen Juwel von Messiaen, Das Erwachen der Vögel», welches Don Otto ungern hergibt, weil einziges Exemplar, aber dann die CD doch an die erstaunlich wissensdurstigen Punks verkauft, weil sie ihn um «ein Vorurteil ärmer» machten; Dann wären da die zwei miniberockten jungen Wasserstoff-Blondinen, die just zum «Allegro vivace» aus Beethovens dreizehnter Klaviersonate hereingestöckelt kommen «wie die Leichte Kavallerie von Franz von Suppé» und nach was «schönem Klassischem» verlangen, wonach Vivaldis «Vier Jahreszeiten» ins Gespräch kommen, aber auch Fragen nach dem Zölibat des Prete rosso und seiner WG mit zwei Schwestern; Oder dann war da Elena, die Schwarz trug, Latein konnte, «sich in irgendeinem nächtlich Bezirk verlaufen hatte, so dass sie heute keine Sonne mehr finden kann» – und nervös nach «irgendeinem» Requiem suchte, bei dem «durchschimmernd hellen Werk» von Fauré fündig wurde, um damit schließlich «zur Ruhe zu kommen», sodann die Handtasche zu öffnen, eine Pistole hervorzuziehen und sich in die Schläfe zu schießen; Oder beispielsweise jener «weder alte noch junge» Mann, der einen körperlichen Tick nach dem anderen zeitigt, je länger er in Ottos Laden der «Schöpfung» Haydns zuhört, und sich zu schlechter Letzt, nach einem tiefen Gespräch über Musik und Gott, als «ein einziges zuckendes Nervenbündel» aufmacht «in die durchscheinende Einsamkeit Bogotas, die voller Licht ist, auch wenn die Sonne sich manchmal gar nicht zeigt.»

Mauricio Botero

Mauricio Botero (*1948)

Mauricio Botero ist, offensichtlich von einer hervorragend nachdichtenden Übersetzung aus dem Spanischen durch Peter Kultzen unterstützt, in diesem «Klassikkabinett» ein Virtuose des szenischen Kontrasts und der frappanten Skurillität ebenso wie der (musik-)ästhetischen Reflexion und des entlarvenden Dialogs, ein Meister der buchstäblich leisen Töne, doch auch des schockierenden Paukenschlages. Keines seiner Kapitel ohne Humor, ja Sprachwitz, aber auch keines ohne feingewogenen Hintersinn – sei’s nun der «besprochenen» Musikstücke, sei’s der «behandelten» Menschen. Der kleine CD-Laden des Don Otto gerät so zum Abbild eines wahren kulturgeschichtlichen Kosmos’, auch wenn es sich bei den vielen zitierten Tonwerken von Händel bis Bartok um ausnahmslos sehr berühmte Stücke handelt, denen diese «Neuentdeckung» durch Don Ottos Klassik- bzw. Horrorkabinett höchst gut tut (und welche die Lektüre auch für musikalische Laien sehr zum Gewinn macht!).
Verführerisch ist es dabei, Boteros 31 Kleinode des ebenso informativen wie pointenreichen Reisens durch Musik- und Menschen- und Gedankenwelten in einem Aufguss zu verschlingen, so bescheiden, ja unscheinbar kommen diese Geschichtchen daher. Doch nichts dümmer als das; vielmehr sind sie wohldosiert zu genießen, um ihren je unverwechselbaren Gout zu spüren, nehme man unbedingt nur einen oder zwei Bissen aufs Mal zu sich, sonst verliert dies spezielle Gericht seine geschmacklichen Verknüpfungen. «Don Ottos Klassikkabinett» bedarf des langsamen Genusses eines jeden einzelnen Häppchens, damit sich das reiche Gesamt-Bouquet entfalten kann. Ein Gourmet-Mahl für «Kenner und Liebhaber» und für «stille Genießer» – ein intellektuelles Vergnügen. Jedenfalls war es höchste Zeit, dass ein europäischer Verlag sich dieses hierzulande völlig unbekannten Schriftstellers annahm (Boteros «Klassikkabinett» erschien im Orignal bereits 2001 in Kolumbien und wurde dort noch im gleichen Jahr mit dem Premio Nacional de Cuento ausgezeichnet), zumal in dieser schmucken Form eines sorgfältig gestalteten Geschenkbändchens. Eine sehr verdienstvolle Entdeckung des Zürcher Unionsverlages.

Mauricio Botero, Don Ottos Klassikkabinett, Unionsverlag, 188 Seiten, ISBN 978-3293004092

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Inhalt

Vorbemerkung – Das Erwachen der Vögel – Vivaldi – Borodin – Bela Bartok – Das wohltemperierte Klavier – Beethoven – Händel – Johann Sebastian Bach – Prokofiew – Mozart – Opus 70 Nr. 1 (Geistertrio) – Brahms – Adagio und Lumen – Schola Cantorum Romana – Ave verum corpus – Pange lingua (Modus tertius) – Die Klaviersonate Nr.31 – Requiem – Ouvertüre 1812 – Espana – Tantum ergo – Schumann – Schubert – Polonaisen – Strauss – Rigoletto – Telemann – Adagio molto delicato – Die Schöpfung – Symphonie mit dem Paukenschlag – Die siebte Symphonie in A-Dur

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Probeseiten

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Schweizer Literaturzeitschrift SCRIPTUM digitalisiert

Posted in Literatur, Literatur-Zeitschriften, Scriptum, Walter Eigenmann by Walter Eigenmann on 31. Juli 2009

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SCRIPTUM – Neue Blätter für Literatur (1990-98)

Walter Eigenmann

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SCRIPTUM Nr.1 / 1990

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SCRIPTUM Nr.31 / 1998

Vom Sommer 1990 bis im Frühjahr 1998 wurde vom Autor die Literaturzeitschrift SCRIPTUM herausgegeben. In insgesamt 31 vierteljährlich erschienenen A4-Heften wurden dabei auf weit über 1’000 Seiten Essays, Prosatexte, Gedichte, Theaterstücke, Reportagen, Interviews und Rezensionen von über 400 bekannten und weniger bekannten SchriftstellerInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Europa abgedruckt.  Schon bald nach dem Start eroberten sich diese «Neuen Blätter für Literatur» (später: «Das Schweizer Literaturmagazin»), welche von Beginn weg auf sprachliche Qualität, thematische wie stilistische Breite sowie inhaltliche Originalität setzten, einen festen Platz in der internationalen literarischen Landschaft. Kaum ein Literaturbereich, eine literarische Strömung, ein vielversprechender Name im zeitgenössischen Literaturleben, der/die/der nicht auch seinen Niederschlag in den Neuen Blättern für Literatur gefunden hätte:  Vom Haiku bis zur Konkreten Poesie, vom Shakespeare-Essay bis zur pornographischen Satire, vom Polit-Report bis zum Prominenten-Interview, vom Länder-Portrait bis zum dörflichen Literaturwettbewerb war während des 8-jährigen Erscheinens des Heftes alles zu lesen.
In seinen Spitzenzeiten hatte SCRIPTUM eine für sein Genre schier unglaubliche Auflage von 3’000 Exemplaren und war in den großen Buchhandlungen ebenso präsent wie in den wichtigen Bibliotheken. Im Soge dieses Erfolges konnte sich übrigens das Magazin eine weitere, in der internationalen Szene besonderes Aufsehen erregende Rarität leisten: ab der zehnten Nummer schüttete SCRIPTUM konsequent Autorenhonorare (wenngleich auch naturgemäß bescheidene) aus,  sämtliche Abo- und Werbe-Einnahmen wurden umgehend an die SchriftstellerInnen weitergereicht.
Im Laufe der Jahre durfte der Herausgeber selbstverständlich auch zahlreiche kompetente Persönlichkeiten zu seinen ständigen redaktionellen Mitarbeitern zählen. Sie alle hier namentlich zu nennen führte zu weit; Auskunft geben die Impressum-Angaben der jeweiligen Heftausgaben. Fest steht, dass sie je die Inhalte und Präsenz von SCRIPTUM teils maßgeblich beeinflussten; Ihre langjährige Arbeit sei hier in corpore nochmals öffentlich verdankt. Nicht ohne Dank bleibe schließlich auch die zweimalige finanzielle Unterstützung durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in der Anfangsphase der Zeitschrift; dies staatliche Engagement hat nicht nur mit Geld geholfen, sondern als Anerkennung die Blattmacher auch motiviert.

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SCRIPTUM Nr.2 / Seite 16

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SCRIPTUM Nr.30 / Seite 19

Im Sommer 1998 kam dann das Aus für SCRIPTUM; die Nummer 32 war zwar weitgehend konzipiert, konnte aber nicht mehr realisiert werden: Einschneidende personelle Änderungen innerhalb der Redaktion, eine ungenügend gestützte «Kapitaldecke», auch die absehbare allgemeine «Machtübernahme» so vieler Printmedien durch das Internet, vor allem aber die inzwischen massiv gestiegenen Druck- und Versandkosten zwangen nach knapp acht Jahrgängen schließlich zur Beerdigung des idealistisch-utopischen Literaturprojektes SCRIPTUM.
Dem Herausgeber wurde das Ende der Zeitschrift «erleichtert» durch die Gewissheit, unzählige interessante (auch experimentelle) literarische Strömungen begleitet, zahlreichen jungen und/oder unbekannten Schreibenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem ersten beachteten «Auftritt» verholfen, so manchem mittlerweile international bekannten Schriftsteller eine reputierte Publikationsplattform geboten, grenzüberschreitende Autoren-Netzwerke initiiert sowie persönlich im Laufe der Jahre viele menschlich bereichernde Kontakte in alle Welt geknüpft zu haben. Walter Eigenmann -

Eine kleine Auswahl repräsentativer Presse-Stimmen aus jener Zeit

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Luzerner Woche_1996

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Badener Tagblatt_1996 Impressum_1993 Fuldaer Zeitung_1997 Panorama_1994

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Sämtliche SCRIPTUM-Jahrgänge sind komplett ausverkauft. Doch seit kurzem liegen alle Hefte in einer bild-digitalisierten und ausdruckbaren Form (pdf-Format) auf DVD vor. Die DVD ist bei der Redaktion zu beziehen gegen Fr. 15.- (Inland) bzw. EUR 15.- (Ausland), jeweils inkl. Verpackung & Versand. (Lieferung nur gegen Vorkasse; Kein Einzelheft-Verkauf; Bitte benützen Sie für Ihre Bestellung ausschließlich den folgenden —> Bestell-Link).

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Inhalte aller 8 Jahrgänge

Heft_01_1990_Seite01Heft 01 / 1990

(«Neue Blätter für Literatur»)

Essays
Bodo Wenzlaff: Zeitgeist (4); Peter Stiegnitz: Die abgeklärten Aufklärer (16); Maria Hauck: Vom Kranksein (30)

Prosa
Jürg Hanselmann: Das Sackmesser (22); Mara Wegmann: Salve (26); Christian Urech: Es war einmal (34)

Lyrik
Marita Capol: 3 Gedichte (10); Fy Lüthi: 3 Gedichte (14); Michael Marx: 2 Gedichte (32); Weitere Lyrik von Günter Harnisch (27,31), Robert Reuling (9,13), Urs Richle (40), Oliver Thiele (17,18,19)

Satiren
Dorit Böhme: Von den Freuden des Schreckens (8); Hans Gysi: Panoptikum in Prosa (12)

Theater
Herbert Jost: Hamlets Rückkehr (35)

Illustrationen
Herbert Jost: Ich tanze im Licht, Tusche

Impressum (9)

Heft_02_1990_Seite01Heft 02 / 1990

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (2)

Essay
Günter Harnisch: Der meditative Mensch (14)

Prosa
Bernd Giehl: Höhenfeuer (20); Horst Seidler: Das Jahrhundert der Katastrophen (26), Pia Maria Brunner: 2 Prosa-Stücke (32)

Lyrik
Fry Lüthi: 3 Gedichte (25); Winfried Kretschmer: 6 Gedichte (31); Weitere Lyrik von Lothar Reese (15,16), Sibylle Luckenbach-Tenner (17,18), Roland Tixier (23)

Theater
Carlos da Costa: Schreiber (4)

Impressum (19)

Heft_03_1991_Seite01Heft 03 / 1991

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (2)

Essay
Peter Stiegnitz: Wahrheit und Wirklichkeit (4)

Prosa
Wendel Schäfer: Die Belastungsprobe (14); Norbert Schmid/Sternmut: Die Auferstehung (16); Oliver Gassner: Freudiana (19); Oliver Thiele: Der Freund (20); Manfred van Well: Nachts (28)

Lyrik
Werner Görischk: Was so wird (10); Susanna Hobi: Gedicht (15); Ruben Mullis: Gedicht (32); Weitere Lyrik von Cora Brandt (17,18), Joana Hofer (29,30), Axel Ressler (21,22), Rudolf Schmeiser (25,26), Christa Schmitt (27), Karl Seemann (5,6,7)

Satiren
Ralf Weisbecker: Positives Denken (8); Herbert Jost: Der Einzige (12);

Theater
Raphaela Schwyter: Saurer Frühlingswein (24)

Impressum (22)

Heft_04_1991_Seite01Heft 04 / 1991

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (2)

Essays
Rolf Stolz: Neue Kultur – Volkskultur? Über die kulturelle Selbstbestimmung in einem anderen Europa (4); Bodo Wenzlaff: Über Vernunft und Gefühl (28)

Prosa
Christian Urech: Der Flug (24); Karsten P. Sturm: Landscapes (27); Rita Binder: Der Schrank (32)

Lyrik
Karl-Heinz Schreiber: 2 Gedichte (22); Hannelore Furch: 3 Gedichte (26); Weitere Lyrik von Matthieß von Bonin (11,12,13), Annegret Gollin (36), Peter Würl (29,30,31)

Satire
Go Verburg: Kirchenkollekte (19)

Theater
Roland Spranger: Warum waschen? (14)

Manuskriptbörse/Marktplatz (23)

Impressum (35)

Heft_05_1991_Seite01Heft 05 / 1991

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Bodo Wenzlaff: Über das Wir und das Ich (4); Tim Krohn: Autobiographie als Selbstverwirklichung? Über die neue Innerlichkeit in der Schweizer Literatur, Teil 1 (28)

Prosa
Natalie Kuhn: Karem (10); Frank L. Ludwig: 3.10.1990 (12); Wendel Schäfer: 2 Prosastücke (14); Reinhard Hölbling: Die Kieselsteine (22); Peter Fahr: Begegnung (24); Peter Sigg: Im Park (27); Herbert Jost: Geschichte aus Amerika (32)

Satire
Kurt Tutschek: Das Höschen der Mona Lisa (18)

Lyrik
Fry Lüthi: 3 Gedichte (7); Frank L. Ludwig: 2 Gedichte (13); Hans Gysi: 3 Gedichte (26); Weitere Lyrik von Annegret Gollin (5), Kurt Konrad (19,20), Sibylle Luckenbach-Tenner (25), Peter Sigg (27), Annette Wildi (33,34,35), Christian Sczesny (23)

Ausschreibungen (8)

Manuskriptbörse (15)

Marktplatz (16)

Namen&Nachrichten (17)

Kurzrezensionen (21)
Walter Eigenmann: Züsli-Niscosi, «Dennoch», Cantina Verlag; Stiegnitz, «Lügen lohnt sich», Haag+Herchen Verlag; Wagemann, «Rauslassen, Rad ab, Ver-Einigung», Gauke Verlag

Graphik (36)

Impressum (6)

Heft_06_1991_Seite01Heft 06 / 1991

(«Neue Blätter für Literatur»)

Essays
Tim Krohn: Autobiographie als Selbstverwirklichung? Über die neue Innerlichkeit in der Schweizer Literatur, Teil 2 (4); Bodo Wenzlaff: Die Vision «Europa», Zukunft als Krisenmanagement (20)

Prosa
Georges Raillard: Besuch im Paradies (8); Ursula Noser: Sonderlings Beerdigung (16)

Satire
Knollo (Pseudonym): Treffen sich zwei Bayern (12)

Lyrik
Hannelore Furch: 3 Gedichte (11); Rainer Wedler: 3 Gedichte (14); Bruno Schlatter: 7 Gedichte (18,19); Germain Droogenbroodt: 3 Gedichte (30); Weitere Lyrik von Kurt In Albon (22,23), Wolfgang Lichtensteiger (10)

Theater
Perikles Monioudis: Herr Ott (26)

Illustrationen
Gilbert Piller: Öl auf Leinwand, 1982 (1); Harald Lux: Apokryphen I, Tuschezeichnung (31); Reinhard Hölbling: Stilleben, Photocollage (32)

Ausschreibungen (24)

Manuskriptbörse&Marktplatz (13)

Neuerscheinungen (15)
Gmellus, «Im Liebesrausch des Feuervogels»; Kunold/Lommel, «Männersuche»; Schmitt, «Vor dem Ende der Lesekultur»; Stiegnitz, «Eliten»

Impressum (17)

Heft_07_1992_Seite01Heft 07 / 1992

(«Neue Blätter für Literatur»)

Essays
Tim Krohn: Autobiographie als Selbstverwirklichung? Über die neue Innerlichkeit in der Schweizer Literatur, Teil 3 (4); Peter Fahr: Weißes Kreuz auf braunem Grund, Zum Rassismus in der Schweiz (22)

Prosa
Thomas Frisch: Skylla (16); Horst Seidler: Maigeburten (20); Michaela Seul: Eine Liebe im Herbst (25)

Satiren
Rainer Wedler: Darum ist es am Rhein so schön (12); Michael Tonfeld: Aktion «Ein Herz für Arbeitslose» (26); Manfred Wieninger: 5 Mikrodramen (30)

Lyrik
Marcel Haag: 3 Gedichte (15); Burghard Damerau: 2 Gedichte (17); Weitere Gedichte von Renald Lilge (21), Hadayatullah Hübsch (13), Günter Born (23,24)

Theater
Patrick Cotti: Kein Stück (28)

Illustrationen
Kolibri (Pseudonym): Tusche-Zeichnungen (32)

Manuskriptbörse&Marktplatz (9)

Ausschreibungen (10)

Neuerscheinungen (11)
Samwald, «Sucht nach Zärtlichkeit»; Andreotti, «Die Struktur der modernen Literatur»; Kemper/Kaptein, «Jahreszeit»

Rezensionen (18)
Siegfried Wyler: Andreotti, «Die Struktur der modernen Literatur», Haupt Verlag; Bernd Giehl: Züsli, «Dennoch», Cantina Verlag

Impressum (21)

Heft_08_1992_Seite01Heft 08 / 1992

(«Neue Blätter für Literatur»)

Essays
Tim Krohn: Autobiographie als Selbstverwirklichung? Über die neue Innerlichkeit in der Schweizer Literatur, Teil 4 (4); Mario Andreotti: Der moderne Mensch zwischen Mythos und Realität, Zu einer notwendigen Provokation der literarischen Moderne (24);

Prosa
Wolfgang Gsell: Begegnung mit einem Dichter (8); Siegfried Holzbauer: 2 Storys (14); Michaela Seul: Coitus infernale (16); Brigitte Fuchs: Gruppenaufnahme (20)

Satire
Wolfgang Reus: Begegnung im Park (22)

Lyrik
Karl-Heinz Barwasser: 4 Gedichte (7); Martin Kirchhoff: 3 Gedichte (13); Reto Baer: 3 Gedichte (15); Weitere Lyrik von Walter Haas (21), Volker Weber (23), Michael Arenz (29)

Grafik
Brigitt Filippini: 4 Variationen über «scriptare» (10,12,32)

Manuskriptbörse&Marktplatz (9)

Ausschreibungen (19)

Neuerscheinungen (11)
Widmer, «Der blaue Siphon»; Sollberger, «Lisi forever»; von Gunten, «Frauengesichter»; Wuneng, «West-östliches Kaleidoskop»; Zimmermann: «Einführung in die abendländische Geistesverwirrung»; Bezzel, Widmer, «Liebes böses Tier»; Krohn, «Surfer / Zeitalter des Esels»; Wondratschek, «Die Gedichte»

Rezensionen (18,19)
Herbert Jost: Stiegnitz, «Eliten», Edition Atelier; Tim Krohn: Widmer, «Der blaue Siphon», Diogenes Verlag

Impressum (21)

Briefe an die Redaktion (30)

Heft_09_1992_Seite01Heft 09 / 1992

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Bodo Wenzlaff: Von der Sprachlosigkeit (4); Rainer Wedler: Über das Lesen von Büchern (16); Erwin Jäger: Die Dimension des Schmerzes, Kommentare zu Francois Mauriac (24)

Ratgeber
Walter Eigenmann: Die 10 Gebote der Manuskriptgestaltung (10)

Prosa
Ulrich Raschke: Smoking (14); Jürg Moser: Ein ganz neuer Mensch (20); Marcus von Schmude: Heimweg (28); Peter Weingartner: 2 Prosastücke (29)

Lyrik
Ueli Schenker: 3 Gedichte (5,6); Willi Achten: 3 Gedichte (13); Zoran Drvenka: Gedicht (21); Erich Schirhuber: 6 Gedichte (22); Markus Bossmeyer: 2 Gedichte (26,27); Maya Hostettler: 3 Gedichte (30)

Grafiken
Frank Richter: 3 Textgrafiken (8)

Manuskriptbörse&Marktplatz (9)

Neuerscheinungen (11)
Rademacher, «Das Wesen»; Zimmermann, «Der Tod ist ein Freund»; Dominik, «Fraktale Endschaften»; Karr, «Lexikon der deutschen Krimi-Autoren»; Barwasser, «Das Ypsilon der verdrehten Achsel»; Nendza, «Glaszeit»

Ausschreibungen (18)

Rezensionen (18,19)
Bernd Giehl: Hutterli, «Stachelflieder», Edition Erpf; Harald K. Hülsmann: Literaturzeitschrift «Der Freibeuter», Wagenbach Verlag; Andreaus Goetz: Runzheimer, «Im Labyrinth der Analyse», Laakes Verlag

Impressum (21)

Heft_10_1992_Seite01Heft 10 / 1992

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Johannes Popp: Mensch ärgere dich nicht (24); Norbert Koschitz: Die Kolonialisierung des Sprechens (26); Andreas Goetz: Steht eine Hesse-Renaissance bevor? (30)

Prosa
Herbert Laschet: Für die Mabka mit (12); Conchita Herzig: Love Story (22); Daniel Mylow: Fliegen (28); Harald K. Hülsmann: Atom-Albert (32)

Satiren
Manfred Wieninger: 3 Mikrodraman (4)

Lyrik
Carlo Gianola: 3 Gedichte (5); Lyrik aus Argentinien: Virginia Rhodas, Carmen F. Lent (7); Reimer Eilers: Gedicht (23); Robert Stauffer: 2 Gedichte (25); Silke Schuemmer: Gedicht (29); Judith Rohr: 2 Gedichte (33)

Literaturszene Schweiz
Johannes Popp: «Ich möchte Erlebnisse schaffen», Interview mit Armin P. Barth (14); Johannes Popp: Berner Literaturpreis für Christoph Geiser, Zu Geisers neuem Roman «Das Gefängnis der Wünsche» (14)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Verkaufen, verkaufen, verkaufen! Der literarische Markt in Deutschland (16)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: Literaten ins Parlament? Gespräch mit der Kulturpolitikerin Hilde Hawlicek (18)

Ausschreibungen/Veranstaltungen/Termine (10)

Manuskriptbörse&Marktplatz (11)

Rezensionen (20,21)
Johannes Popp: 2 Anthologien, Bochumer Autoren & Schriftstellerassoziation Dresden, Gasseleder; Andreas Sommer: Nendza, «Glaszeit», Atelier Verlag; Herbert Jost: Lyrismen, «Dominik’s Fraktale Endschaften», Dyade-Exil-Verlag; Konrad Weber: Bräker, «Es wird kein Friede sein», Artemis&Winkler Verlag;

Neuerscheinungen (9)
Bochumer Autoren, «Es ist alles in Ordnung»; Egner, «Als der Weihnachtsmann eine Frau war»; Kloimstein, «Stricharten»; Bräker, «Es wird kein Friede sein»; Drews, «Dichter beschimpfen Dichter II»; Frieling, «Wie schreibe ich meine Erinnerungen?»; Haffmans Magazin, «Der Rabe Nr.14»; Richter/Mitscherlich u.a., «Spuren der Verfolgung»; Lebert/Scholz, «Kinder des Windes»; Jacobi, «Tod und Teufel / Bote Nr.12»; Allemann, «Feuerlauf»; Meyer, «Durchgänge»

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (23)

Heft_11_1993_Seite01Heft 11 / 1993

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Herbert Jost: Kunst, Kultur, Lasagne, Notizen zum deutschen Kulturbetrieb (4); Peter Bußjäger: Aus Lust werde Schmerz, Dualistische Abschweifungen (28); Rainer Wedler: Der Keiser ist tot, es lebe der Kaiser, Anmerkungen zur Rechtschreibreform (32)

Prosa
Hadayatullah Hübsch: Revolution der Glatzköpfe (14); Stefan Melnecuk: Trauma in Grau (26); Paula Küng: Der Leser (31);

Satiren
Georg Schwikart: Dichtersorgen (34); Cla Riatsch: Fernseh-Trio, literarisch (36)

Lyrik
Freddy Allemann: 3 Gedichte (13); Anna Wünsch: 2 Gedichte (15); Tanja Dückers: 3 Gedichte (24); Liane Biberger: 2 Gedichte (29); Adi Sollberger: 2 Gedichte (33); Weitere Lyrik von Udo Wilke (28), Christiane Pabst (31)

Literaturszene Schweiz
Johannes Popp: Monte Verita, Ascona und seine Kulturgeschichte (16); Johannes Popp: Blick über die Alpen, Das andere Tessin: Alberto Nessis «Abendzug» (16)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: «Schreiben ist eine einseitige Tätigkeit», Interview mit der Lyrikerin Barbara Köhler (18)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: Der Literaturmanager, Peter Schaden und sein Wiener Art Center (20)

Ausschreibungen/Veranstaltungen (10)

Manuskriptbörse&Marktplatz (7)

Rezensionen (22,23)
Konrad Weber: Hardtmann, «Spuren der Verfolgung», Bleicher Verlag; Stefan Eggerdinger: Jacobi, «Deutschdeutsch», Maistraßen-Presse; Andreas Sommer: Gianola, «Nadelrisse», Pro Lyrica Verlag; Walter Eigenmann: Wondratschek, «Die Gedichte», Diogenes Verlag; Herbert Jost: «Der Rabe» Nr.34, Haffmans Verlag; Walter Eigenmann: Werf, «Poesie der Bretagne», Atelier Verlag

Neuerscheinungen (9)
Reus, «So was und wie»; Kägi, «Die schwarze Kuh»; Werf, «Poesie der Bretagne»; Gianola, «Nadelrisse»; Kreibaum, «Fortschritt, Fortschritt über alles?»; Jacobi, «Deutsch-Deutsch»; Stadler, «Gedichte und Sprüche»; Wünsch, «Raber-Stimmungen»; Holstein, «Alptag»; Wiedl, «Fallgruben»; Fischer-Anthologie, «Durch tausend Türen»; Pflanz, «Andreas Roman und Chris Patrick»; Anthologie «Streitbarer Materialismus»; Laube, «Le dernier crie»; Garnier, «Picard – Eine Chronik»; Literaturzeitschrift «Der entfesselte Prometheus»

Briefe an die Redaktion (38)

Impressum (27)

Heft_12_1993_Seite01Heft 12 / 1993

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Mario Andreotti: Ist Dichten lernbar? Über Sinn und Unsinn von Schreibseminarien (4); Erwin Jäger: Kosmetik und Schamgefühl, Zum 120. Geburtsjahr von Sidonie-Gabrielle Colette (26); Rosanna Müller-Brusco: Lesen aus Lust, Technik kontra Sprache (37)

Prosa
Lothar Becker: Hitler in der U-Bahn (20); Doris Schöni: Der Aschenbecher-Mann (28); Franz Züsli: Taksi! (32); Christine Wiesmüller: Die Dunkelkammer (34)

Satiren
Helmut Haberkamm: Burning love (19); Manfred Hausin: Die geflickte Hose (19)

Lyrik
Rainer Wedler: 3 Gedichte (7); Rosa Gruber: 3 Gedichte (23); Conradin Allemann: 3 Gedichte (31); Weitere Lyrik von Robert Stauffer (21), Klaus Schmidt-Macon (29), Bettina Balaka (33)

Literaturszene Schweiz
Johannes Popp: «Kleinverlage haben mehr Chancen denn je!», Interview mit dem Zürcher Buchhändler und Verleger Rico Bilger (8); Johannes Popp: Stories – und mehr, Zu E.M. Cuchulains Prosaband «Unruhig» (8)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Texte, Dichter, Videos, Interviews mit den ostdeutschen Autoren Johannes Jansen und Norbert Bleisch (10)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: Ad multos annos, Kämpfe und Krämpfe um die neueste Urheberrechtsnovelle (12)

Rezensionen (14,15)
Johannes Popp: Holstein, «Alptag», Edition Leu; Andreas Sommer: Gisi, «Sturzwellen des Untergangs», Edition Lucrezia Borgia; Derek Meister: Laube, «Le dernie cri», Edition Sisyphos; Al’ Leu: Odemann, «Das hat gerade noch gefehlt», Bleicher Verlag; Bernd Giehl: Pixner, «Spitzbergen rückt näher», Edition L; Volker Koesling: Steinmann, «Nachtfahrt», Benziger Verlag; Walter Eigenmann: Ziegler, «Heinrich Heine», Artemis&Winkler Verlag; Rosanna Müller-Brusco: Fuchs, «Das Blaue vom Himmel», Glendyn Verlag

Neuerscheinungen (17)
Reus, «So was und wie»; Guitton, «Gott und die Wissenschaft»; Prêtre, «Mein Wahnsinn ist meine Insel»; Pixner, «Spitzbergen rückt näher»; Redmann, «Der Alltag im Kaffeesatz»; Hintze, «30 Rufe»; Pape, «Lichtzeichen»; Ramsauer, «Schweigen»; Steinmann, «Nachtfahrt»; Jürges, «Gedichte aus der Anderwelt»; Stadler, «Gedanken über das tägliche Leben»; Lyrik-Anthologie «Frühlingssonne&Herbststurm»; Gisi, «Helle Dunkelheit»; Hildebrand, «… kehr ich zurück»; Taugwalder, «Auf-Bruch»; Ziegler, «Heinrich Heine»; Röttger, «Preußischer Herbst»; Rother, «Reisen zu Dietrich Bonheffer»

Ausschreibungen (25)

Impressum (39)

Heft_13_1993_Seite01Heft 13 / 1993

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Hadayatullah Hübsch: Liebe, Drogen, Spontaneität, Die Literatur der Beat-Generation (4); Rosanna Müller-Brusco: Der Januskopf, Essay über Essays (8); Freddy Allemann: «Sind Sie das Feuer?», Protokoll einer Schul-Autorenlesung (35)

Prosa
René Oberholzer: 3 Prosastücke (11); Klaus Schmidt-Macon: Im Kreis der 6 (14); Winfriede Kohlmeigner: Anopheles (24); Konrad Vogel: Introkubus (33); Brigitte Bee (Pseudonym): 2 Prosastücke (37)

Satire
Bournic (Pseudonym): Reich-Ranicki for President! Warum M. R.-R. Bundespräsident werden muss (12)

Lyrik
Wolfgang Weigel: 2 Gedichte (7); Martin Ohrt: 2 Gedichte (11); Erich Pfefferlen: 2 Gedichte (13); Jacqueline Crevoisier: 3 Gedichte (31); Brigitte Langer: 2 Gedichte (39); Arne Rautenberg: 2 Gedichte (39); Weitere Lyrik von Sabine Neumann (9), Robert Steiner(Pseudonym) (25)

Literaturszene Schweiz
Johannes Popp: Sprache und Sprachverwirrung, Über die Romandie, ihre Literatur und das Französische in der Schweiz (18); Wen-huei Chu: Eine chinesisch-europäische Verständigung, Das 1. Sino-Euro-Literatur-Symposium in Bern (19)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: «Dienstleister für Autoren», Die Druckkostenzuschuss-Verlage in Deutschland (20); Andreas Goetz: «Auch Goethe zahlte», Fragen an den Druckkostenzuschuß-Verleger Wilhelm Frieling (21)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: Chreme d’la Chreme – Eine Provokation, Zwei junge «Subliteraten» beschreiten neue Wege (22)

Ausschreibungen (16)

Lesermarkt (17)

Neuerscheinungen (27)
Uttendorf, «Und leise singt der Mond»; Weichselbaumer, «Vertrauen gibt Licht»; Kobel, «Narben und Gestalt»; Gruppe Wand, «Der Wandler Nr.12»; Garnier, «Die andere Zeit»; Röttger, «Preussischer Herbst»; Spotti, «X-Punkte»; Böhne/Motzkau, «Die Künste und die Wissenschaften im Exil 1933-1945»; Kronabitter, «Wer spricht denn noch von Liebe»; Svatek, «Bettlerzinken»; Roßmann/Catwiesel, «Sorgenpausen»; Kuprecht, «Leise Schritte»

Rezensionen (28,29)
Herbert Jost: Pretre, «Mein Wahnsinn ist meine Insel», Benziger Verlag; Heide Ullrich: Redmann, «Der Alltag im Kaffeesatz», Gauke Verlag; Konrad Weber: Verein wissenschaftl. Weltanschauung, «Streitbarer Materialismus Nr.16»; Carla Kraus: Donnell, «Leidenschaftspassage», Pygmalion Press; Pixner: Koller-Fanconi, «Die Sandbank», Verlag Koller-Fanconi; Walter Eigenmann: Günzel, «Die Brentanos», Artemis&Winkler Verlag

Impressum (17)

Heft_14_1993_Seite01Heft 14 / 1993

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Klaas Willems: Physik und kritische Denkweise, Zum Selbstverständnis des Naturwissenschaftlers (4); Charles Stünzi: «It’s not words that shake me thus. Pish!», Das Sprachhandwerk in Shakespeares Dramen (14)

Prosa
Heribert Bauer: Auf geht’s, Schätzchen (6); Frank Festa: Im Schlachthaus (6); Dietmar Füssel: Unfall (6); Hubert Schirneck: Zu Gast (7); Aglaja Veteranyi: 3 Prosastücke (17)

Satire
Herbert Friedmann: Das Literaturhaus (6)

Lyrik
Irena Habalik: 2 Gedichte (8); Gabriele Haas-Rupp: 2 Gedichte (12); Ulrike Albert-Kucera: 2 Gedichte (12); Marlis Hillebrand: 2 Gedichte (12); Irene Baumgartner: 2 Gedichte (13); Radka Donnell: 2 Gedichte (17)

Literaturszene Schweiz
Johannes Popp: Regionen für Europa, Die Schweiz auf der Frankfurter Buchmesse (22)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Weimar als Utopie, Gedanken bei der Besichtigung eines Denkmals (24)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: Quo vadis, Bachmann-Preis? Der Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis im Spiegel prominenter österreichischer Autor(inn)en (26)

Rezensionen (18)
Volker Koesling: Schnaubelt, «Licht zwischen Schatten», Literaturedition Niederösterreich; Derek Meister: Hassler, «Auf dem Dach von Haus Nummer 107», Karma Verlag; Andreas Sommer: Lyrikzeitschrift «Das Gedicht Nr.1», Anton G. Leitner Verlag; Konrad Weber: Guitton/Grichka, «Gott und die Wissenschaft», Artemis&Winkler Verlag

Ausschreibungen/Termine (32)

Neuerscheinungen (33)
Luckenbach-Tenner, «Wind dann Sturm»; Simmen, «Landschaft mit Schäfer und anderen Reizen»; Reese, «Die Substanz der Seele»; Moser, «Wo Zwerge sich erheben»; Chessex, «Dreigestirn»; Hartmann, «Die Wölfe sind satt»; Himmelberger, «Der Strassenmörder»; Hösch, «Ein Gast im Haus»; Frieling, «Wie biete ich ein Manuskript an?»; Searle, «Die Wiederentdeckung des Geistes»; Feinberg, «Rose unter Dornen»; Innerschweizer Schriftsteller-Verein, «Schreiben in der Innerschweiz»; Orte, «Poesie-Angenda 1994»; Bösch, «Wortspielereien»; Marti/Weiss, «Gib allem ein bißchen Zeit», Gauke, «Lyrik-Kalender ’94»

Briefe an die Redaktion (34)

Illustrationen
Kolibri (Pseudonym), Zeichnungen (31,36)

Impressum (28)

Heft_15_1994_Seite01Heft 15 / 1994

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Bodo Wenzlaff: Ich habe nichts zu sagen, Über das Reden und das Meinen (4); Marcus Tschudin: Tanz am Abgrund, Über die amerikanische Schriftstellerin Dorothy Parker (8); Franz Schart: Philosophie als Subversion: Zum 150. Geburtsjahr von Friedrich Nietzsche (14)

Prosa
Siegfried Holzbauer: 2 Prosastücke (7); Lutz Rathenow: Töten lernen (17); Martin Bettinger: Richtfest (31); Stephan Peters: Der Ohrring, Scriptum-Kurzkrimi 1994 / 1.Teil (32)

Lyrik
Renata Spotti: 3 Gedichte (9); Dieter P. Meier-Lenz: 2 Gedichte (13); Weitere Lyrik von Thomas Gerlach (6), Mikie Hübner (6), Marianne Leppin (6), Charlotte Olszewski (6), Liza Boumerang (Pseudonym) (7)

Graphik
Jörg Petersen: 2 Cartoons; Harald Goldhahn: 2 Karikaturen (16)

Literaturszene Schweiz
Christine Jossen: «Das Wort Gottes» ist nicht immer ein Wort Gottes, Gespräch mit dem Lyriker und Katholizismus-Kritiker Hannes Taugwalder (22)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust…, Gespräch mit der Jungautorin Tanja Kinkel (24)

Literaturszene Österreich
Manfred Wieninger: «Qualität ist ein subjektiver Begriff», Vier österreichische Literaturzeitschriften im Selbstportrait (Log, Quasar, Lichtungen, Freie Zeit Art)  (26)

Literaturszene International
Johannes Popp: Jung und unbekannt, Die Literatur Finnlands (28)

Rezensionen (18)
Bernd Giehl: Svatek, «Bettlerzinken», Österreichisches Literaturforum; Klaas Willems: Searle, «Die Wiederentdeckung des Geistes», Artemis&Winkler; Konrad Weber: Initiative junger Autoren, «Gegen Hass und Stumpfsinn»; Thomas Bechtold: Luckenbach-Tenner, «Wind dann Sturm», Edition L

Neuerscheinungen (19)
Goebel, «Mallarmé, Gedichte»; Brägger-Bisang, «Venussextil»; Drost, «Wie leicht wäre es…»; Literaturmagazin «Tasten Nr.6»; Literaturmagazin «Wandler Nr.13»; Literaturmagazin «Hirschstraße Nr.3»

Ausschreibungen/Termine (34)

Impressum (30)

Heft_16_1994_Seite01Heft 16 / 1994

(«Neue Blätter für Literatur»)

Editorial (3)

Essays
Peter Ahrendt: «Ich bin eine schlechte Hasserin», Über die jüdische Schriftstellerin Grete Weil (4); Ernst Umbach: Autorenverbände – ja oder nein? (16); Klaus Schmidt-Macon: Über das Absurde (21)

Prosa
Robert Dannacker: Trittst im Morgenrot daher (9); Alberigo Tuccillo: Chanel No5 (13); Sabine Prochazka: Falsche Strategie (13); Stephan Peters: Der Ohrring, Scriptum-Kurzkrimi 1994 / 2.Teil (32)

Lyrik
Bruno Sommer: Drama für eine Stimme (7); Johannes Marks: 4 Gedichte (8); Klaus-Dieter Dieterich: 2 Gedichte; Martina Wieland: Gedicht (15)

Grafik
Wendel Schäfer: Tuschezeichnung (1)

Literaturszene Schweiz
Christine A. Jossen: Dürrenmatts letzte Inszenierung, «Querfahrt» – Eine Literaturausstellung über Dürrenmatt im Schweizerischen Literaturarchiv Bern (22)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: «Freudenhäuser» des Geistes? Die Literaturhäuser in Berlin, Hamburg und Frankfurt (24)

Literaturszene International
Johannes Popp: Tristesse und Leidenschaft, Über den italienischen Schriftsteller und Filmemacher Pier Paolo Pasolini (26)

Zum Tode von Charles Bukowski: Fast ein Nachruf (29)

Rezensionen (18)
Brigitte Pixner: Brägger-Bisang, «Venussextil», Editon Leu; Andreas Sommer: «Wandler» Nr.13, Gruppe Wand Konstanz; Konrad Weber: «Zeichen&Wunder» Nr.16, Casmir/Hrsg; Volker  Koesling: Frieling, «Fremd unter Fremden», Frieling Verlag

Neue Bücher (19)
Fitz, «Heil!»; Frieling, «Fremd unter Fremden»; Le Gouic, «Aphorismen»; Stalder, «Die Schweine»; Juling, «Kulturmosaik»; Altmann, «Mittendrin die Perle»; Schmid/Sternmut, «Lichtpausen»; Hockl, «Liebtreu in Sarajewo»; Kamber, «Die Pendlerin»; Graf, «Irrungen oder der Beginn eines langen Anfangs»; Frieling, «Goldene Worte für jeden, der schreibt»; Wernli-Weilbächer, «Am anderen Ufer der Zeit»; Schweizer Schriftstellerverband, «Forum»-Jahrbuch Nr.7; Leppin, «Auf den Mann gekommen»; duPrel, «Verrücktes Paradies»; Bettinger, «Dachschaden»; Pixner, «Die Zeit hängt am Haken»

Ausschreibungen/Termine (30)

Marktplatz (31)

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (25)

Heft_17_1994_Seite01Heft 17 / 1994

(«Neue Blätter für Literatur»)

Essays
Marcus Tschudin: Der Held als Poet – Zum 200. Todesjahr des französischen Lyrikers André Chénier (4); Erwin Jäger: Schlachtfest am Hochofen, Zum 100. Geburtsjahr von Hans H. Jahnn (20)

Prosa
Horst Schillinger: Was Männer mögen (7); Georg Schwikart: Orangenes Schweigen (9); Heinz Wegmann: 2 Prosastücke (9); Sebastian Hirzenreuther (Pseudonym) schreibt an… eine Redaktion (10); Margarete Böhm: Erkältungen (13); Aglaja Veteranyi: 2 Prosastücke (13); Klaus Hübner: In Dixieland (16); Alf Tondern: Ein Wahlmärchen (25); Stephan Peters: Der Ohrring, Scriptum-Kurzkrimi 1994 / Schluss (31)

Polit-Glosse
Thomas Brändle: Ansichten eines Globetrottels (10)

Lyrik
Rainer Franz Teuschl: 2 Gedichte (6); Manfred Hausin: 3 Gedichte (15); Lili Keller: 3 Gedichte; Weitere Lyrik von Gerald Fiebig (6), Silke Rosenbüchler (12), Margit Huber (12), Ingeborg Raus (12), Ingrid Fichtner (12)

Grafik&Karikatur
Roland Altmann: Titel-Grafik (1); Harald Goldhahn: Goldhahns Kommentar/Karikatur (14,27)

Literaturszene Schweiz
Christine A. Jossen: Der Sparhysterie geopfert, Gespräch mit dem Ex-Stadtbeobachter Martin R. Dean über das Kulturdebakel in Zug (22)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Let’s talk about… Literatur, Anmerkungen zu einer Münchner Poetik-Vorlesung (24)

Literaturszene Österreich
Susanna Haunold: Musenkuss und Schulabschluss, Die Wiener Schule für Dichtung auf Erfolgskurs (26)

Literaturszene International
Johannes Popp: Auf dem Weg zu sich selbst – Die Literatur in Brasilien / Eine Skizze (28)

Rezensionen (18)
Volker Koesling: Graf, «Irrungen oder der Beginn eines langen Anfangs», Basta Verlag; Bernd Giehl: Kamber, «Die Pendlerin», R.G. Fischer Verlag; Carsten Pfefferkorn: Aust/Wedler, Literaturzeitschrift «Hirschstraße»; Walter Eigenmann: Wyssling/Schmidlin, «Thomas Mann», Artemis&Winkler Verlag; Bernd Giehl: Hockl, «Liebtreu in Sarajevo», Edition L; Thomas Röthlisberger: Fitz, «Heil», Bleicher Verlag

Bücherschau (19,21)
Conrady, «Das große deutsche Gedichtbuch»; Buchinger, «Knackpunkte»; Senft, «Echoräume»; Kanz, «Die forsythiengelbe Stube»; Conrady, «Gedichte der Deutschen Romantik»; Dorner, «Zeitgeist»; FDA-Verband, «Morgenlicht»; Bacqué, «Mut zur Trauer»; Acklin, «Das Tangopaar»; R.-G.-Fischer-Anthologie, «Autoren-Werkstatt 40»; Fues, «Verletzte Systeme»; Literaturzeitschrift «Krachkultur Nr.3»; Marchi, «Soviel ihr wollt»; Burgas, «Noch mehr Pintschereien»; Margreiter, «Morgendämmerung»; Stadler, «Ein kleines stilles Leuchten»; Zumbühl, «Ziri Gidichd»; Schwikart, «Zweifle dich durch! Lust auf Religion»; Artemis, «Kleist: Sämtliche Werke»; Guéhenno, «Das Ende der Demokratie»; Kägi, «Die Pfirsiche der schönen Melba»; Klair, «Selbst Elsa Winter hört mich nicht»; Beutler, «Die Stunde, da wir fliegen lernen»

Ausschreibungen/Termine (32)

Marktplatz (33)

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (33)

Heft_18_1994_Seite01Heft 18 / 1994

(«Neue Blätter für Literatur»)

Statt eines Vorworts (3)

Essays
Ernst Umbach: Der Flug über alle Himmel, Zum 50. Todesjahr von Antoine de Saint-Exupéry (4); Richard Albrecht: Ohne Worte, Die Welt des Miroslav Barták (14); Michael Marx: Leben- Schreiben-Leben, Das große Abenteuer des Blaise Cendrars (20)

Prosa
Wolfgang Hermann: Namen (9); Berthold Zimmerer: Die Pinwand (11); Sebastian Hirzenreuther (Pseudonym) schreibt an… (11); Barbara Büchner: Die kleine Miss Molloy (29); Markus Rohrer: 4 Tropenbilder (30)

Polit-Glosse
Stephen Sokoloff: Die polnische Ananaskrankheit, Ein Weihnachtsmärchen (10)

Lyrik
Charles Stünzi: 2 Gedichte (12); Werner Garstenauer: 3 Gedichte (28); Weitere Lyrik von Martina Fringeli (12), Carlo Gianola (12), Eduard Rosenzopf (12)

Report
Michael Hellwig: Ach wie gut, dass jemand weiß, Das Jugendprojekt «Rumpelstilzchen» in Enger/BRD (6)

Grafik
Armin Margreiter: Titel-Zeichnung (1); Christian Born: 2 Cartoons (12); Harald Goldhahn: Godlhahns Kommentar (16); Theresa Rüegg: 2 Illustrationen (30); Lili Keller: Collage (36)

Literaturszene Schweiz
Christine A. Jossen: Und sie schreiben doch…, Zur Ausstellung «Schweizer Autorinnen 1700-1945» in Bern (22); Eintreten für ein menschenwürdigeres Leben, Zum Tode von Otto F. Walter (23)

Literaturszene Deutschland
Andreas Goetz: Maklerin im Elfenbeinturm, Gespräch mit der Literaturagentin Monika Hofko (24)

Literaturszene International
Johannes Popp: Von der Gier nach dem Leben, Zu Hannah Tillichs Memoiren «Ich allein bin» (26)

Rezensionen (18,19)
Agnes Mirtse: Samur-Kajin, «Ausgewählte Gedichte 1973-1989», Interculture Budapest; Klaus Hübner: Acklin, «Das Tangopaar», Nagel&Kimche Verlag; Herbert Jost: Schmidt, «Johanna», Lebenshilfe-Verlag Marburg; Andreas Sommer: Souto Maior, «Die parallele Katze», K. Fischer Verlag; Thomas Röthlisberger: Klair, «Selbst Elsa Winter hört mich nicht», Janus Verlag; Heide Ullrich: Marchi, «Soviel ihr wollt», Nagel&Kimche Verlag; Bernd Giehl: Schlatter, «Alltagsrevolte», Edition Sisyphos; Klaas Willems: Crick, «Was die Seele wirklich ist», Artemis&Winkler Verlag

Bücherschau (17)
Schlatter, «Alltagsrevolte»; Maior, «Die parallele Katze»; Crick, «Was die Seele wirklich ist»; Landau, «Seelenbilder»; Schnetz, «Deutsche Zustände»; Kuhn/Pitzen, «Stadt der Frauen»; Schmidt, «Wildnis mit Notausgang»; Kubli/Stump, «Viel Köpfe, viel Sinn»; Ullmann, «Eiswort Liebe»; Samur-Kajin, «Ausgewählte Gedichte»; Kulik, «Erinnerungen an morgen»; Koller-Fanconi, «Ombre», Klusen, «Lichterloh»; Segessenmann, «Der Armeleutebub»; Reichlin, «Kriegsverbrecher Wipf, Eugen»; Scharf, «Kometen und Katzen»; Balzer, Literaturzeitschrift «Tasten 7»; Schäfer, «Vögel haben keine Fenster»; Schwarzlmüller, «Der Todes des Fisches»; Vogt, «Sehn-Sucht»; Ronchetti, «Lichtfall»; Barth, «Im Netz der grünen Fledermaus»; Burmbund Innsbruck, «Texttürme Nr.2»

Ausschreibungen/Termine (32)

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (33)

Heft_19_1995_Seite01Heft 19 / 1995

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Die Literatur in den USA»)

Editorial (3)

Titel-Report
Klaus Dieterich: Fiction or nonfiction, Die Literaturszene in Amerika (4); Amerika und seine Literaturpreise (5)

Essay
Erwin Jäger: Scheitern durch die Liebe, Zum 100. Todesjahr von Leopold Sacher-Masoch (8)

Interview
Christine Jossen: Ohne Frauendenken kein Wohlstandsstaat Schweiz, Gespräch mit der Dramatikerin Maja Beutler (16)

Prosa
Helmut Schrey: 7 satirische Skizzen (11); Hans F. Mayinger: Das Buch des Nachbarn (13); Sebastian Hirzenreuther (Pseudonym) schreibt… (13); Gabriele Markus: Das verlorene Gesicht (20); Simona Ryser: 2 Prosastücke (20);

Scriptum-Kurzkrimi des Jahres
Renate Müller-Piper: Das Photo-Fest (1. Teil) (32)

Lyrik (22,23)
Gedichte von Christoph Bauer, Andreas Hilfiker, Dieter P. Meier-Lenz, Hartmut Starnitzky, Sibylle Stoiser, Anita Tauss

Konkrete Poesie
Siegfried Holzbauer: 2 systemische Gedichte (15)

Karikaturen
Ralph Görtler: 2 Cartoons (28); Harald Goldhahn: Goldhahns Kommentar (12)

Rezensionen (24,25,26)
Charles Stünzi: Landau, Seelenbilder, Dohr Verlag; Bernd Giehl: Schwikart, Zweifle dich durch / Lust auf Religion, Kösel Verlag; Friedrich List: Schäfer, Vögel haben keine Fenster, Gollenstein Verlag; Rudolf Kraus: Turmbund Innsbruck, Texttürme Nr.2, Prosa-Anthologie; Andreas Urs Sommer: Barth, Im Netz der grünen Fledermaus, Janus Verlag; Thomas Röthlisberger: Literaturzeitschrift Perspektive Nr.28, Graz; Walter Eigenmann: Popp, Die Veränderung, Westkreuz-Verlag; Rudolf Kraus: Schwarzlmüller, Der Hofnarrenmonolog, Selbstverlag

Bücherschau (26)
Donnell, Das Frühlingsbuch; Literaturzeitschrift Unke Nr.16; Achten, Das Privileg von Pfeffer&Salz; Literaturzeitschrift Edit Nr.5; Sering, Qualmende Schlote; Zimmermann, Rotäugig; Gauke, Lyrik-Kalender 1995; Schwöbel, Zeit Ernten; Breuer, Der blaue Schmetterling; Schwarzlmüller, Der Hofnarrenmonolog; Literaturzeitschrift Neue Sirene Nr.2; Raillard, Hirnströme eines Stubenhockers; Svatek, Rendez-vous mit der Hoffnung; Schumann, Unsterblich bleiben Augenblicke; Frieling-Anthologie, Buchwelt ’94; Donnell, Am Walensee; Allemann, Hollywood liegt bei Ascona; Literaturzeitschrift Enblick, Special Nr.1; Monioudis, Das Passagierschiff; Baco, Die Nirwana Connection; Schamp, Den Berg hineinfressen; Steppuhn, Kein Vogel singt am Oetenbach; Bauereiß, Träume, Zufälle, Visionen

Literaturservice (28-31)
Szene International: Nachrichten, Personen, Ausschreibungen

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (9)

Heft_20_1995_Seite01Heft 20 / 1995

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Das literarische Korea»)

Titel-Report
Mathias Adelhoefer: Nichts Neues im Osten? – Die Literatur in Korea: Zwischen Tradition und Emanzipation (4)

Essay
Bodo Wenzlaff: Ein Deutscher in der Schweiz, Annäherung an einen Nachbarn (8)

Portrait
Christine Jossen: Von den Texten überrannt worden, Gerhard Meier (14)

Interiew
Andreas Goetz: Erinnern im Schreiben, Gespräch mit den Ex-DDR-Autoren Margret Steckel und Johannes Popp (30)

Ratgeber
Michael Marx: Ein Gedicht entsteht, Workshop (29)

Prosa
Heini Müller: Waschen Sie sich die Hände… (11); Beatrix Maria Kramlovsky: Der Fisch (13); Adrian Sarasin: ? (16); Peter Zimmermann: Speise (16); Sebastian Hirzenreuther schreibt… (17)

Scriptum-Kurzkrimi des Jahres
Renate Müller-Piper: Das Photo-Fest (2. Teil) (32)

Lyrik (17-19)
Gedichte von Valeria Koch, Eleonora Babacek-Hübel, Gerhard Altmann, Semier Insayif, Wolfgang Weigel, Christiane Haas

Karikaturen
Harald Goldhahn: Goldhahns Kommentar (12)

Rezensionen (20,21)
Brigitte Pixner: Bettinger, Dachschaden, Gollenstein Verlag; Bernd Giehl: Ronchetti, Lichtfall, R.G. Fischer Verlag; Brigitte Pixner: Donnell, Das Frühlingsbuch, Pygmalion Press Plovdiv; Derek Meister: Zeitschrift Einblick, Social Beat, Special Nr.1; Rosemarie Schulak: Hönig-Sorg, Im Fluss der Zeit, Berger Verlag; Charles Stünzi: Klusen, lichterloh im siebten himmel, Sassafras Verlag; Carsten Pfefferkorn: Literaturzeitschrift Edit Nr.5, Leipzig

Bücherschau (23)
Glucksmann, Der Stachel der Liebe; Literaturzeitschrift Zäpfchen Nr.19; Spitzner, Zauberwort; Misalle, Der Wolkenexpreß; Hönig, Im Fluss der Zeit; White, Sterbe ist kein Tabu; Job, Die vernachlässigte Muse; Zuckmayer-Gesellschaft, Blätter Nr.1/2-1995; Helnwein, Faces; Dahlke/Shantiprem, Elemente-Rituale; Witzkewitz, Hoffnungslos optimystisch; C.G. Jung, Der Mensch und eine Symbole; Wedler, Die kaschubische Wunde; Wosniak, Sie saß in der Küche und rauchte

Literaturservice (24-28)
Szene International: Nachrichten, Personen, Ausschreibungen

Zitate
Gesagt ist gesagt (29)

Briefe an die Redaktion (34)

Marktplatz (34)

Impressum (26)

Heft_21_1995_Seite01Heft 21 / 1995

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Die deutschsprachige Rechtschreibereform»)

Essays
Rosanna Müller-Brusco: Scriptare fuit, Vom Ursprung entfernt, suchst selber die Quelle, Zur neuen deutschen Rechtschreibung – Ein kritischer Versuch (4); Mario Andreotti: Was ist heute ein gutes Gedicht? Über einige Kriterien zeitgenössischer Lyrik (14)

Feuilleton
Horst J. Kleinmann: Trampelpfad zum Glück, Die Renaissance von Prof. Brinkmann&Co. (8);

50 Jahre Kriegsende
Beppo Beyerl: Gräber (10)

Report
Rudolf Kraus: Austrias Literaten katalogisiert, systematisiert, digitalisiert – Die Österreichische Literaturdatenbank des 20. Jahrhunderts (32)

Interview
Christine Jossen: Wir Menschen sind doch voller Geschichten, Gespräch mit Al Imfeld über die Schweiz und Afrika (16)

Prosa
Peter R. Wieninger: Joggen (12); Joachim G. Hammer: Wildes Autocamp (18); Claudia Zimmermann: Tag danach (18); Sebastian Hirzenreuther schreibt… (19); Walter Laufenberg: After eight (30)

Scriptum-Kurzkrimi
Jörn Thiel: Zahngold (1. Teil) (36)

Lyrik
Gedichte von Charlotte Ueckert (19); Anton Kürzi, Günter Ullmann, Michael Benke, Thomas Röthlisberger (34); Hadayatullah Hübsch, Judith Rohr, Renate Riethmüller (35)

Rezensionen (20,21)
Volker Koesling: Wedler, Die kaschubische Wende, Gollenstein Verlag; Bernd Giehl: Taugwalder, Gespräch mit dem Schweigen, Glendyn Verlag; Clemens Umbricht: Rathenow, Sisyphos, Berlin Verlag; Rudolf Kraus: Scharf, Kometen und Katzen, Berdel Verlag; Thomas Röthlisberger: Monioudis, Das Passagierschiff, Nagel&Kimche Verlag; Volker Koesling: Literaturzeitschrift Torso Nr.3; Bernd Giehl: Spitzner, Zauberwort, Oertel&Spärer Verlag; Volker Koesling: Allemann, Hollywood liegt bei Ascona, Edition Leu; Rosmarie Schulak: Günter, Erst als die letzte Trommel schwieg, Verlag freier Autoren

Bücherschau (23)
Schiwy, Das Teilhard-du-Chardin-Lesebuch; Lau/Schütterle, Speisen wie ein König; Sommer, Die Antwort des Löwen; Diwersy, Kultur an der Grenze; Gräber, Smaragdgrünes Land; Rückleben, Winterherz; Keel, Joseph Roth; Hirschfeld, Besiegt und befreit; Weeber, Alltag im Alten Rom; Günter, Erst als die letzte Trommel schwieg; Mattich, Hoffnung – meine Stärke; Literaturzeitschrift Torso Nr.3; Aebli, Müllers Aufbruch; Literaturzeitschrift Muschelhaufen Nr.33/34; Tomatis, Das Ohr und das Leben; Schmithausen, Abfallverwertung; Scheuer, Wege die mich begleiten; Schwarz, Eine Handvoll Menschen und mehr

Literaturservice (24-29)
Szene International: Nachrichten, Leute, Ausschreibungen, Termine

Zitate
Gesagt ist gesagt (29)

Karikatur
Harald Goldhahn: Goldhahns Kommentar (31)

Marktplatz (38)

Briefe an die Redaktion (38)

Impressum (29)

Heft_22_1995_Seite01Heft 22 / 1995

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Moskau – Russlands Literaturmetropole zwischen Tradition und Moderne»)

Statt eines Vorworts

Report
Klaus F. Schmidt-Macon: Tage in Moskau, Impressionen über Russlands literarische Metropole (4)

Portraits
Horst J. Kleinmann: Olyas Geschichte, Verfolgt, inhaftiert, verurteilt, geflüchtet – Über die iranische Autorin Olya Roohizadegan  (9); Christine A. Jossen: Namenlos-Wehrlos, Über Mariella Mehr und ihren Roman «Daskind» (17)

Interview
Rudolf Kraus: Zwischen Politik und Fiktion, Gespräch mit dem österreichischen Autor Manfred Maurer (32)

Jubiläum
Dieter P. Meier-Lenz: 40 Jahre «Die Horen», Ein Redakteur blickt zurück (7)

Projekt
Kai Engelke: Literatur im offenen Raum, Über die Hamburger Autorengruppe PENG (10)

Frankfurter Buchmesse
Horst J. Kleinmann: Nicht nur Sauna des Geistes, Streiflichter von der 47. Frankfurter Buchmesse (15)

Prosa
Hermann Josef Schüren: Heimkehr nach Bosnien (11); Elisabeth Wandeler-Deck: Die Figur der Sara (12); Günther Kaip: Liebesgeschichten (18); Paula Küng: Warten (18); Alan Niederer: Die Geschichte vom Es (19); Jürgen Kross: Wenn schon (31)

Scriptum-Kurzkrimi
Jörn Thiel: Zahngold (2. Teil) (36)

Lyrik
Gedichte von Christoph Bauer (35); Karl Feldkamp, Robert Ihnen, Ernst Schmid, Sylvia Schopf (34); Katja V. Tavern (35); Dieter Wieland (31)

Rezensionen (20-22)
Fritz List: Wagner, Der Tote in der Tonne, Snayder Verlag; Andreas Sommer: Müller, Mehr am 15. September…, Nagel&Kimche Verlag; Clemens Umbricht: Stünzi, Mensch oh Mensch!, Verlag freier Autoren; Klaas Willems: Schick/Ostrogorksi, Kommen die Russen wieder?, Mittler Verlag; Volker Koesling: Loetscher, Saison, Diogenes Verlag; Derek Meister: Kilic/Widhalm, Dicke Luft-Irre Trickohs, Krash Verlag; Bernd Giehl: Marti, Im Sternzeichen des Esels, Nagel&Kimche Verlag; Rosemarie Schulak: Ferstl, einfach-kompliziert-einfach, Va bene Edition; Al’ Leu: Buchinger, Mathieu Puissetoutgrain, Gauke Verlag; Volker Koesling: Bucher/Gegner, Poesie-Agend 96, Orte Verlag; Charles Stünzi: Derendinger, Freiland, Habegger Verlag; Andreas Sommer: Mitterhuber, Jeinseits der Passhöhe, Buch-& Kunstverlag Oberpfalz

Bücherschau (23)
Geiser, Kahn Knaben schnelle Fahrt; Baumgartner, 6x Österreich; Wagner, Chiffre; Blunck, Über die Scham; Kakar, Intime Beziehungen; Tiffert, Anwachsender Wind; Kuroyanagi, Totto-chan; Peregrin, Unterwegs in Europa; Wiesand, Handbuch der Kulturpreise 1986-1994; FrauenUmweltNetz, Computervernetzung für Frauen; Rueb, Hexenbrände; Almanach-Edition, Buchverlage in Deutschland; Gitlin, Mord an Albert Einstein; Die Allyren, Farben; Lösto, Beneidenswert; Spiess, Faszination der Miniaturen; Detela, Hinter dem Feuerwald

Literaturservice (24-29)
Szene International: Nachrichten, Leute, Ausschreibungen, Termine

Karikatur
Harald Goldhahn, Zeichnung (33)

Zitate (29)

Briefe an die Redaktion (38)

Marktplatz (38)

Impressum (29)

Heft_23_1996_Seite01Heft 23 / 1996

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Gottfrieds Frauen», Zum 40. Todesjahr von Gottfried Benn)

Gastkommentar
Fritz Deppert: Retour aufs Land (3)

Essays
Michael Benke: Gottfrieds Frauen, Zum 40. Todesjahr von Gottfried Benn (4); Kunibert Reinhard: Wozu Literatur? Die Sphinx vor dem Tempel der Dichtkunst (8)

Interviews
Kai Engelke: Wer es wählt, muss es tragen – Gespräch mit dem Schriftsteller Klaus Modick (12); Rudolf Kraus: Niemals aufgeben – Gespräch mit dem experimentellen Poeten Hansjörg Zauner (16)

Portraits
Evelin Scherer: Wer knackt die Punkte? Das Schweizer Kabarett-Duo Kernbeissers (15); Christine A. Jossen: Mit Sprache der Freiheit entgegen, Zum 75. Geburtstag von Kurt Marti (19)

Sprache
Horst J. Kleinmann: Wörter und Unwörter, «Multimedia»-«Eurogeld»-«Altenplage» (21)

Prosa
Jürg Moser: Der Pfeiffer (26); Edith Ruhöfer: Sie (29); Christine Wiesmüller: Ausreise (30)

Scriptum-Kurzkrimi
Jörn Thiel: Zahngold (3. Teil) (32)

Lyrik
Gedichte von Günter Bösch (5), Maria Cervenka (30), Ingeborg Reisner (7,17), Wolfgang Reus (29), Kurt Tutschek (27), Rainer Wedler (8,9), Anna Wünsch (28), Hans Jürg Zinsli (13)

Rezensionen (22-24)
Michael Kapellen: Schnetz, Operation Pamphlet – Meine Stasi-Akte, Selbstverlag; Nathalie Amstutz: Colombat/Stieg, Frühling der Seele, Haymon Verlag; Clemens Umbricht: Schirhuber, Die Pfeife geputzt, Rampenlicht Verlag; Bernd Giehl: Frauenfelder, Die Missiama, Edition Koller-Fanconi; Friederike Pommer-Jittler: Sternmut, Verfrühtes Auslösen des Zeitraffers, Edition Thaleia; Andreas Sommer: Messner, Schwarzweiße Geschichten, Drava Verlag; Rudolf A. Schmeiser: Olivennes, Adam und Adam / Zusammen verbrannt, Verlag im Wald

Bücherschau (25)
Dankl/Schrott, Dadautriche 1907-1970; Vogt, Vergessen und erinnern; Fackler-Belli, Mit neunzehn vor 66 Jahren allein nach Ägypten; Rengel, Hoffen heißt Handeln; Abramowski, die Umarmung; Storz, Burgers Kindheiten; Barwasser, Literaturzeitschrift Pcetera Nr.7; Mallet, …und rissen der schönen Jungfrau die Kleider vom Leib; Wieninger, Die Spur der Katzen; Stricker-Hofer, mit den i-punkten Deiner küsse; Leuenberger, Tarot – kurz&praktisch; Cranston, Leben und Werk der Helena Blavatsky

News (34)

Graphik
Harald Goldhahn: Karikatur (20)

Ausschreibungen (36)

Leserbriefe (38)

Kleinanzeigen (38)

Biographien der Lyriker/innen (38)

Impressum (37)

Heft_24_1996_Seite01Heft 24 / 1996

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Geschäft mit der Eitelkeit», Die deutschen Druckzuschuss-Verlage)

Der Kommentar
Rosanna Müller-Brusco: Ferien als Flucht (3)

Report
Kai Engelke: Geschäft mit der Eitelkeit, Die deutschen Druckzuschuss-Verlage (4)

Literaturszene Österreich
Rudolf Kraus: Austrias Gegenwartsliteratur in Beispielen (8)

Interview
Christine A. Jossen: Zwischen Dur und Moll, Gespräch mit Lukas Hartmann (Schweizer Jugendbuch-Preisträger 1995) (10)

Essays
Mario Andreotti: Das unmögliche Tragische, Anmerkungen zum zeitgenössischen Drama (13); Erwin Jäger: Attentat Endzeit, Zum 100. Todesjahr von Paul Verlaine (18)

Prosa
Bernard Wallner: Peep (27); Sabrina Ortmann: Brief aus der Hölle (29); Peter Bähr: Über Franz (30)

Scriptum-Kurzkrimi
H.P. Karr & W. Wehner: Der absolute Höhepunkt (1. Teil) (24)

Lyrik
Gedichte von Irene Alice Baumgartner (9), Katja Eggenberger (5), Kathrin Fischer (24), Carlo Gianola (6), Volker Seliger (30,31)

Bücherschau (21)
Bajiyoperak, Inka Sunrise; Irmscher, Antike Fabeln; Bremer, Unter Kannibalen; Schütt, Die Erotik des Verrats; Van Doren, Geschichte des Wissens; Laschitza, Im Lebensrausch trotz alledem; Moor, Hans Jakob lügt; Ferstl, Gräser tanzen; Golla/Zeidler, In-ter-net; Edinger, Seelen-Blues; Wosniak, Pietà; Plinke, Deutsches Jahrbuch für Autoren 1996/97; Baumgartner, Der Clown; Grill/Moser, Stilles Land an der Grenze; Mell, Borderline-Lyrik; Vetere, Die ungestillten Säuger; Maples, Knochengeflüster; Tettamanti/Bernasconi, Manifest für eine liberale Gesellschaft;

Rezensionen (22)
Georges Raillard: Rost, R(h)einfälle, Edition Cologne; Bernd Giehl: Schwikart, Alle Abwege führen durch Rom, Avlos Verlag; Charles Stünzi: Turmbund-Gesellschaft Innsbruck, Fliehende Ziele, Lyrik-Anthologie; Brigitte Pixner: Uhlmann, Der Kuss der Sphinx, Edition Spektrum; Al’ Leu: De Roulet, Die blaue Linie, Limmat Verlag; Clemens Umbricht: Stricker-Hofer, mit den i-punkten Deiner küsse, Voralberger Verlagsanstalt; Brigitte Pixner: Rückleben, Winterherz, Lit Verlag; Liane Biberger: Nöske, Mein Leben mit Kittekat, Bunte Raben Verlag

Grafik
Werner Blattmann: Karikatur, Zeichnung (4); Harald Goldhahn: Karikatur, Zeichnung (14)

Literaturservice (32,33)
Nachrichten, Wettbewerbe, Adressen

Leserbriefe/Kleinanzeigen (34)

Impressum (28)

Heft_25_1996_Seite01Heft 25 / 1996

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Terra incognita» – Jenseits von Koalas und Känguruhs, Australiens Literaturlandschaft)

Der Gastkommentar
Ines Schneider-Thorn: Von der Freiheit (3)

Titel-Thema
Mathias Adelhoefer: Terra incognita – Die Literaturlandschaft Australiens (4)

Report
Rüdiger Heins: Korruption in Lackschuhen, Der «freie» kritische Schriftsteller in Deutschland – ein Trauerspiel (18)

Sprache
Horst J. Kleinmann: Die «Ku im Flusssand», Rechtschreibreform – Ein jahrelanges Tauziehen ist zu Ende (10)

Portrait
Kai Engelke: «Uns ist nicht mehr viel Zeit gegeben», Gespräch mit dem deutschen Lyriker Günter Kunert (14)

In memoriam
Christine A. Jossen: «Ich bin immer eine Fremde», Zum Tode der Basler Schriftstellerin Adelheid Duvanel (20)

Prosa
Monika Böss: Sommerfreuden (31); Claudia Glanzmann: Wintertag (35)

Satire
Udo Dickenberger: Über die Bibliotheken (28)

Scriptum-Kurzkrimi
H.P. Karr & W. Wehner: Der absolute Höhepunkt (2. Teil) (32)

Lyrik
Gedichte von Thomas T. Beck (27), Dietrich Dosdall (27), Frederike Haberkamp (11), Bernd Jaeger (16), Alfons Jestl (5,6,7), Wilhelm Riedel (27), Wolfgang Weigel (34), Peter Würl (27)

Biographien der Lyriker/innen (9)

Rezensionen (22)
Carla Kraus: Lutz, Die Mauern sind unterwegs, Ammann Verlag; Bernd Giehl; Senft, Diskurs über den Fluss, Egloff Verlag; Liane Biberger: Edition Leu, Lyrik-Anthologie 90/94; Rosemarie Schulak: Margreiter, Die Meister des Schweigens, Freya Verlag; Georges Raillard; Karau, Buschzulage, Dietz Verlag; Volker Koesling: Zahno, Doktor Turban, Bruckner&Thünker Verlag; Rainer Wedler: Sayer, Kohlrabenweißes, Klöpfer&Meyer Verlag; Charles Stünzi: Sternmut, Gedichte, Rhön Verlag

Neuerscheinungen (25)
Thibaux, Das eisige Gold; Lösto, Bewegende Augenblicke; Holliger, Aargau; Beetz, Kurzschluss im Hirnkasten; Jehle, Ulrike; Hartmann, Stumme Zeugen; Klinghardt, Lehrbuch der Psycho-Kinesiologie; Brodinger, Wie ein dunkelgrauer Regenbogen; Perko/Pechriggl, Phänomene der Angst; Köhler, Von Mensch zu Mensch; Behrenbeck, Der Kult um die toten Helden; Matthes, Apfeluhr; Pommer, Aschengrube; Vogel, Über das Hören; Blunck, Krieg und Bereinigung; Williams, Hard Core; Decaux, Eduard VIII. und Wallis Simpson

Karikatur
Harald Goldhahn: Cartoon (26)

Literaturservice (36)
Nachrichten, Wettbewerbe, Adressen

Leserbriefe/Kleinanzeigen (38)

Impressum (24)

Heft_26_1996_Seite01Heft 26 / 1996

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Warum noch Gedichte?» – Die Provokation der modernen Poesie)

Der Gastkommentar
Jakob Fuchs: Wozu Literatur? (3)

Titel-Thema
Johann Voss: Warum noch Gedichte? Die Provokation der modernen Poesie – Eine Meditation (4)

Szene-Report
Kai Engelke: Alles ist o.k. und wird immer okayer, Poetry Slams – was ist das? (10)

Interview
Christine A. Jossen: Schreiben als Gegenentwurf, Gespräch mit dem Schweizer Dichter und Romancier Pierre Imhasly (13)

Austria-Millenium
Beate Hiltner-Hennenberg: 1000 Jahre wie ein Tag, Von der Klosterliteratur zur Staatssubvention – Ein Millenium österreichischen Schreibens (14)

Friedenspreis
Horst J. Kleinmann: Das Leben verwandeln – Mario Vargas Llosa erhält Deutschen Friedenspreis (15)

Prosa
Alexandra Lavizzari: Nordensommer (20); Walter Landin: Flugphase (23)

Satiren
Konrad Vogel: Brieföffnen (26); Wolfgang Reus: Bascho! (31)

Scriptum-Kurzkrimi
Manfred Maurer: Orgon Welles (1. Teil) (28)

Lyrik
Gedichte Alice I. Baumgartner (30), Gabriele Markus (11,27), Frauke Ohloff (30), Lilli Ronchetti (30), Peter Schantz (5,6), Ueli Schenker (30)

Biographien der Lyriker/innen (9)

Grafik
Horst Knauf: Tuschezeichnung (25); Harald Goldhahn: Karikatur (26); Iven Fritsche: Bildgedicht (36)

Neuerscheinungen (17)
Stanischeff, Tilli-Willi und die andern; Cankar, Das Haus der Barmherzigkeit; Brunner, die liebe ist nicht was ihr denkt; Neumann, Nichts; Pfaff, Je suis comme je suis; Altmann, Sinndeutende Annäherungen; Promies, Reisen in Zellen; Hübel, Gedichte;  Pei, Annas Umweg; Baco, Literatalk; Loidl, Farnblüte; Sayer, Kohlrabenweißes; Kramlovsky, Eine unauffällige Frau; Mägerle, Augen im Kopf; Stüwe, Gartenfrieden

Rezensionen (18)
Volker Koesling: Vallaster, Die Tuchhändlerin, Benziger Verlag; Bernd Giehl: Weber, Lilla Petras Spuren führen ins Engadin, Ikos Verlag; Heinz Hafner: Andreotti, Traditionelles und modernes Drama, Haupt Verlag; Beate Hiltnier: Richter, Literaturkorrespondenz Nr.1, Magazin; Rudolf Kraus: Barwasser, Mutterkorn, A1 Verlag; Markus Schurr: Zach, Monrepos, Klöpfer&Meyer Verlag; Silvia Mathieu: Gänger, Ein Fest für Merle, Adonia Verlag; Klaus Hübner: Klair, Ich hüpfe nicht auf deinem Racket, Janus Verlag

Literaturservice (32)
Nachrichten, Ausschreibungen, Adressen

Briefe an die Redaktion (34)

Impressum (16)

Heft_27_1997_Seite01Heft 27 / 1997

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Sprache den Sprachlosen» – Zur sozialen Aufgabe der Literatur)

Der Gastkommentar
Angela Jursitzka: Das musst Du lesen (3)

Titel-Thema
Theodor Weissenborn: Sprache den Sprachlosen, Zur sozialen Aufgabe der Literatur (4)

Portrait
Christine A. Jossen: Mit Witz und robuster Phantasie, Die Schweizer Erzählerin Helen Meier (8)

Report
Kai Engelke: Literatur ins Leben tragen, Die Literaturbüros in Deutschland (10)

Medien
Horst J. Kleinmann: Die Intrige geht zum Regenbogen, TV-Serien – nun als Magazine vermarktet (12)

Austria
Beate Hiltner-Hennenberg: Wechseljahre – Steht Wiens Kulturpolitik vor einer Wende? (15)

Prosa
Daniel Zahno: Napf (20); David Notter: Selbstmord (24)

Scriptum-Kurzkrimi
Manfred Maurer: Orgon Welles (2. Teil) (28)

Lyrik
Gedichte von Anna Arning (11), Dietrich Dosdall (6), Esther Hermann (27), Renate Irle (9), Wilhelm Riedel (5), Hendrik Rost (23), Wolfgang Weigel (21), Tullio Zanovello (31)

Biographien der Lyriker/innen (7)

Graphik
Harald Goldhahn: Karikatur (14)

Neuerscheinungen (17)
Weiß, Shalom; Pepin, Erotische Begegnungen; Brownlow, Pioniere des Films; Schröter, Sturm und Stille; Segler, Vater mein Vater…; Ruh, Dichter und Schriftsteller Deutschlands 1996; Lorenz, Literaturzeitschrift Rhabarber-A Nr.1; Vio, Dreisprachig-Trilingual-Trilingue; Suter, Der Zeitsprung; Lang, Nebel Leben; Stünzi, 50 Jahre Lyrik von Rene Marti; Sternmut, Das Zeitmesser

Rezensionen (18)
Bernd Giehl: Taugwalder, Melodie der Schöpfung, Glendyn Verlag; Liane Biberger: Pixner, Der Geist aus der Flasche trinkt Coca Cola, Heyn Verlag; Rosemarie Schulak: Baum, Agnes Stöcklin, Verlag freier Autoren; Karlheinz Schreiber: Jégou, Abtrift/Dérive, Atelier Verlag; Rudolf Kraus: Meier-Lenz, Die Schönheit einer Fledermaus, Edition Literarischer Salon; Klaas Willems: Deutsch, Die Physik der Welterkenntnis, Birkhäuser Verlag; Rainer Goldhahn: Leifert, Damit der Stein wächst, Horlemann Verlag; Carla Kraus: Konrad, Die Ration, Edition L Hockenheim;

Literaturservice (32-34)
Nachrichten, Ausschreibungen

Leserbriefe (34)

Impressum (16)

Heft_28_1997_Seite01Heft 28 / 1997

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Crescendo im Text» – Über die Sprache als Musik und die Musik als Sprache)

Titel-Thema
Simona Ryser: Crescendo im Text, Über die Sprache als Musik und die Musik als Sprache (4)

Musik&Sprache
Christian Baier: Der Satzbau zu Babel, Zur sprachlichen Selbst-Vereinheitlichung der Musik im 20. Jahrhundert (8)

Report
Horst J. Kleinmann: Vom «Schaubusen» zum «Mord bizarr» – Erotische Literatur kontra TV-Sexfilme (12)

Szene
Kai Engelke: Puncher und Poeten, Über die Boxbegeisterung der Literaten (14)

Der neue Roman
Christine A. Jossen: Vom Glück im Unglück – Klaus Merz, «Jakob schläft» (16)

Prosa
Peter Wolter: Der Fluglotse (23); Konrad Pauli: Bajazzo (27)

Scriptum-Kurzkrimi
Gaby Zryd: 22, vlà les flics! (30)

Lyrik
Gedichte von Ulrich Bauer-Staeb (5), Peter Gerdes (6), Bruno Hain (13), Alfons Huckebrink (15), Karl Heinz Köster, Ursula Kramm Konowalow

Biographien der Lyriker/innen (7)

Graphik
Harald Goldhahn: Karikatur (25)

Neuerscheinungen (19)
Damshäuser, Am Rande des Reisfeldes; Kaufmann, Im Schloss zu Mecklenburg und anderswo; Harris, Wenn Einstein recht hat…; Schütt, Stein des Anstoßes – Gespräche mit Hrdlicka; Jovalekic, Ein Mandelbaum im Weltall; Balmer/Dolder, Susanne D. – Ein Leben als Prostituierte; Zytglogge-Werkbuch, Stadtentdeckungen

Rezensionen (20)
Rosemarie Schulak: Schröter, Sturm und Stille, Arnim Otto Verlag; Karl-Heinz Schreiber: Schmidt-Macon, Lob der Piranhas, Elfenbein Verlag; David Wachter: Beeler, Blues für Nichtschwimmer, Haymon Verlag; Carla Kraus: Mieck, Gegenlicht, Berdel Edition; Brigitte Pixner: Engelke, Surwold Blues, Rhön/Hohmann Verlag; Rainer Wedler: Gasseleder, Der Weg zurück, Selbstverlag; Irene A. Baumgartner: Schulak, Als ein Himmelsstreif, Brjag Print Varna

Literaturservice (32)
Nachrichten, Ausschreibungen

Impressum (18)

HHeft_29_1997_Seite01eft 29 / 1997

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Das Spiel der Leser» – Literatur im Zeitalter der Virtual Reality)

Kommentar zur Zeit
Rosanna Müller-Brusco: Ein natürlicher Notausgang (3)

Titel-Essay
Günther Kirchberger: Das Spiel der Leser (4)

Report
Kai Engelke: «Die Welt ist eine Schreibe» – Ist die Schriftstellerei erlernbar? (1.Teil) (10)

Prosa
Peter Bußjäger: Versuch einer Anpassung an moderne Zeiten (16); Uwe Zabel: Der Besuch (20); Daniela Hättich: T-O-T (24); Barbara Macek: Stossgebet (27); Sebastian Hirzenreuther schreibt… (29)

Satiren
Wolfgang Bittner: Privatisierung (21); Udo Dickenberger: Dichterlesung (22)

Lyrik
Gedichte von August G. Holstein (5), Ernst Nef (19), Peter Albrecht (26), Patrick Probst (26), Matthias Burki (26), Wilfried Krien (26), Katja V. Taver (30), Cornelia Schmid (31), Christoph Bauer (30,31), Ingrid Quarshie (31)

Graphik
Angela von Moos: Textgraphik 1994 (7)

Zitate (6)

Rezensionen (12)
Peter Klusen: Aussen und innen, Basta Verlag; Bernd Giehl: Rosenzopf, Blutgeld, Edition Leu; Alfons Huckebrink: Jovalekic, Ein Mandelbaum im Weltall, Rhön Verlag; Bernd Giehl: Damm, Lichtspur im Nebel, Edition L/Czernik; Wolfgang Sinhuber: Korff, Schmäht ihr mich – ich muss es dulden, Gollenstein Verlag; Klaus Hübner: Löffler, Vom Einfluss des Fernsehens auf die Zeitungskultur, Picus Verlag; Peter G. Bräunlein: Grashof, Der Mantel des Fuhrmanns, Nagel&Kimche Verlag; Georges Raillard: Danieli, Die Ruhe der Welt am Gäbris, Otto Müller Verlag

Neuheiten (15)
Literaturzeitschrift Perspektive Nr.33; Literaturzeitschrift Hundspost Nr.7; Literaturzeitschrift Muschelhaufen Nr.36; Literaturzeitschrift Wortwahl Nr.1; CD Indonesische Lyrik; Hartge, Handbuch deutschsprachiger Literaturzeitschriften; Gemperle, Gegengift; Bussmann, Die Rückseite des Lichts; Herburger, Die Liebe; Walker, Zeichen am Himmel; Dickinson, Guten Morgen Mitternacht; Mayer-König, Verkannte Tiefe; Schaffner, Eine Reise; Schwend/Bohren, Faszination Schweiz; Dorner, Lust und Frust beim Schreiben; Schwarz, Melancholie – Figuren und Orte einer Stimmung; Kneipp, Kneipps Hausapotheke; Ammann, Ingeborg Bachmann und die Öffentlichkeit

Nachrichten (32)

Autorinnen- und Autoren-Vitae (33)

Varia (34)
Ausschreibungen, Kleinanzeigen, Termine, Wettbewerbe

Impressum (2)

Heft_30_1997_Seite01Heft 30 / 1997

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Ibsens und Hamsuns Erben» – Norwegens Literatur im 20. Jahrhundert)

Kommentar zur Zeit
Wilhelm Busch: Der harte Winter (3)

Titel-Thema
Dirk Levsen: Ibsens und Hamsuns Erben (4)

Report
Kai Engelke: «Schreiben bereichert Ihr Leben» – Ist die Schriftstellerei erlernbar? (2.Teil) (10)

Medien
Horst J. Kleinmann: Blöde Anmache, coole Preise – Wie Werbung die Sprache verhunzt (12)

Interview
Thomas Duschlbauer: «Der gute Mensch von Österreich», Interview mit Konrad P. Liessmann (14)

Prosa
Michael Marrak: Der Geist eines wilden Gesichts (20); Tullio Zanovello: Treibhaus für Aussenseiter (23); Leo Scheyda: Bodo und das Speckmesser (26); Sebastian Hirzenreuther schreibt an… (29)

Satire
Dietmar Füssel: Der Mann mit dem Gewehr (22); Thomas Glavinic: Zeitgeist (24)

Lyrik
Gedichte von Elsbeth Maag (30), Gudrun Seidenauer (31)

Rezensionen (16)
Irene A. Baumgartner: Pridgar, irr orgel klang, Kukuruz Verlag; Klaus Hübner: Herburger, Die Liebe, A1 Verlag; Markus Schurr: Ammann, Denn ich habe zu schreiben…, Drava Verlag; Rainer Goldhahn: Supino, Die Schöne der Welt, Nagel&Kimche Verlag; Irene A. Baumgartner: Dickinson, Guten Morgen Mitternacht, Diogenes Verlag; Rosemarie Schulak: Stephan-Kühn, Ich – König von Siam, KoFa Verlag; Peter Bräunlein: von Arndt, Der 40. Tag vor Sophienlund, Segler Verlag; Al’ Leu: Himmelberger, Kaspar – Café des Pyrénées, AutorInnenverlag

Neuheiten (18,19)
Pixner, Das Kuckucksei; Brenneisen/Ruge, Böse Nachbarn; Bichsel, Schöne Schifferin; Ammann, Schöne Aussicht; Leifert, wenn wach genug wir sind; Petri-Sutermeister, Nordische Streifzüge; Verband Geistig Schaffender Österreich, Mit einem Augenzwinkern; Cankar, Aus fremdem Leben; Allner, Melanie?; Gerber, Mit Nagelschuhen durch Eiscreme; Schulze/Ssymank, Das deutsche Studententum; Hoefer, Wie das Volk spricht; Hoche, In diesem unserem Lande; Krones/Wagner, Anton Webern und die Musik des 20. Jahrhunderts; Glaser, Deutsche Literatur zwischen 1945 und 1995; Literaturkalender 1998, Aufbau Verlag; Ruiss, Literarisches Leben in Österreich ’97; Prokop, Auf den Spuren Wolfgang Harichs; Nikolic, …und dann zogen wir weiter; Pardey, Jean Tinguely und Basel; Chesi, Magie und Heilkunst Afrikas; Divery/Kuenne, Myanmar – Land der goldenen Pagoden; Eska, Schall und Klang – Wie und was wir hören; Fischer-Homberger, Hunger-Herz-Schmerz-Geschlecht; Waller, Alles ist nur Übergang; Heckel, Frei sprechen lernen; Mann/Ruge, Die ideale Frau

Nachrichten (32)

Ausschreibungen, Kleinanzeigen (34)

Autorinnen- und Autoren-Vitae (33)

Impressum (2)

Heft_31_1998_Seite01Heft 31 / 1998

(Das Schweizer Literaturmagazin – Titel-Thema: «Fantasy» – Monster und Magien in der modernen Literatur)

Kommentar zur Zeit
Giovanni G. Casanova: Vom vollkommenen Genuss (3)

Titel-Thema
Philipp Schaffner: Das Leben ist die Illusion, Monster und Magien in der modernen Literatur (4)

Interview
Philipp Schaffner: Phantasie als Sinnesorgan – Der Schweizer Fantasy-Autor Christoph Zimmer (8)

Portrait
Kai Engelke: «Schriftsteller sind keine moralischen Instanzen!», Gespräch mit Hannelies Taschau (10)

Report
Horst J. Kleinmann: Mord(s)gedanken in der Provinz, Krimi-Autoren setzen auf vertraute Landschaften (12)

Literaturszene Österreich
Thomas Duschlbauer: Artbite – Kunst mit Biss, Wiens Salonkultur ist wieder auferstanden (14)

Essays
Erwin Jäger: «Lasst mich in Ruhe!», Zum 100. Geburtsjahr von Bertold Brecht (20); Andreas U. Sommer: Zur Ideologie der Sinnlosigkeit (22)

Prosa
Guido Brozek: Der Auftrag (24); Rosemarie Zens: Mensch&Tier, Meditation (25); Gerhard Ochs: 3 Texte (26); Sebastian Hirzenreuther schreibt an… (29)

Lyrik
Gedichte von Guntram Balzer (30,31), Frank Lingnau (30), Wanda Schmid (31)

Rezensionen (16,17)
Liane Biberger: Kittelmann, Dahinter kommen, AV Verlag; Kai Engelke: von Arx, Marie Barmettler oder Der Sinn, Weltwoche-ABC Verlag; Klaus Hübner: Hövel/Hagens, Mach’s gut, Liebling, Tomus Verlag; Bernd Giehl: Zimmermann, Indonesische Albumblätter, Zytglogge Verlag; Volker Koesling: Schütt, Die Irren sind auch nicht mehr die einzig Normalen, Athena Verlag; Rosemarie Schulak: Koller-Fanconi, Wellen, KoFa Verlag; Peter Klusen: de Roulet, Mit virtuellen Grüssen, Limmat Verlag; Alfons Huckebrink: Dedovic, Von edlen Mördern und gedungenen Humanisten, Drava Verlag

Neuheiten (18,19)
Mazumdar, Foucault; Anwander, Büffelmilch und Fladenbrot; Höner, Am Abend als es kühler ward; Hoche, Das Evangelium nach Hoche; Gretzfeld, Märchen aus 1001 Nacht; Renold, Letzte Liebe; Rappers, Menschenspiele; Boesch, Der Kreis; Dettwiler-Rustici, Berner Lauffeuer; Wolfgang Weigel, Gedichte; Geist, Morgen Blaues Tier; Wisser, Weil man lieber nicht am Ende sterbert; Donnell, Die Goldberg-Variationen

Nachrichten (32)

Autorinnen- und Autoren-Vitae (33)

Ausschreibungen, Kleinanzeigen (34)

Impressum (2)

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Cees Nooteboom: «Nachts kommen die Füchse»

Posted in Bernd Giehl, Buch-Rezension, Cees Nooteboom, Literatur, Rezensionen by Walter Eigenmann on 26. Juli 2009

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Liebe – ohne große Worte

Bernd Giehl

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«Es sind die Toten, die uns lieben.
Nicht die Lebenden. Die vergessen uns.
Aber die Toten erinnern sich an uns.
Würden sie sonst Nacht für Nacht kommen
und uns heimsuchen?»
(Quelle und Autor unbekannt)

Noteboom_Nachts wenn die Fuechse kommenMan kennt das ja aus eigener Anschauung. Irgendwann kehrt man an einen Ort zurück, an dem man schon einmal war. Es muss nicht unbedingt ein Ort gewesen sein, an dem man sich gern aufhielt. Aber gleichwohl kommen die Erinnerungen: Hier hat man vor Jahren den kleinen Hund begraben, der einem so sehr ans Herz gewachsen war; Und hier ist man vor langer Zeit jener Frau begegnet, die so eine unheilvolle Rolle im eigenen Leben gespielt hat.
Es sind unwillkürliche Erinnerungen, die Nooteboom in seinem «Nachts kommen die Füchse» beschwört. Und oft kommen sie eher beiläufig. Ein Foto taucht plötzlich auf, und ob man will oder nicht: man erinnert sich. Ob die Erinnerung angenehm ist oder nicht, was spielt das für eine Rolle? Wichtig ist nur die Erinnerung selbst.
Einem Mann fällt ein Foto in die Hände. Er beschreibt die Menschen, die darauf zu sehen sind. Vor allem eine Frau hat es ihm angetan. «Paula» heißt sie. Sie ist vor Jahren bei einem Hotelbrand ums Leben gekommen.

Cees Nooteboom

Cees Nooteboom

Paula war nicht nur eine schöne Frau, sondern sie war auch eigenwillig. Der Kreis, in dem sie auftaucht, ist ein lockerer Verband von Glücksspielern, die alle dasselbe wollen: möglichst viel Geld zu gewinnen. Paula schläft mit allen. Auch mit dem Erzähler. Aber dann brennt sie mit einem anderen Mann durch. Jahre später erfährt der Mann, dass Paula bei einem Hotelbrand ums Leben gekommen ist. Jetzt sitzt er auf dem einzigen Stuhl, der ihm noch geblieben ist, in einem leeren Zimmer und erinnert sich an Paula. An ihre Schönheit und an ihre Risikobereitschaft. Er hat Paula geliebt, noch lange nachdem sie endgültig aus seinem Leben gegangen ist.
Alle Erzählungen in dem Band «Nachts kommen die Füchse» handeln von den Toten und den Erinnerungen, die die Zurückbleibenden an sie haben. Und alle handeln von der Liebe. Es sind Geschichten, die nicht mit großen Worten daherkommen, und die deshalb um so mehr unter die Haut gehen. Es sind die Erinnerungen, die uns bleiben und die das Leben lebenswert machen. Ich glaube, Nooteboom hat recht. (Bernd Giehl)

Cees Nooteboom, Nachts kommen die Füchse, Erzählungen, Suhrkamp Verlag Frankfurt, 152 Seiten, ISBN 978-3518420669

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Kurzprosa von Jutta Miller-Waldner

Posted in Jutta Miller-Waldner, Literatur, Neue Prosa, Prosa by Walter Eigenmann on 25. Mai 2008

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Und Kutte lachte

Jutta Miller-Waldner

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Kutte plinkerte mit den Augen, klatschte mit der linken Hand eine Fliege fort, die sich auf sein rechtes Lid gesetzt hatte, verzog das Gesicht vor Schmerz, wälzte sich auf die andere Seite, fiel fast von der Parkbank, zuckte zusammen.
Kutte war wach.
Und Kutte hatte Hunger.
Er erhob sich ächzend, blieb eine Weile sitzen, den Rücken gebeugt, den Kopf tief zwischen den Schultern. Schließlich erhob er sich und faltete die FAZ-Sonntagsausgabe zusammen, die ihm als Unterlage und Kopfkissen und Zudecke gedient hatte, warf sie in den Abfallkorb.
«Heute muss ick mir wieda zwee Zeitungen orjanisiern. Muss ick wieda mit de S-Bahn fahren. Oder nee, besser is et mit die U-Bahn. Da lassen die Leute öfta mal ne TAZ liejen.»
Kutte las möglichst jeden Tag die TAZ. Das hatte er von früher beibehalten. Da war er eigen. Soviel Würde musste sein.
Er spritzte sich am Springbrunnen Wasser ins Gesicht, wischte den Schmutz von seinen Schuhen, seinen Jeans, zog den Kamm aus der linken Gesäßtasche, fuhr sich über die Haare, spuckte in die Hände und strich sie glatt, erblickte sein Gesicht im Wasser, guckte schnell wieder weg.
Sein Magen knurrte.
«Als erstet werd ick die Abfallkörbe abklappern. Am besten drüben beim Jymnasium. Wenn nich schon ein andrer dajewesen is. Aba die Jören schmeißen ja soville wech, da werd ick bestimmt noch wat finden. Filleicht ha ick ja Glück und find ne Stulle mit Katenrauchschinken.»
Kutte aß gerne Kartenrauchschinken. Am liebsten aß er Räucherlachs, aber welche Mutter gab seinem Kind schon ein Lachsbrot mit in die Schule.
Er schlurfte hinüber, wühlte. Nichts. «Mist», dachte er. «Det is nich mein Tach heute. Da steht man am besten jar nich erst uff. Aber denn kommen die Bullen un verjagen einen. Na jut, werd ick zur Realschule marschieren.»
Kuttes Magen knurrte lauter.
«Sei ruhich», befahl er. «Krichst ja jleich wat.»
Er wühlte. Fand zwei in Alufolie gewickelte Schrippen – «is doch meen Jlückstach heute» -, wühlte weiter, zog eine viertelvolle Einliterflasche Cola heraus, eine halbleere Dose Red Bull, ein Überraschungsei, eine Sonnenbrille, deren linkes Glas verschrammt war, drei Sammelbilder für das Fußball-EM-Album mit René Adler – «wieso denn der», schoss es ihm durch den Kopf -, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger. «Na nu», wunderte er sich. «Wat schmeißen die denn sowat wech?!»
Kutte mochte Schweini.
Des Weiteren fand er eine Barbiepuppe mit nur einem Bein, warf sie angewidert zurück.
Fand eine Tarotkarte.
«Wat is ‘n det? So’n Quatsch», stellte er fest. Warf sie wieder in den Abfallkorb.
Er steckte das eine Brötchen in die Jackentasche – «Wer weeß, wenn ick wieda wat finde» -, wickelte das andere aus, knüllte die Alufolie zusammen, warf sie zur Tarotkarte. Klappte das Brötchen auf, begutachtete die Jagdwurstscheibe, roch daran. «Na ja, jeht ooch» -, klappte es zu, biss hinein, schlurfte weiter.
Schlurfte zurück, griff in den Abfallkorb, holte die Tarotkarte heraus. Starrte sie an, steckte sie in die Hosentasche, wanderte zu seiner Parkbank. Aß seine Schrippe auf, schlenderte zum Springbrunnen, wusch sich die Hände, setzte die Sonnenbrille mit dem zerkratzten linken Glas auf, marschierte zurück, setzte sich, schlug das rechte Bein über das linke, zog die Tarotkarte aus der Hosentasche, betrachtete sie, die blauen Kugeln, die geschweiften Linien, die Ketten, die Frau, die das Schwert mit beiden Händen hielt …
«Uff wat für Einfälle die Leute kommen», wunderte er sich. «Wer kooft denn sowat? Und wozu?»
Er las die Zahl, die da in römischen Ziffern geschrieben stand, las das Wort am unteren Rand: Ausgleichung.
«Ausgleichung. Kenn ick nich. Ha ick ja noch nie jehört. Det jibt Jleichungen, Jleichberechtigung haha, Anjleichung, Ausjleich, Jleichheit, na ja, Jleichjüligkeit. Die kenn wa zu jenüje.»
Kutte saß auf seiner Parkbank, er rutschte hin und her, starrte auf die Karte, stand auf, setzte sich wieder, starrte auf die Karte, schaute hinüber zum Springbrunnen, auf die Karte in seiner Hand. Sah die neunundneunzig Luftballons, die in der Fontäne tanzten – hellblaue, babyblaue, südseehimmelblaue, blau wie Vergissmeinnicht, Gletschereis, Saphire, gestreift, gepunktet, kariert -, ging hinüber, ergriff die Strippe eines weißblauen, hob ab und schwebte. Er schwebte über das ICC, den Funkturm, über Fürstenfeldbruck und New York, die Wüste Gobi und den Angelfall, über den Atlantischen Ozean, über Vulkane und Eis, und er schwebte, und der Mond war sein Kumpel und die Sonne seine Braut, und die Planeten spielten um ihn her Ringelreihen, er kickte einen Satelliten gegen die Venus und schrie «Toooor», und rief zur ISS ein «Nasdarowje» hinüber; er spazierte mittenmang auf der Milchstraße, die Strippe des Luftballons fest in seiner rechten Hand, und sah die Galaxien Walzer tanzen, die Quasare Rock ‘n Roll, er fuhr auf einem Kometen Achterbahn und rodelte mit einer Sternschnuppe zurück zu Erde. -

Kutte plinkerte mit den Augen, klatschte mit der linken Hand eine Fliege fort, die sich auf sein rechtes Lid gesetzt hatte, verzog das Gesicht vor Schmerz, wälzte sich auf die andere Seite, fiel fast von der Parkbank, zuckte zusammen, erhob sich ächzend und starrte auf seine rechte Hand.
Und Kutte lachte. ■

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Jutta Miller-Waldner

Geb. 1942 in Berlin, zahlreiche Lyrik- und Kurzprosa-Publikationen in Zeitschriften und Anthologien, Lesungen in Deutschland, Spanien, Österreich und Ungarn, verschiedene literarische Würdigungen, Vorsitzende der IGdA, lebt als Autorin, Lektorin und Chefredakteurin von «IGdA-aktuell: Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik» in Berlin

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Viktorija Tokarjewa: «Liebesterror»

Posted in Buch-Rezension, Literatur, Rezensionen, Viktorija Tokarjewa, Walter Eigenmann by Walter Eigenmann on 1. April 2008

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Von der Liebe und anderen Dummheiten

Walter Eigenmann

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tokarjewa_liebesterror.jpg«Zickzack der Liebe», «Happy End», «Eine Liebe fürs ganze Leben», «Mara», «Liebesterror» – kein Zweifel: Jenes, das man/frau gemeinhin mit der allesumarmenden Worthülse «Liebe» zu umreißen pflegt, ist eine thematische Konstante im Werk der heute 70-jährigen Moskauer Schriftstellerin Viktorija Tokarjewa. Und noch ein roter Faden – womöglich (oder: ziemlich sicher) resultierend aus dem ersten – zieht sich zentral bis total dominant durch beinahe jeden ihrer literarischen Texte, nämlich die Frau: z.B. die Nutten-Frau («Mara»), die Caritas-Frau («Happy Ende»), die Reife-Frau (»Sag ich’s…»), die Vamp-Frau («Der Pianist»), die Hoffnungs-Frau («Eine Liebe…»), oder auch die Sieges-Frau («Glücksvogel»). Und nun also, in ihrer neuesten Kurzprosa «Liebesterror», der Kopf-Erzählung dieser im Diogenes Verlag aufgelegten vierteiligen Sammlung, noch die Mutter-Frau.
Diese Mutter-Frau, das ist Tante Tossja, wie sie in überschwenglicher «Mutter-Liebe» ihre Tochter Nonna und ihren Schwiegersohn Zarenkow hegt und pflegt und – terrorisiert. Denn «Liebesterror» ist eine Dreiecks-Geschichte der dritten, ganz besonders komplizierten Art: «Tante Tossja arbeitete wirklich mit enormen Fleiß und brummte und summte ebenso wie eine Biene. Sie erschuf jeden Tat etwas. Und sie wollte eine Belohnung für ihre Arbeit, wenn auch nur mit Worten. Aber Nonna war ganz mit ihrem Mann beschäftigt. Und Zarenkow war nur mit sich selbst beschäftigt. Und die arme Tante Tossja konnte nur auf dem Treppenvorplatz heulen und um Mitgefühl schluchzen.» Verschärfend kommt hinzu: «Anderer Leute Elend wirkte auf Tante Tossja immer wohltuend. Das söhnte sie mit der Wirklichkeit aus.» Solche psychischen Dispositionen pflegen zu eskalieren – schon gar in der Schönen Literatur, und unausweichlich zwangsläufig bei der auf zwischenmenschliche Tragikomödien geradezu chirurgisch spezialisierten Autorin Tokarjewa. Ein Plot von «Liebesterror» sei darum verraten: Der Schwiergersohn, Tante Tossja buchstäblich bis aufs Blut und bis aufs Beißen in die Hand im Wege, erliegt nach 95 lakonischen, teils auch zärtlichen, oft fein zeichnenden, teils wieder diffusen Seiten einem Herzinfarkt. (Dessen Beschrieb übrigens – Zarenkow stirbt, vom Meer und von seiner Nonna träumend, an einem Herzinfarkt im Bett – wie ein Sportlight den stilistischen, sarkastisch gebrochenen, aber auch melancholisch-sensiblen Zugriff der Erzählerin Tokarjewa in wenigen Sätzen fokussiert: «Und plötzlich versank er. Das Wasser schwappte über seinen Kopf. Zarenkow bewegte Arme und Beine, er wollte auftauchen, aber es gelang nicht. Das Wasser erstickte ihn. Sein Herz bewegte sich fort und flog irgendwohin. Zarenkow flog seinem Herzen hinterher – und starb.»
Man hat der gebürtigen Leningraderin, die zuerst eine künstlerische Laufbahn als Musikerin, dann als Drehbuch-Schreiberin einschlug, aber seit 1964 ausschließlich als Prosa-Autorin arbeitet, zuweilen handlungstechnische Klischees und – als Schilderin sowjetrussischer Milieus – gesellschaftspolitische Simplifizierung vorgeworfen. In der Tat eignet zumal ihren langen Texten («Glücksvogel», «Der Pianist», «Happy End») eine teils fast zufällig anmutende Sprunghaftigkeit der äußeren Abläufe, der personalen Bezüge, der Handlungsfelder. Das Prinzip der «Bilder-Reihung», im Film effektvoll als dem Medium immanent, aber in psychologisierender Prosa unvermittelt wirkend, strapaziert die Autorin zu oft auch dort, wo «im Bilde zu bleiben» die Glaubwürdigkeit der Geschichte(n) heben könnte.

Was diese äußerst produktive, zu Beginn nur im Heimatland bekannte, längst nun auch im Westen erfolgreiche Schriftstellerin jedoch vom schön-unver-bindlichen Plaudern über leichte oder schwere Gefühls-Unpässlichkeiten schwacher oder starker (Frauen-)Figuren hinaushebt, ist diese unnachahmliche Lakonie, die Knappheit des Schilderns, die präzise Beobachtung, das beinahe kühle Sezieren, dann auch wieder der zuweilen resignative Ton, das manchmal fatalistische Laisser-faire der im Alltag tragikomisch untergehenden, zuweilen doch wieder triumphierenden Protagonistinnen. Vor allem aber ist Tokarjewa eine Meisterin der Situations-Ironie und der Typisierung. Ihre wichtigste Waffe allerdings, um die Leserschaft bei Lektüre und Laune zu halten, ist die Rasanz und die Schnörkellosigkeit ihrer Sprache – woran allerdings ihre «Leib- und Magen-Übersetzerin Angelika Schneider wesentlichen Anteil haben muss. Da finden sich nirgends Füllungen noch grammatikalische oder semantische Redundanzen, die Verknappung der sprachlichen Mittel (aber nicht des Wortschatzes) bewirkt eine eigentümlich faszinierende Coolness der Distanz – und doch auch wieder der identifizierenden Sympathie ob soviel unbeschönigter Realität, die gleichsam jeder/m zustoßen könnte. Ein großer Teil des Publikum-Erfolges dieser Autorin geht aufs Konto solcher manchmal unbarmherzigen, mit viel Wortwitz und frappanten Psycho-Drehs auffahrenden, wohltuend unsentimentalen Sachlichkeit und Einfachheit; das Lese-Resultat ist atemlose Neugier. Kein Zweifel, Viktorija Tokarjewa ist eine Meisterin der Erzählkunst, ihre frühere unüberlesbare Holzschnittigkeit in den ersten Veröffentlichungen ist inzwischen der routiniertesten Eloquenz gewichen, ihre Kunst der Prototypisierung hat an Differenziertheit gewonnen.
Eine der vier Erzählungen in «Liebesterror» heißt – durchaus programmatisch für die Tokarjewa – «Salto mortale», und als quasi zusammenfassende Kost-Probe ihrer stilistischen Hexenküche sei aus diesem 21-Seiten-Stück kurz zitiert:

[...] Wie schwer es war, allein zu leben, wenn man mit keinem Menschen ein Wort wechseln konnte.
Der einzige Seelentröster war der Fernseher. Schura hing am Fernseher wie ein Süchtiger an der Nadel. Aber auch im Fernsehen gab es nur leben und leiden. [...]
Schura liebte die sowjetischen Filme der siebziger Jahre. Und sie sehnte sich nach dieser Zeit zurück. Da war sie noch jung gewesen, ihre Mutter war noch gesund und munter, und Pawel war damals Oberleutnant gewesen. Er machte ihr den Hof und kam zu ihnen nach Hause. Und ihre Mutter kochte eine Pilzsuppe aus getrockneten Champignons. Noch jetzt konnte sie das Aroma riechen. Ihre Mutter hatte goldene Hände. In ihnen steckte kulinarisches und menschliches Talent. [...]
Schura stieg langsam in den fünften Stock hoch. Neben dem Heizkörper hatte es sich ein grauhaariger Mann bequem gemacht. Er sah aus wie ein Ingenieur aus den siebziger Jahren und trug einen webpelzgefütterten Kunstledermantel.
Allgemeiner Eindruck: ein Ingenieur – kein Unhold, nur ein ganz gewöhnlicher Mensch, und ein Ingenieur hatte eben keinerlei besondere Kennzeichen. Dafür aber um so mehr Bescheidenheit und Schicksalsergebenheit, das Wissen um die Unmöglichkeit, etwas zu verändern. All das konnte man in den Augen dieses da sitzenden Menschen ablesen.
«Was machen Sie hier?» fragte Schura.
«Ich wärme mich auf», sagte der Ingenieur bloß.
«Und wieso hier?»
«Weil es der oberste Stock ist», erklärte der Ingenieur.
«Ja und?» fragte Schura verständnislos.
«Kommen weniger Leute vorbei. Schmeißt einem niemand raus.«
«Sind Sie etwa obdachlos?»
«In gewissem Sinne«, antwortete der Ingenieur und fügte dann hinzu: «Bitte, schicken Sie mich nicht weg.»
»Nein, nein, dann bleiben Sie eben sitzen«, sagte Schura beschämt.
Und sie dachte bei sich: Was es nicht alles gibt, ein anständiger Mann, und sitzt da wie ein Vagabund… Vielleicht hat man ihn aus seiner Wohnung geworfen? Möglicherweise war er ein Opfer von Wohnungs-Spekulanten geworden…
Schura schloß ihre Wohnung auf. [...]

Mag sein, dass einige Titel aus der Feder dieser Schriftstellerin früher oder später als den Massen-Geschmack allzu willfährig bedienende «Trivialitäten» auf den tonnenschweren ungelesen-vergessenen Halden der Literatur-Musealität landen. «Liebesterror» dürfte nicht dazu gehört.

Viktorija Tokarjewa, Liebesterror und andere Erzählungen, Diogenes Verlag, 217 Seiten, ISBN 978-3-257-06643-2

Kurzprosa von Stephanie Bart

Posted in Literatur, Neue Prosa, Prosa, Stephanie Bart by Walter Eigenmann on 11. Januar 2008

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Seemannsgarn

Stephanie Bart

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Ich gehe spazieren in Hamburg auf St. Pauli. Nicht in St. Pauli, sondern auf St. Pauli, wie man in Hamburg sagt. Als ob St. Pauli eine Insel wäre. Es spinnt sich viel Seemannsgarn auf und um St. Pauli herum, obwohl die Seemänner schon lange nicht mehr an Land kommen dürfen, weil das den Reedereien zu teuer ist. Die Matrosen sollen was tun für die Heuer und fix den Kaffee verladen, damit das Schiff den ach so kostspieligen Hafen so schnell wie möglich wieder verlassen kann. Keine Seemänner mehr auf St. Pauli und doch immer noch langes, endloses Seemannsgarn, verflochten, verwoben, und alle, alle glauben daran.  Glitzerndes, schwitzendes Amüsiergewerbe, kontrolliertes Verbrechen, Randexistenzen und Künstlertum und gemeinsinnig bodenständige Nachbarschaft weben daran, flechten am Seemannsgarn.
An der Ecke Davidstraße Bernhard-Nocht-Straße spricht ein Passant einen anderen an:  «Entschuldigung, könnten Sie mir bitte sagen, was Heimat ist?» –  «Natürlich: Heimat ist, wo ich mich verändern kann.» –  «Verändern, ja, vielen Dank.» –  «Keine Ursache.»
Ich gehe runter zu den Landungsbrücken und setz mich da auf eine Bank. Dann nehme ich das Paket aus der Tasche, das vorhin mit der Post gekommen ist. Es enthält einen Stapel verschieden beschriebener Seiten und eine Postkarte vom Münchner Oktoberfest mit einer blonden, blauäugigen Serviererin vorne drauf und folgendem Text auf der Rückseite:  «Liebe S., wer außer dir könnte damit etwas anfangen, dachte ich und schicke dir also, was ich bei der Haushaltsauflösung deines verstorbenen Onkels für dich zur Seite gelegt habe: Tagebuchaufzeichnungen deines Onkels, der ja ein pedantischer Archivar war, bruchstückhaft die Skizzen für die philosophischen Versuche seines Onkels, also deines Großonkels und einen Reisebericht wiederum seines Onkels, also deines Urgroßonkels. Die drei Stapel lagen säuberlich auf dem Schreibtisch, aber dann  kam der Kater mit seiner wunderlichen Neigung zu Büchern und Manuskripten, und hinterher war alles durcheinander. Ich überlasse es dir so, wie es ist, herzliche Grüße, dein Onkel T.» Ich beginne zu lesen:
«Ich wohne in einer anständigen Straße. Die Häuser sind in den 50er und 60er Jahren erbaut worden, sind aber ihrer sorgfältigen Pflege wegen sehr gut erhalten und sehen nach wie vor wie neu aus. Die Leute wohnen alle schon sehr lange hier. Im Grunde genommen kennt man sich, aber man ist nicht etwa befreundet oder lädt sich zum Kaffee ein. Ich wohne seit jeher sehr gerne hier, denn es ist eine ruhige und, wie gesagt, anständige Gegend.
Eigentlich kann ich überhaupt nicht mehr wohnen. Die Wohnungen, in denen ich groß geworden bin, haben etwas Unerträgliches angenommen: Jeder Zug des Behagens darin ist mit Verrat an der Erkenntnis, jede Spur der Geborgenheit mit der muffigen Interessengemeinschaft der Familie bezahlt.
Ich kam mit dem Postdampfer von Sydney, und als ich den Hafen der Insel erreichte, lagen an der großen Kaimauer zwei bis drei Dampfer und ebensoviel große Segelschiffe. Auf dem Kai selbst winkten uns Taschentücher und Sonnenschirme entgegen. Da standen Zollbeamte mit Tropenhelm zwischen weißen Siedlern in Pyjamas, entlassene Sträflinge und desertierte Matrosen lungerten herum, und einige Eingeborene machten großen Lärm.»
Ich habe noch nie etwas von diesen Onkeln gehört. Ich schaue in die blaue Luft und atme den schwachen Salzgeruch ein, den das Meer von der Elbmündung bis hier her noch weht. Dann lese ich weiter:
«Ich habe in unserem Haus ein Arbeitszimmer. Es ist eine Dachkammer, die ich mir selbst ausgebaut habe, teilweise zumindest. Den Teppich habe ich von einem Fachmann verlegen lassen, aber es war mir, der ich einer geistigen Tätigkeit nachgehe, eine willkommene Abwechslung, mich einmal handwerklich zu betätigen, und so habe ich die hölzerne Deckenverkleidung eigenhändig eingezogen, an den Schrägen wie am Plafond, und ich darf in aller Bescheidenheit sagen, dass ich sie immer wieder mit Stolz betrachte.
Wenn ich mich mit Möbelentwürfen und Innendekoration beschäftige, gerate ich in die Nähe des kunstgewerblichen Feinsinns vom Schlag der Bibliophilen, wie entschlossen ich auch gegen das Kunstgewerbe im engeren Sinne angehen mag.
Mittlerweile haben die Kurven der reinen Zweckform gegen ihre Funktion sich verselbständigt und gehen ebenso ins Ornament über wie die kubistischen Grundgestalten.
Parallele Straßenzüge führten vom Hafen nach den Hügeln, die hinten die Stadt begrenzten. Ich trat auf einen leeren, unsauberen Platz mit einem Brunnen. Dort träumten auf morschen Droschken verkommene Kutscher. Irgendwo war ein weiß  gestrichenes Rathaus und irgendwo auch die Residenz des Gouverneurs. Auf der Straße sah ich Verwaltungsbeamte mit gewienerten Schnurrbärten und weiße Siedler, Händler nämlich, Gastwirte und kleine Pflanzer, die den Pyjama zum Straßenanzug gemacht hatten. Die tropische Sonne hatte ihnen einen Hauch von Vernunft eingebrannt, und die Ferne zu den europäischen Konventionen ein Übriges getan: Endlich wollten sie es bequem haben. Zuerst hatten sie den Schlafanzug nach dem Aufstehen ausgezogen, dann nach dem Frühstück, und dann gar nicht mehr.
Sie hatten schnell erkannt, dass er die ideale Bekleidung war. Perfekt für das Klima und komfortabel in jeder Richtung hob er sie sowohl von den Kolonialbeamten und Mitgliedern der staatlichen Handelsgesellschaften ab, wie er sie den Eingeborenen gegenüber als Europäer auswies. Die Be-amten und die Siedler waren Männer mittleren und gehobenen Alters, die sich nach der Arbeit im Cercle sammelten und Karten spielten, ausrangierte Artistinnen von Sydney in einem Tingeltangel beklatschten und Kinematographen bewunderten.»
Ich stecke das Paket in die Tasche und geh rüber zur Überseebrücke.
Unterwegs spricht mich ein Spaziergänger an:  «Entschuldigung, könnten Sie mir bitte sagen, was Heimat ist?» –  «Bitte schön, Heimat ist eine Entscheidung, die unter Umständen auch im Exil getroffen werden kann.» – «Entscheidung, Exil, alles klar, vielen Dank.» –  «Da nich für.»
Auf dem Ponton von der Überseebrücke stehen zwei Bänke und ich setz mich auf die linke davon. Die Cap San Diego liegt fest vertäut und rührt sich nicht. Ich lese weiter:
«In dieser Dachkammer kann ich ganz ungestört arbeiten, und ich ziehe mich auch dahin zurück, wenn ich zum Beispiel in Ruhe ein Kreuzworträtsel lösen möchte. Hier oben belästigt mich nicht einmal das Radio, das meine Frau in der Küche sehr laut eingestellt hat, damit es die Dunstabzugshaube und das Töpfeklappern übertönt.
Ich weiche der Verantwortung fürs Wohnen aus, indem ich ins Hotel oder ins möblierte Appartement ziehe, und mache damit gleichsam aus den aufgezwungenen Bedingungen der Emigration die lebenskluge Norm.»
Da fegt eine Brise die drei obersten Blätter meiner Lektüre in einem hastig hingerotzten Ballet bis zum Rand des Pontons, lässt sie einen halben Atemzug lang zögern, hebt sie elegant über die Kante, und dann segeln sie übers silbrig glitzernde Wasser, bis sie die Oberfläche berühren und mit der langsamen Strömung hinaus treiben.
«Ich fand», berichtet mein Urgroßonkel nach den drei weggewehten Blättern,  «dass die einzige Aufregung der Insel die monatliche Ankunft und Abfahrt des Postdampfers von und nach Sydney war. Alles, was etwas auf sich hielt, stand dann ein bis zwei Stunden auf dem Kai und winkte Unbekannten zu, mit Taschentuch, Sonnenschirm und viel Eifer.»
Von der Brücke kommt eine ältere Dame mit einem kleinen Hund und setzt sich auf die andere Bank, und dann kommt ein Penner und spricht die Dame an:
«Entschuldigung, könnten Sie mir bitte sagen, wo ich zu Hause bin?» Die Dame nickt und lächelt:  «Es gehört zur Moral, junger Mann, nicht bei sich selber zu Hause zu sein. Schon Nietzsche…» –  «Auch Nietzsche hatte ein Arbeitszimmer», mault der Penner und trollt sich, und da fällt mir ein, wer die Onkel sind.
«Diese einzige Aufregung war eine in ihrer Unschuld rührend wirkende Zerstreuung», schreibt mein Urgroßonkel und macht einen Gedankenstrich:  « – und sie war symptomatisch für die Langeweile, die in diesem tropischen Seldwyla gnadenlos herrschte.» ■

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Stephanie Bart

Geb. 1965 in Esslingen/D, Studium der Ethnologie und der Politischen Wissenschaften an der Universität Hamburg, verschiedene Broterwerbstätigkeiten, lebt als Rikscha-Fahrerin und Stadtführerin in Berlin

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Kurzprosa von Wendel Schäfer

Posted in Literatur, Neue Prosa, Prosa, Wendel Schäfer by Walter Eigenmann on 9. Januar 2008

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Über den Kopf

Wendel Schäfer

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Es war schon dunkel, als Tobias die Haustür öffnete – und auch schon von einem Mann mit vorgehaltener Pistole zurück ins Haus gedrängt wurde. Rückwärts bis in sein Arbeits-zimmer.
«Hinsetzen und schön die Hände auf den Tisch!» herrschte ihn der Eindringling an. Fischte einen Stuhl aus der Ecke und platzierte sich gegenüber. Tobias konzentrierte seine Augen ins Gesicht des Fremden, dann runter auf den Revolver und wieder hoch zum Gesicht und wieder zur Waffe. Ein seltsames Ding. Eine Mischung aus Wasser- und phantastischer Raumpistole mit Flügelchen an den Seiten. Sah aus wie eine kampfbereite Kragenechse. Tobias kannte sich aus. Beim Militär hatte er es mit allerlei Waffen zu tun gehabt. Auch mit der schweren Pistole, die ihm bei jedem Schuss den Arm hoch warf. Hier war er sich nicht sicher. Das Rohr jedenfalls war aus Metall, und in der halb geöffneten Spiegelschranktür glänzte das Messing der Patronenmäntel in der Trommel.
«Hier, lies», fuhr ihn der Fremde an, «Seite 44», und schob ihm eine Zeitschrift hin. «Da, das Gedicht. Das mit der Krähe.»
Tobias war die Zeitschrift vertraut. Hatte dort hin und wieder kleinere Texte veröffentlicht.
«Das Gedicht kenne ich, gefällt mir.» Und drückte das Heft zurück.
«Schön die Hände zusammen auf der Platte lassen! ‘Gefällt mir’. Fein! Gefällt mir auch. Na klar, gefällt es dir! Mir aber noch mehr. Das ist mein Gedicht, verstehst du, mein Gedicht. Meine Idee.» Zog ein vergilbtes Blatt aus der Zeitschrift und schubste es Tobias hin.
«Vor zwei Jahren geschrieben. Und schon geklaut. Alles hat man mir geklaut. Meine besten Ideen haben sie mir gestohlen. Ich hab nämlich einen sehr erfinderischen Kopf. Alles mache ich über meinen Kopf. Die verrücktesten Dinge. Wenn es sein muss. Ich war schon nahe daran, Fische ohne Gräten zu züchten. Da hat man mir die Idee gestohlen. Ich sage nur Fischstäbchen. Kapierst du, was ich damit meine?»
Tobias verstand und wusste, dass seine Lage viel prekärer war als anfangs angenommen. Auch war ihm klar, dass er den Fremden reden lassen musste.
«Da haben Sie bestimmt noch andere tollen Sachen ausgedacht», ermunterte Tobias sein Gegenüber.
«Aber ja doch, das mit den Bäumen.»
«Was ist mit den Bäumen?»
«Es ist wegen der Überbevölkerung. Die Menschen werden sich noch tottreten auf dem Planeten. Wenn nur jeder zweite Baum gefällt wird, hätten alle für ein paar 100 Jahre Platz genug. Ich hab sogar schon ausgetüftelt, wie viel Quadratmeter angefallen wären. Eine ganz schön knifflige Rechnerei.»
«Genial», witzelte Tobias mit todernster Miene.
«Und dann haben sie die Regenwälder abgeholzt. Am Äquator, wo sowieso keiner bleiben will wegen der unheimlichen Schwüle. So war mein Plan futsch. Meine Idee geklaut.»
«Weiter», drängte Tobias und ließ das Revolverding nicht aus den Augen.
«In jeder Ecke der Erde ist Zank und Streit und Krieg. So kam ich auf die Idee, ganz spezielle Brieftauben zu ziehen.»
«Brieftauben gegen den Krieg, einfach genial», pflichtete Tobias eifrig bei.
«Keine gewöhnlichen Brieftauben. Friedenstauben mit Palmwedeln als Flügel. Ich ließ sie mit Friedensideen in alle Krisenherde aufsteigen. Keine kam zurück.
Haben sie mir alle eingefangen und umdressiert. Fliegen nun als Drohnen und spionieren herum. Und meine Idee ist wieder gestohlen. Man kriegt die Diebe nie zu fassen. Leben alle im Verborgenen. Bilden geheime Gesellschaften. Jetzt bin ich endlich am Ziel. Ich hab dich festgesetzt. Nun wird abgerechnet.»
Der Eindringling wurde forscher und verschärfte den Ton. Die Waffe fester gegriffen.
«So ein geniales Gedicht lasse ich mir nicht stehlen. Die Krähe war aus Stein, verstehst du. Genial. Kann natürlich nicht sprechen. Und wollte so viel sagen. Krähen wissen viel. Kommen weit herum und werden alt. Sie hat auf mich gewartet. Und dann kann sie nicht sprechen. Die Krähe war aus Stein. Genial, einfach genial…»
«Das Gedicht ist so alt wie deine Krähe», gab Tobias trotzig zurück. Ich habe es schon vor 20 Jahren geschrieben. Hier neben mir im Regal, das Lyrikbändchen, Herbstspuren.»
Tobias wollte sich zu den Büchern wenden, als der Fremde ihn anfuhr: «Mit einer Hand. Die andere bleibt auf dem Tisch!»
Endlich gelang es Tobias, das dünne Bändchen zu greifen.
«Ganz vorne das Erscheinungsjahr und hinten das letzte Gedicht. Das mit der Krähe aus Stein. Du wirst staunen.» Und schob es ihm hin.
Der schlug es auf, stützte den Ellenbogen drauf, in der Faust den Revolver. Mit der anderen blätterte er unbeholfen um. «1984. In der Tat schon etwas länger her. Und noch mühevoller gelangte er endlich zum letzten Gedicht. Dabei ließ er Tobias nie aus den Augen. Und begann zu lesen:
‘Steinzeit. In einer Feldfurche…eine Krähe…ich fragte sie…keine Antwort…aus Stein.’
Die letzten Worte verebbten in Gemurmel. Eine verlöschende Stimme ganz am Schluss. Das Gesicht hatte ein Grau angenommen. Die Wangen blutleer, die Augen dunkle Höhlen. Der Oberkörper fiel in sich zusammen. Die Waffe war mit zittriger Hand auf die Tischplatte abgelegt. Das Rohr aber nach vorne gerichtet.
«Dann muss ich das mit der Krähe irgendwo aufgeschnappt haben. Mir kommt im Leben so vieles über den Kopf. Man könnte irr davon werden. Verstehen Sie. Und dann die anderen. Alle wollen was von mir. Verfolgen mich Tag und Nacht. Bestehlen mich. Bestimmen einfach über den Kopf. Sie benutzen mich wie ein Spielzeug.»
«Spielzeug, wie das komische Schießding hier», wagte sich Tobias vor.
«Spielzeug. Wir alle sind Spielzeug. — Entschuldigen Sie.»
Der Fremde hielt sich den Revolver an die Schläfe – und drückte ab. Sofort kippte er zur Seite und schlug auf dem Boden auf.
Tobias wählte die Nummer der Polizei. Ein Auto draußen und drängelndes Klingeln löste die Starre.
Er stand auf, um den Polizisten zu öffnen. Und machte einen großen Schritt über den Kopf eines toten Dichters und genialen Denkers. ■

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wendel-schaefer.jpgWendel Schäfer

Geb. 1940 in Bundenbach/D, Studium der Grund-, Haupt- und Sonderschul-Pädagogik in Koblenz und Mainz, langjährige Unterrichtstätigkeit in der Lehrerbildung, zahlreiche Buch- und Zeitschriften-Publikationen, umfangreiche Verbands- und herausgeberische Aktivitäten, lebt als Schriftsteller in Boppard/D

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