Glarean Magazin

Schach zum 1. Adventssonntag

Veröffentlicht in Advent, Kunstschach, Märchenschach, Problemschach, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien, Walter Eigenmann von Walter Eigenmann am 29. November 2009

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Die sechszügige Matt-Kerze

Weiß setzt in 6 Zügen matt

Lösung hier: —> (mehr…)

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1. internationaler Problem-Cup der FIDE 2010

Veröffentlicht in Schach, Schach-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 28. November 2009

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Weltweiter Schach-Kompositionswettbewerb

Der Welt-Schachverband FIDE organisiert für das Jahr 2010 erstmalig seinen internationalen FIDE-World-Cup-of-Composition (FIDE-WCC). Eingereicht werden können Schachprobleme bzw. -studien in verschiedenen Sektionen, u.a. Matt-, Endspiel- und Retro-Aufgaben. Einsende-Schluss ist am 1. März 2010, die weiteren Details (engl.) finden sich hier.

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Brunthaler: «Ihre Schachkombinationen für 2010»

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Heinz Brunthaler, Malte Thodam, Rezensionen, Schach, Schach-Rezension von Walter Eigenmann am 25. November 2009

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Tägliches Minimaltraining mit Taktikaufgaben

Malte Thodam

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Heinz Brunthaler ist sicherlich vielen Schachfreunden als Autor von Aufgabenbüchern mit Kombinationen bereits ein Begriff. Mit der jüngsten Publikation «Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe!» legt er nun einen weiteren Band vor, der sich mit dem wohl wichtigsten Handwerkszeug des Schachspielers beschäftigt: Der guten alten Taktik. Was so selbstverständlich im Spiel der Meister erscheint, nämlich das sichere Manövrieren in gefährlichen Gewässern – sprich scharfen Stellungen – ist der Traum des durchschnittlich begabten Amateurs, der doch zu gerne noch in eine einfache Springergabel oder einen Abzugsangriff hinein läuft, obwohl er diese Motive in der Regel eigentlich recht gut kennt. Fehlende Routine im Lösen von Taktikaufgaben ist oft die Ursache für solche vermeidbaren Schnitzer. Die grundlegenden Motive sind bei vielen Amateuren zwar im Kopf gespeichert, aber für sie nicht unbedingt immer schnell genug abrufbar, bzw. auf die jeweilige Stellung anwendbar. Passend dazu schreibt Brunthaler zu Beginn des Buches auch gleich: «Wer möchte nicht seine Spielstärke und sein Schachwissen verbessern, stärker werden, mehr vom Schach verstehen? Sicher so gut wie jeder echte Schachfan! Doch das ist nicht einfach, denn auf dem Weg zur Verbesserung muss man sehr, sehr vieles lernen, viel Aufwand betreiben. Und das ist das Problem, denn den meisten von uns fehlt durch die Belastung in Schule, Studium und Beruf die Zeit und vor allem die Kraft, sich intensiv mit dem Schachspiel zu befassen oder sogar ein systematisches Training zu absolvieren.» Wie wahr, wie wahr! Kommt uns das Dilemma nicht bekannt vor? Haben wir vielleicht selbst unsere letzte Partie verloren, weil wir ein taktisches Motiv übersehen haben? Hätten wir zwecks Partievorbereitung nicht doch lieber ein paar Kombinationen lösen sollen, statt noch einmal die Eröffnungsvarianten unseres Vertrauens zu studieren?

Leseprobe 1

Brunthaler setzt beim Schachtraining auf Kontinuität statt auf Quantität. Anstatt nur sporadisch eine umfangreiche Trainings-Session zu absolvieren, empfiehlt er ein tägliches Minimaltraining in Form einer Taktikaufgabe. Brunthaler hat für jeden Tag des Jahres ein Schachdiagramm mit einer kritischen Stellung in sein Buch aufgenommen. Die Aufgabenstellungen entstammen durchwegs den Partien sehr starker Spieler: Topalov, Aronian, Kamsky, Anand, Gelfand, Ivanchuk und  Karpow, aber auch die altehrwürdigen Meister wie Tarrasch, Reti und Schlechter lassen sich in dieser Sammlung wiederentdecken. Es gibt, wie auch schon bei den bisher erschienenen Übungsbüchern des Autors, keine Lösungshinweise zu den Aufgaben. Lediglich ein kleines schwarzes Quadrat weist darauf hin, wenn Schwarz das Zugrecht besitzt; fehlt dieses, befindet sich der Weiße am Zug. Somit ist ein praxisnahes Training gewährleistet, denn hier sagt einem schließlich auch niemand vor, ob man nun einen forcierten Weg zum Matt hat, oder ob es möglich ist die Dame des Gegners zu fangen. Die eigene Stellungsbeurteilung und konkrete Berechnung ist gefragt!

Großer Pluspunkt: Die Lösungen am Ende des Buches sind versetzt, so dass man nicht mehr oder minder zufällig die Lösung der nächsten Aufgabe schon aus den Augenwinkeln erhascht. Dies finde ich sehr löblich, hatte ich mich doch öfters schon beim Lesen in anderen Taktikbüchern darüber geärgert, den Gewinnzug der nachfolgenden Aufgabe zu kennen, ohne diese überhaupt erst zu Gesicht bekommen zu haben. Zudem finden sich im Lösungsteil kurze Erläuterungen zur Stellung und den zum Gewinn führenden Zugfolgen und Motiven. Zuweilen gibt es hier mehrere Möglichkeiten, die zum Erfolg führen.

Leseprobe 2

Vom Schwierigkeitsgrad her richtet sich das Buch vornehmlich an den durchschnittlichen Vereinsspieler, es gibt leichtere und auch schwerere Aufgaben, sowohl lehrreiche Mattangriffe als auch nett anzusehende Materialgewinne. Für stärkere Amateure um 2′000 DWZ erweisen sich die Kombinationen gewiss immer noch als nützlich, um taktische Motive zu wiederholen und zu vertiefen. Das Layout des Buches ist schlicht, aber ansprechend, das Preis-Leistungsverhältnis scheint mir insgesamt absolut in Ordnung, schließlich wird einem hier genügend sinnvolles Material zur regelmäßigen Schulung der taktischen Fertigkeiten geboten. Und so eignet sich das Buch nicht zuletzt aufgrund seines handlichen Formats auch hervorragend für den Gebrauch im Alltag, sei es auf der Zugfahrt oder bei den kleinen Wartezeiten zwischendurch, die wohl jeder von uns kennt, sei es im Wartezimmer, bei lästigen Werbepausen während des abendlichen Fernsehprogramms oder auch beim Warten auf den notorisch zu spät erscheinenden Dozenten im Hörsaal. Fazit: Ein durchaus lohnendes Buch, will man seine taktischen Fertigkeiten durch wiederholtes Training schärfen – und seine Mundwinkel gen Ohren wandern spüren, wenn «Fritz» oder «Rybka» bei der Analyse einer gewonnenen Partie die Korrektheit des eigenen Gewinnweges bestätigen.

Heinz Brunthaler, Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe, Schachverlag Ullrich, 124 Seiten, ISBN 978-3940417046

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Malte Thodam

Geb. 1984 in Viersen/D,
Student der Geschichte,
Schach-Teamleiter,
lebt in Düsseldorf

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Der brillante Schachzug (53)

Veröffentlicht in Neghina, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 21. November 2009

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Weiß zieht und gewinnt

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(Die Aufgabe wurde im «Glarean Magazin» bereits als UrDruck publiziert
und wird nun hiermit in die
«Hall of Fame» der «Brillanten» aufgenommen )

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Marion Bönsch-Kauke: «Klüger durch Schach»

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Das Schachspiel als universelles Bildungs- und Entwicklungsgut

Walter Eigenmann

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Boensch_Klueger durch Schach_Leibniz Verlag_Cover«Während es einen nahezu unübersehbaren Schatz an kommentierten Partien, Turnierbulletins und technischen Schachbüchern gibt, die, interessiert an der Herausbildung von Theorie und Praxis des Schachspiels an sich, Erfahrungen über Eröffnungen, Mittel- und Endspiel enthalten sowie verhältnismäßig viele Werke, die Lehrweisen und Trainingsmethoden propagieren, fehlt es vollständig an einem profunden interdisziplinären Überblickwerk zu den wissenschaftlich gesicherten Fakten, was das Schach bewirkt; was es bedeutet, warum es über die Jahrhunderte hinweg Menschen aus aller Welt fasziniert und nicht zuletzt, welche Erziehungs- und Bildungswerte es birgt.»
Diese weiträumige spielkulturelle und soziopädagogische Fragestellung nimmt die deutsche Schach-Psychologin und Mentaltrainerin Dr. Marion Bönsch-Kauke zum Ausgangspunkt ihrer großangelegten Meta-Studie: «Klüger durch Schach» präsentiert thematisch breit und methodisch sehr differenziert eine Fülle von «Forschungen zu den Werten des Schachspiels»; der 400-seitige Band fasst den gesamten aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zum weltweiten Kulturphänomen «Schach» zusammen.

Dass dem Schach in der riesigen Arena menschlicher Sport- bzw. Freizeit-Aktivitäten eine nur höchst marginale Bedeutung zukommt, darüber macht sich die Autorin Bönsch-Kauke keinerlei Illusionen, und dass schätzungweise 550 Millionen Menschen zumindest die Regeln des «Königlichen Spiels» kennen, abermillionen ihm organisiert frönen, könne nicht darüber hinwegtäuschen, «dass Schach zu den Randsportarten gehört und aus Mangel an visueller Show kein Publikumsmagnet» sei. Doch dieser Marginalität steht, wie Bönsch-Krauke detailliert anhand zahlreicher wissenschaftlicher, historischer wie experimentalpsychologischer Untersuchungen bzw. Studien nachweist, eine mittlerweile kaum mehr überblickbare Fülle an primär- wie sekundärwissenschaftlicher Literatur zu allen denkbaren kulturellen, pädagogischen, philosophischen, neurowissenschaftlichen, sportmedizinischen, kunstästhetischen und sozialpsychologischen Aspekten dieses Spiels gegenüber.

Mädchenschach

Interessantes Eröffnungssystem der 8-jährigen Melsa Demir... (von den «Schachfreunden Hannover»)

Die vom Deutschen Schachbund initiierte und herausgegebene Metaexpertise der Psychologin gründet sich auf mehr als 100 umfangreiche Pilotstudien, Großfeldversuche, Stammuntersuchungen, Quer- und Längsschnittprojekte und Originalexperimente, ihre Recherche bezog neben hunderten bekannter Publikationen auch aktuellste Dissertationen, wissenschaftliche Qualifikations-, Diplom-, Magister- und Seminararbeiten sowie zahlreiche eigene schachrelevante Untersuchungen ein. Bönsch-Kaukes fulminante Tour d’horizont durch die wissenschaftliche Schach-Literatur belässt es dabei nicht bei westeuropäischen und amerikanischen Publikationen, sondern repliziert besonders aufschlussreiche, bislang hierzulande kaum beachtete, teils auch schwer zugängliche Forschungsergebnisse aus der Sowjetunion und der ehemaligen DDR, aber auch aus Ungarn und Tschechien – aus Ländern also, die bekanntlich dem Schachspiel als Spitzen- und als Volkssport einen außerordentlichen Stellenwert einräumten, und in denen Schach – teils auch als staatlich verordneten propagandistischen Gründen – schon seit Jahrzehnten Gegenstand systematischer, auch interdisziplinärer Forschung war und ist.

Leseprobe 1

Boensch_Klueger durch Schach_Leseprobe1

Angesichts der Fülle des Materials – die nur schon ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis des Bandes dokumentiert – ist es hier natürlich unmöglich, in dem Maße auf auch nur einzelne der gewichtigsten Studien bzw. Ergebnisse in «Klüger durch Schach» einzugehen, das ihrer Bedeutung angemessen wäre. Stattdessen beschränke ich mich fokussierend im Folgenden auf die grundlegendsten, durch vielfache und weltweite Forschung verifizierten «Thesen», wie sie die Autorin im Schlusskapitel dieser ihrer beeindruckenden, auch mit zahlreichen Illustrationen erläuternden Meta-Studie formuliert, wobei Bönsch-Kauke von der Zielsetzung geleitet wurde, diese «Thesen» könnten ihrerseits «zum Kern einer Meta-Schachtheorie werden, falls ihre Inhalte geistreiche Forscher anregen, wissenschaftliche Beweise für die Tragkraft dieser Thesen beizusteuern.»

1. «Schach ist zutiefst lebensnah!»

Schachunterricht Glarean Magazin

Schach symbolisiere, so die Autorin, «was uns im Leben widerfährt»: Im Kern seien es Entwicklungsaufgaben von wiedersprüchlicher Art, und es sei zu eng, im Schach nur Problemlösen sehen zu wollen: «Wir sind vor die Wahl gestellt, unsere Ansprüche aufzugeben oder uns der Aufgabe zu stellen, zu kämpfen auch um selbstkritische Einsichten und nicht zu resignieren.»

2. «Das Schachspiel gleicht dem Lebenskampf!»

Für Marion Bönsch-Kauke fungiert das Schachspiel als Problemrepräsentant für Entwicklungsaufgaben, die kompromisslos zu lösen sind, und die uns vor Situationen stellten, die zwar «neu, ungewiss, kompliziert und problemträchtig» seien, sich aber nicht zu (unlösbaren) Problemen auswachsen müssten: «Gewissermaßen aus spieltheoretischer Sicht gilt das Schachspiel als ein Zwei-Personen-Nullsummenspiel. Es ist für jene Lebenslagen gültig, in denen eine Seite verliert, was die andere gewinnt.»

3. «Schachstrategeme dienen sinnvoller Lebensführung!»

Diese These habe, wie die Wissenschaftlerin ausführt, Fragen der «Lebensplanung» wie beispielsweise: «Was droht? Was tun? Wo soll es hingehen? Was ist der nächste Schritt?» zur Grundlage, und dabei bürge das Schachmodell für stichhaltigen Rat: «Schach kann zurückgreifen auf 2′500 Jahre Erfahrung, wie Ziele gegen Widerstände zu erreichen sind. [...] Aus schachlicher Symbolsprache ist zu erfahren, wie Menschen [...] dachten und wie sich das Wollen und Denken kulturgeschichtlich entfaltete zu immer wirksameren Strategemen.» Dabei wären die besten Strategien, nach Bönsch-Kauke, im Kampf der Charaktere in der Kulturgeschichte des Schachs ausgefiltert worden und würden nun als bewährte «Orientierungsgrundlagen für erfolgreiche differentielle Entwicklungen von sozialen Beziehungen, Charakteren und kulturellen Werken im Lebenslauf» zur Verfügung stehen.

4. «Schach macht klug!»

Der Autorin vierte, bereits im Buchtitel apodiktisch vorweggenommene These ist die schulpädagogisch bzw. -psychologisch brisanteste, wenngleich hier natürlich nicht zum ersten Mal gehörte Zusammenfassung zahlreicher diesbezüglicher Forschungen. Das Kernergebnis der von Bönsch-Kauke recherchierten, teils sehr umfangreichen internationalen Studien: «Für Schach muss man nicht mit überdurchschnittlicher Intelligenz starten, jedoch ist mit fortgesetzter Ausübung ein beträchtlicher Zuwachs im Rahmen des intellektuellen Potentials zu erwarten.» Wie die einschlägigen Experimente nachwiesen, sei für hohe und höchste Spitzenleistungen im Schachspiel eine große Bandbreite von kognitiven Erkenntnisprozessen gefragt: «Exaktes Wahrnehmen, Vorstellungsvermögen, Gedächtnis, Problemlösen, schlussfolgerndes, kritisches und kreatives Denken.» Und auch hier wieder schlägt die Sozialpsychologin eine Brücke von der Theorie zur Praxis: «Analoge Aktionen, die sich in Schachpositionen bewährten, können als Verhaltenspotentiale auf Bewährungssituationen im Leben mit ähnlichen Merkmalen übertragen werden und das Hinzulernen erleichternd stimulieren.»

5. «Schachspielen fördert schöpferisches Denken!»

Konzentrationsfähigkeit_Schach_GlareanEin in der Sekundärliteratur ebenfalls immer wieder gelesener bzw. vielfältig verifizierter Denkansatz ist Bönsch-Kaukes fünfte These, wonach das Schach die Konzentrationsausdauer und das schöpferisch-originelle Denken fordere und fördere. Hier seien drei «Basiskomponenten» im Blick zu behalten: «Organisation der Kräfte, Angriff und Verteidigung», wobei die Autorin auf das schachphilosophische Werk des Weltmeisters Emanuel Lasker und seine «überschachliche Lehre» referiert. «Einfälle, die stichhaltig sind, und Pläne, die aufgehen, sind rar in unserem modernen Leben der firmierenden Global Players und gefragten Schlüsselqualifikationen. Geistige Güter sind zu akkumulieren, um Innovatinsdefizite zu überwinden.»

6. «Schach mobilisiert Innovationen und Change-Management!»

Bönsch-Kauke: «Aus Biographien zahlreicher weltbekannter Gelehrter, Philosophen, Dichter, Schriftsteller, Manager, einflussreicher Politiker, Regisseure, Schauspieler, Entertainer, Journalisten, Trainer und Athleten erhellt, dass sie sich auf das Schachspiel verstanden und es schätzten.» Aber nicht nur einen «Kreis Auserwählter» vermöge das Spiel «von der Person zur Persönlichkeit zu profilieren»; Frühförderung und Anreicherung der geistigen Herausforderung für hochbegabte Kinder sei schachspielerisch möglich: «Ein Schachtest für Hochbegabte als Screening-Verfahren erscheint aussichtsreich. Mehr noch rücken die Möglichkeiten des Schachs für gegenwärtig erschreckend viele hyperaktive, im Lesen, Schreiben und Rechnen schwache oder schulverdrossene Kinder als spielerisches Faszinosum ins Blickfeld von Schulverantwortlichen.»

7. «Schach stärkt die Anstrengungsbereitschaft!»

Als Metasportart berge, führt die Verfasserin weiter aus, das schachliche Modell wertvolle Grundlagen «für eine allgemeine Kampftheorie»: «Schach stärkt den Kampf- und Siegeswillen», weil durch findiges strategisches und taktisches Denken «die schwersten Kämpfe des Lebens zu gewinnen» seien. Dabei erlangten theoretisch-geistige Konzepte im Trainingsprozess und Wettkampf angesichts der zunehmenden Intellektualisierung des Sports eine verstärkte Bedeutung. «Immer mehr spielen sich planbare Aktionen vorher modellartig im Kopf des Aktiven ab. In diesem Sinne bewährt sich Schach als strategisch-taktische Leitsportart.»

8. «Schachliches Können verschafft Wettbewerbsvorteile!»

Bönsch-Kaukes achtes Forschungsergebnis: «Wie es gelingt, Positionen nicht nur zu verbessern, sondern die anstrebenswerte Stellung wirklich zu erobern, lehrt das königliche Spiel diejenigen, die sich bemühen, meisterliches Können für Spitzenpositionen zu erwerben. Im welchselseitigen Herausfordern und intellektuellen Kräftemessen werden anspruchsvolle Lebensziele und Selbstbehauptungen wahr. Situationsgerechte Pläne bleiben keine visionäre Utopie.»

9. «Schach ist ein universelles Bildungs- und Entwicklungsgut!»

Schach im Kindergarten_Glarean MagazinEine weitere These der Wissenschaftlerin zielt auf den vielfach und breit nachgewiesenen pädagogischen Nutzen in der Schule einerseits und andererseits auf die moderne Schlüsselqualifikation «Medienkompetenz» ab. Während die Tatsache, dass methodisch gelehrtes Schach ein breites Spektrum von positiven Persönlichkeitskomponenten wie «Konzentriertheit, Geduld, Beharrlichkeit, emotionale Stabilität, Risikofreudigkeit, Objektivität, Leistungsmotivation» inzwischen in ein breiteres Bewusstsein der schulpädagogischen Entscheidungsträger gedrungen ist, dürfte die von Bönsch-Kauke angesprochene «Medienkompetenz» bisher ein weitgehend unberücksichtigter, aber wesentlicher Aspekt der Diskussion sein: «Ein bedeutsames gesellschaftliches- und bildungspolitisches Ziel ist die Befähigung, die Vorzüge neuer Informations- und Kommunikationstechniken gezielt nutzen zu können.»

10. «Schach trainiert psychische Stabilität!»

Auf ihrem ureigenen Gebiet, der Psychologie, kommt die Autorin zum Schluss: «Schach befriedigt grundlegende Bedürfnisse, sich im anderen Wesen zu spiegeln, ernst genommen und zuverlässig begleitet zu fühlen und sich wesenseigen im Spiel selbst zu fördern. [...] Schachspielen ermutigt, Angst in energiereiche Aktionen zu verwandeln, Verlustärger zielgerecht einzusetzen.» Wie dabei die Psychoanalyse zeige, entwickle Schach «eine Art realistischerer Abwehrmechanismen durch selbstkritische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, mit eigenen Fehlern und Stärken».

Leseprobe 2

Boensch_Klueger durch Schach_Leseprobe2

11. «Schach hält geistig beweglich!»

Ins Zentrum des elften Teil-Fazits gerückt wird das Schach als Denktraining, das bis ins hohe Alter fortgesetzt werden könne: «Keine andere Sportart ermöglicht eine solche fortdauernde Wettkampfzeit, lebenslanges Lernen und leistungssportliche Betätigung auf hohem Niveau.» Bönsch-Kauke zitiert in diesem Zusammenhang neuromedizinische Resultate, wonach sich durch «spielaktive Denkbeweglichkeit» bis zu 74% dem Risiko eines altersbedingten Abbaus des Hirns (Demenz) vorbeugen lässt: «Speziell gegen die Alzheimer-Erkrankung mit der klinischen Symptomatik: hochgradige Merkschwäche, zeitliche und räumliche Orientierungsstörungen, Sprachzerfall und Verwirrtheit lassen sich durch Schach sogar neue ‘graue Zellen’ bilden.»

12. «Schach im Internet fördert weltweite Kommunikation!»

Seniorenschach_Deutschland

«Neue graue Zellen durch Schach»: Seniorenschach in Deutschland

Die zwölfte und letzte These widmet sich dem aktuell modernsten Aspekt des Schachspiels: seiner inzwischen fulminanten und noch immer wachsenen Präsenz im Internet: «Nicht nur das hochentwickelte Computerschach, auch das Spielen im Internet brachte ungeahnte Dimensionen mit sich. So spielen nach Angaben von Chessbase 2007 auf ihrem Server täglich über 5′000 Aktive und Schachliebhber ca. 200′000 Partien. [...] Diese Zahlen demonstrieren einen völlig neuen Zugang des strategischen Brettspiels in die moderne kommunikative und technisierte Spielwelt.» Hervorzuheben sei dies nicht zuletzt deshalb, weil es unwichtig sei, ob der «auf der anderen Seite sitzende Gegner jung oder alt, gesund oder krank, versiert oder ungeübt» sei. Denn zwar sei Altern ein soziales Schicksal, aber: «Durch das Schach im Internet bieten sich immer interessante Spiel- und Geistesgefährten an, zu denen nach Wunsch auch direkter Kontakt mit allen Sinnen aufgenommen werden kann.»

Zwölf fruchtbringende Denkanstöße

Wie weiland Luther seine «ketzerischen» Thesen an die Kirchenpforten schlug, so ruft also die deutsche Schachpsychologin in ihrem aufregenden «Thesen-Papier» ein Dutzend durchaus irritierende bis provozierende Denkanstöße in den Schach-Alltag, die allerdings nichts mit Glauben, dafür sehr viel mit Wissen zu tun haben. Denn im Gegensatz zu einschlägigen populärwissenschaftlichen (um nicht zu sagen: populistischen), oft mit gutgemeint-rosaroter Brille verfassten Verlautbarungen in Sachen «Schach und Pädagogik» basieren die Thesen von Marion Bönsch-Kauke auf wissenschaftlich verifizierbarer Grundlagenforschung unabhängiger Wissenschaftler und Institute.
Gewiss, Bönsch-Kaukesche Denkmotive wie z.B. «Schach als Problemrepräsentant für Entwicklungsaufgaben»; «Schach als strategisch-taktische Leitsportart» oder «Schach als Demenz-Prävention» regen bei erstem Lesen zum Widerspruch an. Aber nur so lange, wie man der Autorin akribische Recherchen zur Thematik nicht en détail kennt. Denn der 400-seitige, ein umfangreiches Literaturverzeichnis zuzüglich Psychologie-Glossar sowie Personen- und Sachregister beinhaltende Band belegt eindrücklich, wie weit die moderne Schachforschung in allen Disziplinen bereits fortgeschritten ist. Jedenfalls dürfte «Klüger durch Schach» als der zurzeit umfassendste Überblick auf die gesamte einschlägige Forschung für die nächsten Jahre die Referenz-Publikation in Sachen Schach-Metastudien bilden und die wissenschaftliche Diskussion maßgeblich mitbestimmen bzw. befruchten. Eine äußerst verdienstvolle Veröffentlichung des Deutschen Schachbundes und der Deutschen Schachstiftung – sowie ein nicht nur für Schach-Enthusiasten faszinierendes Kompendium, dem weiteste Verbreitung in allen involvierten «Schach-Schichten», von den Verbänden bis hinein in die Volksschulstuben weit über Deutschland hinaus zu wünschen ist.

Marion Bönsch-Kauke, Klüger durch Schach – Wissenschaftliche Forschungen zu den Werten des Schachspiels, Leibniz Verlag (St. Goar), 408 Seiten, ISBN 978-3-931155-03-2

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Inhaltsübersicht

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Der brillante Schachzug (52)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Krikheli, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 14. November 2009

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Weiß hält remis

Brillanter Schachzug-52a_Glarean MagazinN7/8/2KQ2rp/6k1/3p3p/2p4P/4PP2/5N2 w

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Der brillante Schachzug (51)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 7. November 2009

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Weiß zieht und gewinnt

Brillanter Schachzug-51_Glarean Magazin1rr5/5pkp/4b1p1/4N3/4RQP1/7P/1qnR1PB1/6K1 w – - 0 35

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Download der Brillanten Nr. 1-50 (PGN & CBH)

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Halloween 2009

Veröffentlicht in Halloween, Schach, Schach-Rätsel, Walter Eigenmann von Walter Eigenmann am 31. Oktober 2009

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Weiß am Zug

The Halloween Chess Puzzle_Glarean Magazine

2qkbr2/8/r1n2b1p/P2pp2B/3PP3/8/2NRRQ2/3KN3 w – - 0 1

Copyright/Urdruck: Walter Eigenmann
31. Oktober 2009 / Glarean Magazin

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Der brillante Schachzug (50)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 28. Oktober 2009

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Weiß zieht und gewinnt

Brillanter Schachzug-50_Glarean Magazin

2r1rbk1/1pqb1p1p/p2p1np1/P4p2/3NP1P1/2NP1R1Q/1P5P/R5BK w

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Der brillante Schachzug (49)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Mouterde, Problemschach, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 22. Oktober 2009

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Weiß zieht und gewinnt

Brillanter Schachzug-49_Glarean Magazin

3r4/p5kP/2B2b2/2pp3P/8/4K3/P7/5R2 w

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12. Version des Schachprogramms «Fritz»

Veröffentlicht in Fritz 12, Rezensionen, Schach, Schach-Datenbank, Schach-Programme, Schach-Rezension von Walter Eigenmann am 20. Oktober 2009

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Schach-Paket «für die ganze Familie»

Walter Eigenmann

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Fritz 12_CoverEs war vor bald 20 Jahren, da geschah in der Hamburger Software-Firma Chessbase Einflussreiches für die Welt des Schachs. 1991 brachten der Physiker Matthias Wüllenweber, der Informatiker Mathias Feist, der Wissenschafts-Journalist Frederic Friedel und der Programmierer Frans Morsch eine Engine (inkl. User-Interface) auf den Markt, die sich anfänglich «Quest» nannte, und die heute weltweit zum Synonym überhaupt für das gesamte Computerschach avanciert ist: «Fritz».
In den Schachvereinen landauf, landab ist, wie jeder aktive Spieler bestätigen kann, der Spruch längst in den Volksmund erhoben worden: «Muss ich mir zuhause mit Fritz anschauen!» Denn professionelle Programmierung, breiteste Produkte-Palette und (last but not least) gerissene Marketingstrategien (bis hin zum Einbezug der großen nationalen Schachverbände und zum Sponsoring international-spektakulärer Man-vs-Machine-«Zweikämpfe») haben dies Chessbase-Flagschiff zum unumstrittenen Software-Marktleader in der gesamten Schachwelt gemacht, auch wenn «Fritz» als seinerzeit spielstärkste Engine inzwischen von anderen Programmen abgelöst wurde.
Seit einigen Wochen feiert nun «The World’s Leading Chess Software Company» (Washington Post) das Dutzend-Jubiläum ihrer wohl einträglichsten DVD: «Fritz Twelve» ist erschienen.

Fritz12-Standard

Die neue «Fritz»-Oberfläche mit Notationsfenster, Uhr, Bewertungsprofil, Engine-Output und Messungsanzeiger

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Wie trendig Chessbase auch nach fast 20 Jahren noch immer auf den Markt hin programmiert, wie smart die Leute um Chessbase-Chef Wüllenweber den Mainstream lesen, umsetzen und vermarkten, zeigt sich dem Anwender augenblicklich nach der «Fritz»-Installation. Nicht mehr das altvertraute, mittlerweile etwas verstaubte, teils eher unübersichtliche Outfit der Fritze 5 bis 11 blickt einem da entgegen, nun dominiert den Monitor der von Bill Gates’ Microsoft weltweit unlängst zum Quasi-Standard erhobene und inzwischen weitgehend etablierte «Office-07»-Look des sog. «Ribbon-Menu-Controllings»:

Fritz12-Training-Leiste

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Microsoft-«Office» lässt grüßen

Ein so bekannt Feature-reiches Schachprogramm wie «Fritz» tut gut daran, seine vielfältigen Menüs möglichst kompakt und sinnvoll strukturiert zu verpacken; insofern ist nur zu begrüßen, dass Chessbase auf diese neue Windows-«Vorgabe» aufgesprungen ist. Die GUI macht einen sichtlich aufgeräumteren, hierarchisch klaren Eindruck, es lässt sich unter dieser Multifunktionsleiste – nach der unvermeidlichen Einarbeitungszeit – jetzt eindeutig flotter hantieren. (Auch wenn man halt anfänglich ein paar Mal vergeblich – wie jahrelang gewohnt – auf F10 statt auf F11 drückt, bis die neue Partie der Datenbank erscheint…) Diese kräftig geliftete, nun sehr kompakt wirkende, farblich beeinflussbare Anordnung aller Fritz-Funktionen und -Steuerelemente wertet das aktuelle Interface zweifellos auf.

Die neuen «Messgeräte»

Matt-O-MeterDas rundum aufgefrischte Outfit ist sicher die wichtigste Novität des zwölften «Fritz», besonders augenfällig sind aber auch zwei neue Features: Der sog. «Schärfemesser», dessen Grafik anzeigt, ob die gerade gespielte Partie in taktisch ruhigen oder eher kombinationsreichen Gewässern fährt, sowie das «Matt-o-Meter», das (ebenfalls via Armaturen-Zeiger) dokumentieren soll, ob die Stellung etwa gar nach Matt «riecht» (Bild links).
Kenntnisreiche bzw. erfahrene Anwender mögen solche GUI-Spielereien mit einigem Recht als verzichtbare Kinkerklitzchen abtun, doch Schach-(Software-)Newbies können derartige Accessoires durchaus hilfreich-informativ zur Seite  stehen, wenn’s darum geht, abstrakte schachliche Zusammenhänge plastisch-real rüberzubringen.

Professionelle Grafik

Fritz 12_Magisches AugeEbenfalls weniger für die Großmeister-Szene denn für die abertausend gewöhnlichen Schach-Sterblichen wurden die meisten übrigen, teils äußerst ästhetischen, wenngleich ein betont leistungsfähiges Hardware-Equipment voraussetzenden Grafik-Ingredienzen dieses Schach-Pakets entwickelt. Da wären (nach wie vor) zu nennen das «Magische Auge» (Bild rechts), ein dreidimensionaler «Laserstrahl», der optisch verblüffend die Rechenvorgänge des Programmes visualisiert; die realistisch gestalteten Schach-Räume wie z.B. die «Englische Bibliothek» (Bild unten); oder etwa das «Chess-Media-System» mit seiner schachlich integrierten Audio-&Video-Unterstützung.

Die Spielstärke des neuen Fritz

Es lassen sich unschwer Stellungen finden, die «Fritz 12» weitaus besser liegen als seinen Vorgängern, was den Eindruck erwecken könnte, die Engine hätte bezüglich Spielstärke kräftig zugelegt. Um nur drei Exempel zu statuieren, bei denen die neue Engine mehr oder weniger sofort durchblickt, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Programmen:

Stellung 1 (Lloyd-Ling, CorrGame 2000):

Fritz 12_Stellung1

17. 0-0-0 ! Sxd5 18. Lc4 S7b6 19. Txd5 Sxd5 20. Td1 Dxe6 21. Lxd5 Dxd5 22. Txd5 +-

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Stellung 2 (Napolitano-Kjellander, CorrGame 1956)

Fritz 12_Stellung2

20. h4!! gxh4 21. g4 Ld7 22. Th2 (Var) De7 23. g5 (mit Angriff)

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Stellung 3 (Studie: Pospisil 2000)

Fritz 12_Stellung3

1. c6!! c1=D 2. c7 Dc6 3. Le5 Ke2 4. Kb8 Db5+ 5. Ka7 Dc6 6. Kb8 Db6+ 7. Kc8 De6+ 8. Kb8 Db3+ 9. Ka7 Da3+ 10. Sa4 Dxa4+ 11. Kb7 (remis)


Wenn hier «Fritz 12» also glänzt, so widersprechen diesem positiven Eindruck allerdings sämtlichen anderen Testergebnisse, wie sie die einschlägige Computerschach-Szene über die neueste Engine bislang gesammelt hat. Diesen Messungen zufolge dürfte «Twelve» bezüglich seiner Turnier-Performance in etwa gleich stark wie der Vorgänger sein; leider keine signifikante Verbesserung also. Damit entfällt für so manchen Computerschach-Freund ein ganz wesentliches Kaufargument.
Wer darüber jedoch nun in Wehklagen ausbricht, der klagt auf extrem hohem Niveau. Denn ob der allgemeinen Diskussion über vermeintliche oder tatsächliche «Spielstärke» vergisst man leicht, dass Fritz 12» und mit ihm zahlreiche andere Programme inzwischen 99,99 Prozent aller Schachfreunde weltweit chancenlos lassen, und für die allermeisten Turnierspieler bis hinauf zum Großmeister stellt sich heutzutage allenfalls die Frage, ob sie von «Fritz 12» in 35 Zügen oder von noch stärkeren Engines bereits in 30 Zügen besiegt werden…

Fritz 12_Englische Bibliothek

Üppige Grafik, ästhetische Schach-Räume, aber auch Ressourcen-Fresser: Die «Englische Bibliothek» in «Fritz 12»

Dies dokumentiert übrigens eine weitere, bereits mit «Fritz 11» eingeleitete konzeptionelle Ausrichtung dieser Chessbase-Software, nämlich die offensichtlich endgültige Verabschiedung vom jahrelang als sakrosankt definierten Diktat der Performance-Progression. Einfacher gesagt: Fritz scheint nicht mehr in die Tiefe, sondern in die Breite gesteuert zu werden. «Breite» durchaus auch im Sinne von Breitensport; nicht mehr für die «Engine-Freaks» programmiert man in Hamburg, sondern «für die ganze Familie»; es soll offensichtlich für den Schachspieler jeder Couleur etwas dabei sein.

Vollautomatische AnalyseOb Chessbase damit der Not gehorcht – sprich: das programmiertechnische Knowhow erschöpft ist – oder dem eigenen Triebe, darüber darf man spekulieren. Fest steht, dass das schachliche „Drumherum» des Software-Paketes «Fritz» nach wie vor seinesgleichen sucht, auch in der kommerziellen Szene. Die integrierten Fritz-Highlights sind geläufig:

- Umfangreiche Partien-Datenbank: Die aktuell mitgelieferte CBH-Sammlung umfasst nun 1,5(!) Millionen Partien, und zwar hochwertig komponiert mit zahllosen Themen-, Taktik-, Endspiel- und Eröffnungsschlüsseln. Hinzu kommt ein qualitatives «Opening Book» aus der Großmeister-Praxis mit diversen Statistik-Komponenten
- Diverse Trainings-Optionen: Auch in den neuen Fritz wurde wieder eine Fülle an Features reingepackt wie mehrstündige Videolektionen, automatische Spielstärke-Anpassung, Handicap- und Coach-Optionen, Eröffnungsstatistik, Zugerklärung, verschiedene Traningsmodule, automatische Partien-Analyse, diverse Sparring-Funktionen etc.
- Multimediale Komponenten: Sprache und Musik sind abermals aufgepeppt worden, ebenso die Sprüche-«Kommentare» des Kabarettisten Matthias Deutschmann, die integrierte Text-Partiekommentierung, sowie (wie erwähnt) eine Fülle sehr attraktiver «Raum»-Graphiken und (3D-)Brett-Outfits. Nebenbei interessant mag außerdem für entsprechende Liebhaber sein, dass «Fritz» die Schach-Derivate «Chess 960» und «Räuberschach» für das exotische Spiel zwischendurch offeriert.
- Schach-Server-Zugang: Sie ist das ganz besondere Aushängeschild von Fritz, diese Live-Plattform www.schach.de, deren einjähriges Gratis-Abo ein «Fritz»-Käufer automatisch erhält. Neu gibt’s nun noch einen Premium-Account obendrauf: Ohne weitere Verpflichtung oder Kosten lassen sich jetzt auf dem «weltgrößten Schachserver» (Chessbase) exklusvie Audio-Kommentare bei Spitzenturnieren, Live-Trainings-Events, Großmeister-Simultane und Schach-TV-Sendungen genießen.

Erfolgreiches Rundum-Paket

Matthias Wüllenweber

Chessbase-Geschäftsführer M. Wüllenweber

Fazit: «Fritz» hat sich, mit seiner ganzen Unmenge an graphischen Accessoires – ganz zu schweigen von der inzwischen fast unüberblickbaren Vielfalt an direkt kompatiblen weiteren DVD-/CD-Produkten aus allen denkbaren Schach-Sparten -, mit seinem Multimedia-Equipement, mit seinem ständig wachsenden Analyse-Werkzeugkasten und mit seinem umfangreichen Online-Service längst vom «Experten» wegentwickelt, hin zum vielfältigen Schach-Paket quasi «für die ganze Familie», bei dem für absolut jeden was dabei ist, sei er nun Newbie oder Meisterspieler. Schön auch, dass nun endlich einige bekannte kleine «Fritz»-Schönheitsfehler abgestellt wurden; z.B. lässt sich jetzt nach Neustart mit exakt jenen Fenstern weiterarbeiten, die vor dem Programm-Ende aktiv waren.
Kurzum, der Rezensent gesteht: Müsste er sich heute entscheiden, welches Schachprogramm er auf die berühmt-berüchtigte «einsame Insel» mitnähme, seine Wahl fiele ihm relativ leicht.
Mit dieser Entscheidung stünde er allerdings nicht alleine: Die kürzlich gestartete, großangelegte Umfrage des «Glarean Magazins» bezüglich GUI-Präferenz unter den Schachspielern spricht bereits jetzt, lange vor Abschluss des Polls, eine überdeutliche Sprache: Auf «Fritz» entfielen bis heute mehr als 400 Votings – doppelt so viele wie  auf die zweitbeliebteste Oberfläche, nämlich jene von «Shredder».
Es scheint also einiges darauf hinzudeuten, dass «Fritz» auch zukünftig bleibt, was er von Anfang an war: Volkes Stimme in Sachen Computerschach. ■

Chessbase/Hamburg: Fritz Twelve, DVD-Schach-Software, ISBN 978-3-86681-133-1

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Partie

Fritz 12 – Stockfish 1.5 JA
15Min./Engine (DualCore/5moves-Book – 2009) [E10]

1.Sf3 c5 2.c4 Sf6 3.d4 e6 4.d5 b5 5.dxe6 fxe6 6.cxb5 d5 7.Lg5 Le7 8.e3 a6 9.Sc3 c4 10.bxa6 Db6 11.Tb1 Sc6 12.Le2 0-0 13.0-0 Dxa6 14.Sd4 Lb4 15.Lxf6 Txf6 16.e4 dxe4 17.Sdb5 Db6 18.Lxc4 Tg6 19.a3 Le7 20.Tc1 e3 21.Sd6 Ld7 22.fxe3 Se5 23.Sf5 Lg5 24.Sd5 Dd8 25.h4 Kh8 26.hxg5 exf5 27.Sf4 Tc6 28.Dd4 Sxc4 29.Txc4 Dxg5 30.Ta4 Td8 31.Ta7 Lc8 32.Txg7 Txd4 33.Txg5 Td2 34.e4 h6 35.Tg3 Txb2 36.Sg6+ Kh7 37.exf5 Tbb6 38.Se7 La6 39.Sxc6 Lxf1 40.Kxf1 Txc6 41.Kf2 Ta6 42.Ke1 Ta4 43.f6 Tf4 44.Tf3 Te4+ 45.Kd2 Kg8 46.f7+ Kf8 47.Kc3 h5 48.g3 Ta4 49.Kb3 Te4 50.a4 Te5 51.Kc3 Te4 52.a5 Te5 53.Kb4 Te4+ 54.Kc5 Te5+ 55.Kb6 1-0

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Interview mit dem Rybka-Programmierer Vasik Rajlich

Veröffentlicht in Computer-Schach, Interviews, Peter Martan, Schach, Schach-Programme, Schach-Software, Vasik Rajlich von Walter Eigenmann am 18. Oktober 2009

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Rybka 4 kommt mit neuer Suche, neuer Bewertung
und neuen Analyse-Funktionen

Peter Martan

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Iweta_und_Vasik_Rajlich

Zwei Internationale Schachmeister: Das «Rybka-Ehepaar» Iweta und Vasik Rajlich

we/Die Welt des Computerschachs hat schon seit langem ein allmächtiges Triumvirat, das da heißt: Rybka, Shredder, Fritz. Und für gewöhnlich pflegt dieses omnipräsente (und -potente) Trio alljährlich so gegen den Spätherbst hin mit neuen Versionen auf sich aufmerksam zu machen – das Weihnachtsgeschäft lässt grüßen.
Vor kurzem erschien nun bereits Fritz 12 (wir werden darüber berichten), seit einigen Tagen ist auch Shredder 12 auf dem Markt (wir haben darüber berichtet) – doch wo bleibt Rybka 4 ?
Wo ist der absolute Generalissimus der Szene – jenes kleine blaue «Fischchen», das als gefräßiger Killer-Hai hinsichtlich Spielstärke jedes Engine-Turnier so dominant beherrscht wie kaum ein anderes Programm in der bisherigen Computerschach-Geschichte?
Das «Glarean Magazin» hielt die Spannung vor dem neuen Release nicht mehr länger aus, und Peter Martan gelangte mit ein paar ungeduldigen Fragen an den Rybka-Erfinder und -Chefdenker Vasik Rajlich.

Glarean Magazin: Was ist Ihre zurzeit wichtigste Arbeit an Rybka?

Vasik Rajlich: Ich befinde mich gerade im «Release-Modus»; da gibt es eine Menge  kleinerer Dinge zu tun.

GM: Welche Innovationen können wir von Rybka 4 erwarten?

VR: Die Evaluation und die Suche sind neu gestaltet, beides habe ich letztes Jahr mehrfach geändert. Es werden zudem ein paar neue Analyse-Funktionen hinzukommen.

GM: Wann etwa dürfen wir Rybka 4 erwarten?

VR: Das ist noch offen…

GM: Wird es in der gleichen Weise verkauft bzw. vertrieben wie bisher?

VR: Ja, Convekta und ChessBase werden wieder die publizierenden Firmen sein.

GM: Gab es im Entwickler-Team etwelche Veränderungen?

VR: Die eigentliche Entwicklungsarbeit wird immer noch ausschließlich von mir gemacht. Aber wir haben ein tolles Team: Lukas Cimiotti hat beim «Clustering» sehr viel beigetragen, ebenso auch in Sachen Turnier-Vorbereitungen, und seine Mitarbeit im vergangenen Jahr war enorm. Unser «Book»-Team hat sich ein wenig verändert, wir haben nun zusätzlich Jiri Dufek ins Team geholt, aber Jeroen Noomen bleibt nach wie vor dabei. Nicht unerwähnt lassen will ich Felix Kling und seinen Bruder Christoph, welche für unsere Website verantwortlich sind. Weiters sind da noch Hans van der Zijden, der als PC-Operator auf Computer-Turnieren fungiert, meine Frau Iweta als die Verantwortliche für die Tests, Larry Kaufman für die Leitung der Mensch-vs-Maschine-Matches sowie der ganzen Parameter-Tunings, und schließlich Nick Carlin, der ebenfalls bei den «Book»-Arbeiten und Turnier-Vorbereitungen beteiligt ist.

Rybka3-Aquarium_Screenshot

Die aktuelle Oberfläche der (noch) aktuellen Rybka-Version: Das «Aquarium» des «Fischleins» (russ.)

GM: Wird es – früher oder später – eine öffentliche Cluster-Version von Rybka geben?

VR: Nein, jedenfalls nicht als Bestandteil der kommenden Rybka-4-Version. Aber wir haben Pläne, dies zusätzlich für den spezifischen Einsatz in Turnieren weiter zu entwickeln. Es wird gegenüber dem Bisherigen kleine Unterschiede geben, aber lassen Sie sich überraschen…

GM: Bereits im Rybka-Forum wurde mal danach gefragt, ob eine automatische «Backward Analysis» («Rückwärtsanalyse») im Multi-Varianten-Modus implentiert werden könnte, worauf geantwortet wurde, dass dies eine Frage des Interfaces, nicht der Engine sei. Aber würden Sie es als nützlich unterstützen, so etwas auch optional sogar im «normalen» Spiel-Modus, zumal für Cluster-Versionen, möglich zu machen?

VR: Der Output einer Cluster-Version ist ein schwieriges Thema, das noch einiges Nachdenken erfordert. Grundsätzlich könnte der «Cluster» sicher eine Art von Multi-PV-Analyse liefern, auch in seinem «Play»-Modus. Bisher haben wir aber überhaupt Cluster-Technik nur für Turniere angewandt, so dass dieses «Problem» noch nicht gelöst wurde.

GM: Wird Rybka 4 einen spezifischen «Finde-Gewinn-»Modus haben bzw. wird wieder eine zusätzliche «Winfinder»-Engine mitgeliefert?

VR: Die Entwicklung besonders «interessanter» Derivate (einschließlich «WinFinder»-Versionen) ist auf meiner To-Do-Liste, aber zurzeit noch nicht in Angriff genommen, ebenso wenig wie ein spezieller «Win-Finder»-Modus. Fest steht aber, dass Rybka 4 auch taktisch viel stärker als jetzt Rybka 3 sein wird.

GM: Wird die neue Engine auch die Option enthalten, den sog. «Nullmove» ein- oder ausschalten zu können?

VR: Dieses Feature ist wohl nicht so wichtig, dass es in die Parameter-Liste der Engine integriert werden müsste.

GM: Haben Sie schon News betreffend «Shared Analysis» und «Persistent Hash»?

VR: Noch nicht, bisher sind diesbezüglich nur ein paar Bugfixes zu melden. Das sind aber weitere Themen, die wohl noch eine ganze Menge Arbeit machen werden… ■

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Interview in english:

GM: What is your main work to be done with Rybka right now?

VR: Right now I am in «release mode», there are a ton of little things to do now.

GM: What innovations may we expect from Rybka 4?

VR: The eval and search are revamped, Ichanged it completely three times last year. There will also be a few new analysis features.

GM: When approximately may we expect Rybka 4?

VR: This is still TBD.

GM: Will it be sold and distributed in the same ways as formerly?

VR: Yes, Convekta and ChessBase will be the publishers.

GM: Has there been any change in the team of developers?

VR: The development work is still done only by me, but we have a great team. Lukas Cimiotti has helped tremendously with the clustering and with tournament preparations, his contribution over the past year has been enormous. Our book team has changed a bit, we have added Jiri Dufek, while Jeroen Noomen remains involved. We will give more details later. I also should mention Felix Kling and his brother Christoph for their work on our web site, Hans van der Zijden as the Rybka operator, my wife Iweta for testing, Larry Kaufman for man-vs-machine matches and parameter tuning, and Nick Carlin for book work and tournament preparations.

GM: Will we have a public Rybka cluster-version sooner or later?

VR: This won’t be a part of the Rybka 4 release, but we do have plans for this in addition to competing in tournaments. It will be something a little different, you’ll have to stay tuned.

GM: Maybe you remember me asking you once at Rybka forum about multi-variant-mode of analysis. My special wish of automatic backward analysis in mv- mode was answered by you then as a matter of GUI, which it is, of course. But would you support it as useful, even sometimes in normal game mode, especially as for cluster version?

VR: Can you say what you mean by „backward analysis“?

GM: I just meant the feature of some GUIs to step back automatically in the game analyzed.

VR: The output of our cluster is a tricky issue which needs some thinking. Outputting a single PV is a poor fit to how the cluster searches. In principle, the cluster could provide a sort of multi-pv analysis even in its more efficient „game-play“ mode. So far we have only used the cluster for competitions, so this issue has not been resolved.

GM: Will the „find win“ mode be new too in Rybka 4 or will even a new WinFinder come up again?

VR: Making more interesting versions (including some WinFinders) is on my to-do list, but I haven’t touched it since Rybka 3. Ditto for „find win“ mode – it could be improved, but so far hasn’t been. Rybka herself is much stronger tactically now than Rybka 3.

GM: Or do you think nullmove to be switched off as an option of the engine would also be a feature worth adding?

VR: This feature probably doesn’t have enough value to add to the parameter list.

GM: Any news to be expected as for shared analysis and persistent hash?

VR: Not yet, so far there are only some bug fixes. This is another topic which will eventually get a lot of work.

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Neue Version des Schachprogramms «Shredder»

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Technische Stabilität und optische Balance

Walter Eigenmann & Peter Martan

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Für Kenner und Insider der internationalen Computerschach-Szene gehört die Software «Shredder» des deutschen Programmierers Stefan Meyer-Kahlen seit langem zum festen Bestandteil des Engine-Parkes. Denn jahrelang dominierte Meyer-Kahlen die Computerschach-Turniere weltweit fast nach Belieben, und zwar in allen Disziplinen. Nun präsentiert der 41-jährige Düsseldorfer Informatiker eine neue Version seines Shredders – mittlerweile bereits als zwölfte Generation.

Shredder 12_Standard

Seit Jahren im Computerschach ein Vorbild für Stabilität und klassisches Outfit: Das betont aufgeräumte, schlicht konzipierte Shredder-Interface in seiner 12. Version

Shredders «Graphical User Interface» (GUI), also seine «Benutzeroberfläche» – nicht zu verwechseln mit seiner «Engine», dem eigentlich rechnenden «Motor» – gilt seit langem als eine besonders ausgereifte Sache. Denn Stabilität und Ausgewogenheit waren schon immer die speziellen Markenzeichen dieses Schach-Paketes. «Programm-Absturz» ist für die Shredder-Gemeinde (übrigens auch im Linux- und im MacIntosh-Segment) ein Fremdwort, und die funktionale Ausgewogenheit, die «klassische» Aufgeräumtheit seiner Oberfläche war für eingefleischte Shredder-Fans schon immer ein Grund, dieses GUI den anderen, teils verspielt-überladenen User-Schnittstellen vorzuziehen.

Üppig ausgestatteter Werkzeugkasten

Nichtsdestoweniger verbirgt sich unter dem eher schlichten Outfit der üppig ausgestattete Menü-Werkzeugkasten aller modernen Schach-Software. Das Shredder-GUI lässt kaum Wünsche offen, was die Vielfalt der technischen Ansprüche angeht, die heutzutage an ein Schachprogramm gestellt werden müssen: Analyse eigener und/oder fremder Partien, Engine-Engine-Turniere, individuell angepasstes Spiel gegen den Computer, Datenbank-Funktionen, Endspiel-Untersuchungen u.v.a.
Zwei Highlights zeichnen dabei Meyer-Kahlens Programm gegenüber der Konkurrenz ganz besonders aus: Seine enge Zusammenarbeit mit der eigenen Homepage, welche in Form direkter Abfragen eigener Datenbanken als integrativer GUI-Bestandteil fungiert, sowie das Feature «Triple Brain», eine spezielle Analyse-Technik, bei der zwei (möglichst gleichstarke, aber möglichst unterschiedliche) zugeladene «Gehirne» rechnen, während ein drittes «Gehirn» über diese zwei Analyse-Ergebnisse mittels ausgeklügeltem Statistik-Verfahren entscheidet.

Shredder 12_Triple Brain_Analyse

Zwei starke, aber unterschiedliche Engines unterbreiten einem Entscheider-Modul ihre Analyse: Das berühmte, aber immer noch zu wenig genutzte Shredder-Feature «Triple Brain»

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Qualitätsvolles Eröffnungsbuch

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist Shredders Eröffnungsbuch, das erneut der aktuellen Großmeister-Praxis angepasst wurde und schon länger von Sandro Necchi editiert wird. Immer mehr kommen dabei auch weniger gespielte Openings zu ihrem Recht. Zwei Beispiele: 1. e4 b6 2. d4 e6 3. c4 Lb7 4. Sc3 Lb4 5. f3 f5 6. exf5 Sh6 7. fxe6 Sf5 8. Ld3 – welches Programm (außer vielleicht «Fritz») weiß hier noch weiter? Eines der aktuell besten Bücher überhaupt in der Szene, das «R3.ctg» von J. Noomen, jedenfalls nicht. Oder auch nach: 1. b3 d5 2. Lb2 c5 3. e3 Sf6 4. Sf3 e6 5. Se5 Le7 6. f4 O-O 7. Ld3 – hier halten ebenfalls höchstens die Books von «Fritz» und «Rybka» mit. Und sollte auch bei Shredder das auf Festplatte installierte Buch nicht mehr weiter wissen, kommt bei Meyer-Kahlens Programm sofort der schon positiv erwähnte Zugriff auf die noch größere Online-Eröffnungsdatenbank zum Zuge.

Stefan Meyer-Kahlen

Programmierer Stefan Meyer-Kahlen bei der Arbeit

Endspiel-Performance dank Datenbanken

Selbstverständlich glänzt auch der neueste Shredder nach wie vor in der quasi entgegengesetzten Ecke der Schachpartie, dem Endspiel. Hier hebt sich das Programm schon seit Jahren mit seinen von Meyer-Kahlen hauseigen adaptierten «Shredderbases» hervor, einer 6-Steiner-Datenbank, welche ebenfalls GUI-integrativ den sofortigen Online-Zugriff erlaubt. (Demnächst soll es auch alle 6-Steiner als Shredderbases im Shredder-eigenen, platzsparenden Format geben, wobei nicht die Wege zum Matt aus der jeweiligen Stellung, sondern nur Gewinn, Verlust oder Remis gespeichert werden, womit der Abruf um ein vielfaches schneller als bei herkömmlichen Verfahren sein wird). Die Shredderbases für die 3-, 4- und 5-Steiner sind bei Shredder 12 bereits im Kaufpreis inbegriffen und stehen auf der Homepage zum Download bereit.

Lese-Hilfe via Mauszeiger

Shredder 12_Diagramm-Feature

Sofort-Diagramm nach Maus-Bewegung: Das attraktive neue Feature in Shredder 12

Was fällt sonst noch auf am Outfit des aktuellsten Shredders? Am augenfälligsten ist sicher ein brandneues Feature: Erstmals zeigt das Interface auf jeder Zug-Notation am Bildschirm ein kleines Stellungs-Fenster, ausgelöst durch bloßes Mit-der-Maus-darauf-zeigen. Man kann also erstmals auch als in der Schachschrift ungeübter Anfänger dem Großmeister Shredder beim «Denken» zusehen, nicht nur abstrakt mitlesen. Das funktioniert sogar im «Partie-Profil», Shredders graphischer Darstellung des Partie-Verlaufes. Hier mit der Maus entlangfahren lässt das ganze Game im Tipp-Tools-Fenster gleich Revue passieren. Ein innovatives Shredder-Feature, das mit einiger Sicherheit früher oder später bei den Konkurrenz-GUIs ebenfalls erscheinen wird…

Deutliche Steigerung der Spielstärke

Und was hat denn Shredder 12 nun in Sachen Spielstärke zu bieten? Bis jetzt verzeichnete diesbezüglich noch jede neue Shredder-Version eine (teils massive) Steigerung – grundlos ist das Programm nicht vielfacher Computerschach-Weltmeister. Und die jüngste Ausgabe macht da keine Ausnahme, auch wenn heutzutage, bei dem extrem hohen Stärke-Niveau der modernen Schachprogrammierung die einzelnen Performance-Sprünge nicht mehr wie früher im 150-Elo-Bereich realisiert werden können.

Für ein definitives Urteil über Shredder 12 hinsichtlich seiner «Kampfkraft» ist es momentan, ein paar Tage nach Erscheinen, noch zu früh. (Die weltweite User-Gemeinde arbeitet daran wie gewohnt auf Hochdruck – siehe hierzu die einschlägigen Testergebnisse). Der erste Trend im Engine-Engine-Turnierbetrieb ist aber mehr als vielversprechend: Die neue Version dürfte sich unter die Top-Drei der aktuellen Programm-Rankings spielen.

Vorgänger hinter sich gelassen

Wir haben außerdem die neue UCI-Engine auf ein paar besonders anspruchsvolle Schachstellungen angesetzt, welche weder von Shredders Vorgänger noch von den meisten anderen Engines kapiert werden:

Beispiel 1 (Zugzwang)

Shredder 12_Stellung1_Zugzwang

Während sehr viele Programme wie der sprichwörtliche Esel am Berg gerade vor dem berühmt-berüchtigten Problem «Zugzwang» stehen, leitet hier der neue Shredder in nullkommanix Sekunden das 14-zügige Matt ein:
1. Kf7!! Kd3 2. Lf5+ Kc3 3. Lc8 Kd3 4. Lxa6+ Kc3 5. Lc8 Kd3 6. Lf5+ Kc3 7. Ld7 Kd3 8. Lb5+ Kc3 9. Lxa4 Kd3 10. Lb5+ Kc3 11. Ke6 a4 12. Kd5 axb3 13. Lc4 bxc2 14. Se2 matt (Studie: Knudsen 1924)

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Beispiel 2 (Patt)

Shredder 12_Stellung2_Patt

Der elfte Shredder sah hier noch keinerlei Land, sein jüngerer Bruder hingegen beweist (auf schnellen Rechnern) schon nach rund einer halben Minute seinen Durchblick (auch dank seiner «Bases») in diesem für Schachprogramme sehr anspruchsvollen Turmendspiel:
1… Tf3+!! 2. Txf3 Tb5+ 3. Ke4 Te5+ 4. Kd4 Te4+ 5. Kd3 Te3+ remis (Studie: N.N.)

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Beispiel 3 (Initiative)

Shredder 12_Stellung3_Turmmanoever

Auch in Sachen Initiative dürfte Meyer-Kahlens aktuellstes Opus zugelegt haben. Botterills effizientes Turmmanöver (in einer FS-Partie gegen Prizant) stellt jedenfalls für Shredder kein Problem dar:
17. Ta2!! De7 18. Td2 Lb8 19. Dc2 Dc7 20. Lb2 Se7 21. Lc4 mit Angriff (Botterill-Prizant, CorrGame 1993)

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Beispiel 4 (Endspiel)

Shredder 12_Stellung4_Endspiel

Im Endspiel war und ist Shredder bekanntlich durchaus auch ohne Datenbanken sehr kompetent, und in dieser Turm&Läufer-Stellung hat der «Zwölfer» bald den Dreh raus:

50. Txd7+!! Kxd7 51. Lxb7 Txf2+ 52. Ke3 Ta2 53. Lxa6 Kc7 54. Lc4 (Binham-Rüfenacht, CorrGame 1991)

In manchen computerschachlichen Problemzonen ist Shredder 12 also deutlich besser geworden, in spezifischen Stellungen sogar stärker als fast die gesamte Konkurrenz. Und wer noch Shredders seit jeher beeindruckende Fähigkeit des «Memorierens», will heißen seine ausgeprägte Lernfähigkeit mittels ausgeklügeltem Hash-Management (Stichwort «Retroanalyse»), aber auch sein (leider noch zu wenig bekanntes) exklusives Feature «Endspiel-Orakel» (schon seit Version 5 dabei) auf die Plus-Waage legt, der kriegt auch mit dem neuesten Meyer-Kahlen-Produkt ein bewährt effizientes Analyse-Werkzeug in die Hände.

Fazit: Empfehlenswert

Shredder 12_Impressum

Das Impressum des neuen Programms

Kurzum, Shredder 12 ist vielleicht (zumal in seiner Graphik) nicht der ultimativ-unwiderstehliche Überflieger der gesamten Computerschach-Szene, und auch die Anzahl seiner Novitäten mag auf den ersten Blick nicht gar so beeindrucken.  Aber das brandneue Opus aus der Meyer-Kahlen-Werkstatt wird mit seiner technischen Stabilität, seinen durchdachten «Accessoires», seiner neuerlich gesteigerten Spielstärke und seiner umfangreichen Online-Integration definitiv die Herzen der «Könner und Kenner» höher schlagen lassen; der neue Shredder ist nicht nur für Sammler, sondern auch für Experten eine klare Kaufüberlegung wert. Nicht zufällig zählt das Produkt des Düsseldorfers zu den beliebtesten Schachprogrammen der ganzen Szene.

Nachfolgend eine schöne Angriffspartie des «Zwölfers» gegen die aktuelle Nummer Eins des Engine-Zirkus’ Rybka (5-moves-Book/DualCore-PC/PGN-Format):

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[Event "15Min/Engine"]
[Site "DualCore"]
[Date "2009.10.12"]
[Round "?"]
[White "Deep Shredder 12"]
[Black "Rybka 3"]
[Result "1-0"]
[ECO "D18"]
[PlyCount "77"]

1. c4 Nf6 2. d4 c6 3. Nc3 d5 4. Nf3 dxc4 5. a4 Bf5 6. e3 e6 7. Bxc4 Nbd7 8. O-O  Bb4 9. Nh4 Bg4 10. f3 Bh5 11. g4 Nd5 12. Ng2 Bg6 13. Qb3 Qb6 14. Ne2 Qa5 15. h4  h5 16. e4 Ne7 17. g5 O-O-O 18. Bf4 Bh7 19. Rfd1 Ng6 20. Bg3 Nb6 21. Ne3 Nd7 22. Bd3 Bf8 23. Nc4 Qb4 24. Qc2 e5 25. a5 Nb8 26. dxe5 Na6 27. Kg2 Nc5 28. Nd6+  Bxd6 29. exd6 Nxd3 30. Qxd3 Rd7 31. a6 f6 32. Ra3 Bg8 33. axb7+ Qxb7 34. Rda1  Qb8 35. Qc3 Ne5 36. Bxe5 fxe5 37. Ra6 Bf7 38. Qxc6+ Kd8 39. Qc5 1-0

Stefan Meyer-Kahlen, Shredder 12, Schachprogramm, Download/Lizenz: www.shredderchess.de

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Der brillante Schachzug (48)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 9. Oktober 2009

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Weiß zieht und gewinnt

Brillanter Schachzug-48_Glarean Magazin

.Lösung: —> (mehr)

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(mehr…)

Die große Schach-Umfrage

Veröffentlicht in Computer-Schach, Schach, Schach-Software, Umfragen von Walter Eigenmann am 4. Oktober 2009

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Schachspieler benützen welche Programme wie und wann?

Walter Eigenmann

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Computer-Schach-Geschichte

Von Konrad Zuses «Z3»-Maschine über den Tischcomputer-Veteran «ChessChallenger» und den Kasparow-Bezwinger «Deep Blue» bis hin zur modern-handlichen Spitzen-Software: Die Computerschach-Geschichte ist ebenso wechselhaft wie faszinierend.

Die Geschichte der Schachcomputer bzw. des Computerschachs ist eine ebenso wechselhafte wie faszinierende. Am Anfang, im Jahre 1941, stand eine primitive, aber doch erste einsatzfähige, programmgesteuerte Rechenanlage von Konrad Zuse, und heute, fast 60 Jahre später, nennen die privaten Haushalte leistungsfähigste Multiprozessor-Rechner ihr eigen, deren Schach-Software jeden Meisterspieler der Welt schlagen kann.
Seinen Traum vom «eigenen Großmeister zuhause», der sowohl als Sparringpartner als auch als Kommentator eigener Partien Tag und Nacht verfügbar ist, kann sich also heutzutage grundsätzlich jeder (und durchaus erschwinglich) erfüllen, und jüngere Vereinsspieler ohne mindestens ein Schachprogramm auf dem heimischen Rechner dürften – zumal in der westlichen Hemisphäre – überhaupt nicht mehr anzutreffen sein.
Doch mittlerweile haben die Anhänger des Königlichen Spiels die Qual der riesigen Auswahl. Ein ganzes Heer von Freeware- und kommerziellen Schachprogrammen («Programm» hier in der Bedeutung der sog. «Engine» verwendet, dem eigentlich rechnenden Herzstück von Schachsoftware) bzw. von entsprechenden grafischen Benutzeroberflächen (GUI) steht dem interessierten Schachfreund zur Verfügung.

Höchste Zeit also, mal genauer nachzufragen, welche Programme denn eigentlich aktuell so die Lieblinge auf den Rechnern der Caissa-Jünger weltweit sind, und zu welchen Zwecken diese Programme hauptsächlich genützt werden.

Je drei Antworten

Die nachfolgende einfache Umfrage richtet sich an jede/n Schachspieler/in, die/der sporadisch, regelmäßig oder ständig im privaten Rahmen mindestens ein Schachprogramm benützt. Es können in den ersten drei Rubriken jeweils max. drei Antworten angekreuzt werden, in der vierten eine. Selbstverständlich ist alles völlig anonym, es interessiert ausschließlich der statistische Aspekt, und das Ergebnis ist jederzeit einsehbar.
Da nicht nur in der internationalen Computerschach-Szene des Internets abgestimmt werden kann, sondern auch bei zahlreichen Schachvereinen direkt nachgefragt wird, darf schließlich das Endergebnis dieser Umfrage einige Repräsentanz für sich beanspruchen. Um ein möglichst umfangreiches Voting zu erreichen, würde es uns in diesem Zusammenhang natürlich freuen, wenn Sie die Abstimmung auch in Ihrem privaten Schachkreis bekanntmachten.
Die Umfrage dauert zwei Monate lang, danach wird hier eine statistische Zusammenfassung aller Ergebnisse publiziert. -  Herzlichen Dank für Ihr Mitmachen!

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Die interessante Schach-Studie

Veröffentlicht in Computer-Schach, Mihai Neghina, Peter Martan, Schach, Schach-Programme, Schach-Software, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 1. Oktober 2009

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Dame im goldenen Käfig

Peter Martan

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Mihai Neghina

Studien-Autor Mihai Neghina

Am Anfang stand eine höchst verzwickte Schach-Aufgabe, erschienen in der Zeitschrift «Matplus», dann zitiert und analysiert in diversen einschlägigen Internet-Foren. Autor des interessanten Figuren-Werkes: der rumänische Software-Ingenieur Mihai Neghina.

Zwar war die Motivik seiner Studie einleuchtend: Damenblockade mit zwei Springern & Bauern sowie anschließendem Gewinn mittels Zugzwang. Doch je länger sich der Schreibende gemeinsam mit einer Schar weiterer Analysierenden und unter kräftigster Mithilfe von moderner Schach-Software in das wuchernde Variantengestrüpp vertiefte, umso deutlicher wurde, dass die ursprüngliche Fassung fehlerhaft war; sie enthielt eine ungewollte, wenngleich tiefverborgene Remis-Verteidigung. (Eine solche Studie wird in der Problem-Schach-Szene als «kaputt» bezeichnet.)

Die untenstehend publizierte Version ist eine minim geänderte, aber nun korrekte Fassung und darf darum füglich als eigentlicher Urdruck dieser Studie von Mihai Neghina angesehen werden.
Bemerkenswert ist, dass auch den zurzeit stärksten Computerprogrammen der «Durchblick» in dieser Stellung hoffnungslos versagt bleibt. Denn maßgeblicher Bestandteil der Stellung ist der «Zugzwang», an dem die ansonsten omnipotenten Schach-Engines noch immer schwächeln aufgrund ihrer sog. Forward-Pruning-Programmiertechniken mittels Nullmove, auf die sie einerseits angewiesen sind, um die (ihre enorme Spielstärke wesentlich ausmachenden) großen Zugtiefen zu erreichen, die andererseits aber in Ausnahmestellungen wie dieser immer wieder ihre entspr. Schwäche erbarmungslos aufdecken.
Es dürften also noch zwei oder drei Programm-Generationen ins Computer-Land ziehen, bevor solche Studien wie diese «Dame im goldenen Käfig» von Schachprogrammen zweifelsfrei reproduziert werden können. ■

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Weiß zieht und gewinnt

Neghina_Schachstudie

.© Mihai Neghina, Studie 2009, Urdruck Glarean Magazin
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1. Sd4!! Dg7+ 2. Kh3 Dxh6 3. Sf4 Kc8 [ 3...Kd7 4.Sde6 Dxe6+ 5.Sxe6 Kxe6 6.Kg4 Kxe5 7.Kg5+-]
4. Sde6 Kb7 5. h5 c5 [ 5...c6 6.Kg4 Kc8 7.Kf3 Kb7 8.Ke4 Kc8 9.b4 Kb8 10.Kd4 Kb7 11.a5;
5...Kc6 6.Kg4 b5 7.a5 b4 8.c4 Kb7 9.Kf3 c5 10.Ke4 Kc6 11.b3 Kd7 12.Kd5+-;
5...a5 6.Kg4 Kc6 7.c4 Kb7 8.Kf3 c6 9.Ke4 b5 10.cxb5 cxb5 11.b3 b4 12.Kd5 Kb6
13.Kd6 Kb7 14.Kc5 Ka6 15.Kc6 Ka7 16.Kb5+-] 6. Kg4 c4 [ 6...Kc6 7.Kf3 b5
8.a5 c4 ( 8...b4 9.c4+-) 9.Ke4 b4 10.Kd4 Kb5 11.Kd5 bxc3 12.bxc3 Kxa5
13.Kxc4 Kb6 ( 13...Ka4 14.Kd5+-) 14.Kb4 a5+ 15.Ka4 Ka6 16.c4 Kb6
17.c5+ Ka6 18.c6 Kb6 19.c7 Kb7 20.Kxa5+-] 7. Kf3 Kc6 8. Ke4 b5
9. axb5+ axb5
[ 9...Kxb5 10.Kd4 a5 11.Kd5 a4 12.Kd4 Kc6 13.Kxc4+-]
10.Kd4 Kb6 11.Kd5 Ka5 12.Kc5 Ka4 13.Kc6 Ka5 14.Kb7 b4 15.Kc6 bxc3
16.bxc3 Ka4 17.Kc5 Kb3 18.Kd4 Ka4 19.Kxc4 1-0

.(Analysen: Mihai Neghina & Peter Martan)

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PGN-File (Copy&Paste):

[Event "Studie (Glarean Magazin)"]
[Site "?"]
[Date "2009.10.01"]
[Round "?"]
[White "Weiss zieht und gewinnt"]
[Black "Copyright N.Mihai&P.Martan"]
[Result "1-0"]
[SetUp "1"]
[FEN "3k4/2pq3p/pp5R/4P3/P6P/2PN4/1PN3K1/8 w - -"]

1. Nd4 Qg7+ 2. Kh3 Qxh6 3. Nf4 Kc8 (3… Kd7 4. Nde6 Kc6
(4… Qxe6+ 5. Nxe6 Kxe6 6. Kg4 Kxe5 7. Kg5) (4… b5 5. a5
Kc6 6. h5 b4 7. c4 Kb7 8. Kg4 Kb8 9. Kf5 Kb7 10. Ke4 Kc6
11. b3 Kd7 12. Kd5) (4… c5 5. Kg3 Kc6 6. h5 a5 7. c4 Kd7
8. Kf3 Kc6 9. Ke4 Kb7 10. Kd5 Ka7 11. Kc6 Ka6 12. Kd6 Kb7
13. Kd7 Ka7 14. Kc7 Ka6 15. Kb8) (4… a5 5. h5 c6 6. Kg3
Kc8 7. Kf3 Kd7 8. Ke4 Kc8 9. c4 Kb8 10. Kd4 Ka7 11. c5 Ka6
12. Kc4 Ka7 13. cxb6+ Kxb6 14. Kd4 c5+ 15. Kd5 c4 16. Kxc4
Kc6 17. b4 axb4 18. Kxb4) 5. h5 b5 6. a5 Kd7 7. Kg3 c6
8. Kf3 Kc8 9. Ke4) 4. Nde6 Kb7 5. h5 c5 (5… c6 6. Kg3 Kc8
7. Kf3 Kb8 8. Ke4 a5 (8… Kb7 9. c4 Kb8 10. b4 Kc8 11. Kd4
Kb8 12. b5 Kb7 13. Ke4 a5 14. Kd4 cxb5 15. cxb5 Kc8 16. Ke4
Kb8 17. Kd5 Kb7 18. Kd6) 9. c4 Kc8 (9… Ka7 10. c5 bxc5
11. Kd3 Kb8 12. Kc4 Kc8 13. Kxc5) 10. Kd4 Kb7 11. c5 Ka7
12. Kc4 Ka6 13. cxb6 Kxb6 14. Kd4 c5+ 15. Kd5) (5… Kc6
6. Kg3 b5 7. a5 b4 8. c4 b3 9. Kf3 Kb7 10. Ke4 Kc8 11. Kd4)
(5… a5 6. Kg4 Kc6 7. c4 Kb7 8. Kf5 c6 9. Ke4 b5 10. axb5
cxb5 11. c5 Kc6 12. Kd4 a4 13. Kc3) 6. Kg4 c4 (6… Kc6
7. Kf3 b5 (7… a5 8. c4) (7… Kd7 8. Ke3 Kc6 9. Ke4)
8. a5 c4 9. Ke4 b4 10. Kd4 Kb5 11. Kd5 bxc3 12. bxc3 Kxa5
13. Kxc4) (6… Kc6 7. Kf3) 7. Kf5 Kc6 8. Ke4 b5 9. axb5+
axb5 (9… Kxb5 10. Kd4 a5 11. Kd5 a4 12. Kd4 Kc6 13. Kxc4)
10. Kd4 Kb6 11. Kd5 Ka5 12. Kc5 Ka6 13. Kc6 Ka5 14. Kb7 b4
15. Kc6 bxc3 16. bxc3 Ka4 17. Kc5 Kb3 18. Kd4 Kc2 19. Kxc4
1-0

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Der brillante Schachzug (47)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach von Walter Eigenmann am 26. September 2009

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Schwarz am Zuge

Kunz-Meinhold, CorrGame 1958

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Brillanter Schachzug-47_Glarean Magazin

5nk1/2qr1ppp/3prb2/p1p5/PpP1P1Q1/4BP2/1P1R2PP/2NR2K1 b – - 0 24

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Das neue Schach-Kreuzworträtsel

Veröffentlicht in Kreuzworträtsel, Rätsel, Schach, Schach-Kreuzworträtsel, Schach-Rätsel, Spielwiese von Walter Eigenmann am 24. September 2009

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Das «Glarean»-Schachrätsel im September 2009

Schach-Kreuzwortraetsel-Glarean-Magazin-September2009

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Lösung: —> (mehr…)

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Der brillante Schachzug (46)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 19. September 2009

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Schwarz am Zuge

Giacomelli-Weiss, CorrGame 1957

Brillanter Schachzug-46_Glarean Magazin

4rrk1/7p/p2b4/1p1p1ppq/3P1P2/2P1B1Pb/PP1N1Q1P/R3R1K1 b – - 0 22

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Der brillante Schachzug (45)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 12. September 2009

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Weiß am Zuge

Georgiev-Ionescu, Constantin 1986

Brillanter Zug 45_Glarean Magazin_Georgiev-Ionescu_Constantin 1986

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Neue «Opening Encyclopaedia» von Chessbase

Veröffentlicht in Chessbase, Partien, Peter Martan, Rezensionen, Schach, Schach-Datenbank, Schach-Programme, Schach-Rezension, Schach-Software von Walter Eigenmann am 9. September 2009

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Fachmännische Betreuung eines riesigen Partien-Materials

Peter Martan

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Chessbase_Opening Encyclopaedia 2009_CoverErneut präsentiert Deutschlands bekanntester Schachsoftware-Produzent Chessbase eine aktuelle Ausgabe seiner traditionellen «Opening Encyclopaedia». Die mit knapp 100 Euro nicht eben billige DVD kommt wie gewohnt mit einer fulminanten Fülle (neuen) Materials daher.

Vorneweg ein kleiner Hinweis für User wie mich, die vor längerer Zeit die letzte Version des «ChessBase Readers» installiert haben: Die Datenbank lässt sich zwar ggf. mit einer alten Version starten, funktioniert aber evtl. trotzdem nicht fehlerfrei. Bei mir war es so, dass die Links zur Info und zu den alten Datenbanken Fehlermeldungen erzeugten; Erst nach Neuinstallation lief die Sache. Und noch ein Tip: Dass die Gebrauchsanleitung (abgesehen von den ersten Schritten der Installation, im Cover beschrieben) lediglich auf der DVD im Stammverzeichnis als «cb9readerGER.pdf» vorliegt, findet man auch nicht gleich heraus… Andererseits ist es natürlich komfortabel, die Datenbank auch von «Fritz» bzw. dem «ChessBase»-Datenbankprogramm aus starten zu können; dort hat man auch die volle Online-Hilfe-Unterstützung, welche im Reader nicht aktiv ist. Dessen Hauptvorteil gegenüber dem reinen Datenbankprogramm ist der Titel- und Informationstext, der gleichzeitig als Menüführung durch das gesamte Partienmaterial dient.

Imposante Geschwindigkeit der Suche

Das Blättern in dem nach Text, Partien, Spielern, Turnieren, Kommentatoren, Quellen, Mannschaften und Eröffnungen geordneten Material ist einem Browser ähnlich und intuitiv erfassbar. Mit entsprechenden «Schlüsseln» kann man dann noch nach Themen, taktischen und strategischen Motiven sowie nach Endspielen suchen. Dabei imponiert die Geschwindigkeit, mit der das riesige Material z.B. nach bestimmten Brettstellungen durchforstet wird – auf einem modernen Rechner nur wenige Minuten -, um nach bestimmten Brettstellungen zu suchen. Auf der DVD sind 4,4 GB, über 3,35 Millionen Partien, auf Festplatte installiert werden davon nur 30 MB. Dazu kommt, dass Statistiken blitzschnell erstellt werden, z.B. die Performance zweier beliebiger Kontrahenten.

Chessbase_Opening Encyclopaedia 2009_Rueckseite«Erfinder des modernen Schachs»

Um, was den Inhalt anbelangt, mit dem Ende anzufangen, weil es mir historisch so besonders gut gefallen hat: Unter dem Titel «Erfinder des modernen Schachs» geht Großmeister Curt Hansen, gleichsam als Anhang des Verzeichnisses, in zwei Teilen Fragen der Urheberschaft von Zügen in Eröffnungssystemen nach. Erstes Beispiel: Schwarzer Bauernvorstoß h7-h5 der Scheveninger/Paulsen-Variante im Sizilianer, wie ihn heutzutage z.B. Igor Miladinivoc verficht. Hansen bringt als für ihn erste Partie, «in welcher der Nachziehende in diesem modernen Aufbau offenbar recht genau wußte was er tat», aus der Schachgeschichte die Partie Yates-Bogoljubow (Moskau 1925), in der Schwarz 13… h5!? zog. Das Beispiel gefällt mir auch so, weil es Isaac Lipnitzky in seinem Buch «Fragen der modernen Schachtheorie» ebenfalls bringt. Offenbar war die Partie damals wirklich ebenso beachtet wie folgenreich, und so etwas ist natürlich schachhistorisch immer spannend zurückzuverfolgen. In nicht weniger als 80 Partiebeispielen wird die Entwicklung der Idee dann historisch weiterverfolgt und kommentiert. Im zweiten Teil erörtert Hansen dann noch umfangreicher und strategisch vielschichtig das Problem, wie sich das Motiv des Abtausches des Königs-Fianchettoläufers (Lg2/Lg7) gegen den Sc3/Sc6 entwickelt hat. Von den Anfängen des Läufer-Fianchettos, das ja um 1900 noch etwas Neues war und noch z.B von Richard Teichmann als «diese dumme Doppelloch-Eröffnung» bezeichnet wurde, bis hin zu der modernen Idee, diesen Läufer auch noch abzutauschen, ein weiter Weg… Ihm geht Hansen in 255 Partien nach – für schachistorisch Interessierte ein besonderer Leckerbissen.

Fachspezifische Betreuung aller Kapitel

Jedes Eröffnungssystem hat eine einleitende Beschreibung von einem anerkannten Fachmann des entsprechenden Themas, der das Material dem Kapitel zuordnet und kommentiert. Von Lubomir Ftacnik werden einige Kapitel besprochen. Willkürlich greife ich den Englischen Angriff des Sizilianers heraus. Ftacnik nennt eine Variante daraus nach Veselin Topalov, weil er nach seiner Partie gegen Peter Leko in San Luis 2005 «die theoretische Diskussion als amtierender Weltmeister eröffnete». (Anmerkung der Redaktion: zwar kam der Zug 9… Sd7 schon einmal in einer Fernpartie zwischen Vladimir Stancl und Jan Schwarz 2003 vor, fand aber damals offenbar nicht sonderlich Beachtung.) Ftacnik zeigt in 24 Partien, gespielt zwischen 2000 und 2006, dass in diesen Partien die Statistik von 55% für Schwarz in dieser Variante zu der Schlussfolgerung am Ende des Kapitels berechtigt: «Die Topalov-Variante ist hier um zu bleiben.» (Anmerkung d.Red.: Tatsächlich habe ich die fragliche Variante nach 2006 nur noch 10 mal in der Internationalen Meisterpraxis gefunden, alle 2007, davon ging allerdings nur noch eine für Schwarz aus,  vier mal gewann Weiß bei 5 Remis. Nach 2007 fand ich kein Beispiel mehr, offenbar ist es doch wieder etwas stiller geworden darum.)

Lubomir FtacnikHochkarätige Kommentatoren

Erst recht kann man in wenig gespielten Eröffnungssystemen keine Vollständigkeit des Variantenbaumes erwarten. Z.B. erörtern Alexander Bangiev und Peter Leisebein sehr schön meine geliebte Larsen-Eröffnung anhand von 107 Partien, von denen zehn kommentiert sind. Dass sie alle aber nur ein einziges Abspiel bis zum 5.Zug dokumentieren, tut dem System zuviel Abbruch. Man muss sich dabei allerdings vor Augen halten, dass selbst eine derartig große Sammlung von Partien unmöglich ein wirklich komplettes Nachschlagewerk der gesamten Schachtheorie sein kann, sondern immer nur einen mehr oder weniger repräsentativen Querschnitt bieten kann. Außerdem kann man natürlich mit «Fritz» oder «ChessBase» die Datenbank von der DVD auf Festplatte installieren, um dort dann Partien hinzufügen. Dass die ganze Datenbank sowohl im «Reader» als auch in «Fritz» als Eröffnungsbuch im Chessbase-eigenen ctg-Format verwendbar ist, muss gar nicht eigens erwähnt werden für Fans, ist aber natürlich ein mächtiges Feature, das die Vielseitigkeit der Formate ausmacht: Eröffnungsbücher zu erstellen und zu editieren hat ebenso große Nützlichkeit für die meisten Hobby- und Profi-Spieler wie die Möglichkeit, kommentierte Partien platzsparend abzuspeichern.

Fazit: In dieser Schach-Enzyklopädie findet sich nicht nur eine sehr große und relevante Partiensammlung, sondern auch deren historisch exakte Aufbereitung – notabene von hochklassigen Kommentatoren: Anand (262 Partien), Bangiev (1614!), Marin (457), Kasparov (48)oder Kramnik (59) sind nur einige besonders klingende Namen. Was diese Autoren als Schachspieler zu sagen haben, findet man wohl in keinem einzelnen Lehrbuch derart umfangreich und schon gar nicht in dieser Funktionalität eines elektronischen Nachschlagwerkes.

Chessbase: Opening Encyclopaedia 2009, DVD-ROM (inklusive deutsche Version des Eröffnungslexikons 2009)

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Screenshots: «Opening Encyclopaedia» 2009 (Chessbase)

Screenshot1

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Screenshot2

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Screenshot3

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Themenverwandte Seiten

Losso-SchachblogSchulschach TrierSchachklub 1929 -

Der brillante Schachzug (44)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 5. September 2009

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Weiß am Zuge

Arnlind-Zagorovsky, CorrGame 1984

Brillanter Zug 44_Glarean Magazin_Arnlind-Zagorovsky_CorrGame 1984

r2q2k1/1bp1rp2/p1np1n2/1p1N2N1/P2bP3/1B6/1P3PPP/R2QR1K1 w – - 0 18

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Isaac Lipnitzky: «Fragen der modernen Schachtheorie»

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Isaak Lipnitzky, Peter Martan, Schach, Schach-Rezension von Walter Eigenmann am 1. September 2009

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Ein Hauch von (Schach-)Geschichte

Peter Martan

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Lipnitzky_Schachtheorie_CoverEin Hauch von Geschichte weht uns an, wenn wir Isaak Lipnitzkys lange vergriffenes Buch «Fragen der modernen Schachtheorie» aufschlagen, das kürzlich in der Reihe «Schachklassiker» des Quality Chess Verlag (jetzt auch in deutscher Sprache) neu herausgebracht wurde. Der Untertitel «Ein Sowjet- Klassiker» passt genau: mehr als nur ein Standardwerk der Schachliteratur ist es ein Zeugnis der jüngsten Vergangenheit eines politischen Systems, das sich gerade erst zu überleben begonnen hat, und in dem der Schachsport eine auch politisch ganz wichtige Stellung einnahm. -

Isaak Oskarowitsch Lipnitzky kehrt als hochdekorierter Offizier im Majorsrang aus dem 2. Weltkrieg heim und lässt erstmals die Schachwelt aufhorchen, als er 1949 ukrainischer Meister wird und 1950 bei den UdSSR-Meisterschaften nach Paul Keres den geteilten 2.-4. Platz belegt, hinter ihm Giganten wie Smyslow, Boleslawski, Geller, Flohr, Bondarewski, Petrosjan und Awerbach. Damit erfüllt er seine erste Großmeisternorm erst 26-jährig. Seinem Buch-Erstling «Ausgewählte Partien von Schachspielern der Ukraine» 1952 folgt 1956 das vorliegende Hauptwerk «Fragen der modernen Schachtheorie». Die gesamte Ausgabe wird augenblicklich von Schachenthusiasten aufgekauft, im gleichen Jahr wird Lipnitzky zum zweiten Mal ukrainischer Meister. Dann aber erkrankt er an Leukämie und stirbt 1959, gerade mal 36 Jahre alt. -

In 16 Kapiteln geht Lipnitzky inhaltlich sehr klar gegliedert den grundlegenden Regeln der Eröffnungstheorie nach. Das Zentrum und die Flügel, Das Zentrum von den Flügeln erobern, sind zwei der ersten Überschriften. Die damals gerade erst von Nimzowitsch in Frage gestellten Dogmen werden von Lipnitzky nicht einfach geleugnet, sie werden relativiert.

Dazu Lipnitzky, der Nimzowitsch an dieser Stelle selbst zitiert:
«Wie lautet nun das entscheidende Argument im Einzelfall, wenn es um die Frage geht: ‘Besetzen oder nicht besetzen?’ Um diese Frage korrekt zu beantworten, müssen wir begreifen, dass die Besetzung des Zentrums kein Ziel an sich ist, sondern in der Hinsicht wichtig ist, dass es uns ermöglicht, die Initiative zu übernehmen und Druck auf die gegnerische Stellung auszuüben. Es geschieht häufig, dass ein Spieler sein Zentrum aufbaut, nur um dann festzustellen, dass es nicht mehr als eine Last ist, da es dem Gegner als vorzügliches Ziel für den Gegenangriff dient.»
Insbeonders der Kernfrage der Stellungsbewertung geht Lipnitzky im gleichnamigen Kapitel auch historisch gründlich nach. Um Stellungsmerkmale und zu berechnende Varianten miteinander in Einklang zu bringen, unterscheidet Lipnitzky zwischen dynamischen und statischen Stellungen und betrachtet die Aufgabe der Analyse darin, das eine bis zum anderen zu berechnen. «Das Ziel der Analyse besteht darin, an eine Stellung zu gelangen, deren Wesen nicht ‘dynamisch’, sondern ’statisch’ ist.»

Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Beispiele für den nebulosen Begriff der Initiative, zu deren Erlangen und Erhalt ja bekanntlich fast jedes Mittel recht ist; ihr widmet er ein eigenes Kapitel, das logisch im folgenden Abschnitt «Moderne Gambits»  der Initiative so richtig Gestalt verleiht, anhand der damals erst von der Meistern ihrer Zeit in die Turnierpraxis eingeführten Eröffnungsvarianten, wie z.B. des Blumenfeld-Gambits, das Aljechin nach dem Erfinder, dem sowjetischen Meister Blumenfeld, laut Lipnitzky in die internationale Turnierpraxis einführt. Aljechin schreibt der Autor auch zu, dass das angenommene Damengambit, in dem früher hauptsächlich auf Rückgewinn des Gambitbauern gespielt wurde, von einem Pseudo- zu einem echten Gambit wurde (z.B. Aljechin-Bogoljubow, Wiesbaden 1929.)

Das Evans-Gambit wird von Tschigorin in seinen beiden Kabelpartien gegen Steinitz rehabilitiert, Aljechin, Tarrasch, Boleslawski, Geller und Flohr machen sich um Opfervarianten von Caro-Kann besonders verdient und das Botwinnik- System im Damengambit wird ebenfalls in mehreren Partien zum Beispiel der damals modernen Gambitbehandlung, bei der das Opfer nicht wie in der romantischen Ära behandelt wird, in der ein Königsangriff um jeden Preis in der Regel das Ziel war, sondern ein langfristiges Positionsspiel zur Erlangung der Initiative angestrebt wird.
Ein weiteres Zitat von David Bronstein drückt für mich dabei besonders gut aus, was auch Lipnitzky an den Meistern seiner Zeit und ihren Partien bemerkens- und bewundernswert findet: «Das Eröffnungsspiel der führenden sowjetischen Schachspieler, allen voran Botwinnik und Smyslow, wird dadurch charakterisiert, dass sie den Verlust der Partie nicht scheuen, sondern nach komplizierten, zweischneidigen Stellungen streben. In Anbetracht des heutigen technischen Niveaus ist es nicht möglich, einen starken Kontrahenten zu schlagen, wenn man ihm nicht gewisse Gegenchancen einräumt.» Ein Satz, den man vielleicht gerade heute wieder, wo die Computergläubigkeit in Analyse, im praktischen Spiel und in der Abrufbarkeit von Eröffnungstheorie den kreativen und angriffslustigen Spieler entmutigt, scharfe taktische Varianten am Brett zu riskieren, den Technokraten ins Stammbuch schreiben sollte.

Schließlich geht der Autor der auch gerade heute kaum mehr beantwortbaren Frage nach, wo die Eröffnung aufhört und das Mittelspiel anfängt. Schon damals meinten manche, die Theorie sei so weit fortgeschritten, dass das Mittelspiel eigentlich zeitweise schon eine ausanalysierte Phase sei und man in manchen Eröffnungen direkt in die Analyse der resultierenden Endspiele käme. Lipnitzky widerspricht dem und sieht die eigentliche Eröffnung als auf die Figurenentwicklung beschränkte Phase, die Pläne, die davon ausgehen, als eigenständig, wenngleich die Übergänge natürlich fließend sind.

In Analogie zu der alten arabischen Vorform des Schachs, demSchatrandsch, in das aus vorgegebenen Eröffnungsstellungen eingestiegen wurde, den von damals noch bekannten 31 Tabiyas, bringt der Autor Beispiele von Tabiyas des zu seiner Zeit modernen Spiels mit dafür bekannten Plänen.
Aus denen ein ausgewähltes ist die Stellung nach

1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4 4. e3 d5 5. Sf3 O-O 6. Ld3 c5 7. O-O Sc6 8. a3 Lxc3 9. bxc3 dxc4 10. Lxc4 Dc7

Lipnitzky_Tabiya nach Dc7

deshalb ein besonderes Beispiel, weil sie durch Zugumstellung die Ragosin-Verteidigung erreicht, die nach dem Verfasser des Vorwortes Jefim Lasarew eine Lieblingseröffnung von Lipnitzky war, mit der das Buch seinen Anfang nahm. Es war ursprünglich als Monographie der Ragosin-Verteidigung gedacht. (Ausdrücklich bitte ich nochmals zu entschuldigen, dass auf diese und andere «Übergangsstellungen» wie sie der Autor nennt, weil sie zwischen Eröffnung und Mittelspiel stehen, und die damit verbundenen Pläne nicht näher eingegangen werden kann, obwohl sie zusammen mit dem kommentierten Partienmaterial sowie den zwölf ausgewählten Lipnitzky-Partien im Anhang – 2 davon mit Schönheitspreisen belohnt – den eigentlichen Inhalt des Buches ausmachen.)

Schließlich widmen sich die letzten Kapitel der Frage, was ein Neuerung ist. Hier habe ich, um wenigstens eine der vielen kommentierten Partien wiederzugeben, aus historischem Interesse die Partie J.R.Capablanca-F.Marshall New York 1918 ausgewählt. Obwohl vielleicht hinlänglich bekannt, zeigt sie doch, wie spannend die Epoche schachlich war.

Die Vorgeschichte der Partie schildert Lipnitzky so: «Nach dem Capablanca-Marschall Match (New York 1909), in dem Letzerer mit einem Score von +1-8=14 unterging, vermied Großmeister Marshall den Spanier gegen Capablanca zehn Jahre lang. Nachdem er aber einen scharfen Angriffsplan basierend auf einem Bauernopfer ausgearbeitet hatte, wandte er ihn gegen seinen formidablen Gegner gleich in der ersten Runde des Manhattan Chess Club Meisterturnieres an.» (Die Kommentare sind mit Ausnahme der Stellen, an denen er selbst Capablanca zitiert, von Lipnitzky, kleine Randbemerkungen von mir sind eigens gekennzeichnet.)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0–0 8.c3 d5!?

Der weiße Damenflügel ist noch unentwickelt, und so versucht Schwarz Linien zu öffnen, um einen raschen Angriff gegen den weißen König einzleiten.

9.exd5 Sxd5 10.Sxe5

In seinen Anmerkungen zu dieser Partie schrieb Capablanca: «Ich überlegte eine ganz Weile, bevor ich den Bauern nahm, da mir klar war, dass ich einem gewaltigen Angriff ausgesetzt sein würde, den mein Kontrahent sorgsam ausgearbeitet hatte. Doch gleichzeitig spürte ich die Kampfeslust in mir aufsteigen. Eine Herausforderung wurde mir entgegen geworfen von einem Spieler, der allen Grund hatte, mein Verständnis und mein Können zu fürchten (dies hatten unsere vorherigen Aufeinandertreffen gezeigt), und der nun eine Liste an Überraschungen vorbereitet hatte, um meine fehlende Vertrautheit mit Varianten auszunutzen, denen er viele Nächte harter, ausdauernder Arbeit gewidmet hatte. Ich überprüfte die Lage und entschied, dass mein Ruf mich sozusagen verpflichtete, den Bauern zu schlagen und die Herausforderung anzunehmen, denn mein Verständnis und meine Kenntnisse sagten mir, dass die weiße Stellung verteidigungsfähig sei.»
Zwar nicht unbedingt bemerkenswert ob seiner Bescheidenheit, zeigt doch diese Darstellung klar und eindeutig, wie der Verstand eines großen Meisters arbeitet, wenn er mit einem unerwarteten Problem konfrontiert wird.

10… Sxe5 11.Txe5 Sf6 12.Te1 Ld6 13.h3 Sg4! 14.Df3!

Den Springer zu nehmen würde wegen 14… Dh4 verlieren. Auf f3 besetzt die Dame einen sehr starken Posten, wo sie gleichzeitig deckt und angreift.

14… Dh4 15.d4!

Unter Beschuss beeilt sich Weiß sich zu entwickeln und vermeidet alle Fallen. Nach 15.Te8 Lb7! 16.Txf8+ Txf8 17.Dxg4 Te8! 18.Kf1 De7 19.Le6 Ld5! hätte Schwarz klaren Vorteil.

15…Sxf2

«Der Gräber ist selbst in die Grube gefallen- dieser Springer wird hier niemals wieder rauskommen. Doch Schwarz hatte nichts Besseres; das einzige, was ihm blieb, war ein Angriff um jeden Preis, zu siegen oder zu sterben.» (Capablanca)

Lipnitzky_Capablanca-Marshall_vor Te2

16.Te2!!

Capablanca findet in dieser komplizierten und für ihn unvertrauten Stellung den einzigen Zug, – Anmerkung der Redaktion: mittlerweile hat sich in der Literatur auch 16. Ld2 als spielbar erwiesen – um den Angriff abzuwehren, und demonstriert damit seine außergewöhnliche Verteidigungskunst, für die er so berühmt war. Er kann beispielsweise nicht 16.Dxf2 spielen wegen Lh2+!  (aber nicht 16…Lg3? 17.Dxf7+ nebst Matt)  17.Kf1 Lg3 18.De2  (Anm.d.Redaktion: 18.Dd2 hat laut jüngerer Theorie auch diese Variante wieder spielbar gemacht) 18…Lxh3! 19.gxh3 Tae8 und Schwarz gewinnt.

16…Lg4 17.hxg4 Lh2+ 18.Kf1 Lg3 19.Txf2 Dh1+ 20.Ke2 Lxf2 21.Ld2 Lh4 22.Dh3 Tae8+ 23.Kd3 Df1+ 24.Kc2

Nachdem er seinen König in Sicherheit gebracht hatte, gewann Capablanca im 36. Zug. Der fürchterliche schwarze Angriff, ausgeklügelt in der häuslichen Stille, prallte an einer machtvollen Verteidigung ab, die am Brett gefunden wurde. -

Diese Partie wurde von mir auch deshalb gewählt, weil sie den schachhistorischen Hintergrund beleuchtet, unter dem die Glanzzeit von Capablanca unmittelbar vor der Hochblüte der sowjetischen Schachschule gesehen werden muss. Lipnitzky erwähnt natürlich nicht, dass Aljechin (mit der Rückendeckung der sowjetischen Schachmaschinerie) Capablanca, nachdem er ihm den Weltmeistertitel abgenommen hatte, bis zum Tod des großen Rivalen einem Revanchekampf auswich. Ich erwähne das auch unter dem Eindruck eines anderen Buches zu dem Thema, das  erst kürzlich erschienen ist: Fabio Stassis «Die letzte Partie», das sich mit der Verknüpfung der Schicksale der beiden wahrscheinlich größten Schachgenies ihrer Zeit romanhaft auseinandersetzt. Ähnliches widerfuhr ja auch um einiges später Bobby Fischer, der lange um die Möglichkeit eines Titelkampfes ringen musste und seinerseits danach offenbar psychisch nicht mehr in der Lage war, gegen die geschlossene sowjetische Schachphalanx seinen Titel zu verteidigen.

Dessen ungeachtet dokumentiert Lipnitzky eine große Ära großer Schachspieler, zu denen er ganz sicher auch gehörte. Hat die Theorie diese und jene damals aktuelle Variante auch überholt, die Analysen und Bewertungen bleiben studierenswert und zeitlos ist die Kunst des Denkens, die schachliche Technik, Regeln im Einzelfall mehr oder weniger Gewicht beizumessen. Heute verbreiten sich Neuerungen übers Internet schneller als der Wind und der Computer fordert dazu heraus, sie ständig neu zu bewerten. Was bleibt, ist der Geist des Spieles oder wie Lipniztky sagt: «Wenn ein Spieler eine Variante widerlegt oder etwas Neues entdeckt, erfährt er echte kreative Befriedigung. Seine Fähigkeit, theoretische Einschätzungen kritisch anzugehen, ist der beste Beweis für seine kreative Reife.» Oder mit Tschigorin: „Schach ist, allgemein ausgedrückt, viel reichhaltiger, als man auf Grundlage der existierenden Theorie annehmen wollte, die es nur in bestimmte enge Formen zu pressen versucht.»

Ich schließe mit einem Zitat Emanuel Laskers, das auch Lipnitzky ans Ende seines Buches stellt:

«Jeder, der seine Fähigkeit zum unabhängigen Schachdenken pflegen will, muss im Schach alles vermeiden, was tot ist:

- künstliche Theorien, die auf sehr wenigen Beispielen und jeder Menge Erfindung beruhen;
- die Angewohnheit, mit schwächeren Gegnern zu spielen und Gefahren aus dem Weg zu gehen;
- die Angewohnheit, die Varianten und Regeln von anderen unkritisch zu kopieren und gedankenlos zu wiederholen;
- selbstzufriedene Eitelkeit, Unwilligkeit, die eigenen Fehler einzugestehen.» ♦

Isaak Lipnitzky, Fragen der modernen Schachtheorie, 236 Seiten, Quality Chess

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Inhalt

Vorwort Isaak Lipnitzky und sein Superbuch, von Jefirn Lasarew

Geleitwort von Anatoli Karpow

Vorwort vom britischen Herausgeber

Einleitung

Kapitel 1 Über die Eröffnung
Kapitel 2 Das Zentrum
Kapitel 3 Das Zentrum und die Flügel
Kapitel 4 Das Zentrum von den Flügeln erobern
Kapitel 5 Mobilisierung der Figuren
Kapitel 6 Stellungsbewertung
Kapitel 7 Der konkrete Ansatz
Kapitel 8 Dynamische und statische Stellungen
Kapitel 9 Positionelles Gespür
Kapitel 10 Pläne in der Eröffnung
Kapitel 11 Die Initiative
Kapitel 12 Moderne Gambits
Kapitel 13 Eröffnung und Mittelspiel
Kapitel 14 Neubewertung von Mustern
Kapirel l5 Wie lange ist eine Neuerung gültig?
Kapitel 16 Wie wird eine Neuerung geboren?

Partieverzeichnis

Anhang Ausgewählte Partien von Isaak Lipnitzky

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Probeseiten

Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite01

Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite02

Das Rezensions-Exemplar wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von EUROSCHACH DRESDEN

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Der brillante Schachzug (43)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 29. August 2009

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Schwarz am Zug gewinnt

Black-Tinture, CorrGame 2004

Brillanter Zug 43_Glarean Magazin_Black-Tinture_CorrGame 2004

3r1rk1/6bp/2p1p1p1/2P1n3/4P2q/1N1p3P/PP3PP1/R1BRQ1K1 b – - 0 27

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Das neue Schach-Kreuzworträtsel

Veröffentlicht in Kreuzworträtsel, Rätsel, Schach, Schach-Kreuzworträtsel, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 28. August 2009

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Das Schach-Kreuzworträtsel / August 2009

Schach_Raetsel_August2009

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Der brillante Schachzug (42)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 22. August 2009

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Matt in 19 Zügen

Weenink 1922

Brillanter Zug 42_Glarean Magazin_Weenink 1922

8/8/8/1pR1P1K1/p2P2P1/rp1B1P2/pk6/b7 w – - 0 1

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Der brillante Schachzug (41)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 12. August 2009

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Weiß am Zuge

Atalik-Sax, Szeged 1997

Brillanter Zug 41_Glarean Magazin_Atalik-Sax_Szeged 1997

r1b2r1k/ppp2ppp/8/4p3/2BPQ3/P3P1K1/1B3PPP/n3q1NR w – - 0 17

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Computerschach: Die Endspiel-Tabellen in der Praxis

Veröffentlicht in Computer-Schach, Schach, Schach-Programme von Walter Eigenmann am 21. Juli 2009

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Nutzen und Schaden der Endgame-Tablebases

Walter Eigenmann

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Seit der amerikanische Informatiker Ken Thompson vor über 20 Jahren erstmals seine Datenbanken mit kompletten Lösungen von Schach-Wenigsteine-Positionen generierte, reißt die Diskussion unter den Computerschach-Experten nicht ab darüber, ob bzw. in welchem Ausmaße solche Endgame-Tablebases die Endspiel-Performance eines Schachprogrammes positiv beeinflussen. Inzwischen haben Thompsons russischer Berufskollege Jewgeni Nalimov und andere (z.B. Meyer-Kahlen: Shredderbases/SB; Pfister&Shawul: Bitbases/EGBB) die Indizierung der 3-6-Steiner-Endspiele soweit vorangetrieben, dass sie den Programmen bzw. Interfaces praktisch vollständig und (heutzutage) fast in Echtzeit zur Verfügung stehen. Am häufigsten in der Computerschach-Praxis eingesetzt wird dabei die Nalimov-Datenbank (EGTB), welche sämtlichen 3-5-Steiner umfasst, und die mittlerweile von den meisten führenden Schach-Engines unterstützt wird.

Ken Thompson

Unix-Entwickler und Computerschach-Pionier: Ken Thompson (*1943)

Nun werden bei der Anbindung dieser Datenbanken in die Engine-Struktur von Programmierer zu Programmierer unterschiedliche und darum auch unterschiedlich effiziente Wege beschritten. Wo manches Programm schon früh im Endspiel exzessiv auf diese Bases zugreift, rechnen andere Engines noch lange selbstständig, und während gewisse Engines sehr viel Endspiel-Knowhow einfach an die «Nalimovs» zu delegieren scheinen, erreichen andere Programme ohne jegliche EGTB-Hilfe ebenso gute oder gar bessere Endspiel-Resultate. Welche Schachprogramme profitieren also wie sehr von diesen «sagenumwobenen» Endspiel-Datenbanken? Oder wird deren Einfluss grundsätzlich überschätzt? Mehr noch: Können Engines sogar «ausgebremst» werden durch EGTB?
Um ein wenig (praktisch vielleicht nutzbares) Licht in dieses (theoretisch ziemlich umkämpfte) Performance-Dunkel zu bringen, hat der Autor eine Testreihe mit über zwei Dutzend Schachprogrammen durchgeführt. Letztere hatten einmal mit, einmal ohne Bases (alle 3-5-Steiner) die 100-teilige, in der Computerschach-Szene recht verbreitete Aufgaben-Sammlung E-E-T zu durchlaufen. Die Auswahl der Programme wurde dabei mehr oder weniger zufällig vorgenommen, wiewohl alle verwendeten Engines heute auch in den einschlägigen CS-Turnieren eingesetzt werden: Single- und Dual-Core-, alte und neue, Freeware- und kommerzielle Engines (was halt gerade sich so auf der Festplatte des Autors tummelte…) Die Programme hatten (auf einem gewöhnlichen Intel-Dual-Core6400-Rechner unter dem Fritz10-Interface mit 128MB Hash & 64MB TB-Hash auf Harddisk) für jede Aufgabe jeweils exakt 60 Sekunden Zeit.
Der E-E-T entstand 1997 und wurde bewusst als Sammlung konzipiert, die nicht Tablebases-sensitiv sein sollte: Die 100-teilige Suite enthält kaum 7- und keine 6- oder gar 5-Steine-Positionen; der E-E-T fragt also nicht in erster Linie die Güte der technischen EGTB-Anbindung ab, sondern die beiden Computerschach-relevanten Parameter «Endspielwissen» und «Rechentiefe». Über das schachtheoretische Design des E-E-T ist unter obigem Link das Nähere zu erfahren; bezüglich des reinen Tablebase-Aspektes enthält der E-E-T Beispiele aller vier wichtigen Abteilungen:

A) Endspiel-strategische Aufgaben, die für Schachprogramme, ob mit oder ohne EGTB,
schwierig zu lösen sind -
 beispielsweise:

Kategorie A) VanScheltinga 1941_E-E-T Nr.65 

Königswanderung (E-E-T 065): 1.Kc2! a2 2.Kb2 Ta3 3.Ka1 Ta4 4.a7 Ta6
5.f5 exf5 6.e6 f4 7.Th8 f3 8.a8D Txa8 9.Txa8 f2 10.Ta7+ +-

B) Endspiel-taktische Aufgaben, die für Schachprogramme, ob mit oder ohne EGTB,
(fast) immer lösbar sind -
 beispielsweise:

Kategorie B) Chispa-Gothmog 2003_E-E-T Nr.20 

Zu vermeidender taktischer Reinfall (E-E-T 020): 57…g3? 58.hxg3 fxg3 59.Ld6 g2
60.Lh2 Kf6 61.a5 Kf5 62.Kxb7 +-

C) Aufgaben, die von Schachprogrammen mit EGTB
meist schneller lösbar sind –
beispielsweise:

Kategorie C) Weichert 1968_E-E-T Nr.78 

Forcierte Abwicklung in die 5-Steiner (E-E-T 078): 1.Tf6+! Ke7 2.Ta6 bxa2
3.Txa3 Sb3+ 4.Kb2 a1D+ 5.Txa1 Sxa1 6.Le4 =

D) Aufgaben, deren Berechnung die Schachprogramme meist verlangsamt,
wenn EGTB im Einsatz sind -
  beispielsweise:

Kategorie D) Reti 1929_E-E-T Nr.07 

Weitzügiges Tempo-Spiel (E-E-T 007): 1.Kd3! Kg3 2.Ke3 Kh4 3.Kd4 Kg4
4.Ke4 Ld8 5.Ke5 g6 6.d6 La5 7.f5 Kxg5 8.f6 +-

Zu den Test-Resultaten selbst:

1. Sie bestätigen insgesamt, dass der Einfluss der Endspiel-Datenbanken offensichtlich überschätzt wird. Denn bei den meisten Programmen sind durchaus leicht, aber statistisch vernachlässigbar positive Resultate durch den EGTB-Einsatz nachweisbar.

2. Es sind allerdings deutliche Ausnahmen zu verzeichnen.
Ein überdurchschnittlich besseres Ergebnis mit EGTB erzielen die Programme Hiarcs, Fritz, Colossus, SmarThink und ChessTiger.

3. Ein schlechteres Ergebnis mit EGTB resultierte bei den (Uralt-)Engines Gandalf, Nimzo und AnMon sowie massiv bei WildCat, (während das «Schlusslicht» Homer grundsätzlich mit der Partiephase Endspiel nicht viel am Hut hat…) – -

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Engine                               Gelöste      Differenz
                                     Aufgaben
Rybka3(2CPU)__Mit EGTB               75
Rybka3(2CPU)__Ohne EGTB              74           1
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Zappa MexicoII(2CPU)__Ohne EGTB      71
Zappa MexicoII(2CPU)__Mit EGTB       71           0
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Colossus2008b__Mit EGTB              69
Colossus2008b__Ohne EGTB             63           6
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Hiarcs11.2__Mit EGTB                 68
Hiarcs11.2__Ohne EGTB                59           9
.
Movei00.8.438__Mit EGTB              66
Movei00.8.438__Ohne EGTB             62           4
.
Fritz11__Mit EGTB                    64
Fritz11__Ohne EGTB                   58           6
.
Naum3.1(2CPU)__Mit EGTB              66
Naum3.1(2CPU)__Ohne EGTB             62           4
.
SmarThink1.00__Mit EGTB              61
SmarThink1.00__Ohne EGTB             55           6
.
ChessTiger2007.1__Mit EGTB           60
ChessTiger2007.1__Ohne EGTB          52           8
.
DeepShredder11(2CPU)__Mit EGTB       58
DeepShredder11(2CPU)__Ohne EGTB      57           1
.
Fruit05/11/03__Mit EGTB              57
Fruit05/11/03__Ohne EGTB             55           2
.
WildCat8__Ohne EGTB                  56
WildCat8__Mit EGTB                   48           8
.
Yace0.99.87__Mit EGTB                56
Yace0.99.87__Ohne EGTB               53           3
.
Pharaon3.5.1(2CPU)__Mit EGTB         55
Pharaon3.5.1(2CPU)__Ohne EGTB        53           2
.
The Baron1.8.1__Mit EGTB             53
The Baron1.8.1__Ohne EGTB            50           3
.
Gandalf6.0__Ohne EGTB                51
Gandalf6.0__Mit EGTB                 47           4
.
Crafty23.00(2CPU)__Mit EGTB          48
Crafty23.00(2CPU)__Ohne EGTB         47           1
.
Junior10.1__Mit EGTB                 47
Junior10.1__Ohne EGTB                43           4
.
Anaconda2.0.1__Mit EGTB              46
Anaconda2.0.1__Ohne EGTB             43           3
.
Nimzo8__Ohne EGTB                    45
Nimzo8__Mit EGTB                     42           3
.
Quark2.35__Mit EGTB                  39
Quark2.35__Ohne EGTB                 37           2
.
SOS5__Mit EGTB                       36
SOS5__Ohne EGTB                      35           1
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AnMon5.60__Ohne EGTB                 29
AnMon5.60__Mit EGTB                  28           1
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Delphil1.9__Mit EGTB                 26
Delphil1.9__Ohne EGTB                23           3
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Homer2.0__Ohne EGTB                  24
Homer2.0__Mit EGTB                   22           2
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(Gegegebenfalls wird die Liste nächstens mit zusätzlichen Programmen erweitert.
Im übrigen ließe sich natürlich der Test auch auf andere Formate wie z.B.
die Bitbases ausdehnen, das experimentelle Feld ist hier ein großes.
Weiters wäre zu testen, welche Ergebnisunterschiede zwischen der
langsameren Festplatten- und der schnelleren USB-Stick-Verwendung beim
Einsatz der Bases bestehen.)

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Download einer Excel-Tabelle mit allen Einzel-Resultaten: Die Nalimov-EGTB im Endspiel-Test

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Schach-Humor

Veröffentlicht in Humor, Judith Polgar, Schach, Video von Walter Eigenmann am 12. Juli 2009

 

Das Simultanschach…

…ist eine sowohl bei Groβ- wie Kleinmeistern sehr beliebte Schach-Disziplin.
Denn der Groβmeister, der alleine gleichzeitig gegen mehrere oder viele antritt,
verdient damit Geld, während die Kleinmeister ihn gerne dafür bezahlen,
dass er gegen sie spielt…

Die Welt des Simultanspiels ist eine äußerst bunte. Ein paar Beispiele dieser ganz
speziellen Facette des Königlichen Spiels seien hier in Wort und Bild vorgestellt -
es darf (manchmal) gelacht werden…

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1. Die weltbeste Spielerin Judith Polgar:

Simultan von Judith Polgar

Simultan von Judith Polgar

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( Quelle: Youtube)

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2. Das Multi-Simultan:

Hauptsache: gewinnen...!

Hauptsache: gewinnen...!

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(Quelle: Youtube)

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3. Das Sprech-Simultan:

HP Kerkeling lehrt die deutsche Bundesliga das Fürchten

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(Quelle: Youtube)

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4. Ein Teddy als Doping:

Simultan des 8-jährigen Schach-Genies Illya Nyzhnyk

Simultan des 8-jährigen Schach-Genies Illya Nyzhnyk

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5. Großmeister im Simultan geschlagen:

Der Illusionist Derren Brown

Der Illusionist Derren Brown

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(Quelle: Youtube)

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6. Die schöne Chess-Queen:

Großmeisterin Alexandra Kosteniuk

Großmeisterin Alexandra Kosteniuk

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(Quelle: Youtube)

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Das Glarean-Schach-Kreuzworträtsel Juli 2009

Veröffentlicht in Schach, Schach-Kreuzworträtsel, Schach-Rätsel von Walter Eigenmann am 8. Juli 2009

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Schach-Kreuzworträtsel Juli 2009

Schach-Kreuzwortraetsel_Juli 2009_Glarean Magazin

Copyright 2009 by Walter Eigenmann / Glarean Magazin

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