Menantes-Förderpreis für erotische Dichtung 2012
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Gesucht: Galante Gedichte und Erzählungen
Die Evangelische Kirchgemeinde Wandersleben schreibt in Zusammenarbeit mit der Thüringer Zeitschrift «Palmbaum» zum vierten Mal ihren zweijährlichen Menantes-Förderpreis für erotische Dichtung aus. (Der Preis ist benannt nach einem der «galantesten», sprich frivolsten Dichter des Barock, dem Wanderslebener Literaten, Satiriker und Librettisten Christian F. Hunold, alias Menantes / 1680-1721). Eingesandt werden können je bis zu drei unveröffentlichte Gedichte oder eine unveröffentliche Kurzgeschichte mit max. fünf Manuskriptseiten. Der Preis ist mit insgesamt 2’750 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 31. März 2012, die weiteren Details finden sich hier. ■
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Regine U. Schricker: «Ohnmachtsrausch und Liebeswahn»
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Von der weiblichen Lust am Leiden in der Liebe
Sigrid Grün
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Schon bevor der deutsche Psychiater und Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing den Begriff des Masochismus, der sich auf den österreichischen Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch bezieht, in den wissenschaftlichen Diskurs einführte, beschrieben zahlreiche Autoren Frauen, die eine gewisse Lust an der Unterwerfung und am Leiden in der Liebe empfanden. Sowohl Goethe, als auch die Geschwister Bronte oder Nathaniel Hawthorne beschrieben solche Figuren. Besonders populär wurde die Darstellung der in Leid umgeschlagenen Leidenschaft im 20. und 21. Jahrhundert. Dies hat nicht zuletzt mit der «pornographication of the mainstream» zu tun, die Brian McNair und Susan Sontag Mitte der 1990er Jahre postulierten. In einer Zeit, in der Sexualität nicht «glücklich, sondern allenfalls süchtig» macht (Georg Seeßlen) und die mediale Darstellung nackter Körper nicht mehr ungewöhnlich, sondern ganz alltäglich ist, erscheint der Sadomasochismus als interessantes «Lusterlebnis».
Die Autorin Regine U. Schricker nähert sich in ihrer Dissertation «Ohnmachtsrausch und Liebeswahn» dem Thema «Weiblichkeit und Masochismus» an, wobei sie der Frage nachspürt, wie «weibliche Unterwerfung kulturell besetzt ist», und wie die mediale Inszenierung vonstatten geht. Dabei analysiert sie fiktionale literarische und filmische Texte des 20. und 21. Jahrhunderts (aus den Jahren 1954-2004). Vor allem nordamerikanische, französische und deutschsprachige Texte werden herangezogen. Den Textanalysen stellt die Autorin einen einleitenden Teil voran, in dem sie zunächst ein Theoriegebäude entwirft, in dem psychoanalytische, literarische, feministische und rezeptionstheoretisch ausgerichtete Diskurse berücksichtigt werden. Ausgehend von Ricahrd von Krafft-Ebings, Sigmund Freuds und Theodor Reiks psychonalytischen Arbeiten zeigt die Autorin auf, wie Masochismus und Weiblichkeit in Relation zueinander gestellt werden können.
Sehr interessant ist auch die Analyse von «Venus im Pelz», Leopold von Sacher-Masochs Novelle, in der ein männlicher Masochist im Zentrum der Darstellung steht. Schließlich geht Regine Schricker der Frage nach, ob der Masochismus eine spezifisch weibliche Angelegenheit sei, wie es etwa die Konzepte der Psychoanalytikerinnen Helene Deutsch, Marie Bonaparte und Jeanne Lampl-de Groot nahe legen. Welche Positionen sind im feministischen Diskurs vorherrschend? Und welche Rolle spielt der weibliche Masochismus in der feministischen Film- und Literaturtheorie?
Im Hauptteil der Arbeit widmet sich die Autorin dann ausführlich elf literarischen und filmischen Texten, die sie nach unterschiedlichen Kriterien zusammenfasst. Luis Bunuels Film «Belle de jour» aus dem Jahre 1967 und Rainer Werner Fassbinders Fernsehfilm «Martha» aus dem Jahr 1974 etwa setzen sich intensiv mit dem Bürgertum und seinen Abgründen auseinander. Der voyeuristische weibliche Blick wird anhand von David Lynchs Film «Blue Velvet» (1986) und Elfriede Jelineks Roman «Die Klavierspielerin» (1983) thematisiert. In den Analysen von Elizabeth McNeills Erzählung «Nine and a Half Weeks» von 1978 (später sehr erfolgreich von Adrian Lynes mit Kim Basinger in der Hauptrolle verfilmt) und von Ingeborg Bachmanns 1971 erschienenem Roman «Malina» wird schließlich der Zusammenhang von Sprachlosigkeit und Begehren in den Mittelpunkt gestellt. Wie weibliche (zerstörte) Körper inszeniert werden, kann man gut anhand von Pauline Reages Roman «Geschichte der O» (1954) und Marina de Vans Film «In My Skin» (2002) nachvollziehen. Religiöse Opfer stehen in Lars von Triers «Breaking the Waves» (1996) und in M. Night Shyamalans «The Village» (2004) im Mittelpunkt. Zuletzt geht es um den Coming-out-Film einer Masochistin, Steven Shainbergs «Secretary» von 2002.

Die neue Studie «Ohnmachtsrausch und Liebenswahn» von Regine Schricker bietet fundierte Analysen zahlreicher literarischer und filmischer Texte, die man nach der Lektüre dieses Buches neu lesen kann. Mit ihrer Arbeit sensibilisiert sie für ein Thema, das in den Medien eine immer wichtigere Rolle spielt. Sprachlich klar und inhaltlich gehaltvoll bietet die Autorin dem Leser eine sehr gute Möglichkeit, sich ausführlich mit einem spannenden Thema auseinander zu setzen.
Regine U. Schricker geht dem Phänomen des weiblichen Masochismus in der Literatur und im Film sehr eingehend nach und zeigt fundiert die verschiedenen Ansätze auf, die hinter der Deutung des Zusammenhanges von Weiblichkeit und Masochismus stecken. Welche Rolle spielt eine labile Persönlichkeitsstruktur? Was bedeutet die Darstellung des weiblichen Masochismus für die weibliche Identität? Regine Schrickers Buch ist sehr gut gegliedert, und ihren wissenschaftlichen Ausführungen lässt sich hervorragend folgen. ■
Regine U. Schricker, Ohnmachtsrausch und Liebeswahn – Weiblicher Masochismus in Literatur und Film des 20. und 21. Jahrhunderts, 236 Seiten, Königshausen&Neumann Verlag, ISBN 9783826045165
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Erotik-Literatur-Wettbewerb «Erophil»
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Gesucht: Erotische Prosa
Im Rahmen der Bestrebungen, «das Genre der Erotischen Literatur aus seiner Nische zu befreien und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen», organisiert der deutsche Verein «Freunde der erotischen Literatur» Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen sowie sein jährlich stattfindendes Festival «Erophil». Unter den Aktivitäten ist auch ein Literatur-Wettbewerb, zu dem unveröffentlichte erotische Prosa in deutscher Sprache eingereicht werden. Einsende-Schluss ist am 31. März 2011, die weiteren Details finden sich hier. ■
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Menantes-Förderpreis für erotische Dichtung 2010
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Gesucht: Galante Gedichte und Erzählungen
Die Evangelische Kirchgemeinde Wandersleben schreibt in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift «Palmbaum» zum dritten Mal ihren Menantes-Förderpreis für erotische Dichtung aus. (Der Preis ist benannt nach einem der «galantesten», sprich frivolsten Dichter des Barock, dem Wanderslebener Literaten, Satiriker und Librettisten Christian F. Hunold, alias Menantes / 1680-1721). Eingesandt werden können je bis zu drei unveröffentlichte Gedichte oder eine unveröffentliche Kurzgeschichte mit max. fünf Manuskriptseiten. Einsende-Schluss ist am 30. April 2010, die weiteren Details finden sich hier. ■
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Gesucht: Erotische Advent-Geschichten
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Schreibwettbewerb der «édition el!es»
Die «édition el!es – Was das lesbische Herz begehrt» lädt zu einem Schreib-Wettbewerb unter dem Motto «Eine erotische Adventsgeschichte» ein: «Sehen Sie es als eine Herausforderung an Ihre Phantasie an: Sie braten am Strand von Mallorca in der Sonne, während Sie sich eingeschneite Landschaften, heimeliges Kaminfeuer und prickelnde Erotik vorstellen. Und anschließend niederschreiben.»
Einsende-Schluss ist am 15. September 2008, die genauen Bestimmungen finden sich hier.
Der neue Erotik-Roman
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Corinna Rückert: «Kammern der Begierde»
Wie im Traum sieht Mia sich vor dem großen Portal einer Villa stehen. Wenn sie durch diese Tür tritt, gibt es kein Zurück mehr. Doch sie sucht den geheimnisvollen Fremden, der den Schlüssel zu ihren geheimsten Begierden besitzt. Und als die schwere Eichentür sich vor ihr öffnet, gleitet Mia hinein in eine Welt heißer Leidenschaft und grenzenloser Lust, die sie für immer verändern wird. (Verlagsinfo)
Corinna Rückert, Kammern der Begierde, Roman, Rowohlt Verlag, 220 Seiten, ISBN 978-3499246166
Heute vor … Jahren
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«Lady Chatterley» erregt
Am 14. Dezember 1928 erscheint «Lady Chatterley» (Bild: Szenen-Foto aus dem gleichnamigen Film von Pascale Ferran, Frankreich 2006) des englischen Romanciers D.H. Lawrence – und erregt augenblicklich die Gemüter der gesamten literarischen Welt. Denn er beschreibt, wie sich eine adelige Lady von ihrem impotenten Mann abwendet und bei einem Wildhüter außereheliche Erfüllung findet – exzessive Sex-Beschreibungen inklusive.
Wegen seines angeblich pornographischen Charakters wird das Werk sofort zensiert. Bis in die 50 Jahre bleiben vollständige Ausgaben in den USA und Großbritannien verboten.
Doch schon bald zählt Lawrence’s «Lady» zu den meistgelesenen Erotic-Sellern überhaupt. Bei der «hohen» Literaturkritik hinterlässt der damals skandalöse, heutzutage eher als «brav» empfundene Roman allerdings Zwiespalt. Kurt Tucholsky (zum Beispiel): «450 Seiten und so viel Arbeit und so viel Wagemut … und so wenig Liebe…» (gm/07)
Erotisches Forschungsprojekt von Achim Amme
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«Auf eigene Gefahr»: Sexy Sonnets
Aus der Verlagswerbung: «Dieses Buch ist das Ergebnis eines poetischen Forschungsprojekts. Es ist sexy, frech und frivol. Achim Amme befragte hunderte von Frauen unterschiedlichen Alters über ihre Sexualität – ihre heißesten Wünsche, ihre unerfüllten Sehnsüchte, ihre berauschendsten Erlebnisse, ihre geheimsten Phantasien. Die Ergebnisse dienten jeweils als Vorlage für ein Sonett. Jedes Gedicht steht also für eine ganz bestimmte Frau mit ihren speziellen erotischen Vorlieben.»
Also wieder mal einer jener unselig-langweiligen Sex-«Report»-Schinken, wie sie die Bücherregale nun schon seit Kinsey&Co. permanent vollstopfen? Eigent-lich nein. Amme verhehlt seinen Voyerismus keineswegs, doch er schreibt sensibel, poetisch – produziert streckenweise feinste Literatur. Vorwort-Autorin Anne West würdigt das durchaus korrekt: «Amme formte die heimlichen Schatten von 66 Frauen nach dem Willen seiner Hände. Heraus kamen 66 Sonette, die wie ein Spiegelkabinett die vielfältige weibliche Sexualität in erotisch verwobenen Facetten zeigen. Er reiste in ein ihm unbekanntes, weites Land, und kehrte zurück mit Geheimnissen, die, geteilt, vor allem offenbaren: Kennst du eine Frau, ist das erst der Anfang der weiblichen Unendlichkeit.» (gm/07)
Achim Amme: Auf eigene Gefahr, Sexy Sonnets, Gollenstein Verlag, 80 Seiten, ISBN 978-3-938823-15-6
Gedicht des Tages
Als einer im Schlaff verschwenderisch gewesen
Mein Mädgen laß hinfort mich nicht verschwendrisch seyn /
Und nimm die Perlen-Milch in deine Muschel ein;
Groß Schade / daß sie wird so liederlich versprützet /
Da wo sie keiner Schooß / auch nicht den Tüchern nützet.
Dein hart-seyn gegen mich verschwendet meinen Schatz /
Vergönne mir hinfort in deinem Schoosse Platz /
Und laß den Liebes-Thau daselbsten sich ergiessen /
Wo er mit größrer Lust wird als im Schlaffe fliessen.
Dein dürrer Acker wird alsdenn von Wollust feist /
Die Brüste härten sich / die Lust entzückt den Geist;
Die Anmuth / die durchdringt des gantzen Leibes-Glieder /
In Lachen steigt man ein / mit Kitzeln kommt man wieder /
Nichts denn Ergötzung bringt er deiner Marmor-Schooß /
Die Venus spannt dir denn / den Jungfern-Gürtel loß /
Und läßt dir alle Lust / die sie besitzet / schmecken /
Der Hymen wird nach Schmertz den süßten Schertz erwecken.
Ach stelle doch mein Kind die Sprödigkeit nur ein!
Laß deine Muschel mir nicht mehr verschlossen seyn /
Eröffne ihren Helm die Nahrung zu empfangen /
Wo in dem Liebes-Thau / die Anmuths-Perlen prangen.
Sperrt nun dein Muschel-Schloß die Thore willig auf /
Und hemmt kein Widrig-seyn mir meinen Liebes-Lauff /
So soll das Liebes-Safft mit süssen Quellen fliessen.
Und sich mit vollem Strohm in deine Muschel giessen.
(Celander/Pseudonym, 17. Jahrhundert)
Erotische Geschichten
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«Nachts sind alle Katzen geil»
Diese Anthologie vereint erotische Geschichten von Newcomern wie Amelié de Lyn bis zu Sophie Andresky «Deutschlands Nummer 1 in Sachen Erotik». In sinnlichen, komischen, dramatischen, phantasiereichen oder harten Episoden loten neunzehn deutschsprachige Autoreninnen und Autoren das Spannungsfeld zwischen Kunst und Lust, Porno und Obsession, Fetisch und Liebe aus. (Verlagsinfo) ■
S.Schlage/K.Schoeninger (Hrsg.): Nachts sind alle Katzen geil, Erotische Geschichten, BoD, ISBN 978-3981143409
Erotische Memoiren
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S. Portnoy: «Lippenbekenntnisse»
«’Lippenbekenntnisse’ sind die authentischen erotischen Memoiren einer Londonerin: Suzanne Portnoy ist geschieden, zweifache Mutter und Leiterin einer großen PR-Agentur. Und sie ist auf der Suche nach Abenteuern, sexuellen Abenteuern. Unersättlich stürzt sie sich in die Swingerszene und erweitert das Spektrum ihrer Erfahrungen ohne Angst vor Tabus. Frei von den Einschränkungen einer festen Partnerschaft und Monogamie genießt Suzanne ihre Lust – und mit schonungsloser Offenheit schildert sie ihre sexuellen Erlebnisse.» (Verlagsinfo)
Susanne Portnoy: Lippenbekenntnisse, Erotische Memoiren, Goldmann Verlag, 300 Seiten, ISBN 978-3442463978







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