Wintergedicht aus China
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Einsamer Trunk
Am Fenster draußen
ein rechter Sturm mit Schnee
Ich sitz und öffne am Herd
den Krug mit Wein
Was will im Schneefall dort nur
das Fischerboot?
Noch schläft der Lotus vom Herbst
im Fluss am Grund
Du Fu (712-770)
Wintergedicht aus China
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Windeswehen zur Nacht
Es schneit so rein vom Steppenhimmel,
Weidpferde traben herbei.
Hell scheint der Mond. Vom Lagerturm klagt
das Lied aus einer Schalmei:
«Es fallen die Pflaumenblüten» – doch ich
frage: wo fallen denn die?
Ein Windeswehen zur Nacht erfüllt
Lager und Bergwüstenei.
Gau Schi (8. Jh.)
(Ü: Wilhelm Gundert)
Wintergedicht aus China
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Winterschnee auf dem Nanschan
Der Mittagsberge nördlich Haupt erhebt sich
Im Schnee bis über leichter Wolken Rand.
Des Waldes Wand steht klar in Äthers Reine,
Und kälter fällt die Nacht auf Stadt und Land.
Tsu Yung (7. Jh.)
(Ü: Wilhelm Gundert)
Wintergedicht aus China
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Fluß im Schnee
Nun ist erstarrt der Vögel scheuer Flug
auf allen Fluren.
Verweht von Schnee auf allen Wegen sind
der Menschen Spuren.
Ein alter Mann allein, in seinem Kahn,
mit dichtem Schilfbehang und weitem Hut,
Sitzt einsam noch und angelt
in der verschneiten Flut.
Liu Tsung-Yüan (773-819)
(Ü: Günther Debon)
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Gedicht des Tages
Spiegelbild
Mir wuchs es überlang,
Des Grames graues Haar.
Weiß nicht, wie Herbstreif kam
In meinen Spiegel klar.
(Eich)











