Glarean Magazin

Berg-Gedichte (5)

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Li Bai, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 8. Februar 2009

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Das heilige Tai-Shan-Gebirge / China

Da flogen Vögel hoch
am Himmel und flogen fort.
Da zog eine Wolke still
und einsam zum fernen Ort.

Da waren wir beide allein
und sahen einander an,
Und wurden nicht müd dabei:
ich und der Ging-Ting-Shan.

 

 

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Li Bai (701-762)
(Ü: G.Debon)

Wintergedicht aus China

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Du Fu, Lyrik von Walter Eigenmann am 29. Januar 2009

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Einsamer Trunk

Am Fenster draußen
ein rechter Sturm mit Schnee
Ich sitz und öffne am Herd
den Krug mit Wein
Was will im Schneefall dort nur
das Fischerboot?
Noch schläft der Lotus vom Herbst
im Fluss am Grund

Du Fu (712-770)

Wintergedicht aus China

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Gau Schi, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 3. Januar 2009

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Windeswehen zur Nacht

Es schneit so rein vom Steppenhimmel,
     Weidpferde traben herbei.
Hell scheint der Mond. Vom Lagerturm klagt
     das Lied aus einer Schalmei:
«Es fallen die Pflaumenblüten» – doch ich
     frage: wo fallen denn die?
Ein Windeswehen zur Nacht erfüllt
     Lager und Bergwüstenei.

Gau Schi (8. Jh.)
(Ü: Wilhelm Gundert
)

Wintergedicht aus China

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 14. Dezember 2008

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Winterschnee auf dem Nanschan

Der Mittagsberge nördlich Haupt erhebt sich
Im Schnee bis über leichter Wolken Rand.
Des Waldes Wand steht klar in Äthers Reine,
Und kälter fällt die Nacht auf Stadt und Land.

Tsu Yung (7. Jh.)
(Ü: Wilhelm Gundert
)

Wintergedicht aus China

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Literatur, Liu Tsung-Yüan, Lyrik von Walter Eigenmann am 2. Dezember 2008

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Fluß im Schnee

Nun ist erstarrt der Vögel scheuer Flug
     auf allen Fluren.
Verweht von Schnee auf allen Wegen sind
     der Menschen Spuren.

Ein alter Mann allein, in seinem Kahn,
     mit dichtem Schilfbehang und weitem Hut,
Sitzt einsam noch und angelt
     in der verschneiten Flut.

Liu Tsung-Yüan (773-819)
(Ü: Günther Debon)

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Gedicht des Tages

Veröffentlicht in Chinesische Lyrik, Gedicht des Tages, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 21. November 2007

 

Spiegelbild

Mir wuchs es überlang,
Des Grames graues Haar.
Weiß nicht, wie Herbstreif kam
In meinen Spiegel klar.
                                               (Eich)

China / Tang-Dynastie

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