Das Zitat der Woche
.
Vom Ich und der Welt in der Literatur
Erwin Laaths
.
Die Literatur offenbart während ihres Verlaufes in der geschichtlichen Zeit die dialektische Spannung einer sich ausbreitenden Aussprache des Menschen mit der Welt und mit sich selbst; sie spiegelt diese humane Beziehung zum Seinsgrunde im Medium kunsthafter Wortfügung. Sie ist eine Kundgebung vom Da-Sein des Menschen, zugleich ein Zeugnis für das Bezogen-Sein des Menschen auf die Welt: denn sie drückt eine Mitteilung aus. Auch deshalb durchdringen sich in einem literarischen Kunstwerk Einsamkeit und Gemeinsamkeit, Genie und Konvention, Originalität und Legitimität: Ich und Welt. Diese urtümliche Situation erscheint jedem Einzelnen und jeder einzelnen Epoche in besonderer, lust- und qualvoller Gegensätzlichkeit als Aufgabe, als erregendes Moment. ■
Aus Erwin Laaths, Geschichte der Weltliteratur, Droemer-Knaur & Gondrom Verlag 1953/88
.
.





Einen Kommentar schreiben