Glarean Magazin

Das Zitat der Woche

Posted in Erwin Laaths, Kunst&Kultur, Literatur, Zitat der Woche by Walter Eigenmann on 6. Juni 2010

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Vom Ich und der Welt in der Literatur

Erwin Laaths

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Die Literatur offenbart während ihres Verlaufes in der geschichtlichen Zeit die dialektische Spannung einer sich ausbreitenden Aussprache des Menschen mit der Welt und mit sich selbst; sie spiegelt diese humane Beziehung zum Seinsgrunde im Medium kunsthafter Wortfügung. Sie ist eine Kundgebung vom Da-Sein des Menschen, zugleich ein Zeugnis für das Bezogen-Sein des Menschen auf die Welt: denn sie drückt eine Mitteilung aus. Auch deshalb durchdringen sich in einem literarischen Kunstwerk Einsamkeit und Gemeinsamkeit, Genie und Konvention, Originalität und Legitimität: Ich und Welt. Diese urtümliche Situation erscheint jedem Einzelnen und jeder einzelnen Epoche in besonderer, lust- und qualvoller Gegensätzlichkeit als Aufgabe, als erregendes Moment. ■

Aus Erwin Laaths, Geschichte der Weltliteratur, Droemer-Knaur & Gondrom Verlag 1953/88

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