Glarean Magazin

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Georg Lichtenberg, Literatur, Philosophie, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 30. November 2009

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Über den Menschen

Georg Christoph Lichtenberg

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Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

Jede Größe ist sich selbst gleich, sagt er; und wiegt endlich die Sonne mit allen Planeten ab. Er weiß die Zeit der Bedeckung entfernter Planeten und weiß den Untergang einer Welt nicht, die seinen Körper ausmacht. Ich bin nach Gottes Bild geschaffen, sagt er, und dort schlurft er den Urin des unsterblichen Lama. Staunt eine Bienenzelle mit Verwunderung an und kann selbst Peterskirchen bauen. Wirft Hirsenkörner durch das Ohr einer Nadel oder bestreicht sie mit einem Stein und findet auf dem Meer seinen Weg. Nennt Gott bald das tätigste Wesen, bald den Unbeweglichen, gibt dem Engel bald Sonnenlicht zum Gewand und bald Vielfraß-Pelz (Kamtschatka), betet bald Mäuse und Würmer an, glaubt hier an einen Gott, vor dem tausend Jahre sind wie der Tag, der gestern vergangen ist, und bald an gar keinen. Ermordet sich selbst und vergöttert sich selbst, kastriert sich selbst, brennt und hurt sich zu Tode, tut Gelübde der Keuschheit, und verbrennt einer … wegen Troja. Frißt seine Mitbrüder, seinen Mist. (Mehr verdaut und besser geordnet.) ■

Aus G.Ch. Lichtenberg, Aphorismen, Göttingen 177

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Herbst-Haiku (11)

Veröffentlicht in Haiku, Literatur, Lyrik, Matsuo Basho von Walter Eigenmann am 30. November 2009

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Wie der Herbststurm rast!

Fast als wehte er im Wald

selbst den Keiler fort!

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Matsuo Bashô (1644-1694)

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Schach zum 1. Adventssonntag

Veröffentlicht in Advent, Kunstschach, Märchenschach, Problemschach, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien, Walter Eigenmann von Walter Eigenmann am 29. November 2009

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Die sechszügige Matt-Kerze

Weiß setzt in 6 Zügen matt

© Walter Eigenmann (Die Adventskerze -
Urdruck: 29. Nov. 2009 / Glarean Magazin)

Lösung hier: —> (weiterlesen…)

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Gianni Bergamo Classic Music Award 2010

Veröffentlicht in Ausschreibung, Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 28. November 2009

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Sinfonische Werke für ein junges Publikum

Der Schweizer Music Award «Gianni Bergamo Classic» in Lugano schreibt für das kommende Jahr einen internationalen Kompositionswettbewerb aus. Gesucht werden sinfonische Werke für Kinder und Jugendliche. Im eingesandten Stück können maximal zwei außermusikalische Interpreten (z.B. Schauspieler, Pantomime, Clown, Zauberer u.ä.) integriert sein.  Das Werk des Gewinners wird vom renommierten Orchestra della Svizzera Italiana konzertant aufgeführt. Der Kompositionswettbewerb ist mit einem Gesamtpreis von 25’000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist am 31. August 2010, die weiteren Details (engl.) sind hier zu erfahren. ■

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1. internationaler Problem-Cup der FIDE 2010

Veröffentlicht in Schach, Schach-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 28. November 2009

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Weltweiter Schach-Kompositionswettbewerb

Der Welt-Schachverband FIDE organisiert für das Jahr 2010 erstmalig seinen internationalen FIDE-World-Cup-of-Composition (FIDE-WCC). Eingereicht werden können Schachprobleme bzw. -studien in verschiedenen Sektionen, u.a. Matt-, Endspiel- und Retro-Aufgaben. Einsende-Schluss ist am 1. März 2010, die weiteren Details (engl.) finden sich hier. ■

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Humor in der Musik (2)

Veröffentlicht in Humor, Humor in der Musik, Mistcapala, Musik, Video von Walter Eigenmann am 28. November 2009

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Mistcapala: «Schweizer Grenzkonzert»

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William Duggan: «Geistesblitze»

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Forschung, Literatur, Psychologie, Rezensionen, William Duggan von Walter Eigenmann am 27. November 2009

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«Strategische Intuition» als kreative Denkmethode

Walter Eigenmann

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William Duggan, Professor an der Columbia Business School, ist überzeugt, dass die Geniestreiche großer Persönlichkeiten der Weltgeschichte nicht als zufällige Eingebungen aus heiterem Himmel herniederstürzen, sondern dass allen herausragenden menschlichen Leistungen ein gemeinsamer Wirkmechanismus zugrundeliegt. Diesen Wirkmechanismus nennt Duggan «Strategische Intuition», und in seinem neuesten, jetzt ins Deutsche übersetzten Buch «Geistesblitze» spürt er anhand der Biographien bedeutender Köpfe von Kopernikus und Napoleon über Picasso bis hin zu J.F. Kennedy und Bill Gates einigen historisch einschneidenden Momenten als Resultate eben dieser «Strategischen Intuition» nach.

Der Denkansatz Duggans ist ein umfassender, auf Teilgebieten gar «revolutionärer», wie der Business-Professor schon eingangs seiner 270-seitigen Abhandlung unmissverständlich deklariert: «Die gängigen Affassungen in den einzelnen Bereichen – Strategieplanung, Wissenschaftsmethodik, Kreativität, Ideenfindung, rationale Entscheidungsfindung, Teamarbeit, Unternehmensführung und Innovation – entstanden allesamt zu einer Zeit, bevor die Neurowissenschaft imstande war zu zeigen, was beim Denken im Gehirn passiert. Kein Wunder also, dass all diese Theorien nur zwei Arten von geistiger Aktivität kennen: den rationalen Gedanken und die kreative Vorstellungskraft.» Doch gemäß Duggan sind diese beiden Pole aufzuheben in einer dritten, dann durchschlagenden Fähigkeit: im «Geistesblitz», im «Aha-Erlebnis» – Schlüsselelemente als Resultate eben «Strategischer Intuition». Duggan referiert damit auf entspr. neurologische Forschungen z.B. von Barry Gordon (2003), der den Begriff «Intelligentes Gedächtnis» in die wissenschaftliche Diskussion einführte: «Das intelligente Gedächtnis gleicht einer Malvorlage, bei der man einzelne Punkte miteinander verbindet, damit ein Bild entsteht. Die Punkte stehen für die Einzelteile oder Ideen, die Linien dazwischen sind die Verbindungen oder Assoziationen. Die Linien können ineinanderfließen, sich zu größeren Fragmenten verbinden und zu einem klaren Gedanken verschmelzen. Dieser klare Gedanke kann ein visuelles Bild sein, ein kleiner Erkenntnisgewinn, eine Idee oder sogar eine Lösung für ein Problem.» Darauf basierend führt Autor Duggan sein Denkmotiv der «Strategischen Intuition» weiter aus: «Das intelligente Gedächtnis vermag beide Denkweisen – das logisch-analytische und das kreativ-intuitive – in einem einzigen Denk-Modus zu vereinen.» Während frühere Hirnforschungen seit der Entdeckung der beiden Hirnhälften das intuitive Denken gleichwertig neben das logisch-analytische stellten, geht die Theorie vom «intelligenten Gedächtnis» noch einen Schritt weiter; gemäß Duggan macht sie die Intuition zum kreativen Bestandteil aller Gedanken, einschließlich der logisch-analytischen: «Strategische Intuition entwickelt mithilfe des intelligenten Gedächtnisses aus dem Vorwissen, das im Gedächtnis verankert ist, gangbare Handlungsschritte für die Zukunft».

William Duggan

In der Folge entwickelt nun der Autor anhand völlig heterogener Lebensläufe berühmter Persönlichkeiten bzw. deren bahnbrechenden Entdeckungen oder Erkenntnisse seine These, dass Eingebung nichts mit Genialität zu tun hat, dass vielmehr Kreativität quasi «planbar» und die «Strategische Intuition» auch keineswegs eine hochkomplexe Sache ist, sondern grundsätzlich nach einem überraschend einfachen Muster abläuft, mithin auch dem einfachen «Mann auf der Straße» erreichbar ist. Denn der «Genieblitz» wirkt zwar wie ein scheinbar völlig unvermittelter Ideen-Sprung des Hirns, ist aber tatsächlich das Resultat der kreativen Verquickung von Erfahrung und bewusst unorthodoxem Denken. Duggan zitiert hierzu den berühmten Apple-Gründer Jobs, einen der kreativsten Köpfe weltweit in der Computerbranche: «Kreativität bedeutet, Dinge einfach miteinander zu verbinden. Fragt man einen kreativen Menschen, wie er dies oder das gemacht hat, erntet man nur einen etwas verlegenen Blick, denn eigentlich hat nicht er es gemacht, es hat sich irgendwie von selbst gemacht, und er hat es nur entdeckt. Und das erschien ihm nach einer Weile ganz selbstverständlich. Das liegt daran, dass kreative Menschen über die Fähigkeit verfügen, Erfahrungen aus der Vergangenheit miteinander in Verbindung zu bringen und daraus neue Dinge zu bilden.»

Eine in der Realität wichtige Bedingung, dass «Geistesblitze» aufgrund von Erfahrung und mithilfe von «Strategischer Intuition» überhaupt «zünden» können, ist nach Duggan die «Geistesgegenwart»: «Der Geist muss von vorgefassten Meinungen über das Problem, die Lösung und die Zielsetzung frei sein. Und das passiert deshalb unter der Dusche, weil man geistig entspannt ist. Diesen Zustand bewusst herbeizuführen ist sehr schwierig». Doch auch dies führt noch nicht zum endgültigen Durchbruch, wenn nicht ein letztes Element hinzutritt, nämlich die Entscheidung, der Entschluss, «der Wille zur Handlung». Duggan: «Man sagt sich nicht: Ach, jetzt verstehe ich, jetzt weiß ich, was ich tun muss. Sondern man sagt: Ich weiß, was zu tun ist, und ich will es auch tun.»

William Duggan, Geistesblitze – Wie wir Intuition zur Strategie machen können, Gustav Lübbe Verlag (Übersetzung: Regina Schneider), 270 Seiten, ISBN 978-3785723821

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Leseproben

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Cartoon der Woche

Veröffentlicht in Adolf Oberländer, Cartoons, Grafik, Humor, Musik von Walter Eigenmann am 26. November 2009

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Adolf Oberländer: «Auch eine Hausmusik»

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Oberlaender_Die Hausmusik

Zeichnung von Adolf Oberländer in den «Fliegenden Blättern» (Deutschland 1845-1944)

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Rolf Bauerdick: «Wie die Madonna auf den Mond kam»

Veröffentlicht in Bernd Giehl, Buch-Rezension, Literatur, Rezensionen, Rolf Bauerdick von Walter Eigenmann am 26. November 2009

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Interessante Bewältigung eines komplizierten Stoffes

Bernd Giehl

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Rolf Bauerdick, Jahrgang 1957, studierte Literaturwissenschaft und Theologie, bevor er sich dem Journalismus zuwandte. Er hat Reportagereisen in rund sechzig Länder unternommen – nun legt er mit «Wie die Madonna auf den Mond kam» seinen ersten Roman vor.
Von Mal zu Mal wird die Theorie atemberaubender, die die beiden Helden des Buches, Ilja Botev und sein Freund, der Zigeuner Dimitru Gabor da zusammenspinnen. Das Buch beginnt mit dem Flug des ersten, noch unbemannten Weltraumfahrzeugs, des «Sputnik 1» der großen heldenhaften Sowjetunion am 5. November 1957. Und schon an diesem Tag wird die Verschrobenheit der beiden Freunde deutlich, die mit einem Trichter in den Weltraum horchen, um die Signale des Sputniks aufzufangen. In was für einen Wahn sich diese beiden liebenswerten Männer allerdings noch hineinsteigern werden, ahnt der Leser zu Beginn des Buches noch nicht. Denn erst einmal geht es um einen anderen Erzählfaden, nämlich das Verschwinden der versoffenen und eigentlich gar nicht so beliebten Lehrerin an der einklassigen Volksschule in Baia Luna, Angela Barbulescu, von allen nur «die Barbu» genannt. Finstere Mächte scheinen ihre Finger im Spiel zu haben, denn der Ich-Erzähler, Pavel Botev, der Enkel Iljas, hat nicht nur ein Foto gesehen, auf dem die junge, hübsche Barbu in einer Orgie mit dem (späteren) Parteibonzen Dr. Stefan Stefanescu zu sehen ist, sondern er hat auch ihr Tagebuch gefunden, das sie vor ihrem Verschwinden im Pfarrhaus des Dorfes versteckt hat. Und dann wird auch noch dem im Dorf beliebten Priester Johannes Baptiste der Hals durchgeschnitten. Später, als die Barbu auf dem Mondberg tot an einem Baum hängend gefunden wird, glaubt das Dorf, die Lehrerin habe den Pfarrer ermordet. Nur Pavel ist davon überzeugt, dass die kommunistische Partei hinter den mysteriösen Todesfällen steckt, und er beschließt, den Auftrag, den ihm die Barbu kurz vor ihrem Verschwinden gegeben hat, nämlich Stefanescu zu vernichten, in die Tat umzusetzen.

Rolf Bauerdick

Das ist der eine Strang des Romans. Der andere ergibt sich aus der Theorie, die Dimitru in die Welt setzt, und der der Großvater Ilja mehr und mehr verfällt. Dimitru und Ilja glauben nämlich, dass die Sowjetunion mit ihrem Schritt in den Weltraum nicht nur beweisen wolle, dass sie den Amerikanern überlegen sind, sondern dass sie vielmehr Amerika und dessen Währung, den Dollar, vernichten wollen. Das würde den Sowjets dann gelingen, wenn sie beweisen könnten, dass Gott nicht existiert. Schließlich steht ja auf jedem Dollarschein «In God we trust.» Der Plan, den die Russen ausgeheckt haben, ist äußerst raffiniert. Die Russen wollen nämlich auf dem Mond landen und damit der Jungfrau Maria an den Kragen. Klar ist nämlich, dass die Jungfrau Maria sich – nach ihrer leiblichen Himmelfahrt – nur auf dem Mond befinden kann. Beweis: Die Madonnen-Statue, die viele Jahre in der Kirche von Baia Luna stand, und die nun verschwunden ist, stand auf einer Sichel. Und diese Sichel kann nur der Mond sein. Also tauschen die beiden, angestachelt von Pavel, den Fernseher, den Dimitru vor Jahren dem Großvater zu seinem 55. Geburtstag geschenkt hat, in einem Geschäft der Provinzhauptstadt gegen ein Himmelsfernrohr und die Ausrüstung eines Fotolabors. Dass Pavel, der vor allem an dem Fotolabor interessiert ist, dabei seine ganz eigenen Absichten hat, verrät der natürlich nicht. Das Fotolabor braucht Pavel für seine eigenen Pläne mit Stefanescu, den er mit einem alten Foto vernichten will, was ihm aber nicht gelingt. Stattdessen bringt er seine eigenen Leute in höchste Gefahr. Dann landen die Amerikaner 1969 auf dem Mond, aber leider im falschen Krater, im «Mare Tranquilitatis» statt im «Mare Serenitatis», wo Maria ihr letztes Domizil aufgeschlagen hat, wie Dimitru es bei seinen theologischen Studien herausgefunden hat. Kurzum: die ganze Welt hat sich gegen die beiden Freunde verschworen. Sogar der Papst ist Mitglied dieser weltweiten Verschwörung, weil er im Zweiten Vatikanischen Konzil verkündet hat, das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel sei nicht wörtlich zu nehmen. Wie das Unglück es will, wird in dieser Zeit ein neuer Pfarrer in Baia Luna eingeführt, und der erzählt den Leuten in seiner ersten Predigt davon, was Ilja Botev derart auf die Palme bringt, dass er einen Eklat in der Kirche veranstaltet. Es bleibt ihm nur noch die Möglichkeit, Präsident Richard Nixon, der gerade im Begriff ist, die Hauptstadt «Transmontaniens» («Hinter den Bergen») zu besuchen, mit einem persönlichen Brief vor den Folgen zu warnen…

Rolf Bauerdick ist ein sehr schöner und auch ziemlich schräger Roman gelungen. Natürlich soll hier nicht verraten werden, wie das Buch ausgeht. Nur so viel sei noch dazu gesagt: Es ist spannend und komisch; manchmal habe ich Tränen gelacht und andere Male das Buch nicht aus der Hand legen können, bis ich wusste, wie Pavel und die anderen sich aus der Gefahr retten konnten. Es hat auch seine Widersprüchlichkeiten – vor allem in der Person Dimitrus, der einerseits auf eine fast rührend naive Weise an die Religion glaubt und der andererseits, ohne mit der Wimper zu zucken, Reliquien wie die Muttermilch aus den Brüsten der Heiligen Jungfrau herstellen kann, die er dann gegen bares Geld an orthodoxe Klöster verkauft, um zum Beispiel seinem Freund Ilja einen Fernseher zum Geburtstag schenken zu können. Es ist ein Buch, das in einem fiktiven Land, nämlich «Transmontanien» spielt und das doch auf fast jeder Seite das reale Vorbild, Rumänien, durchscheinen lässt. Wer seine (westliche) Überlegenheit ausspielen will, der wird behaupten, dass die Menschen in diesem Buch ja wirklich «hinter den sieben Bergen wohnen», dass sie Hinterweltler sind. Aber offensichtlich hat Bauerdick begriffen, dass religiöse Menschen nicht per se Heuchler sein müssen. Hier zumindest ist es der christliche Glaube, der seine Helden formt, so biblizistisch und abergläubisch er im Übrigen auch ausgestaltet sein mag. Zumindest die wichtigsten Personen des Buchs, Pavel, sein Großvater Ilja und Dimitru, aber auch der Priester Johannes Baptiste sind Menschen mit einem großen, weiten Herzen; daran ändert alle Verschrobenheit nichts.
Mir gefällt, wie Bauerdick Leitmotive schafft, die sich durch das ganze Buch durchziehen. Die Madonna ist so ein Leitmotiv; die Freiheitsstatue in New York ein anderes. An der Sprache hätte, unter Mitwirkung eines umsichtigeren Lektorats, noch gefeilt werden können. Aber Bauerdick hat es geschafft, einen ziemlich komplizierten Stoff so darzubieten, dass das Buch nirgendwo angestrengt wirkt. ■

Rolf Bauerdick, Wie die Madonna auf den Mond kam, Roman, 516 Seiten, Deutsche Verlagsanstalt, ISBN 978-3-421-04446-4

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Leseproben


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Themenverwandte Links

Der Westen: Rolf BauerdickThrill&Chill: Bauerdick

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Brunthaler: «Ihre Schachkombinationen für 2010»

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Heinz Brunthaler, Malte Thodam, Rezensionen, Schach, Schach-Rezension von Walter Eigenmann am 25. November 2009

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Tägliches Minimaltraining mit Taktikaufgaben

Malte Thodam

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Heinz Brunthaler ist sicherlich vielen Schachfreunden als Autor von Aufgabenbüchern mit Kombinationen bereits ein Begriff. Mit der jüngsten Publikation «Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe!» legt er nun einen weiteren Band vor, der sich mit dem wohl wichtigsten Handwerkszeug des Schachspielers beschäftigt: Der guten alten Taktik. Was so selbstverständlich im Spiel der Meister erscheint, nämlich das sichere Manövrieren in gefährlichen Gewässern – sprich scharfen Stellungen – ist der Traum des durchschnittlich begabten Amateurs, der doch zu gerne noch in eine einfache Springergabel oder einen Abzugsangriff hinein läuft, obwohl er diese Motive in der Regel eigentlich recht gut kennt. Fehlende Routine im Lösen von Taktikaufgaben ist oft die Ursache für solche vermeidbaren Schnitzer. Die grundlegenden Motive sind bei vielen Amateuren zwar im Kopf gespeichert, aber für sie nicht unbedingt immer schnell genug abrufbar, bzw. auf die jeweilige Stellung anwendbar. Passend dazu schreibt Brunthaler zu Beginn des Buches auch gleich: «Wer möchte nicht seine Spielstärke und sein Schachwissen verbessern, stärker werden, mehr vom Schach verstehen? Sicher so gut wie jeder echte Schachfan! Doch das ist nicht einfach, denn auf dem Weg zur Verbesserung muss man sehr, sehr vieles lernen, viel Aufwand betreiben. Und das ist das Problem, denn den meisten von uns fehlt durch die Belastung in Schule, Studium und Beruf die Zeit und vor allem die Kraft, sich intensiv mit dem Schachspiel zu befassen oder sogar ein systematisches Training zu absolvieren.» Wie wahr, wie wahr! Kommt uns das Dilemma nicht bekannt vor? Haben wir vielleicht selbst unsere letzte Partie verloren, weil wir ein taktisches Motiv übersehen haben? Hätten wir zwecks Partievorbereitung nicht doch lieber ein paar Kombinationen lösen sollen, statt noch einmal die Eröffnungsvarianten unseres Vertrauens zu studieren?

Leseprobe 1

Brunthaler setzt beim Schachtraining auf Kontinuität statt auf Quantität. Anstatt nur sporadisch eine umfangreiche Trainings-Session zu absolvieren, empfiehlt er ein tägliches Minimaltraining in Form einer Taktikaufgabe. Brunthaler hat für jeden Tag des Jahres ein Schachdiagramm mit einer kritischen Stellung in sein Buch aufgenommen. Die Aufgabenstellungen entstammen durchwegs den Partien sehr starker Spieler: Topalov, Aronian, Kamsky, Anand, Gelfand, Ivanchuk und  Karpow, aber auch die altehrwürdigen Meister wie Tarrasch, Reti und Schlechter lassen sich in dieser Sammlung wiederentdecken. Es gibt, wie auch schon bei den bisher erschienenen Übungsbüchern des Autors, keine Lösungshinweise zu den Aufgaben. Lediglich ein kleines schwarzes Quadrat weist darauf hin, wenn Schwarz das Zugrecht besitzt; fehlt dieses, befindet sich der Weiße am Zug. Somit ist ein praxisnahes Training gewährleistet, denn hier sagt einem schließlich auch niemand vor, ob man nun einen forcierten Weg zum Matt hat, oder ob es möglich ist die Dame des Gegners zu fangen. Die eigene Stellungsbeurteilung und konkrete Berechnung ist gefragt!

Großer Pluspunkt: Die Lösungen am Ende des Buches sind versetzt, so dass man nicht mehr oder minder zufällig die Lösung der nächsten Aufgabe schon aus den Augenwinkeln erhascht. Dies finde ich sehr löblich, hatte ich mich doch öfters schon beim Lesen in anderen Taktikbüchern darüber geärgert, den Gewinnzug der nachfolgenden Aufgabe zu kennen, ohne diese überhaupt erst zu Gesicht bekommen zu haben. Zudem finden sich im Lösungsteil kurze Erläuterungen zur Stellung und den zum Gewinn führenden Zugfolgen und Motiven. Zuweilen gibt es hier mehrere Möglichkeiten, die zum Erfolg führen.

Leseprobe 2

Vom Schwierigkeitsgrad her richtet sich das Buch vornehmlich an den durchschnittlichen Vereinsspieler, es gibt leichtere und auch schwerere Aufgaben, sowohl lehrreiche Mattangriffe als auch nett anzusehende Materialgewinne. Für stärkere Amateure um 2’000 DWZ erweisen sich die Kombinationen gewiss immer noch als nützlich, um taktische Motive zu wiederholen und zu vertiefen. Das Layout des Buches ist schlicht, aber ansprechend, das Preis-Leistungsverhältnis scheint mir insgesamt absolut in Ordnung, schließlich wird einem hier genügend sinnvolles Material zur regelmäßigen Schulung der taktischen Fertigkeiten geboten. Und so eignet sich das Buch nicht zuletzt aufgrund seines handlichen Formats auch hervorragend für den Gebrauch im Alltag, sei es auf der Zugfahrt oder bei den kleinen Wartezeiten zwischendurch, die wohl jeder von uns kennt, sei es im Wartezimmer, bei lästigen Werbepausen während des abendlichen Fernsehprogramms oder auch beim Warten auf den notorisch zu spät erscheinenden Dozenten im Hörsaal. Fazit: Ein durchaus lohnendes Buch, will man seine taktischen Fertigkeiten durch wiederholtes Training schärfen – und seine Mundwinkel gen Ohren wandern spüren, wenn «Fritz» oder «Rybka» bei der Analyse einer gewonnenen Partie die Korrektheit des eigenen Gewinnweges bestätigen.

Heinz Brunthaler, Ihre Schachkombinationen für 2010 – Verbessern Sie Ihre Kombinationsgabe, Schachverlag Ullrich, 124 Seiten, ISBN 978-3940417046

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Malte Thodam

Geb. 1984 in Viersen/D,
Student der Geschichte,
Schach-Teamleiter,
lebt in Düsseldorf

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Lyrik von Charlotte Ueckert

Veröffentlicht in Literatur, Lyrik, Neue Lyrik, Charlotte Ueckert von Walter Eigenmann am 24. November 2009

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Beim Hindernislauf

Ist die Liebe ganz vorn
In die Weite geworfen
Die Beine und immer kurz
Vor einem Sturz
Sie will siegen
Und zieht mich

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Ein Spruch

Nach all dem Hunger
Auf unverschämtes Glück
Gewöhnt
An die Wiederholungen
Der Jahreszeiten

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Die Ratten sind weg

es gab eine Zeit
da nagten sie unter den Bohlen
im Haus
da liefen sie
über Terrasse und Gras
und tanzten in der Garage

Die Ratten sind weg
seit einiger Zeit singen
wieder die Vögel
und der Apfelbaum
blüht auch noch einmal
und für alle sieben mageren
Jahre siebenmal üppig

Die Ratten sind weg
ich werde auf den Kompost
Kartoffelschalen werfen
und die Tür kann ich öffnen
Scherenschleifern und Zeugen Jehovas
und die Bäume wiegen
das Gewicht heruntergefallener Träume

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Wie Sprache funktioniert

Abends kommen die Bienenfresser
Mit spitzen Schreien
Segeln sie scharf unter Wolkengeball
Bis in die Gassen fast
In die Fenster und mir um die Ohren
So klein flattrig
In liebenswürdigem Schnitt
Spielende Kinder die ein Lächeln wollen
Und mich aus dem Verstummen
In Worte zwingen

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Charlotte Ueckert

Geb. 1944 in Oldenburg/D, Studium der Literaturwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte, wissenschaftliche Mitarbeit an der Universität Hamburg in den Bereichen Exilliteratur und Nachkriegsliteratur, verschiedene Buchpublikationen, Herausgeberin von Anthologien, Mitglied des PEN, lebt als freie Autorin in Hamburg

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Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Hartmut von Henting, Medien, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 23. November 2009

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Über die Gewalt des Fernsehens

Hartmut von Hentig

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Wenn die Vorstellungswelt der kleineren Kinder vornehmlich mit den Bildern des Fernsehens angefüllt wird, muß dessen Programm einer strengen Kontrolle unterliegen. Ich weiß, das Problem ist schwierig: Die Darstellung von Gewalt als Unterhaltung ist sträflich. Die Darstellung von Gewalt als Tatsache menschlicher Existenz ist notwendig, schon damit man ihr Einhalt gebietet. Aber eben darin liegt ein Maßstab – nicht zuletzt für das Fernsehen der Erwachsenen, vollends für das Fernsehen der Kinder. Man muß sich um ihn bemühen.

Diesen Vorschlag wird man mir als Bevormundung des Bürgers – der Eltern wie der Kinder – mit Empörung verweisen. Ich nehme beides hin, die Empörung und die Verweisung, sobald man die Schulgesetze, die Richtlinien und Lehrpläne abgeschafft hat und aufhört, jedes Schulbuch durch die Kultusbehörde zu kontrollieren und zu genehmigen. Die Wirkung dessen, was in Schulbüchern «steht», wird überschätzt. Die Wirkung dessen, was im Fernsehen «geschieht», wird unterschätzt. Das liegt schon in den Verben begründet. Ebenso schlimm wie die harte Gewalt im Fernsehen ist die sanfte Gewalt durch das Fernsehen: die Gewöhnung, die Passivität, die Wahrnehmung der Ereignisse und Schicksale, die mein Leben so hoffnungslos unbedeutend erscheinen lassen, die Überwältung durch die immer schon ohne mich vollzogene Geschichte. ■

Aus Hartmut von Henting, Die Schule neu denken, in: Pädagogik und Ethik, Reclam Verlag 1996

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Humor in der Musik (1)

Veröffentlicht in Humor, Humor in der Musik, Kabarett, Kontrabass, Musik, Tobias Klug, Video von Walter Eigenmann am 22. November 2009

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Tobias Klug und sein Kontrabass

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Der brillante Schachzug (53)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Neghina, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 21. November 2009

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Weiß zieht und gewinnt

Brillanter Schachzug-52_Glarean Magazin3k4/2pq3p/pp5R/4P3/P6P/2PN4/1PN3K1/8 w

(Die Aufgabe wurde im «Glarean Magazin» bereits als UrDruck publiziert
und wird nun hiermit in die
«Hall of Fame» der «Brillanten» aufgenommen )

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Internationaler Kompositions-Wettbewerb Limerick

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 20. November 2009

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Gesucht: Neue elektroakustische Musikwerke

Die Musicology- und Computer-Musik-Abteilung der Universität Limerick (Irland) schreibt gemeinsam mit der RTE-Lyrik einen internationalen Kompositionswettbewerb für neue elektro-akustische Musikwerke aus. Das noch unveröffentlichte, auf CD/DVD einzureichende Werk soll eine Stereo- oder Mehrkanal-Arbeit sein und nicht länger als 15 Minuten dauern. Einsende-Schluss ist am 22. Januar 2010, die weiteren technischen Details(engl.) finden sich hier. ■

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Cartoon der Woche

Veröffentlicht in Cartoons, Fliegende Blätter, Grafik, Humor, Musik, Wolfgang A. Mozart von Walter Eigenmann am 19. November 2009

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Mozart und die moderne Musik

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Mozart_Grab_Fliegende Blaetter Nr.569

Satirische Illustration aus den «Fliegenden Blättern» (Deutschland 1845-1944)

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Joseph-Heinrich-Colbin-Literaturpreis 2010

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 18. November 2009

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Gesucht: Texte zum Thema «Die nackte Angst»

Zum Thema «Die nackte Angst» schreibt das dt. Onlinemagazin Einseitig.info seinen zweiten Joseph-Heinrich-Colbin-Literaturpreis aus. Teilnehmen können Autorinnen und Autoren mit kurzbelletristischen oder essaystischen Texten mit einer max. Länge von 20’000 Zeichen. Einsende-Schluss ist am 1. März 2010, weitere Details sind hier zu finden.

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New Yorker Kompositions-Wettbewerb

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 18. November 2009

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Gesucht: Neue Werke für Streichquintett

Die in New York City beheimateten Sybarite Chamber Players schreiben einen Kompositionswettbewerb für Streichquintett aus. Die Teilnahme steht KomponistInnen aller Alter und Nationalitäten offen. Das einzureichende Werk muss die Besetzung 2 Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass aufweisen, wobei Stücke mit einer Dauer von 15-20 Minuten bevorzugt werden. Einsende-Schluss ist am 31. Dezember 2009, die weiteren Einzelheiten(engl.) finden sich hier. ■

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Das neue Literatur-Kreuzworträtsel

Veröffentlicht in Kreuzworträtsel, Literatur, Literatur-Kreuzworträtsel, Rätsel, Spielwiese von Walter Eigenmann am 17. November 2009

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Literatur-Kreuzworträtsel November 2009

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Einfach ausdrucken!

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Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Literatur, Novalis, Philosophie, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 16. November 2009

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Über die romantische Welt

Novalis

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Wir leben in einem kolossalen (im Großen und im Kleinen) Roman. Betrachtung der Begebenheiten um uns her. Romantische Orientierung, Beurteilung und Behandlung des Menschenlebens.

Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung. Das niedere Selbst wird mit einem besseren Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzreihe sind. Diese Operation ist noch ganz unbekannt. Indem ich dem Gemeinen eine hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es. ■

Aus Novalis, «Fragmente» (1800)

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