Internationales Literaturfestival Leukerbad 2009
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Literatur in den Schweizer Bergen
Vom 3. bis 5. Juli 2009 findet zum 14. Mal das Internationale Literaturfestival Leukerbad mit Lesungen und Gesprächen an den mittlerweile legendären Leseorten im Walliser Bäderort statt. Rund zwei Dutzend Autorinnen und Autoren versammeln sich für ein Wochenende in Leukerbad – im Gepäck bisher Unveröffentlichtes, Zeitloses und -geistiges.
Mit Iso Camartin, Geert Mak, Joachim Sartorius und Daniel Schwartz ist einer der Themenschwerpunkte am diesjährigen Festival gesetzt: Reisen. Während Geert Mak auf den Spuren des 20. Jahrhunderts die geschichtsträchtigen Orte Europas besucht, zieht es den Fotografen Daniel Schwartz an die Schnittstelle zwischen Asien, Arabien, China und Europa. Er stellt sein fulminantes Werk vor, das politische, literarische Reportage, Enzyklopädie und Kulturgeschichte in einem ist. Joachim Sartorius führt uns mit seinem neuen Buch zu den Prinzeninseln bei Istanbul. Und der Literatur- und Kulturwissenschaftler Iso Camartin spürt die Besonderheiten im eigenen Lande auf.
Andrej Bitow, einer der wichtigsten Autoren Russlands, wird zusammen mit seiner deutschen Übersetzerin Rosemarie Tietze am Festival teilnehmen. Sein Roman «Das Puschkinhaus», in dem zentrale Gestalten, Motive und Fragen der russischen Literatur auftauchen, erschien 2007 erstmals vollständig und neu in Tietzes Übersetzung.
Der im letzten Jahr verstärkt vertretenen französischsprachigen Literatur wird auch am diesjährigen Festival ein grosser Platz eingeräumt: Neben anderen reist Anne Cuneo mit ihrem nun auf deutsch erschienenen Roman «Zaïda» an. Freuen kann man sich auch auf Véronique Olmi und ihr gerade auf deutsch aufgelegtes Buch «Die Promenade».
Im Übersetzungs-Colloquium, das erneut in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin aufgebaut wird, stellt sich heuer Katharina Faber mit «Fremde Signale» den Übersetzerinnen und Übersetzern. Und schliesslich wird der von der Stiftung Schloss Leuk ausgelobte «Spycher: Literaturpreis Leuk» wiederum im Rahmen des Festivals verliehen. (Aus dem Festival-Vorwort)
Manfred Herbold: «Der Schachtherapeut»
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Die Schachspieler auf der Psycho-Couch
Walter Eigenmann
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Spinnen die Schachspieler? Manfred Herbold, 42-jähriger Realschullehrer im deutschen Stauf und mit einer internationalen FIDE-Ratingzahl von zurzeit 2157 Elo selber ein spielstarker Turnier-Kämpfer, ist davon – augenzwinkernd – überzeugt. Und so setzte er sich schon vor Jahren an den Computer und kreierte die (meines Wissens erste und einzige) deutschsprachige Web-Site für «Schachtherapie» – der in der Online-Szene inszwischen berühmte «Schachtherapeut» war geboren.
In den virtuellen «Praxisräumen» des Schach-Docs tummeln sich seitdem die besonders schwierigen Fälle unter der seltenen, im Volksmund als besonders intelligent, um nicht zu sagen: besonders verrückt bekannten Spezies «Schachspieler». Des «Schachtherapeuten» Sprechzimmer sind denn auch überfüllt mit skurrilen Typen, die Niederlagen partout nicht hinnehmen können, oder mit Spielern, die sich auch im Leben das Schachbrett vor den Kopf schnallen, und des «Therapeuten» Behandlungsprotokolle strotzen von unerklärlichen Läufer- oder Springer-«Opfern», von mysteriösen Vorfällen auf oder neben dem Schachbrett, von absurden menschlichen Monströsitäten aus der Schach-Geschichte und -Gegenwart – kurzum: von alledem, was das Königliche Spiel so faszinierend für Schachspieler, so abscheulich für normale Menschen macht.
Nun ist der fabulierfreudige, seinerseits schachbesessene, dabei mit viel Sinn für Humor, Sprachwitz und Selbstironie ausgestattete Schach-Psychiater dazu übergegangen, seine «Praxisräume» zu erweitern: Unlängst publizierte er (im Selbstverlag) den ersten Teil einer geplanten Buch-Trilogie: «Der Schachtherapeut». Auf 172 Seiten mit 40 Klein- oder Großkapiteln werden dabei schier sämtliche Bereiche des Brettes, das für manche die Welt bedeutet, durchschritten, durchleuchtet, durchlitten.
Ob Schachblindheit oder Kaffeehausschach, ob Großmeister- oder Frauenschach, ob Computer- oder Patzerpartien, ob Schach-Elo oder Schach-Ego, ob Schach-Aleatorisches (alias «Chess960») oder «Handy-Betrugsschach», ob Psychopathisches aus den längst versunkenen Zeiten der Aljechins&Nimzowitschs oder Spinnertes aus unseren Turnier-Tagen, ob Geniales auf oder Wahnsinniges neben den 64 Feldern: «Der Schachtherapeut» kredenzt ein gleichermaßen breites wie amüsantes Sammelsurium. Vorwort-Schreiber Georgios Souleidis, seines Zeichens Internationaler Meister, bringt es auf den süffisanten Punkt: «Nach vielen Jahren in den Tiefen des Netzes und unzähligen Therapiesitzungen, insbesondere mit seinem Dauerpatienten Lobrehd, hat er [Der Schachtherapeut] seine Protokolle über die verwirrten Schachkrieger endlich geordnet und präsentiert sie in gedruckter Form. Mit dieser bahnbrechenden Ausrüstung gewappnet ist jeder Schachkämpfer, egal ob Rekrut oder Frontsau, psychologisch lückenlos gerüstet, um auf jedem Sch(l)ach(t)feld dieses Erdballs zu bestehen.»
Doch der Band wäre nur halb so köstlich, hätte der Oberarzt nicht noch einen besonderen Assistenten in seine Praxis geholt, nämlich den bekannten Schach-Cartoonisten Frank Stiefel. Dessen virtuoser Zeichenstift kam unnachahmlich auch in praktisch jedem Kapitel des «Schachtherapeuten» zum Einsatz, so dass Text und Bild einen gebündelten Angriff auf beiden Flügeln der menschlichen Schmunzelmuskulatur entfachen können. Gemeinsam brennen die beiden Docs ein wahres Kuriositäten-Feuerwerk ab, dem man – inmitten des alljährlichen Heeres von eher trockenen, Theorie-lastigen Schachbuch-Novitäten – einen möglichst großen, mit dem nötigen Quantum an Sinn für Schachwitz und -Entertainment ausgestatteten Leserkreis wünscht.
Zwei Wermutstropfen betr. dieses gepflegte Hardcover-Buch seien hier nicht verschwiegen, nämlich die fehlende ISBN-Nummer sowie der recht hohe Verkaufspreis von 15 Euro (immerhin inkl. Versand). Beide Probleme – als Resultate der bekannten Tatsache, dass Schachbücher stets für nur ein relativ winziges, wenngleich «emsig-treues» Leser-Segment produziert werden – ließen sich möglicherweise bei den zwei nächsten, bereits konzipierten Folgeprojekten (Der Schachtherapeut Band 2 – «Reloaded» und Der Schachtherapeut Band 3 – «Revolutions») umgehen, indem man über eine modernere Vertriebsform, z.B. das «Book-on-Demand»-Verfahren nachdenkt?
Alles in allem: «Der Schachtherapeut» ist ein buch- wie drucktechnisch sehr schön, ja liebevoll gestaltetes, mit Schach-Kabinettstückchen jeder Couleur vollgespicktes Psycho-Schmunzel-Opus für alle Schach- und Couch-Lagen – abseits staubtrockener Eröffnungs- oder Endspieltheorie, und gleichwohl mit einer Unmenge an Schach-Tipps und -Tricks versehen. Schach-Entertainment erster Sahne – unbedingt ins private Schachregal stellen! ■
Manfred Herbold, Der Schachtherapeut, 172 Seiten, Selbstverlag 2009; erhältlich bei Schach-Händlern oder direkt beim Autor: Glockenstraße 1, D-67304 Eisenberg-Stauf
Inhalt
Vorwörter
Teil 1: Der Schachtherapeut
1) Die psychopathische Plaudertasche
2) Keine Angst vor Großmeistern!
3) Berlin 1920
4) Frauenschach
5) Der Exote
6) Zeitnot
7) Musterpatient Dr. M
8) Remis unter Freunden
9) Schachblindheit
10) Kombinationssucht
11) Die genialsten Schachaufgaben
12) Regelverletzung
13) Betrügerschach
14) Silvesterschach
15) Chess960
16) Hall-of-Fame
17) Hall-of-Shame
18) Hall-of-Luck
19) Patientenbucheinträge
20) Der Dawsonsche Revolverschuss
Teil 2: Gastbeiträge 21) Schachimedes (Dr. Martin Stichlberger)
22) Schachnotizen (Walter Eigenmann)
23) Der Schachneurotiker (Karl Gross)
24) Hömma (Franz Jittenmeier)
25) Vorsicht! (Gerhard Wetzel)
26) ziemlich kraus (Hans-Peter Kraus)
27) Dr. Bullmover's (Christoph Klamp)
28) Der Schachflüsterer (Günter Groß-Winter)
29) Wenn man die "Theorie" nicht kennt (Rainer Schlenker)
30) Das lustige Schachlexikon von Att bis Matt (Hartmut Metz)
Teil 3: Extras
31) Ey Alder (Steffen Walther)
32) Iwantschuk - Kasparow
33) Kasparow - Radschabov
34) Sämisch - Capablanca
35) Paulsen - Dr. Tarrasch
36) Tschigorin - Steinitz
37) Partienverzeichnis
38) Literarurverzeichnis
39) Webseitenverzeichnis
40) Lösungen
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Leseproben
Frauen-Schach (Bild-Klick)
Berg-Gedichte (10)
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Schneidet doch das Korn,
dass ich aus dem Fernster die
fernen Berge seh’!
Yosa Buson (1716-1784)
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Lutz Jäncke: «Macht Musik schlau?»
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Das Gehirn und die Musik
Walter Eigenmann
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Im Anfang war Mozart. Genauer: Der sog. «Mozart-Effekt». Denn im Jahre 1993 sorgte ein Artikel in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift «Nature» für weltweite Furore, wonach durch das passive Hören klassischer Musik, insbesondere der Werke des berühmten Salzburger Genies, sich das räumliche Vorstellungsvermögen signifikant verbessern soll. Ausgangspunkt der entsprechenden Studien war ein Experiment des US-amerikanischen Physikers Gordon Shaw und der Psychologin Frances Rauscher, welches mit 36 Probanden durchgeführt wurde, die nach dem Anhören verschiedener Musikstücke Aufgaben aus IQ-Tests lösen mussten. Dabei erzielte die Gruppe, die Mozarts Klaviersonate in D-Dur / KV 448 (Video) gehört hatte, ein signifikant besseres Ergebnis. In der Folge erhitzte sich die Pro-Kontra-Diskussion ob diesem berühmt-berüchtigten «Mozart-Effekt» (Video) weit über die Natur- und Geisteswissenschaften hinaus bis tief in die Schulpädagogik, ja gar Bildungspolitik hinein – ein Mythos war geboren.
Doch was ist wirklich dran an der (wohlfeilen, eigentlich revolutionären) Hoffnung, Musik verhelfe dem Menschen zu mehr intellektueller Kompetenz? Welche Auswirkungen haben überhaupt Musikmachen und Musikhören auf den Menschen, seine Kognition, seine Psyche? Und: Lernt man schneller/besser mit Musik-Unterstützung? Oder: Wie wirken Töne therapeutisch auf Demenzerkrankte? Grundsätzlich: Wie geht das menschliche Gehirn mit dem komplexen Phänomen «Musik» eigentlich um?
Diesen und einer Reihe weiterer Fragen geht nun umfangreich die jüngste Publikation eines der renommiertesten deutschsprachigen Neurophysiologen nach, des Zürcher Gehirnforschers Prof. Dr. Lutz Jäncke. In seinem Buch «Macht Musik schlau? – Neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie» breitet er in 13 Kapiteln den aktuellen Stand der neuropsychologischen und -physiologischen Diskussion aus. Dabei fördert der gebürtige Bochumer Ordinarius an der Universität Zürich eine ganze Reihe von interessanten, ja spektakulären Befunden und Erkenntnissen aus seinem Fach zutage – aufsehenerregend keineswegs nur für den Laien: Jänckes Forschungsergebnisse gerade auf dem Gebiete der Musik-Neurowissenschaften stoßen mittlerweile in den angesehendsten Peer-Reviewed-Zeitschriften auf großes Interesse und beeinflussen damit prägend die aktuelle Diskussion.
Hierzu trägt sicher nicht nur die wissenschaftliche bzw. methodische Kompetenz des Autors bei, sondern auch seine Fähigkeit, komplexe Forschungsinhalte mit geradezu «leichter» Sprachstilistik, zuweilen gar mit unverhohlen-humorvoller Fabulierlust zu servieren. Sein «Macht Musik schlau?» liest sich, wiewohl mit naturwissenschaftlichen, statistischen, methodischen und analytischen Details geradezu vollgestopft, überraschend unkompliziert, ja erfrischend spannend – Populärwissenschaft im allerbesten Sinne. Sein Vorwort-Verfasser, der Hannoveraner Berufskollege Eckart Altenmüller attestiert ihm denn auch zurecht, er erziehe «den Leser zur kritischen Analyse der Fakten, ohne als Oberlehrer aufzutreten».
Nachfolgend seien die wesentlichsten wissenschaftlichen Erkenntnisse von «Macht Musik schlau?» repliziert – teils zitierend, teils zusammenfassend, Jänckes eigenem Aufbau der Buch-Abschnitte folgend. Selbstverständlich kann es sich dabei allenfalls um eine sträfliche Verknappung der umfangreichen und vielfältigen Inhalte handeln, um einen groben Überblick auf eine Veröffentlichung, welche mit Sicherheit den wissenschaftlichen Diskurs auf diesem Gebiet für eine längere nächste Zeit wesentlich mitbestimmen dürfte. (Copyright aller wissenschaftlichen Abbildungen&Tabellen: L.Jäncke & Huber-Verlag Bern).
1. Der Mozart-Effekt
Zwar schließt Jäncke nicht aus, dass sich bei Versuchspersonen nach dem Hören von Mozart-Musik «ein Hirnaktivierungsmuster einstellt», welches eine «optimale Grundlage für die später zu bearbeitenden räumlichen Aufgaben bietet». Ein spezifischer Effekt des kurzzeitigen Hörens von Mozart-Musik auf räumliche Fertigkeiten könne hingegen «nicht zweifelsfrei nachgewiesen» werden: «Sofern Effekte vorliegen, treten sie immer in Bezug zu Ruhe- und Entspannungsbedingungen auf».
2. Einfluss des Musikunterrichts auf schulische Leistungen

Wunderkind Mozart: «War Mozart ein Genie? Wie sind seine musikalischen Leistungen wirklich entstanden? Gibt es überhaupt Genies?» (Lutz Jäncke)
Jäncke hat zahlreiche sog. «Längsschnitt-Untersuchungen» internationaler Forschergruppen herangezogen und analysiert bzw. kritisch gewürdigt – besonders populär hierzulande: die deutschsprachige «Bastian-Studie», die laut Jäncke allerdings aus methodischen Gründen «unbrauchbar» sei -, wobei grundsätzlich alle diese Forschungen thematisierten, «dass zusätzlicher Musikunterricht einen günstigen Einfluss auf schulische Leistungen, verschiedene kognitive Funktionen (insbesondere das sprachliche Gedächtnis) oder auf verschiedene Intelligenzmaße» haben könne.
Trotzdem bleibt der Buch-Autor skeptisch: Die meisten dieser Studien wiesen «methodische Mängel auf, die es nicht erlauben, die spezifische Wirkung des Musikunterrichts zu belegen». Gleichzeitig blendet aber Jäncke nicht aus, dass chinesische Untersuchungen überzeugend zeigten: Kinder mit Musikunterricht erbringen bereits nach einem Jahr «bessere verbale Gedächtnisleistungen». Jänckes Theorie hierzu: «Der Grund ist, dass die chinesische Sprache als tonale Sprache im Hinblick auf die auditorischen Verarbeitungsgrundlagen viele Ähnlichkeiten mit der auditorischen Verarbeitung der Musik aufweist.»
Insgesamt bedauert der Autor, dass «kaum eine Studie derzeit die Dauerhaftigkeit möglicher günstiger Effekte des Musikunterrichts» thematisiere. Und kritisch fragt er schließlich, welchen Zweck Musiktraining oder Musikerziehung eigentlich haben sollen: «Ist es eher zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit geeignet, oder ist es vielmehr eine wunderschöne Kulturtätigkeit, die Freude und Befriedigung unabhängig von schulischen Leistungsaspekten schenken kann?»
3. Musiker kontra Nicht-Musiker
Aufgrund «gut kontrollierter Querschnitt-Untersuchungen» zeigen sich gemäß Autor «konsistent bessere verbale Gedächtnisleistungen bei Musikern» gegenüber Nicht-Musikern. Außerdem gebe es Hinweise, dass bei Musikern auch das visuelle Gedächtnis besser sei.
Belegt sei weiters, dass Musiker bzw. Personen mit Musikerfahrung bessere Leistungen in visuell-räumlichen Tests aufweisen. Dies hänge wahrscheinlich damit zusammen, dass «verschiedene Aspekte der Musik in unserem Gehirn räumlich repräsentiert sind. Durch das Musizieren werden diese visuell-räumlichen Funktionen offenbar häufig traniert.» Insofern sei es durchaus plausibel, dass diese Funktionen auch für andere, nichtmusikalische Leistungen genutzt werden können.
Da das Rechnen, der Umgang mit Zahlen stark von diesen angesprochenen «visuell-räumlichen Fertigkeiten abhängt, bestehe außerdem ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Musizieren und verschiedenen Rechenleistungen. Jäncke: »Einige Untersuchungen unterstützen die Hypothese, dass Musizieren und Musikbegabung die Rechenleistung fördern«.
4. Musikhören und Lernen
Die Frage, ob (und wenn ja: welche) Musik beim Lernen hilfreich sei, wurde und wird stets umstritten diskutiert. Diesbezüglich analysiert Jäncke einige mehr oder weniger anerkannte Thesen bzw. Verfahren wie z.B. die Suggestopädie und verwandte Richtungen, welche eine positive Wirkung des passiven Hintergrundmusik-Hörens propagieren. Wiederum schließt Forscher Jäncke eine «Evozierung bestimmter Hirnaktivierungsmuster», die für das Lernen besonders günstig sind, auch hier nicht aus. Die arbeitspsychologischen Untersuchungen bzw. Experimente haben indes sowohl «positive wie negative Einflüsse von HIntergrundmusik auf verschiedene Leistungsmaße» belegt, so dass auf diesem Gebiet weitere Forschungen notwendig seien.
5. Musik und Emotionen
Die Erfahrung ist alltäglich: Wenn man angenehme Musik hört, wird die psychische Leistungsfähigkeit gesteigert. Mehr noch: «Wir lernen, bestimmte Musikstücke zu mögen oder nicht zu mögen. Insofern sind auch an der Entwicklung von Musikpräferenzen Lernprozesse beteiligt» (Jäncke). Der Autor geht hier Problemfeldern nach wie: Was sind die Ursachen dafür, dass wir bestimmte Musik zu mögen scheinen und andere Musik ablehnen? Gibt es so etwas wie eine universell bevorzugte Musik? Wann hören wir welche Musik? Wie hören wir diese Musik, und vor allem: Wer hört welche Musik?
Bei solchen Fragestellungen werden die Befunde Jänckes besonders interessant, reichen sie doch womöglich an das musikkulturelle Selbstverständnis ganzer Gesellschaften heran, bzw. müssen musiksoziologische und musikästhetische Revisionen vorgenommen werden im Zusammenhang mit der hörpsychologischen Konsonanz-Dissonanz-Problematik. So hinterfragt Neurophysiologe Jäncke einerseits, ob die «Konsonanz-Dissonanz-Unterscheidung wirklich mit angeborenen emotionalen Präferenzen verbunden» ist, oder ob nicht jene Musikwissenschaftler recht haben, welche argumentieren, dass «die Präferenz für konsonante Musik, Klänge und Intervalle eher durch häufiges Hören dieser Art von Musik und Klängen bestimmt wird.»
Fest steht gemäß verschiedenen Studien, dass schon bei vier Monate alten Babys Präferenzen für konsonante Klänge und Intervalle vorliegen – gemäß Lutz Jäncke aber nicht das schlagende Argument dafür, dass dabei «ausschließlich genetisch bestimmte Mechanismen» zum Tragen kommen: «Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Babys schon häufig konsonante Musik gehört und bereits unbewusst eine Vorliebe für diese Art der Musik entwickelt haben». Denn grundsätzlich, so die Erkenntnis des Neurophysiologen: «Wir mögen, was wir häufig hören». Und weiter: «Obwohl insbesondere in der westlichen Kultur konsonante Musikelemente eher angenehme Reaktionen hervorrufen, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass gerade die menschliche Lernfähigkeit es ermöglicht, auch Dissonanz als angenehm zu erleben.» Schließlich: «Emotionale Musik stimuliert das limbische System. Angenehme Musik kann ein ‘Gäsenhautgefühl’ hervorrufen, dem ein Aktivierungsmuster des Gehirns zugrunde liegt, das auch bei Verstärkungen, bei der Befriedigung von Süchten und beim Lernen zu messen ist. [...] Insbesondere die Entwicklung von musikalischen Vorlieben wird wahrscheinlich über das Belohnungssystem vermittelt.»
6. Wie verarbeitet das Gehirn Musik?
Wichtige Erkenntnisse gewann Jäncke durch die rasante apparatetechnische bzw. computergesteuerte Entwicklung z.B. auf den Gebieten der Elektro- und der Magnetenzephalographie, welche neuropsychologisch eine «präzise zeitliche Charakterisierung» auch der menschlichen Ton- bzw. Musikwahrnehmung erlaubt. Hier verweist der Wissenschaftler zusammenfassend auf den wichtigen Befund, dass während des Musikhörens «weite Teile des Gehirns im Sinne eines Netzwerkes aktiviert werden. Es besteht also die Möglichkeit, dass man mit musikalischen Reizen eine räumlich ausgedehnte Hirnaktivierung erreichen kann.» Insofern ist im Gehirn – ganz im Gegensatz zu Spekulationen in früheren Jahrhunderten – kein typisches «Musikwahrnehmungsareal» zu identifizieren – einfach deswegen, weil bei Musik schlicht besonders zahlreiche Hirnregionen involviert sind, woraus diverse positive «Transfer-Effekte» resultieren.
7. Die Musik und die zwei Hirnhemisphären
Jäncke: «Bei Musikern kann häufig festgestellt werden, dass sie Musik auch in jenen Hirngebieten verarbeiten, die eigentlich mit der Sprachverarbeitung betraut sind». Dementsprechend können bei Musikern sog. Amusien – hier ‘Motorische Amusie’: Störungen in der Produktion von Musikstücken; oder ‘Sensorische Aumusie’: Störungen in der Wahrnehmung von Musikstücken – auch auftreten, wenn Hirngebiete geschädigt sind, die bei Nichtmusikern nicht an der Kontrolle von Musikverarbeitungen beteiligt sind.
8. Wie produziert das Gehirn Musik?
Wenn man Musikstücke spielt, sind gemäß Jänckes Untersuchungen vielfältige Gedächtnisinformationen nötig: «Diese Informationen reichen von Tönen, Rhythmen und Melodien bis hin zu Erinnerungen an Episoden, Personen und Emotionen, die mit dem zu spielenden Musikstück assoziiert sind.» In diesem Zusammenhang geht der Autor auch auf die Tatsache ein, dass zahlreiche Musiker unter «erheblichen Ängsten und Sorgen hinsichtlich ihrer Spielleistung» leiden: «Sie sind teilweise derart gehemmt, dass sie nicht oder nur selten frei und locker ihren Spielfluss finden.» Kernspintomographische oder EEG-Messungen solcher Personen im Labor hätten ergeben, dass bei derartigen Blockaden insbesondere eine starke Aktivierung «frontaler Hirnstrukturen» feststellbar sei, was darauf hinweise, dass diese Hirngebiete «viel zu starke hemmende Einflüsse auf die anderen für die Musikproduktion ebenfalls wichtigen Hirngebiete ausüben». Aufgrund dieser Erkenntnis arbeite nun die Wissenschaft weiter an spezifischen Hirntrainingsmethoden für verbesserte Musikleistungen (Stichworte: «Neurofeedback», «Brain-Computer-Interface-Technik» u.a.)
9. Verändert Musizieren das Gehirn?
Dieser Frage widmet Lutz Jäncke einen besonders interessanten Abschnitt seines Buches. Er dokumentiert die überraschende Fähigkeit des menschlichen Gehirns zur anatomischen Anpassung bzw. zu einer Zunahme der «Dichte der grauen Substanz» (= u.a. Sitz der wichtigen «Synapsen»). Jäncke: «Intensives musikalisches Training ist mit erheblichen makroskopischen Veränderungen in Hirnbereichen gekoppelt, die besonders stark an der Kontrolle des Musizierens beteiligt sind. Diese anatomischen Veränderungen hängen offenbar von der Intensität und Häufigkeit des Musizierens ab. Je häufiger trainiert wird, desto ausgeprägter sind die Veränderungen».
10. Musik und Sprache
Die neuere Erforschung des komplexen Beziehungsfeldes «Musik-Sprache» hat nach Jäncke bisherige Auffassungen stark revidiert. So könne z.B. die strikte funktionale und anatomische Trennung zwischen Sprache und Musik nicht mehr aufrecht erhalten werden: «Die Wahrnehmung der Sprache und Musik wird von stark überlappenden Nervenzellnetzwerken bewerkstelligt. Wichtig dabei ist auch, dass an der Analyse von Sprache und Musik beide Hirnhälften beteiligt sind.» Weiter: «Musik ist nach einem bestimmten Regelsystem aufgebaut. Dieses Regelsystem hat bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem Regelsystem der Sprache. Teilweise werden für die Analyse des Musikregelsystems gleiche Hirnstrukturen eingesetzt.» Eine der Konsequenzen solcher Forschungsergebnisse sind medizinische Ansätze: «Musikalische Interventionen werden erfolgreich für die Therapie von Sprachstörungen eingesetzt».
11. Musik und Alter
Zum Abschluss seines «Parforcerittes durch die Welt der Musik, des Lernens und des Gehirns» (Jäncke) kommt der Zürcher Wissenschaftler auf das je länger, desto intensiver thematisierte Problemfeld «Musik&Alter» zu sprechen (siehe auch unseren «Glarean»-Beitrag «Musik im Alter») Und auch Jänckes Forschungen brechen hier eine Lanze fürs Musizieren, gemäß dem bekannten Apodiktum «Use it or lose it», indem er die große Bedeutung von besonders drei Hirn-intensiven Betätigungen konstatiert: «Längsschnitt-Studien haben ergeben, dass ältere Menschen, die bis ins hohe Alter Musizieren, Tanzen und Brettspiele spielen, selten im fortgeschrittenen Alter an Demenzen leiden. Hierbei zeigte sich, dass ein Betätigungsumfang in diesen drei Freizeitaktivitäten von ca. einmal pro Woche das Risiko, später eine Demenz zu entwickeln, um ca. 7 % senkte. Die intensive Ausübung dieser Freizeitaktivitäten scheint die ‘kognitive Reserve’ im Alter zu steigern.» Zusammengefasst: «Menschen, die bis ins hohe Alter musizieren, verfügen über einen geringeren oder keinen Abbau des Hirngewebes im Stirnhirn im Vergleich zu Personen, die nicht Musizieren.» – -
Lutz Jäncke, Macht Musik schlau? – Neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie, 452 Seiten, Verlag Hans Huber, ISBN 978-3456845753
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Leseproben
Inhalt
Vorwort (Eckart Altenmüller) 9 1. Einleitung 11 Von Kognitionen, psychischen Funktionen und Genen 13 Transfer 14 Wunderwelt der Neuroanatomie und Bildgebung 16 Von Zeitschriften und Büchern 18 Die Geschichte dieses Buches 20 Abschließende Bemerkungen 21 2. Der Mozart-Effekt - Beginn eines Mythos 23 2.1 Der Beginn 24 2.2 Die Folgen 33 2.3 Replikationsversuche 35 2.4 Weiterführende Experimente 45 2.5 Der Einfluss der Stimmung und der Musikpräferenz 50 2.6 Zusammenfassung und kritische Würdigung 57 3. Längsschnittstudien 59 3.1 Allgemeines 59 3.2 Internationale Längsschnittuntersuchungen 61 3.3 Deutschsprachige Längsschnittstudien 74 3.4 Zusammenfassung und kritische Würdigung 90 4. Querschnittuntersuchungen 95 4.1 Musik und Gedächtnis 96 4.2 Musikgedächtnis 105 4.3 Visuell-räumliche Leistungen 113 4.4 Rechenleistungen 138 4.5 Spielen vom Notenblatt 147 4.6 Motorische Leistungen 150 4.7 Musikwahrnehmung 157 4.8 Musiker und Nichtmusiker 192 4.9 Zusammenfassung und kritische Würdigung 194 5. Lernen und passives Musikhören 197 5.1 Suggestopädie 201 5.2 Ergebnisse aus dem Journal of the Society for Accelerative Learning and Teaching 207 5.3 Ergebnisse aus Zeitschriften, die von Fachleuten begutachtet werden 210 5.4 Zusammenfassung und kritische Würdigung 233 6. Musik und Emotionen 237 6.1 Preparedness 240 6.2 Wir mögen, was wir häufig hören 246 6.3 Heute «hü» morgen «hott» - wechselnde emotionale Musikwirkungen 249 6.4 Hirnaktivität und emotionale Musik 258 6.5 Emotionen bei Profimusikern 271 6.6 Zusammenfassung und kritische Würdigung 274 7. Wie verarbeitet das Gehirn Musik? 277 7.1 Zusammenfassung 292 8. Musik und Hemisphärenspezialisierung 295 8.1 Amusie 300 8.2 Amusien bei Musikern 302 8.3 Zusammenfassung 304 9. Wie produziert das Gehirn Musik? 307 9.1 Motorische Kontrolle 308 9.2 Sequenzierung 311 9.3 Gedächtnis 314 9.4 Aufmerksamkeit 315 9.5 Musizieren - Kreativität 317 9.6 Zusammenfassung und kritische Würdigung 325 10. Verändert Musizieren das Gehirn? 327 10.1 Wiederholen ist die Mutter des Lernens 329 10.2 Expertise - Üben, Üben, Üben 334 10.3 Gehirne wie Knetmasse 335 10.4 Reifung und Hirnplastizität 347 10.5 Plastizität nicht nur bei Musikern 349 10.6 Zusammenfassung 355 11. Musik und Sprache 357 11.1 Funktionen und Module 359 11.2 Von Tönen und Sprache 361 11.3 Fremdsprachen und Musik 365 11.4 Syntax und Semantik 367 11.5 Klingt Musik französisch, deutsch oder englisch? 375 11.6 Musik und Lesen 376 11.7 Musik und Sprachstörungen 381 11.8 Zusammenfassung 387 12. Musik und Alter 391 12.1 Zusammenfassung 399 13. Schlussfolgerungen 401 Macht das Hören von Mozart-Musik schlau? 402 Hat Musikunterricht einen günstigen Einfluss auf Schulleistungen und kognitive Funktionen? 403 Worin unterscheiden sich Musiker von Nichtmusikern? 404 Lernt man besser, wenn man gleichzeitig Musik hört? 405 Beeinflusst Musik die Emotionen? 407 Wird Musik in bestimmten Hirngebieten verarbeitet? 408 Wie produziert das Gehirn Musik? 409 Verändert Musizieren das Gehirn? 410 Besteht ein Zusammenhang zwischen Musik und Sprache? 411 Ist es gut, wenn man im fortgeschrittenen Alter musiziert? 412 Soll man in der Schule musizieren? 413 14. Dank 415 15. Literatur 417 Sachwortregister 433 Personenregister 451
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Kompositions-Wettbewerb der Neuen Oper Wien
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Gesucht: Bühnenwerk für Gesang und Orchester
Ausgeschrieben wird ein anonymer einstufiger internationaler Musiktheater-Wettbewerb für eine/n Komponist/in und eine/n Librettist/in, beziehungsweise für eine/n Komponist/in und Librettist/in in Personalunion. Für alle Teilnehmer gilt, dass sie am Tag der Einreichung das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen. Ziel des Wettbewerbs ist ein eigens zu diesem Zweck komponiertes Bühnenwerk für Gesang und Orchester (gegebenenfalls Elektronik) mit einem dafür eigens verfassten Libretto. Bühnenwerk und Libretto oder Teile von beiden dürfen vor der Einreichung weder veröffentlicht noch aufgeführt worden sein. Für die Besetzung des einzureichenden Werkes ist eine Orchestergröße von maximal 17 Instrumentalisten sowie maximal sieben Sängersolisten und kein Chor vorgeschrieben. Das Werk sollte abendfüllend und zwischen 60 und 90 Minuten lang sein. Das Libretto kann in deutscher, englischer oder französischer Sprache verfasst sein. Die inhaltliche Ausrichtung des Werks ist freigestellt, jedoch keine Kinderoper. Das Siegerwerk wird vom Musikverlag Doblinger verlegt, die Uraufführung durch die Neue Oper Wien findet 2011 statt. Einsende-Schluss ist am 12. Oktober 2009, die weiteren Details finden sich hier.
Das Zitat der Woche
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Über «triviale» Literatur
Volker Klotz
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Was ist dran, ungeachtet germanistischer Gütestempel, an jenen Werken, die wieder und wieder durch Seminare und Schulen geflößt werden, als müßt’s so sein? Die Fragen wie die Antworten werden ganz sicher oft daneben gehen oder zehn Jahre später neu zu stellen sein. Aber sie sind unerläßlich. Wie in früheren, unbefangenen Jahrhunderten auch. Also: Was geht uns derzeit der geschwätzige Schiller an? Mir scheint: wenig. Desto mehr der wilde Kleist. Wer zöge, unbefleckt von feierlichen Exegeten, die harschen göttermurmelnden Verse von Hölderlin den klingenden wassermurmelnden Versen von Mörike vor? Falls doch: warum wohl? Wie kommt’s, daß man Hartmann von Aue für besser weil tiefer hält als Chrestien? Lohnt es, ein zusammengeschustertes Erzeugnis wie die Wanderjahre zu lesen oder gar zu interpretieren – wenn daneben Manzonis Verlobte liegen bleiben? Was kommt dabei heraus, wenn man seit gut hundert Jahren dem sogenannten Bildungsroman nachsinnt und seine Nöte zu Tugenden erklärt? Statt an Dickens, Balzac, Stendhal, Gogol, Turgenjew, Galdos zu zeigen, was Erzählen vermag? Warum nicht eine verdiente lange Weile Stifter, Raabe, Storm bis zu ihrem zierlichen Nachzehrer Handke in die Quarantäne schicken? Was gibt die deutsche Aufklärungskomödie her, verglichen mit Marivaux und Holberg, mit der englischen Restauration Comedy und mit Goldopi? Kaum mehr als den Befund, daß und warum es hierzulande nicht geklappt hat. Muß man sich mit Gryphius’ und Lohensteins verrenkten Trauerspielen abquälen oder auch mit den minder steifen, aber bläßlichen Stücken Grillparzers – wo es Shakespeare, Calderon, Lope gibt?
Solche Fragen kommen freilich dann nur auf, wenn wir uns nicht eingrenzen auf ein paar Provinzen innerhalb der deutschen Dichtung und Denkung, sondern ausgreifen auf andere Literaturen. Hierzu braucht’s keine eigens bestallte Komparatistik. Es genügt eine ausgeprägte, aber auch wählerische Lesevöllerei. Denn das Handwerk, mit poetischen Texten umzugehen, das beherrschen wir ja. Bisher war nur von offiziell anerkannter Literatur die Rede. Plebiszitäre Literaturwissenschaft hat aber auch mit populären Werken zu tun, ohne sie priesterlich abzukanzeln als »trivial«. Wenn ich über Abenteuer-Romane und über Operetten geschrieben habe, dann gerade nicht, um ideologiekritisch allerlei falsches Bewußtsein aufzuspüren und anzukreiden. Denn das ließe sich auch bei feinsinniger Literatur besorgen. Es ging vielmehr darum, die Faszination dieser landläufigen Künste (auch auf mich) zu durchschauen und durchschaubar zu machen. Nicht etwa, um sie zu entzaubern, sondern um sie daraufhin potenziert auskosten zu können.
Dabei hat sich gezeigt, falls ich nicht ungewollt gemogelt habe: Abenteuer-Romane wie auch Operetten – üblicherweise von jenen, die sie kaum kennen, abgetan als Beschwichtigungsfutter für Zukurzgekommene – entfachen mehr lustvoll kritische Energien als beispielsweise Romane von Thomas Mann oder Tragödien von Hebbel. Wer unverkrampft und intensiv auf derlei Künste eingeht, kann an und mit ihnen überraschende Entdeckungen machen. Nur gradweis, aber nicht qualitativ ist ihre poetische Sensation eine andere als etwa die von Leopardi-Gedichten, von Goethes Iphigenie oder von Faulkners Romanen.Aus Volker Klotz, Interpretieren? Zugänglich machen! – in: Literatur und Lernen, Zur berufsmäßigen Aneignung von Literatur, Luchterhand Verlag 1985
Aufgeschnappt
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Belcanto für Kühe
Gesang, überhaupt Musik scheint inzwischen hilfreich für alles zu sein. So meldeten die «News» der britischen BBC unlängst, dass nun zum tenoralen Besingen von Kühen übergegangen wird. Geschehen unlängst auf einer britischen Farm, wo Bauer Bobby Gill hoffte, dass das geschulte Gesangs-Organ des italienischen Star-Tenors Marcello Bedoni die Milchproduktion seiner Vierbeiner verbessere. Eigens von der Glacé-Firma «Federici’s» eingeflogen und von der Werbeagentur «Hayley Campbell-Gibbons» bei seiner Cow-One-Man-Show gefilmt, postierte sich der Opern-Sänger vor einer Herde Lancashire-Kühen und schmetterte ihnen italienische Arien um die Ohren. Die britische Standesorganisation «National Farmers’ Union» über das Belcanto-Spektakel: «Soothing sounds or music can reduce stress and induce relaxation and a healthy, contented cow is likely to produce more milk and anything that enhances that can only be a good thing.»
Die so bezirzte Milch soll nun nach dem tierischen Musik-Event genau auf ihre geschmackliche Qualität hin untersucht werden. Inwieweit die geduldigen Rindviecher nach Bedonis Arien-Attacke von Bauer Gill ein wenig Schmerzensgeld in Form von mehr Futter erhalten haben, entzieht sich der Kenntnis des Berichterstatters… (gm)
«Campus»-Literaturwettbewerb der ZEIT
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«Sprengung des Uni-Alltags»
Erstmals schreibt die deutsche ZEIT den Studenten-Literaturwettbewerb «Campus» aus. Gesucht werden dabei Kurzgeschichten, welche «von einem Grund handeln, nicht in die Vorlesung zu gehen». Teilnehmen können alle zwischen 18 und 30 Jahren – Hauptsache: «Campusliteratur, die den Uni-Alltag sprengt». Der Text soll rund 10’000 Zeichen inklusive Leerzeichen lang sein, längere oder viel kürzere Texte werden nicht bewertet. Jeder Teilnehmer darf nur eine Kurzgeschichte einsenden. Der Erstplatzierte bekommt ein Preisgeld von 2’000 Euro; geehrt wird er auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober diesen Jahres. Einsende-Schluss ist am 30. Juni 2009, weitere Details finden sich hier.
Mauricio-Kagel-Kompositions-Wettbewerb 2009
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Moderne Klavierstücke für Kinder und Jugendliche
Das «Institut Ludwig van Beethoven» der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien schreibt einen «Mauricio Kagel Kompositions-Wettbewerb» für Klavier 2009 aus. Gesucht werden Stücke für Piano, die sich an Kinder und Jugendliche wenden und sich daher einer Beschränkung des technischen Schwierigkeitsgrades unterwerfen, die aber andererseits in künstlerischen Ansprüchen keine Kompromisse eingehen und in einer zeitgemäßen Tonsprache den Lernenden Anregungen, Erkenntnisse, neue Erfahrungen anbieten: Erfahrungen über sich selbst und die Welt, in der sie leben. Der Wettbewerb steht allen KomponistInnen offen, die nach dem 1.10.1969 geboren sind; Das eingereichte Werk darf nicht älter als drei Jahre und noch nicht verlegt sein; Es darf nur ein Werk eingereicht werden, dieses kann jedoch aus mehreren Stücken bestehen. Das Klavier kann in all seinen Möglichkeiten (Solo, vierhändig, eventuell Innenraum einbeziehend, eventuell präpariert, eventuell mit elektronischen Mitteln erweitert, etc.) eingesetzt werden. Einsende-Schluss ist am 1. Oktober 2009, die weiteren Details finden sich hier.
Berg-Gedichte (9)
Wie das Bambusgras
auf dem Berg im Winde rauscht!
Ach, wie wird mir bang,
denk’ ich an die Liebste mein,
die zu Hause meiner harrt -
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Hitomaro (8.Jh.)
(Ü: Coudenhove)
Das Zitat der Woche
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Das hol’ ich mir
Max Nyffeler
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Im April fällte ein Gericht in Stockholm ein Urteil, das weltweit Beachtung fand. Die vier Betreiber der schwedischen Internet-Musiktauschbörse Pirate Bay wurden wegen «Komplizenschaft bei der Bereitstellung von Raubkopien» zu harten Strafen verurteilt: Je ein Jahr Gefängnis und eine Schadenersatzzahlung von insgesamt 2,7 Millionen Euro. Da Pirate Bay das weitweit größte Netzwerk für den illegalen Austausch von Musikfiles darstellt, wird das Verfahren international als Musterprozess eingestuft. Die Verurteilten haben Berufung eingelegt; sollte das Urteil Bestand haben, wird es in anderen Ländern wohl zu ähnlichen Prozessen kommen.
Im Vorfeld gaben sich die vier Piraten noch siegessicher: Sie versuchten sich als Robin Hood im Kampf gegen die internationalen Konzerne darzustellen und gaben sich als idealistische Musikfreunde aus: Ihr Netzwerk sei eine gemeinnützige Plattform und diene kulturellen Zwecken. Juristisch gesehen täten sie ohnehin nichts Böses; ihr Server stelle bloß die Kontakte zwischen den Tauschwilligen her, aber Musik sei darauf keine gespeichert. Wenn man nach Schuldigen suchen wolle, dann bitte sehr bei den weltweit verstreuten, einzelnen Usern.
Auf solche formaljuristischen Spitzfindigkeiten ging das Gericht nicht ein, zumal die Webseite offenbar auch stattliche Werbeeinnahmen generiert; die schwedische Polizei schätzt sie auf rund 1,7 Millionen Euro jährlich. Von Gemeinnützigkeit kann also keine Rede sein. Auch über ihre Absichten herrscht Klarheit. Sie ist ein Ableger der schwedischen Organisation «Piratbyrån», über die es bei Wikipedia heißt, sie unterstütze «den individuellen Kampf gegen Copyright und geistiges Eigentum durch das Tauschen von Informationen und Kulturaspekten».Dass dieser Prozess ein so heftiges Pro und Contra ausgelöst hat, liegt nicht nur an der juristischen Grauzone, in der er sich bewegte, sondern auch an der altbekannten Tatsache, dass sich das antihierarchisch strukturierte Internet nicht unter Kontrolle bringen lässt. Es ist ein weitgehend rechtsfreier Raum. Von den Anhängern der großen Cyber-Freiheit wurden Fakten geschaffen, die kaum rückgängig zu machen sind. Dazu gehört auch die Aneignung fremden geistigen Eigentums in großem Stil. Ein Unrechtsbewusstsein gibt es dabei kaum, denn es machen ja alle mit bei diesem munteren Versteckspiel, in dem Millionen Jugendlicher dazu angeleitet werden, den bösen Musikkonzernen durch den Austausch von Schwarzkopien eine Streich zu spielen.
«Das hol’ ich mir»: Diese rücksichtslose Selbstbedienungsmentalität wird mit einem dumpfen antikapitalistischen Gerede legitimiert. Dass dabei die Interessen der Autoren und der sie vertretenden Institutionen massiv geschädigt werden, ist den Tätern offensichtlich egal. Die Verhältnisse sind pervertiert: Ein schwedischer Schriftsteller, der den Diebstahl öffentlich beklagte, wurde von der Meute im Netz als «gieriger Autor» beschimpft.
Vielleicht trägt das jetzige Urteil ein klein wenig zur Bewusstseinsbildung bei. Viel Hoffnung sollte man sich nicht machen, denn wird im Internet an einem Ort ein Loch gestopft, tut sich gleich daneben das nächste auf. Doch vielleicht dämmert es langsam auch denen, die bisher schmunzelnd zugeschaut haben, dass diese Räuberpraxis nichts mit Freiheitsrechten und Jugendkultur und schon gar nichts mit Demokratie zu tun hat, sondern schlicht und einfach eine Enteignung der geistig Arbeitenden durch einen anonymen Pöbel darstellt, der sich bei seiner Beschaffungskriminalität an die Grundsätze der Bonusjäger aus der Finanzwelt hält: Raffe, was du kannst, sonst nimmt’s ein Anderer.Aus Max Nyffeler, Beckmesser-Kolumne Mai 2009, in: Beckmesser – Die Seite für neue Musik und Musikkritik
Helmut Pflegers neue ZEIT-Schachspalten
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Vergnüglicher Schach-Tratsch-Klatsch
Walter Eigenmann
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Der deutschsprachigen Schachwelt den Münchner Großmeister Helmut Pfleger vorstellen zu wollen hieße Bauern in die Grundstellung setzen: Seit Jahrzehnten ist der Name dieses bayrischen Internisten ein Synonym für hemdsärmelige Schachanalyse und schachpsychologisches Infotainment. Während er in den 80er&90er Jahren als witzig plaudernder «Talkmaster» vieler TV-Schach-Sendungen (oft gemeinsam mit dem tschechischen Spitzen-GM Vlastimil Hort) einer weiten Schachamateur-Gemeinde die komplizierten Geheimnisse des Königlichen Spiels «übersetzte», verlegte er sich in den folgenden Jahren vermehrt auf das Schreiben von Schach-Kolumnen, deren amüsanter Ton, verbunden mit dem Flair fürs Vereinfachen schwieriger Zusammenhänge und mit gleichzeitig weitem thematischem Spektrum, sich schon bald eine riesige Anhängerschaft schufen. Inzwischen ist der typische «Pfleger-Stil» ein internationales Markenzeichen in der Welt der Schachkommentierung geworden – und eine Lektüre, deren Charme, wortreiche Eloquenz und muntere Leichtigkeit vergessen lässt, dass Schach doch recht eigentlich eine todernste Sache ist, die außerdem durchaus extremsportlich psychische und körperliche Kräfte zehren kann. (Letzteren Befund hat übrigens derselbe Arzt Dr. Pfleger in diversen Berichten dokumentiert…)
«ZEIT-Schachspalten» nennt sich nun eine neueste (insgesamt bereits die fünfte bei der Edition Olms erschienene) Sammlung von Kolumnen aus der quirligen Feder des nimmermüden Schach-Enthusiasten Helmut Pfleger, dem wohl so mancher vom Schach (noch) unbeleckter Zeitungsleser seine erste Begegnung mit dem Spiel der Könige verdankt. Und erneut beeindrucken in diesen 120 ein-seitigen Glossen neben der Vielfalt des ganzen bunten Schach-«Drumherums» die vergnügliche Eleganz, mit der Pfleger den menschlich-allzumenschlichen Klatsch&Tratsch übers Schach als jeweiligen Aufhänger für die schachtechnischen Analysen seiner zahllosen Großmeister-Partien nimmt.
Das enorme schach-psychologische, -historische, -biographische und theoretische, ja gar -politische Wissen des Autors schlägt sich dabei in jeder seiner Glossen nieder, so dass man ob all den vielen Details zu Person und Leben und Umfeld des jeweiligen Protagonisten fast vergisst, dass da noch seitenweise knifflige, immer aber tatsächlich höchst «amüsante» Schach-Aufgaben zu lösen bzw. überraschende Gewinnzüge zu finden sind. Bezeichnend für das Spektrum des Pflegerschen Schach-Kosmos sind etwa Kapitel-Überschriften wie: «Wenn Blondinen kombinieren»; «Blechbüchsen-Schach»; «Als Einstein die Fäden zog»; «Mehr Stellungen als beim Sex»; «Lockruf der Smarties»; «Vishy mit Krone und Zepter» oder «Ernst Jüngers Bombenzug». Und so erfährt der Leser z.B., was Max Frisch beim Schach am meisten zusagte, nämlich dass man dabei nicht reden muss; dass Ludwig Thoma als schwacher Spieler um 10 Pfennige pro Partie spielte; dass Ephraim Kishon seinen Schachcomputer zu bescheißen pflegte; dass Bobby Fischer den vieljährigen WM Lasker als Kaffeehausspieler beschimpfte; dass Jean Paul einst befand, Schach zusammen mit Kaffee seien ein «gutes Treibmittel des Gehirns»; dass Kramnik seinen Weltmeister-Titel als «tonnenschwere Last» empfand – oder dass die Frau des Surrealisten Duchamp schon auf der Hochzeitsreise genug von ihrem Mann hatte, weil der sich mehr dem Schach als ihr zuwandte.
Das eigentliche Salz des Pflegerschen Sammelsuriums – es wurde von Raymund Stolze lektoriert und zusammengestellt – sind aber natürlich seine 120 Kniffeleien, mit denen er seine Geschichten und Geschichtchen garniert. Vorwiegend kombinatorisch kommen die meisten Schachaufgaben daher: ein taktischer Überraschungscoup ist jeweils die Lösung. Und auch hier ist das thematische Feld ein weites: Vom Eröffnungsreinfall bis zum Endspiel-Filigran, von der Fesselung bis zur Sperrung, vom Abzugsschach bis zum Qualitätsopfer reicht die Spannweite, wobei jedesmal ein Diagramm der Ausgangspunkt der Detektivarbeit ist. Die Beiträge stammen aus den Jahren 2005 bis 2008.
Alles in allem also ein neuer «Pfleger», wie ihn die große Fan-Gemeinde kennt: Witzig, frappant, informativ. Zurecht schreibt der deutsche Bundespräsident A.D. Weizsäcker in seinem «Geleitwort», dass Großmeister Pfleger ein ebenso hervorragender Schachspieler wie Pädagoge sei. Ungetrübtes Schach-Lesevergnügen.
Helmut Pfleger, ZEIT-Schachspalten, 120 amüsante Aufgaben und überraschende Lösungen aus DIE ZEIT, 136 Seiten, Edition Olms, ISBN 9783283010126
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Wettbewerb der International Clarinet Association
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Werke für Klarinette und Klavier
Die amerikanische «International Clarinet Association» (ICA) schreibt einen internationalen Kompositonswettbewerb für Werke mit Klarinette und Klavier aus. Das einzureichende Stück soll noch unpubliziert sein und eine Dauer von mind. 8 und max. 25 Minuten haben. Das Preisgeld beträgt 1’000 Dollar, Einsende-Schluss ist am 15. Oktober 2009; die weiteren Details (engl.) finden sich hier.
Frühlings-Haiku (6)
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Die Nachtigall, ei,
macht auf den Klebreiskuchen
auf der Veranda!
Matsuo Bashô (1644-1694)
(Ü: Hammitzsch)
Der brillante Schachzug (36)
8/7p/5P1k/1p5P/5p2/2p1p3/P1P1P1P1/1K3Nb1 w
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Die Reihe «Der brillante Zug» veröffentlicht wöchentlich ein neues Beispiel faszinierender menschlicher Höchstleistung auf dem Gebiete des Turnierschachs und der Problemkunst. Die einzelnen Stellungen bzw. Lösungen wurden von der Redaktion persönlich recherchiert und dürften als Schachaufgaben hiermit zum ersten Male einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Es handelt sich dabei um extreme Herausforderungen – für Maschinen wie für Menschen. – Viel Spaß beim Knobeln! (W.E.)
SPIEGEL-Kurzprosa-Nachwuchswettbewerb
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Geschichten zum Thema «15 Minuten»
Zusammen mit der Medienkette Thalia veranstaltet der «Kultur-Spiegel» des deutschen Nachrichtenmagazins SPIEGEL einen Kurzprosa-Wettbewerb. Teilnehmen kann jeder bis zu einem Alter von 35 Jahren. Die eingereichte Kurzgeschichte soll unveröffentlicht und maximal 20’000 Zeichen lang sein. Das Thema lautet: «15 Minuten». Die Veranstalter dazu: «15 Minuten kann das Lesen einer Kurzgeschichte dauern, 15 Minuten Ruhm können angeblich für ein ganzes Leben reichen, in 15 Minuten kann auf jeden Fall eine ganze Menge geschehen…»
Einsende-Schluss ist am 31. Juli 2009, die weiteren Einzelheiten sind hier zu lesen.
Zentralschweizer Literatur-Wettbewerb
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Werkbeiträge für alle literarischen Formen
Alle zwei Jahre schreiben die sechs Kantone der Zentralschweiz einen Wettbewerb aus, in dessen Rahmen Werkbeiträge für Literatinnen und Literaten vergeben werden; mit der Ausschreibung 2009/10 nun bereits zum sechsten Mal. Teilnahmeberechtigt ist, wer mindestens seit drei Jahren in der Zentralschweiz Wohnsitz hat; wer zu einem früheren Zeitpunkt mindestens 15 Jahre in der Zentralschweiz Wohnsitz hatte oder Personen, deren Werk oder Tätigkeit einen engen Bezug zum Kulturraum Zentralschweiz aufweist. Zugelassen sind alle literarischen Formen, mit Ausnahme von Theatertexten. (Für diese Gattung findet in einem Vierjahresrhythmus ein separater Wettbewerb statt.) Einsende-Schluss ist am 30. Juni 2009, die weiteren Details finden sich hier.





















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