Glarean Magazin

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Charles Darwin, Essays & Aufsätze, Forschung, Wissenschaft, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 30. April 2009

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Über die Abstammung des Menschen

Charles Darwin

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Viele der Ansichten, die ich ausgesprochen habe, sind sehr spekulativ, und manche werden sich zweifellos als irrig erweisen; aber ich habe in jedem einzelnen Fall die Gründe angegeben, die mir die eine Ansicht annehmbarer machten als eine andere. Es schien mir der Mühe wert, zu versuchen, wieweit das Prinzip der Entwicklung einige der kompliziertesten Probleme in der Naturgeschichte des Menschen aufklären könne. Falsche Tatsachen sind äußerst schädlich für den Fortschritt der Wissenschaft, denn sie erhalten sich oft lange; falsche Theorien dagegen, die einigermaßen durch Beweise gestützt werden, tun keinen Schaden; denn jedermann bestrebt sich mit löblichem Eifer, ihre Unrichtigkeit zu beweisen. Und wenn diese Arbeit getan ist, so ist ein Weg zum Irrtum gesperrt, und der Weg zur Wahrheit ist oft in demselben Moment eröffnet.
Die wichtigste Schlußfolgerung, zu der wir hier gekommen sind und die jetzt von vielen kompetenten und urteilsfähigen Naturforschern angenommen wird, ist der Satz, daß der Mensch von einer weniger hoch organisierten Form abstammt. Die Gründe, auf denen diese Schlußfolgerung ruht, werden niemals erschüttert werden. Die große Ähnlichkeit zwischen dem Menschen und den unter ihm stehenden Tieren sowohl in der Embryonalentwicklung als auch in unzähligen bedeutungsvollen oder auch bedeutungslosen Punkten der Struktur und der Konstitution, die Rudimente, die er noch bewahrt, und die abnormen Rückschläge, denen er zuweilen unterworfen ist – das sind Tatsachen, die nicht bestritten werden können. Man hat sie schon lange gekannt, aber bis vor kurzem haben sie uns nichts über den Ursprung des Menschen zu sagen gewußt. Wenn man sie jetzt im Lichte unserer Kenntnisse über die ganze organische Welt betrachtet, ist ihre Bedeutung unverkennbar. Das große Prinzip der Entwicklung steht da klar und fest, wenn diese Tatsachengruppen betrachtet werden in Verbindung mit anderen, wie den wechselseitigen Verwandtschaftsbeziehungen der Glieder einer Gruppe, ihrer geographischen Verbreitung in Vergangenheit und Gegenwart und ihrer geologischen Aufeinanderfolge. Es ist nicht anzunehmen, daß alle diese Tatsachen eine falsche Sprache reden sollten. Wer nicht gleich einem Wilden damit zufrieden ist, die Naturerscheinungen als unzusammenhängende Geschehnisse zu betrachten, der kann nicht länger mehr glauben, daß der Mensch seinen Ursprung einem separaten Schöpfungsakt verdanke. Er wird sich zur Erkenntnis gezwungen sehen, daß die große Ähnlichkeit eines Menschenembryos mit dem Embryo z. B. eines Hundes, der Bau seines Schädels, seiner Gliedmaßen und seines ganzen Körpers nach demselben Plan wie bei den anderen Säugetieren, unabhängig von dem Gebrauch, zu dem die Teile bestimmt sind, das gelegentliche Wiedererscheinen verschiedener Strukturen, z.B. verschiedener Muskeln, die der Mensch normalerweise nicht besitzt, die jedoch bei den Quadrumanen gewöhnlich sind, und eine Menge analoger Tatsachen in der deutlichsten Weise zu dem Schluß führen, daß der Mensch und die anderen Säugetiere von derselben Stammform abstammen.

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Charles R. Darwin (1809-1882)

Wir haben gesehen, daß der Mensch beständig individuelle Verschiedenheiten in allen Teilen seines Körpers wie in seinen geistigen Fähigkeiten aufweist. Diese Verschiedenheiten oder Variationen scheinen auf denselben allgemeinen Ursachen zu beruhen und denselben Gesetzen zu gehorchen wie bei den tiefer stehenden Tieren. Bei beiden herrschen die gleichen Gesetze der Vererbung. Der Mensch vermehrt sich in einem stärkeren Maße als seine Existenzmittel; infolgedessen ist er gelegentlich einem harten Kampf um die Existenz ausgesetzt, und die natürliche Zuchtwahl wird getan haben, was in ihrer Macht steht. Eine Aufeinanderfolge gut ausgeprägter Variationen von ähnlichem Charakter ist durchaus nicht erforderlich; geringe fluktuierende individuelle Verschiedenheiten genügen für die Betätigung der natürlichen Zuchtwahl; anzunehmen, daß in derselben Spezies alle Teile des Körpers der Variation in demselben Grade unterliegen, haben wir keinen Grund. Wir können versichert sein, daß die vererbten Wirkungen des lange andauernden Gebrauchs oder Nichtgebrauchs der Teile viel getan haben und in derselben Richtung wie die natürliche Zuchtwahl. Vormals bedeutungsvolle Modifikationen werden immer wieder vererbt, wenn sie gleich keinen speziellen Nutzen mehr haben. Wird der eine Teil modifiziert, so ändern sich andere Teile nach dem Prinzip der Korrelation, von dem wir Beispiele in vielen merkwürdigen Fällen von korrelativen Monstrositäten besitzen. Etwas kann auch der direkten und bestimmten Wirkung der umgebenden Lebensbedingungen zugeschrieben werden, wie z.B. reichlicher Nahrung, Wärme oder Feuchtigkeit; und schließlich sind auch viele Eigenschaften von geringer, einige von beträchtlicher physiologischer Bedeutung durch sexuelle Zuchtwahl erworben worden.
Es ist kein Zweifel, daß der Mensch ebenso wie jedes andere Tier Strukturen aufweist, die nach unserer beschränkten Kenntnis durchaus keinen Nutzen für ihn haben noch jemals gehabt haben, sei es im Hinblick auf die allgemeinen Lebensbedingungen oder sei es für die Beziehungen des einen Geschlechtes zum anderen. Solche Strukturen können durch keine Art von Selektion, auch nicht durch die vererbten Wirkungen des Gebrauchs oder Nichtgebrauchs, erklärt werden. Wir wissen, daß viele seltsame und ausgeprägte Besonderheiten der Struktur gelegentlich bei unseren domestizierten Erzeugnissen erscheinen, und wenn ihre unbekannten Ursachen gleichmäßig wirken würden, so würden sie wahrscheinlich bei allen Individuen einer Art gemein werden. Wir können hoffen, daß wir künftig etwas von den Ursachen solcher gelegentlicher Modifikationen wissen werden, besonders durch das Studium der Monstrositäten; hier versprechen die Arbeiten der Experimentatoren, wie eines Camille Dareste, viel für die Zukunft. Im allgemeinen können wir nur sagen, daß die Ursachen jeder geringen Modifikation wie jeder Monstrosität mehr in der Konstitution des Organismus als in der Natur der umgebenden Bedingungen liegen, wenn auch neue und veränderte Bedingungen für die Anregung organischer Veränderungen von mancherlei Art sicherlich eine bedeutende Rolle spielen.
Durch die angeführten Mittel, unterstützt vielleicht durch andere, noch unentdeckte, hat sich der Mensch auf seine gegenwärtige Stellung erhoben. Seitdem er aber die Würde der Menschheit erreicht hat, hat er sich in verschiedene Rassen, oder, wie sie passender genannt werden können, in Sub-Spezies gespalten. Einige von diesen, wie die Neger und Europäer, sind so verschiedenartig, daß, wenn einem Naturforscher einige Exemplare ohne weitere Information übergeben würden, dieser sie unzweifelhaft als gute und echte Arten betrachten würde. Es stimmen aber alle Rassen in so vielen unbedeutenden Details der Strukt rund in so vielen geistigen Besonderhetien überein, daß sie nur durch Vererbung von einer gemeinsamen Stammform erklärt werden können; und eine so charakterisierte Stammform würde wahrscheinlich als Mensch bezeichnet werden müssen.

Aus Charles Darwin, Die Abstammung des Menschen, Stuttgart 1871

 

Neuer Roman von Esther Spinner: «Lamento»

Veröffentlicht in Esther Spinner, Literatur, Neuheiten von Walter Eigenmann am 30. April 2009

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Trauerklage auf Sardinien

spinner_lamentoDie Geschichte beginnt in Genua: Kaum besteigt die Erzählerin das Schiff, gerät die Zeit aus dem Takt und wird zum umfassenden Raum. Die Reise führt nach Sardinien, ihrer Wahlheimat, wo sie sich in einer archaischen Welt bewegt, in der ihr unbekannte Gesetze gelten. Mittelpunkt und Magnet ist für sie Antonella, Mutter von sechs Kindern, eine königliche Frau, graziös und hässlich, kraftvoll, unabhängig – und der Inbegriff von Leben. Antonella hat die Erzählerin bereitwillig in ihre grosse Familie aufgenommen, ihr einen Platz und eine Rolle darin zugewiesen. Das ländliche Sardinien wird für die Städterin zur faszinierenden und befruchtenden Gegenwelt. Jäh erhält dieses Paradies Risse durch den Tod Antonellas – und hier setzt das eigentliche Lamento, die Totenklage, ein. Hat die Verstorbene vorher dem Ganzen Sinn verliehen, wird nun das frühere Glück fragwürdig und zerbröckelt. Tod, Erinnerung und die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit bestimmen plötzlich den Takt, Schattenseiten der Wahlfamilie treten hervor, die eigene Rolle erscheint in einem neuen, nicht nur positiven Licht. Und auch die Liebesbeziehung der Erzählerin scheitert. Diese muss auf einem langen Weg durch ihre Trauer hindurch – schreibend – zu einer neuen Mitte und zum neuen eigenen Ort finden.

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Esther Spinner

Wer Esther Spinners Werk kennt, ist «Nella» schon einmal begegnet, als die Autorin in der Art einer Reportage über sardische Frauen berichtete. Auch in «Lamento» zeigt sie sich als profunde Kennerin Sardiniens und zeichnet ein eigenwilliges, packendes Gesicht des dortigen Lebens. Darüber hinaus erzählt sie die Geschichte einer besonderen Liebe und Freundschaft: Sie setzt mit Antonella einer ungewöhnlichen und starken Frauengestalt ein Denkmal und lässt uns teilhaben an der Leere, die ihr Tod hinterlässt. Nicht zuletzt ist «Lamento» daher ein Buch über eine der Grundfragen menschlicher Existenz: des Stellenwerts des Todes in unserem Leben. (Verlagsinfo)

Esther Spinner, Lamento, Roman, Edition 8, 176 Seiten, ISBN 978-3-85990-136-0

Internationaler Orgel-Kompositionswettbewerb

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 29. April 2009

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Gesucht: Werk für Orgel und Blechbläsersextett

goll_orgelAnlässlich der Einweihung ihrer neuen, von der Luzerner Manufaktur Goll geschaffenen Orgel im September 2010 schreibt die Musik-Hochschule Mainz einen Orgel-Kompositionswettbewerb aus. Die Teilnahme steht Komponistinnen und Komponisten jeder Nationalität und jeden  Alters offen. Erbeten wird ein zweisätziges Werk für Orgel und Blechbläsersextett: 3 Trompeten (auch Piccolotrompete, Flügelhorn und Kornett möglich), 1 Trompete oder Flügelhorn-Stimme, die dann auch von hohem Horn oder Posaune gespielt werden kann, 2 Euphonien (notiert im Violonschlüssel in B, Tonumfang klingend großes Es bis b‘), alternativ Besetzung mit Posaunen möglich; Dauer: 8-10 Minuten. Die Komposition soll sich insbesondere als Konzertliteratur, aber auch für die kirchenmusikalische Praxis eignen. Folgende Preise sind vorgesehen: 1. Preis 3’000 €, 2. Preis: 1’500 €, 3. Preis 1’000 €. Einsende-Schluss ist am 31. Dezember 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.

Em. Lasker: «Der internationale Schachkongress St. Petersburg 1909»

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Emanuel Lasker, Rezensionen, Schach, Schach-Rezension von Walter Eigenmann am 28. April 2009

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Bedeutende Kommentierung eines bedeutenden Turniers

Walter Eigenmann

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lasker-schach-stpetersburg_coverDie Historie der Schach-Literatur hat, wie jede künstlerische oder zumindest kulturelle Ausprägung, ihre zahlreichen unverzichtbaren Glanzpunkte – Eckpfeiler einer jahrhundertelangen geistesgeschichtlichen Entwicklung. Dazu gehören u.v.a. die Schach-Monographien der ganz Großen, aber auch deren Tunier- bzw. Partien-Bücher – von Steinitz’ «The book of the Sixth American Chess Congress» (1891) bis zu Aljechins «New York 1924», von Botwinniks «Half a century of chess» (1984) bis zu Fischers «Meine 60 denkwürdigen Partien», und von Euwes «Amateur-Meister»-Bänden bis zu Kasparows «Meine großen Vorkämpfer». Ein weiterer (vieljähriger) Schach-Weltmeister mit produktiver Feder war der Deutsche Emanuel Lasker; sein berühmtes Turnierbuch «Der internationale Schachkongress zu St. Petersburg 1909» wird nun in der «Tschaturanga»-Reihe der Schweizer Edition Olms als Reprint der vor 100 Jahren in Berlin erschienen Originalausgabe neu aufgelegt.
Das «Petersburger» 1909 zählt in der weltweiten Turnier-Geschichte zu den bedeutendsten Schach-Anlässen überhaupt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Am Start war (bis auf Tarrasch und Marshall) praktisch die gesamte Crème de la Crème des damaligen Spitzenschachs: Neben Lasker kreuzten u.a. Akiba Rubinstein, Rudolf Spielmann, Oldrich Duras, Richard Teichmann, Ossip Bernstein, Carl Schlechter, Savielly Tartakower, Milan Vidmar, Amos Burn und Jacques Mieses ihre Klingen. (Der damals 16 Jahre junge Aljechin war noch nicht reif fürs internationale Meister-Podium, gewann aber sensationell das zeitgleiche «Allrussische Nationalturnier». Sein Antipode Capablanca hatte 1911 in San Sebastian seinen großen Durchbruch).

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Nicht nur das Turnier – Lasker und Rubinstein teilten sich den Ersten Preis -, sondern auch Laskers Turnierbuch ist ein Edelstein der Schachgeschichte. Zurecht schreibt Isaak Linder in seiner amüsant und und detailreich geschriebenen «Einführung» über Laskers Kommentierstil, für Lasker sei das Bestreben charakteristisch, in seinen Kommentaren einen besonderen Akzent auf die taktischen und kombinatorischen Momente des Kampfes zu legen. Was nicht zufällig sei: «Diese Herangehensweise ergibt sich aus der gesamten Laskerschen Konzeption der gewaltigen Rolle der ästhetischen Wirkung des Schachs sowohl auf den Spielenden selbst als auch auf den Betrachter der Partie.» Linder weiter: «Die Anmerkungen Laskers zu den Partien dieser Veranstaltung tragen einen konkreten Charakter. Manchmal sind sie lakonisch, mitunter aber analytisch umfangreich. In einer Reihe von Fällen verweist er auf Fehler oder auf die Möglichkeit besserer Fortsetzungen. Obwohl Lasker dem Eröffnungsstadium größtenteils keine Aufmerksamkeit widmet, weil er um die Unbeständigkeit der Bewertung dieser oder jener Züge und Varianten weiß, zeigt er bisweisen dennoch seiner Meinung nach aussichtsreiche Wege auf.»

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Emanuel Lasker (1868-1941)

Die ideellen Grundsätze des genialen Weltmeisters und bedeutenden Philosophen Emanuel Lasker nicht nur für dieses Buch, sondern überhaupt im Leben und Stil schimmern sehr aufschlussreich auch in Laskers Buch-Vorwort selbst durch, wo er diese seine Sammlung aller 175 Petersburger Turnier-Partien aus dem Jahre 1909 folgendermaßen einleitet:

Wie die Meister des Jahres 1909 bei einer Zeitbeschränkung von 15 Zügen die Stunde Schach gespielt haben, und wie einer von ihnen in weniger als sechs Monaten die so entstandenen Partien mit Glossen versehen hat, berichtet dies Buch. Es ist eine Fundgrube für den, der Charakter und Denken erforschen will. Sodann ist es von Nutzen für den, der den verwickelten Kombinationen einer modernen Meisterpartie zu folgen gelernt und diesen ebenso leichten wie angenehmen und lehrhaften Zeitvertreib liebgewonnen hat.
Wer diese Partien aufmerksam daraufhin untersucht, wird die Charaktere der zwanzig Meister entdecken können, grundverschieden durch nationale Begabung und persönliche Eigenart, im Temperament, in der Art zu hoffen und zu fürchten, Angriff zu ertragen oder zu machen, genau oder unbestimmt zu denken und zu handeln, und in vielen kleineren Zügen. Welch eine reiche Ernte wird der Erforscher menschlicher Natur hier sammeln können!
Für die Schachfreunde, denen das Denken des Schachmeisters noch ein verschlossenes Buch ist, sind hier die Siegel erbrochen. Seine Methoden werden dargelegt, wo sie von Erfolg gekrönt sind und auch, wo sie versagen. Und es ist eine Tatsache, die uns für die Zukunft noch viel des Bedeutenden erhoffen läßt, daß trotz der zweifellosen Errungenschaften einer tausendjährigen Evolution noch manches Problem sich stellt und mancher Irrtum begangen wird.

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Ich habe mich bemüht, der Zeit den Spiegel vorzuhalten. Was jetzt als wertvolle und gesicherte Wahrheit vorhanden ist, wird man in den Glossen finden. Was jetzt noch zweifelhaft erscheint, ist hier als Problem gekennzeichnet; die Lösung ist vorgeschlagen, doch nicht dogmatisch.
Den Nachspielenden, der zu seinem Vergnügen und zu leichter Unterhaltung Partie und Noten benutzen will, habe ich nach jeder Richtung hin unterstützen wollen; und wenn einem solchen irgendeine Partie schwer verständlich geblieben ist, so habe ich gegen meine Absicht gefehlt. Denn dies Buch ist geschrieben worden zur Belehrung und Erheiterung aller Schachfreunde! ■

Emanuel Lasker, Der internationale Schachkongress zu St. Petersburg 1909, Reprint der Originalausgabe 1909, 252 Seiten, Edition Olms/Tschaturanga, ISBN 9783283010102

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Probeseite

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Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb 2009

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 28. April 2009

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Internet-Publikum prämiert Gedichte

literatur-hildesheim_prosanova-festivalStadt&Landkreis Hildesheim sowie die Friedrich-Weinhagen-Stiftung schreiben den Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb 2009 aus. Jeder Autor kann max. bis zu drei Gedichte einsenden. Eine Vorauswahl aller eingesandten Texte wird ins Internet gestellt, wodurch das Publikum zur Jury wird bzw. für die Gedichte votieren kann.
Die preisgekrönten Arbeiten werden auf Plakaten im öffentlichen Nahverkehr der Stadt und Region Hildesheim veröffentlicht; ferner werden unter den Einsendern attraktive Bücherpreise von der Stiftung Lesen verlost. Einsende-Schluss ist am 15. Mai 2009, die weiteren Details finden sich hier.

Die Sozialgeschichte der klassischen Musik

Veröffentlicht in Irmgard Jungmann, Musik, Musik-Forschung, Musikgeschichte, Neuheiten von Walter Eigenmann am 27. April 2009

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Bildungsbürgerliche Musikanschauung
im 19. und 20. Jahrhundert

jungmann-sozialgeschichte-der-klassischen-musikBis zum heutigen Tag ist der Umgang mit »klassischer« Musik von Anschauungen und Wertungen geprägt, die in engem Zusammenhang mit der Geschichte des Bildungsbürgertums stehen. Mithilfe »gebildeter«, philosophisch begründeter Interpretationen gab die sich im 18. Jahrhundert neu formierende Gesellschaftsschicht »ihrer« Musik Zuweisungen, die ihr dazu verhalfen, sich gegenüber unteren Schichten abzugrenzen.
Im Durchgang durch die letzten 250 Jahre lässt sich zeigen, wie gesellschaftliche Entwicklungen einen Wandel der Musikanschauung der Gebildeten und ihres »musikalischen Verhaltens« nach sich zogen. Endlich bestimmte der bildungsmäßige Aufstieg großer Bevölkerungskreise die Diskussion um gesellschaftliche Teilhabe an der Kunst überhaupt, ein Diskurs, der während des ganzen 20. Jahrhunderts zum bedeutenden Motor des Musiklebens und der Kulturpolitik werden sollte. (Verlagsinfo)

Irmgard Jungmann, Sozialgeschichte der klassischen Musik, Bildungsbürgerliche Musikanschauung im 19. und 20. Jahrhundert, J.B. Metzler Verlag, 264 Seiten, ISBN 918-3416-02297 4

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Inhaltsverzeichnis

Einführung 1
Zum Begriff Bildungsbürger 7

Teil I
Vom preußischen Absolutismus bis zur Reichsgründung 11
1. Die Entwicklung des Bildungsbürgertums 11
2. Aufblühendes Musikleben im neu sich formierenden Bildungsbürgertum 18
3. Bildungsbürgerliche Musikästhetik 36
Gefühl contra Verstand 36
Die »rationale« Idealisierung des Gefühls durch die Romantiker 48
Autonomieästhetik als »Freiheits«-Ideologie 57
Der Umgang mit der Trivialmusik 61
4. Vom Patriotismus zum Nationalismus 69
Die patriotische Gesinnung 69
Das deutsche Lied 74
Das deutsche Chorwesen 78
Die deutsche Kulturnation 88
Richard Wagner 95
Zusammenfassung 110

Teil II
Kaiserreich und Weimarer Republik 112
1. Die große Aufstiegschance 112
2. Die Entwicklung des Musiklebens im Spiegel der Kulturkritik 121
3. Forderung von Akademikern: Kunst fürs Volk 128
4. Forderung der aufsteigenden Mitte: Kunst aus dem Volk 135
5. Die Positionierung der Musikwissenschaft 149
Die Suche nach »dem System« 149
Völkisches Ideengut als Impetus der Musikwissenschaft 154
Volksliedforschung 159
6. Musikanschauung in der öffentlichen Diskussion der Weimarer Zeit 162
Zusammenfassung 169

Teil III
Das ›Dritte Reich‹ und seine Kontinuitäten 171
1. Hitler als Repräsentant der aufstrebenden Mittelschicht 174
2. Das völkische Idealismusverständnis 177
3. Idealismus und Rasse als Bausteine der Musikwissenschaft 184
4. Die musikalische Erziehung des Volkes 188
5. Der »Jazz« als das »Problem Unterhaltungsmusik« 194
6. Musikideologische Kontinuitäten nach 1945 199
Zusammenfassung 204

Teil IV
Das bildungsbürgerliche Erbe in der Bundesrepublik 206
1. Auflösung des Bildungsbürgertums? 206
2. Die musikalische Avantgarde 211
3. Musikpädagogik und Musikwissenschaft 220
4. Der »Ansturm« der Popularmusik 225
Zusammenfassung 230

Nachwort 232
Anmerkungen 235
Literaturverzeichnis 243
Abbildungsverzeichnis 256
Personenrregister 258

Probeseiten

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Das neue Streichholz-Rätsel

Veröffentlicht in Rätsel, Spielwiese, Streichholz-Rätsel von Walter Eigenmann am 26. April 2009

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Drei Streichhölzer sollen so umgelegt werden,
dass zwei Quadrate entstehen

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Auflösung hier

Unbekanntes Schumann-Klavierstück entdeckt

Veröffentlicht in Musik, Musik-Forschung, News & Events, Robert Schumann von Walter Eigenmann am 25. April 2009

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«Sensation für die Schumann-Forschung»

Von Robert Schumann (1810-1856) ist im deutschen Überlingen am Bodensee eine bisher unbekannte Notenhandschrift entdeckt worden. Wie die Stadt mitteilte, handle es sich um ein Klavierstück mit dem Titel «Ahnung». Erstmals gemeldet hatte man den Fund bereits Ende Januar 2009. Letzten Donnerstag präsentierte Überlingen nun das Notenblatt erstmals der Öffentlichkeit.

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Robert und Clara Schumann (um 1850)

Das Autograph ist undatiert und trägt eine Widmung Schumanns an seine Frau Clara. Wissenschaftler der Arbeitsstelle München des «Internationalen Quellenlexikons der Musik» und der Robert-Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf haben herausgefunden, dass das Klavierstück aus dem Jahr 1838 stammt, also aus jener Zeit, als der Komponist seine berühmten «Kinderszenen» schuf.
Der Düsseldorfer Musikwissenschaftler Michael Beiche sprach anlässlich der Überlinger Präsentation dieses Albumblattes von einer «Sensation» für die Schumann-Forschung. Mehr als ein Dutzend ähnlicher kleiner Stücke seien verschollen. Das Notenblatt, das bei einer Erfassung und neuen Katalogisierung des Schumann-Nachlasses von der Leiterin der Leopold-Sophien-Bibliothek Roswitha Lambertz gefunden wurde, gebe einen wichtigen Einblick in Schumanns Schaffenszeit Ende der 1830er Jahre und seinen kompositorischen Schaffensprozess allgemein.
Das neue Schumann-Stück soll nun erstmals im September in Überlingen im Rahmen eines Konzertes uraufgeführt werden. (gm)

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In der Zeit der «Kinderszenen» entstanden: Das neue Schumann-Klavierstück «Ahnung»

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Frühlings-Haiku (3)

Veröffentlicht in Haiku, Japanische Lyrik, Kobayashi Issa, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 24. April 2009

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hirsch-mit-schmetterlingenSchau, der junge Hirsch
schüttelt ab den Schmetterling
und schläft wieder ein.

Issa (1763-1852)

Auditorio Nacional de Música 2009

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 23. April 2009

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Kompositions-Wettbewerb für Orchester-Werke

auditorio-nacional-de-musicaDas Kulturministerium Spaniens und die BBVA-Stiftung schreiben 2009 ihren ersten Internationalen Kompositionswettbewerb «Auditorio Nacional de Música» aus. Bewerbungen können von Komponisten aller Nationalitäten eingereicht werden; es besteht keine Altersbegrenzung. Zu diesem Wettbewerb sind Werke einzureichen, die für eine im Folgenden aufgeführte maximale Orchesterbesetzung komponiert worden sind: Streicher: 16 / 14 / 12 / 10 / 8; Holzbläser (zu viert): 4 Flöten, 4 Oboen, 4 Klarinetten, 4 Fagotte (eine der Flöten kann den Part der Piccoloflöte oder der Flöte in G spielen; eine der Oboen den Part des Englischhorns; eine der Klarinetten den Part der Bassklarinette oder der Es-Klarinette; eins der Fagotte den Part des Kontrafagotts); Blechbläser: 6 Hörner, 4 Trompeten, 3 Posaunen und 1 Tuba; Schlagwerk: maximal 5 Musiker; Harfe: 2 Musiker; Akkordeon: 1 Musiker; Klavier und Celesta; Mögliche Einbeziehung des Chores (24 Sänger, maximal 3 divisi pro Stimmlage), 1 Solisten (instrumental oder Gesang) sowie elektronischer Medien und der Musikinformatik.
Die Dauer des Werks sollte zwischen 10 und maximal 16 Minuten betragen. Einsende-Schluss ist am 15. Juni 2009, die weiteren Details (span.) finden sich hier.

Cartoon der Woche

Veröffentlicht in Cartoons, Humor, Johann Sonderland, Literatur von Walter Eigenmann am 22. April 2009

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J. B. Sonderland (Düsseldorfer Monatshefte 1850)

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Essays & Aufsätze, Literatur, Roger Willemsen, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 20. April 2009

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Über das Buch

Roger Willemsen

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Das Buch ist ein Produkt, und es ist nichts so wenig wie ein Produkt, nämlich intelligibles, sensibles, moralisches Massiv. Deshalb hat der Bertelsmann-Manager, der mal von einem Roman zu mir sagte: «Das Buch wird auch vom Lesen nicht besser», nicht nur unrecht: Das Buch ist im Leser, bevor es gelesen wird. Es wird historisch ganz anders notiert als Gebrauchswaren oder selbst andere Kulturträger, es hat sich technisch nicht erneuert, und bleibt umgeben von der Aura der historischen Kulturleistung. Es braucht deshalb mehr Versprechen, mehr Charisma als andere Waren, und es verlangt, dass der Warencharakter an ihm möglichst unfühlbar sei.
Bücher wollen auch deshalb wie Unikate behandelt werden. Sie sollen Individuen sein und individuelle Begegnungen ermöglichen. In dieser Hinsicht bilden sich rund um das Buch Geheimgesellschaften und Solidargemeinschaften. Man muss es folglich entweder anbieten wie eine Pforte eben zu diesen oder, sofern es sich um Bestseller handelt, wie ein Tor zu jener Massen-Gemeinschaft, an der man partizipieren will wie an «Wetten dass», ungeachtet, wie einfältig sie unter Umständen ist. Man reist also auf Büchern immer entweder in die Vereinzelung oder in die Masse und möchte mit dem Mehrwert des Einen oder des Anderen beschenkt werden.

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Roger Willemsen

Leser suchen im Buch (ich rede nicht von Unterhaltung und nicht vom Sachbuch) den von ihnen, nur von ihnen zu entziffernden Satz, sie suchen das Original, die erste Begegnung. Will man in ein Buch einführen oder auf es aufmerksam machen, orientiere man sich also weniger am Stoff als vielmehr am Satz, an der Situation, dem Versprechen des Einzigartigen, selbst am Atmosphärischen oder Klimatischen, das Epische allein trägt ausschließlich Unterhaltungsromane.
Lesen ist anachronistisch durch das Zeitmaß und durch die Konzentration, die es fordert. Das Versprechen, das zum Buch führt, muss also substantieller sein als bei anderen Produkten. Es muss die Mühe und den Zeitverlust, samt dem Gefühl kompensieren, lesend an der gegenwärtigen Welt nicht teilzunehmen. Der Akt des Lesens bleibt deshalb ein Akt der Besonderung, den man entweder durch Wissensvorsprünge aller Art honoriert oder durch das Versprechen überwundener Einsamkeit. Weil es sich hier uni eine produzierte Rezeption handelt, nicht um eine automatische, steht sie gegen die Beliebigkeit, mit der Bilder oder musikalische Einheiten sich vermitteln.

Aus Roger Willemsen, 20 Thesen zu Buch und Buchmarkt heute, Vortrag an der Jahrestagung der Deutschen Publikumsverlage, München 2007

Entspannung durch Musik bei Herz-Patienten

Veröffentlicht in Forschung, Musik, Musik-Forschung, News & Events von Walter Eigenmann am 19. April 2009

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Klassische Musik baut Angst ab

herz-kranke-und-klassische-musikAuf der kürzlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) berichtete ein Forscherteam über die Ergebnisse der sog. ALMUT-Studie, in deren Rahmen bei ca. 200 Herzkatheter-Patienten gemessen wurde, ob Musik unterschiedlicher Stile unterschiedliche Grade von Angstabbau auslösen kann. Zur Verfügung standen Angebote aus den Kategorien «Klassik», «Entspannungsmusik», «Kuscheljazz» oder «Stille». Der Angststatus wurde mit einem speziellen psychologischen Messverfahren sowie der Messung von Blutdruck und Herzfrequenz erhoben.
In der Patientengruppe, die ihre Musik selbst auswählen konnte, erzielte Entspannungsmusik die beste angstlösende Wirkung, in der Gruppe, in der Musik nach dem Zufallsprinzip zugespielt wurde, war Musik aus der Kategorie Klassik am effektivsten. Die guten Werte für die Musikkategorie Klassik ließen sich «durch die als angenehm empfundene ruhige Rhythmizität und die erhöhte Aufmerksamkeit für Musik aus unbekannten, nicht immer persönlich favorisierten Genres begründen.»

Der Freudenthal-Preis 2009

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 18. April 2009

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Förderung plattdeutscher Literatur-Talente

friedrich-und-august-freudenthalDer Freudenthal-Preis für neue niederdeutsche Literatur ist die älteste kontinuierliche Auszeichnung für plattdeutsche Literatur. Der Preis wird kontinuierlich seit 1956 verliehen für zuvor unveröffentlichte Werke. Für 2009 schreibt die Freudenthal-Gesellschaft in Soltau erneut ihren Preis aus für die beste plattdeutsche Arbeit (Poesie und Prosa) aus. Der Preis beträgt 2’500 Euro. Zusätzlich wird der Freudenthal-Förderpreis von 500 Euro vergeben.
Eingereicht werden können unveröffentlichte plattdeutsche Gedichte, Kurzgeschichten, Hörspiele oder Spielszenen, die in sich geschlossen sind. Dazu zählen auch Texte in den niederländischen Mundarten der «sassischen streken»; bei kleineren Arbeiten sollen es mindestens drei, höchstens fünf Texte sein, bei großen Arbeiten wie Novelle oder Hörspiel genügt ein Text. Einsende-Schluss ist am 31. Mai 2009, die weiteren Details finden sich hier.

Frühlings-Haiku (2)

Veröffentlicht in Haiku, Japanische Lyrik, Literatur, Lyrik, Yayû von Walter Eigenmann am 18. April 2009

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lercheNiesen musste ich,
und dabei verlor ich die
Lerche aus dem Aug’!

Yayû (1701-1783)

Der brillante Schachzug (33)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach, Schach-Studien von Walter Eigenmann am 17. April 2009

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Auflösung

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Die Reihe «Der brillante Zug» veröffentlicht wöchentlich ein neues Beispiel faszinierender menschlicher Höchstleistung auf dem Gebiete des Turnierschachs und der Problemkunst. Die einzelnen Stellungen bzw. Lösungen wurden von der Redaktion persönlich recherchiert und dürften als Schachaufgaben hiermit zum ersten Male einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Es handelt sich dabei um extreme Herausforderungen – für Maschinen wie für Menschen. – Viel Spaß beim Knobeln! (W.E.)

Das neue Glarean-Sudoku

Veröffentlicht in Rätsel, Spielwiese, Sudoku von Walter Eigenmann am 16. April 2009

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Sudoku im April

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Copyright by Glarean Magazin 2009

Auflösung hier

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Essays & Aufsätze, Friedrich Schiller, Philosophie, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 15. April 2009

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Über die drei Forderungen an den Menschen

Friedrich Schiller

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Ebenso wie der griechische Bildhauer die unnütze und hinderliche Last der Gewänder hinweg wirft, um der menschlichen Natur mehr Platz zu machen, so entbindet der griechische Dichter seine Menschen von dem ebenso unnützen und ebenso hinderlichen Zwang der Konvenienz und von allen frostigen Anstandsgesetzen, die an dem Menschen nur künsteln und die Natur an ihm verbergen. Die leidende Natur spricht wahr, aufrichtig und tief eindringend zu unserm Herzen in der Homerischen Dichtung und in den Tragikern; alle Leidenschaften haben ein freies Spiel und die Regel des Schicklichen hält kein Gefühl zurück. Die Helden sind für alle Leiden der Menschheit so gut empfindlich als andere und eben das macht sie zu Helden, dass sie das Leiden stark und innig fühlen, und doch nicht davon überwältigt werden. Sie lieben das Leben so feurig wie wir andern, aber diese Empfindung beherrscht sie nicht so sehr, dass sie es nicht hingeben können, wenn die Pflichten der Ehre oder der Menschlichkeit es fordern. Philoktet erfüllt die griechische Bühne mit seinen Klagen; selbst der wütende Herkules unterdrückt seinen Schmerz nicht. Die zum Opfer bestimmte Iphigenia gesteht mit rührender Offenheit, dass sie von dem Licht der Sonne mit Schmerzen scheide. Nirgends sucht der Grieche in der Abstumpfung und Gleichgültigkeit gegen das Leiden seinen Ruhm, sondern in Ertragung desselben bei allem Gefühl für dasselbe. Selbst die Götter der Griechen müssen der Natur einen Tribut entrichten, sobald sie der Dichter der Menschheit näher bringen will. Der verwundete Mars schreit vor Schmerz so laut auf, wie zehntausend Mann und die von einer Lanze geritzte Venus steigt weinend zum Olymp und verschwört alle Gefechte.

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Friedrich Schiller (1759-1805)

Diese zarte Empfindlichkeit für das Leiden, diese warme, aufrichtige, wahr und offen daliegende Natur, welche uns in den griechischen Kunstwerken so tief und lebendig rührt, ist ein Muster der Nachahmung für alle Künstler und ein Gesetz, das der griechische Genius der Kunst vorgeschrieben hat. Die erste Forderung an den Menschen macht immer und ewig die Natur, welche niemals darf abgewiesen werden; denn der Mensch ist – ehe er etwas anderes ist – ein empfindendes Wesen. Die zweite Forderung an ihn macht die Vernunft, denn er ist ein vernünftig empfindendes Wesen, eine moralische Person und für diese ist es Pflicht, die Natur nicht über sich herrschen zu lassen, sondern sie zu beherrschen. Erst alsdann, wenn erstlich der Natur ihr Recht ist angetan worden und wenn zweitens die Vernunft das ihrige behauptet hat, ist es dem Anstand erlaubt, die dritte Forderung an den Menschen zu machen und ihm, im Ausdruck sowohl seiner Empfindungen als seiner Gesinnungen, Rücksicht gegen die Gesellschaft aufzulegen und sich als ein zivilisiertes Wesen zu zeigen.

Aus Friedrich Schiller, Über das Pathetische, Leipzig 1801

Frühlings-Haiku (1)

Veröffentlicht in Haiku, Japanische Lyrik, Kito, Literatur, Lyrik von Walter Eigenmann am 14. April 2009

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japan_freudeIm Papiergeschäft
Briefbeschwerer überall -
Frühlingsstürme wehn.

Kitô (1740-1789)

Frohe Ostern!

Veröffentlicht in Ostern, Schach, Schach-Rätsel, Schach-Studien, Walter Eigenmann von Walter Eigenmann am 12. April 2009

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Urdruck 12. April 2009

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