Glarean Magazin

Neuer Prosa-Wettbewerb der «Tieger-Edition»

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 31. März 2009

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Witzig-kriminalistische Kurzgeschichten

edition-tieger_autorenhausDie Edition Tieger im Autorenhaus-Verlag sucht unveröffentlichte, «witzig-humorvolle, kriminalistisch-hintergründige, intelligent-versponnene, psychologisch-verfeinerte» Kurzgeschichten – ausschließlich zu den beiden Themen: 1. «Er streichelt seine Katze mehr als mich» bzw. 2. «Sie streichelt ihre Katze mehr als mich». Jeder Teilnehmer kann jeweils einen Text zu beiden Themen einreichen, der Umfang je Thema soll max. 10 Seiten betragen. Einsende-Schluss ist am 28. August 2009, die Details finden sich hier.

Der brillante Schachzug (32)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach von Walter Eigenmann am 30. März 2009

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Auflösung

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Die Reihe «Der brillante Zug» veröffentlicht wöchentlich ein neues Beispiel faszinierender menschlicher Höchstleistung auf dem Gebiete des Turnierschachs und der Problemkunst. Die einzelnen Stellungen bzw. Lösungen wurden von der Redaktion persönlich recherchiert und dürften als Schachaufgaben hiermit zum ersten Male einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Es handelt sich dabei um extreme Herausforderungen – für Maschinen wie für Menschen. – Viel Spaß beim Knobeln! (W.E.)

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Essays & Aufsätze, Philosophie, Psychologie, Robert Musil, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 30. März 2009

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Über die Dummheit

Robert Musil

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Im Leben versteht man unter einem dummen Menschen gewöhnlich einen, der »ein bißchen schwach im Kopf« ist. Außerdem gibt es aber auch die verschiedenartigsten geistigen und seelischen Abweichungen, von denen selbst eine unbeschädigt eingeborene Intelligenz so behindert und durchkreuzt und irregeführt werden kann, daß es im ganzen auf etwas hinausläuft, wofür dann die Sprache wieder nur das Wort Dummheit zur Verfügung hat. Dieses Wort umfaßt also zwei im Grunde sehr verschiedene Arten: eine ehrliche und schlichte Dummheit und eine andere, die, ein wenig paradox, sogar ein Zeichen von Intelligenz ist. Die erstere beruht eher auf einem schwachen Verstand, die letztere eher auf einem Verstand, der bloß im Verhältnis zu irgend etwas zu schwach ist, und diese ist die weitaus gefährlichere.
Die ehrliche Dummheit ist ein wenig schwer von Begriff und hat, was man eine »lange Leitung« nennt. Sie ist arm an Vorstellungen und Worten und ungeschickt in ihrer Anwendung. Sie bevorzugt das Gewöhnliche, weil es sich ihr durch seine öftere Wiederholung fest einprägt, und wenn sie einmal etwas aufgefaßt hat, ist sie nicht geneigt, es sich so rasch wieder nehmen zu lassen, es analysieren zu lassen oder selbst daran zu deuteln. Sie hat überhaupt nicht wenig von den roten Wangen des Lebens! Zwar ist sie oft unbestimmt in ihrem Denken, und die Gedanken stehen ihr vor neuen Erfahrungen leicht ganz still, aber dafür hält sie sich auch mit Vorliebe an das sinnlich Erfahrbare, das sie gleichsam an den Fingern abzählen kann. Mit einem Wort, sie ist die liebe »helle Dummheit«, und wenn sie nicht manchmal auch so leichtgläubig, unklar und zugleich so unbelehrbar wäre, daß es einen zur Verzweiflung bringen kann, so wäre sie eine überaus anmutige Erscheinung.
Ich mag mir nicht versagen, diese Erscheinung noch mit einigen Beispielen auszuzieren, die sie auch von anderen Seiten zeigen und die ich Bleulers Lehrbuch der Psychiatrie entnommen habe: Ein Imbeziller drückt, was wir mit der Formel »Arzt am Krankenbett« abtäten, mit den Worten aus: »Ein Mann, der hält dem ändern die Hand, der liegt im Bett, dann steht da eine Nonne.« Es ist die Ausdrucksweise eines malenden Primitiven! Eine nicht ganz klare Magd betrachtet es als schlechten Scherz, wenn man ihr zumutet, sie solle ihr Erspartes der Kasse übergeben, wo es Zinsen trage: So dumm werde niemand sein, ihr noch etwas dafür zu bezahlen, daß er ihr das Geld aufbewahre! gibt sie zur Antwort; und es drückt sich darin eine ritterliche Gesinnung aus, ein Verhältnis zum Geld, das man vereinzelt noch in meiner Jugend an vornehmen alten Leuten hat wahrnehmen können! Einem dritten Imbezillen endlich wird es symptomatisch aufgeschwärzt, daß er behauptet, ein Zweimarkstück sei weniger wert als ein Markstück und zwei halbe, denn – so lautet seine Begründung: man müsse es wechseln, und dann bekäme man zu wenig heraus! Ich hoffe, nicht der einzige Imbezille in diesem Saal zu sein, der dieser Werttheorie für Menschen, die beim Wechseln nicht aufpassen können, herzlich zustimmt!
Um aber nochmals auf das Verhältnis zur Kunst zurückzukehren, die schlichte Dummheit ist wirklich oft eine Künstlerin. Statt auf ein Reizwort mit einem ändern Wort zu erwidern, wie es in manchen Experimenten einstens sehr üblich war, gibt sie gleich ganze Sätze zur Antwort, und man mag sagen, was man will, diese Sätze haben etwas wie Poesie in sich! Ich wiederhole, indem ich zuerst das Reizwort nenne, einige von solchen Antworten:
»Anzünden: Der Bäcker zündet das Holz an.
Winter: Besteht aus Schnee.
Vater: Der hat mich einmal die Treppe hinuntergeworfen.
Hochzeit: Dient zur Unterhaltung.
Garten: In dem Garten ist immer schön Wetter.
Religion: Wenn man in die Kirche geht.
Wer war Wilhelm Tell: Man hat ihn im Wald gespielt; es waren verkleidete Frauen und Kinder dabei.
Wer war Petrus: Er hat dreimal gekräht.«
Die Naivität und große Körperlichkeit solcher Antworten, der Ersatz höherer Vorstellungen durch das Erzählen einer einfachen Geschichte, das wichtige Erzählen von Überflüssigem, von Umständen und Beiwerk, dann wieder das abkürzende Verdichten wie in dem Petrus-Beispiel, das sind uralte Praktiken der Dichtung; und wenn ich auch glaube, daß ein Zuviel davon, wie es recht in Schwang ist, den Dichter dem Idioten annähert, so ist doch auch das Dichterische in diesem nicht zu verkennen, und es fällt ein Licht darauf, daß der Idiot in der Dichtung mit einer eigentümlichen Freude an seinem Geist dargestellt werden kann.

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Robert Musil (1880-1942)

Zu dieser ehrlichen Dummheit steht nun die anspruchsvolle höhere in einem wahrhaft nur zu oft schreienden Gegensatz. Sie ist nicht sowohl ein Mangel an Intelligenz als vielmehr deren Versagen aus dem Grunde, daß sie sich Leistungen anmaßt, die ihr nicht zustehen; und sie kann alle schlechten Eigenschaften des schwachen Verstandes an sich haben, hat aber außerdem auch noch alle die an sich, die ein nicht im Gleichgewicht befindliches, verwachsenes, ungleich bewegliches, kurz, ein jedes Gemüt verursacht, das von der Gesundheit abweicht. Weil es keine »genormten« Gemüter gibt, drückt sich, richtiger gesagt, in dieser Abweichung ein ungenügendes Zusammenspiel zwischen den Einseitigkeiten des Gefühls und einem Verstand aus, der zu ihrer Zügelung nicht hinreicht. Diese höhere Dummheit ist die eigentliche Bildungskrankheit (aber um einem Mißverständnis entgegenzutreten: sie bedeutet Unbildung, Fehlbildung, falsch zustande gekommene Bildung, Mißverhältnis zwischen Stoff und Kraft der Bildung), und sie zu beschreiben, ist beinahe eine unendliche Aufgabe. Sie reicht bis in die höchste Geistigkeit; denn ist die echte Dummheit eine stille Künstlerin, so die intelligente das, was an der Bewegtheit des Geisteslebens, vornehmlich aber an seiner Unbeständigkeit und Ergebnislosigkeit mitwirkt. Schon vor Jahren habe ich von ihr geschrieben: »Es gibt schlechterdings keinen bedeutenden Gedanken, den die Dummheit nicht anzuwenden verstünde, sie ist allseitig beweglich und kann alle Kleider der Wahrheit anziehen. Die Wahrheit dagegen hat jeweils nur ein Kleid und einen Weg und ist immer im Nachteil.« Die damit angesprochene Dummheit ist keine Geisteskrankheit, und doch ist sie die lebensgefährlichste, die dem Leben selbst gefährliche Krankheit des Geistes.
Wir sollten sie gewiß jeder schon in uns verfolgen, und nicht erst an ihren großen geschichtlichen Ausbrüchen erkennen. Aber woran sie erkennen? Und welches unverkennbare Brandmal ihr aufdrücken?! Die Psychiatrie benutzt heute als Hauptkennzeichen für die Fälle, die sie angehen, die Unfähigkeit, sich im Leben zurechtzufinden, das Versagen vor allen Aufgaben, die es stellt, oder auch plötzlich vor einer, wo es nicht zu erwarten wäre. Auch in der experimentellen Psychologie, die es vornehmlich mit dem Gesunden zu tun hat, wird die Dummheit ähnlich definiert. »Dumm nennen wir ein Verhalten, das eine Leistung, für die alle Bedingungen bis auf die persönlichen gegeben sind, nicht vollbringt«, schreibt ein bekannter Vertreter einer der neuesten Schulen dieser Wissenschaft. Dieses Kennzeichen der Fähigkeit sachlichen Verhaltens, der Tüchtigkeit also, läßt für die eindeutigen »Fälle« der Klinik oder der Affenversuchsstation nichts zu wünschen übrig, aber die frei herumlaufenden »Fälle« machen einige Zusätze nötig, weil das richtige oder falsche »Vollbringen der Leistung« bei ihnen nicht immer so einleuchtend ist. Erstens liegt doch in der Fähigkeit, sich allezeit so zu verhalten, wie es ein lebenstüchtiger Mensch unter gegebenen Umständen tut, schon die ganze höhere Zweideutigkeit der Klugheit und Dummheit, denn das »sachgemäße«, »sachkundige« Verhalten kann die Sache zum persönlichen Vorteil benutzen oder ihr dienen, und wer das eine tut, pflegt den, der das andre tut, für dumm zu halten. (Aber medizinisch dumm ist eigentlich nur, wer weder das eine noch das andere kann.) Und zweitens läßt sich auch nicht leugnen, daß ein unsachliches Verhalten, ja sogar ein unzweckmäßiges, oft notwendig sein kann, denn Objektivität und Unpersönlichkeit, Subjektivität und Unsachlichkeit haben Verwandtschaft miteinander, und so lächerlich die unbeschwerte Subjektivität ist, so lebens-, ja denkunmöglich ist natürlich ein völlig objektives Verhalten; beides auszugleichen, ist sogar eine der Hauptschwierigkeiten unserer Kultur. Und schließlich wäre auch noch einzuwenden, daß sich gelegentlich keiner so klug verhält, wie es nötig wäre, daß jeder von uns also, wenn schon nicht immer, so doch von Zeit zu Zeit dumm ist. Es ist darum auch zu unterscheiden zwischen Versagen und Unfähigkeit, gelegentlicher oder funktioneller und beständiger oder konstitutioneller Dummheit, zwischen Irrtum und Unverstand. Es gehört das zum wichtigsten, weil die Bedingungen des Lebens heute so sind, so unübersichtlich, so schwer, so verwirrt, daß aus den gelegentlichen Dummheiten der einzelnen leicht eine konstitutionelle der Allgemeinheit werden kann. Das führt die Beobachtung also schließlich auch aus dem Bereich persönlicher Eigenschaften hinaus zu der Vorstellung einer mit geistigen Fehlern behafteten Gesellschaft. Man kann zwar, was psychologisch-real im Individuum vor sich geht, nicht auf Sozietäten übertragen, also auch nicht Geisteskrankheiten und Dummheit, aber man dürfte heute wohl vielfach von einer »sozialen Imitation geistiger Defekte« sprechen können; die Beispiele dafür sind recht aufdringlich.
Mit diesen Zusätzen ist der Bereich der psychologischen Erklärung natürlich wieder überschritten worden. Sie selbst lehrt uns, daß ein kluges Denken bestimmte Eigenschaften hat, wie Klarheit, Genauigkeit, Reichtum, Löslichkeit trotz Festigkeit und viele andere, die sich aufzählen ließen; und daß diese Eigenschaften zum Teil angeboren sind, zum Teil neben den Kenntnissen, die man sich aneignet, auch als eine Art Denkgeschicklichkeit erworben werden; bedeuten doch ein guter Verstand und ein geschickter Kopf so ziemlich das gleiche. Hierbei ist nichts zu überwinden als Trägheit und Anlage, das läßt sich auch schulen, und das komische Wort »Denksport« drückt nicht einmal so übel aus, worauf es ankommt.
Die »intelligente« Dummheit hat dagegen nicht sowohl den Verstand als vielmehr den Geist zum Widerpart, und wenn man sich darunter nicht bloß ein Häuflein Gefühle vorstellen will, auch das Gemüt. Weil sich Gedanken und Gefühle gemeinsam bewegen, aber auch weil sich in ihnen der gleiche Mensch ausdrückt, lassen sich Begriffe wie Enge, Weite, Beweglichkeit, Schlichtheit, Treue auf das Denken wie auf das Fühlen anwenden; und mag der daraus entstehende Zusammenhang selbst noch nicht ganz klar sein, so genügt es doch, um sagen zu können, daß zum Gemüt auch Verstand gehört und daß unsere Gefühle nicht außer Verbindung mit Klugheit und Dummheit sind. Gegen diese Dummheit ist durch Vorbild und Kritik zu wirken.
Die damit vorgetragene Auffassung weicht von der üblichen Meinung ab, die durchaus nicht falsch, wohl aber äußerst einseitig ist und nach der ein tiefes, echtes Gemüt des Verstandes nicht brauchte, ja durch ihn bloß verunreinigt würde. Die Wahrheit ist, daß an schlichten Menschen gewisse wertvolle Eigenschaften, wie Treue, Beständigkeit, Reinheit des Fühlens und ähnliche ungemischt hervortreten, aber das doch eigentlich nur tun, weil der Wettbewerb der anderen schwach ist; und ein Grenzfall davon ist uns vorhin im Bilde des freundlich zusagenden Schwachsinns zu Gesicht gekommen. Nichts liegt mir ferner, als das gute, rechtschaffene Gemüt mit diesen Ausführungen erniedrigen zu wollen — sein Fehlen hat sogar geziemlichen Anteil an der höheren Dummheit! — aber noch wichtiger ist es heute, ihm den Begriff des Bedeutenden voranzusetzen, was ich freilich nur noch gänzlich utopischerweise erwähne.
Das Bedeutende vereint die Wahrheit, die wir an ihm wahrnehmen können, mit den Eigenschaften des Gefühls, die unser Vertrauen haben, zu etwas Neuem, zu einer Einsicht, aber auch zu einem Entschluß, zu einem erfrischten Beharren, zu irgend etwas, das geistigen und seelischen Gehalt hat und uns oder anderen ein Verhalten »zumutet«; so ließe sich sagen, und was im Zusammenhang mit der Dummheit das wichtigste ist, das Bedeutende ist an der Verstandes- wie an der Gefuhlsseite der Kritik zugänglich. Das Bedeutende ist auch der gemeinsame Gegensatz von Dummheit und Roheit, und das allgemeine Mißverhältnis, worin heute die Affekte die Vernunft zerdrücken, statt sie zu beflügeln, schmilzt im Begriff der Bedeutung zu. Genug von ihm, ja vielleicht schon mehr, als zu verantworten sein möchte! Denn sollte noch etwas hinzugefugt werden müssen, so könnte es nur das eine sein, daß mit allem Gesagten durchaus noch kein sicheres Erkennungs- und Unterscheidungszeichen des Bedeutenden gegeben ist und daß wohl auch nicht leicht ein ganz genügendes gegeben werden könnte. Gerade das führt uns aber auf das letzte und wichtigste Mittel gegen die Dummheit: auf die Bescheidung.
Gelegentlich sind wir alle dumm; wir müssen gelegentlich auch blind oder halbblind handeln, oder die Welt stünde still; und wollte einer aus den Gefahren der Dummheit die Regel ableiten: »Enthalte dich in allem des Urteils und des Entschlusses, wovon du nicht genug verstehst!«, wir erstarrten! Aber diese Lage, von der heute recht viel Aufhebens gemacht wird, ist ähnlich einer, die uns auf dem Gebiet des Verstandes längst vertraut ist. Denn weil unser Wissen und Können unvollendet ist, müssen wir in allen Wissenschaften im Grunde voreilig urteilen, aber wir bemühen uns und haben es erlernt, diesen Fehler in bekannten Grenzen zu halten und bei Gelegenheit zu verbessern, wodurch doch wieder Richtigkeit in unser Tun kommt. Nichts spricht eigentlich dagegen, dieses exakte und stolzdemütige Urteilen und Tun auch auf andere Gebiete zu übertragen; und ich glaube, der Vorsatz: Handle, so gut du kannst und so schlecht du mußt, und bleibe dir dabei der Fehlergrenzen deines Handelns bewußt! wäre schon der halbe Weg zu einer aussichtsvollen Lebensgestaltung.
Aber ich bin mit diesen Andeutungen schon eine Weile am Ende meiner Ausführungen, die, wie ich schützend vorgekehrt habe, nur eine Vorstudie bedeuten sollen. Und ich erkläre mich, den Fuß auf der Grenze, außerstande, weiterzu gehen; denn einen Schritt über den Punkt, wo wir halten, hinaus, und wir kämen aus dem Bereich der Dummheit, der selbst theoretisch noch abwechslungsreich ist, in das Reich der Weisheit, eine öde und im allgemeinen gemiedene Gegend.

Aus Robert Musil, Über die Dummheit, Vortrag, Wien 1937, Alexander Verlag Berlin

Wettbewerb des «Literaturpodiums»

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 29. März 2009

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Gedichte und Erzählungen: «Wege der Liebe»

literaturpodiumDas deutsche Literaturpodium sucht «Gedichte und Erzählungen, die sich mit der Liebe auseinandersetzen. Es können die aufgewühlten, leidenschaftlichen aber auch die traurigen Momente sein, die ihren Ausdruck finden. Erotische Momente dürfen anklingen.» Wert gelegt wird auf literarische Qualität und Eigenständigkeit; Form und Inhalt sind frei variabel. Einsende-Schluss ist am 27. Mai 2009, die weiteren Details finden sich hier.

Kompositions-Wettbewerb der «Esoterics»

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 27. März 2009

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Moderne Werke für Chor a cappella

the-esoterics-seattle-choirSeattles berühmtestes Vokalensemble «The Esoterics» zählt zu den innovativsten A-Cappella-Chören der Welt. «Esoterics» widmen sich vornehmlich dem modernen kompositorischen Schaffen für neuzeitliche Werke mit unbegleitetem mehrstimmigem Chor. Neben CD-Produktionen und Konzert-Tourneen gehört die Organisation eines internationalen Chor-Kompositionswettbewerbes zu den Hauptaktivitäten des von Eric Banks gegründeten Ensembles. Die aktuelle Ausschreibung «Polyphonos» sucht wiederum neue geistliche oder poetische Werke für Chor a cappella von KomponistInnen aus aller Welt. Einsende-Schluss ist am 15. Mai 2009, die Einzelheiten des Wettbewerbes (engl.) finden sich hier.

Cartoon der Woche

Veröffentlicht in Adolf Oberländer, Cartoons, Humor, Musik von Walter Eigenmann am 26. März 2009

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Adolf Oberländer

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«Aber Herr Nachbar, warum spielen S’ denn gar so jämmerlich auf der Violine?» -
«Ach Gott, die Hermine ist mir untreu geworden.» -
«Ja aber was kann denn da ich dafür?»
(A.Oberländer in den «Fliegenden Blättern», 19.Jh.)

Luxemburger Gesellschaft für Neue Musik

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 24. März 2009

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Internationaler Ensemble-Kompositionswettbewerb

luxembourg-sinfoniettaDie Luxemburger Gesellschaft für Neue Musik organisiert im Jahre 2009 ihren 8. Internationalen Kompositionswettbewerb. Komponisten aus aller Welt sind eingeladen, neue Werke für das Ensemble Luxembourg Sinfonietta einzureichen. Die Teilnehmer – ohne Altersbegrenzung – sind gebeten, Kompositionen mit einer Dauer von 8 bis 10 Minuten für die komplette Besetzung des Ensembles zu schreiben: 1 Flöte, 1 Klarinette in B, 1 Bassklarinette in B, 1 Altsaxophon, 1 Horn in F, 1 Tuba, 1 Klavier, 1 Akkordeon, 1 Schlagzeug (Vibraphon, Glockenspiel, 3 tom-toms, 2 hängende Becken, große Trommel). Es werden Preise in der Höhe von insgesamt 6’500 Euro vergeben. Einsende-Schluss ist am 1. Juli 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.

Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Essays & Aufsätze, Karl Jaspers, Kultur&Gesellschaft, Philosophie, Zitat der Woche von Walter Eigenmann am 23. März 2009

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Über die geistige Situation der Zeit

Karl Jaspers

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Man hat die Gegenwart mit der Zeit des untergehenden Altertums verglichen, mit der der hellenischen Staaten, in denen das Griechentum versank, oder mit dem dritten nachchristlichen Jahrhundert, in dem die antike Kultur überhaupt zusammenbrach. Jedoch bestehen wesentliche Unterschiede. Damals handelte es sich nm eine Welt, die einen kleinen Raum der Erdoberfläche einnahm und die Zukunft des Menschen auch noch außer sich hatte. Heute, wo der Erdball ganz ergriffen ist, muß, was an Menschsein bleibt, in die Zivilisation eintreten, die das Abendland geschaffen hat. Damals ging die Bevölkerung zurück, heute ist sie in nie dagewesener Vervielfachung angewachsen. Damals war in der Zukunft auch die Bedrohung von außen, heute ist äußere Bedrohung für das Ganze partikular, und der Untergang kann nur von innen her erfolgen, wenn er das Ganze treffen sollte. Der handgreifliche Unterschied gegenüber dem dritten Jahrhundert aber ist, daß damals die Technik stagnierte und zu verfallen begann, während sie heute in unerhörtem Tempo ihre unaufhaltsamen Fortschritte macht. Chance wie Gefahr sind hier unabsehbar. Das äußerlich sichtbare Neue, das allem menschlichen Dasein von jetzt an seine Grundlagen und damit neue Bedingungen stellen muß, ist diese Entfaltung der technischen Welt. Zum erstenmal hat eine wirkliche Naturbeherrschung begonnen.

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Karl Jaspers (1883-1969)

Wollte man sich unsere Welt verschüttet denken, so würden spätere Grabungen zwar keine Schönheiten zutage fördern wie die der Antike, deren Straßenpflaster noch uns entzückt. Aber es würde gegenüber allen früheren Zeiten schon aus den letzten Jahrzehnten so viel Eisen und Beton zu finden sein, daß man noch spät es sehen könnte: der Mensch hatte jetzt den Planeten in ein Netz seiner Apparatur eingesponnen. Dieser Schritt ist gegenüber allen früheren Zeiten so groß wie der erste Schritt zur Werkzeugbildung überhaupt: die Perspektive einer Verwandlung des Planeten in eine einzige Fabrik zur Ausnutzung seiner Stoffe und Energien wird sichtbar. Der Mensch hat das zweitemal die Natur durchbrochen und sie verlassen, um in ihr ein Werk hinzustellen, das sie als Natur nicht nur niemals geschaffen hätte, sondern das nun mit ihr wetteifert an Wirkungsmacht. Nicht schon in der Sichtbarkeit seiner Stoffe und Apparate ist dies Werk vor Augen, sondern erst in der Wirklichkeit ihrer Funktion; der Ausgräber könnte an den Resten von Funktürmen nicht mehr die durch sie hergestellte Allgegenwart der Ereignisse und Nachrichten auf der Erdoberfläche ermitteln.
Was das Neue sei, durch das unsere Jahrhunderte und durch dessen Vollendung unsere Gegenwart gegen das Vergangene sich absetzen, ist auch mit der Weise der Entgötterung der Welt und dem Prinzip der Technisierung keineswegs begriffen. Noch ohne klares Wissen wird immer entschiedener bewußt, in einem Augenblick der Weltwende zu stehen, die nicht an einer der partikularen geschichtlichen Epochen der vergangenen Jahrtausende gemessen werden kann. Wir leben in einer geistig unvergleichlich großartigen, weil an Möglichkeiten und Gefahren reichen Situation, doch müßte sie, würde ihr niemand genug tun können, zur armseligsten Zeit des versagenden Menschen werden.
Im Blick auf die vergangenen Jahrtausende scheint der Mensch vielleicht am Ende. Oder er ist als gegenwärtiges Bewußtsein am Anfang Wienur im Beginn seines Werdens, aber mit erworbenen Mitteln und der Möglichkeit einer realen Erinnerung auf einem neuen, schlechthin anderen Niveau.
Wurde bisher von Situation gesprochen, so in einer abstrakten Unbestimmtheit. Letzthin ist nur der einzelne in einer Situation. Von da übertragend denken wir die Situation von Gruppen, Staaten, der Menschheit, von Institutionen wie Kirche, Universität, Theater, von objektiven Gebilden wie Wissenschaft, Philosophie, Dichtung. Wie wir den Willen einzelner diese als ihre Sache ergreifen sehen, ist dieser Wille mit seiner Sache in einer Situation.
Situationen sind entweder ungewußt und werden wirksam, ohne daß der Betroffene weiß, wie es zugeht. Oder sie werden als gegenwärtige von einem seiner selbst bewußten Willen gesehen, der sie übernehmen, nutzen und wandeln kann. Die Situation als bewußt gemachte ruft auf zu einem Verhalten. Durch sie geschieht nicht automatisch ein Unausweichliches, sondern sie bedeutet Möglichkeiten und Grenzen der Möglichkeiten: was in ihr wird, hängt auch von dem ab, der in ihr steht, und davon, wie er sie erkennt. Das Erfassen der Situation ist von solcher Art, daß es sie schon ändert, sofern es Appell an Handeln und Sichverhalten möglich macht. Eine Situation zu erblicken ist der Beginn, ihrer Herr zu werden, sie ins Auge zu fassen, schon der Wille, der um ein Sein ringt. Wenn ich die geistige Situation der Zeit suche, so will ich ein Mensch sein; solange ich diesem Menschsein noch gegenüberstehe, denke ich über seine Zukunft und Verwirklichung nach; sobald ich aber selbst es bin, suche ich es denkend zu verwirklichen durch Erhellung der faktisch ergriffenen Situation in meinem Dasein.
Es fragt sich jeweils, welche Situation ich meine:
Das Sein des Menschen steht erstens als Dasein in ökonomischen, soziologischen, politischen Situationen, von deren Realität alles andere abhängt, wenn es auch durch sie allein nicht schon wirklich wird.
Das Dasein des Menschen als Bewußtsein steht zweitens in dem Raum dessen, was wißbar ist. Das geschichtlich erworbene, nun vorhandene Wissen in seinem Inhalt und in der Weise, wie gewußt und wie das Wissen methodisch geschieden und erweitert wird, ist Situation als die mögliche Klarheit des Menschen.
Was er selbst wird, ist drittens situationsbedingt durch die Menschen, die ihm begegnen, und durch die Glaubensmöglichkeiten, welche an ihn appellieren.
Wenn ich die geistige Situation suche, muß ich also beachten faktisches Dasein, mögliche Klarheit des Wissens, appellierendes Selbstsein in seinem Glauben, in denen allen der jeweils einzelne sich findet.

Aus Karl Jaspers, Die geistige Situation der Zeit, De Gruyter Verlag 1931

Schach in der Foto-Kunst (11)

Veröffentlicht in Foto, Kunst, Luke Barker, Schach von Walter Eigenmann am 22. März 2009

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Luke Barker

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Der brillante Schachzug (31)

Veröffentlicht in Der brillante Schachzug, Schach von Walter Eigenmann am 21. März 2009

 

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Internationaler Kompositions-Wettbewerb Sond’Ar-te

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 21. März 2009

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Kammermusik mit Elektronik

miso-music-portugalDas portugiesische «Miso»-Musikportal und das ebenfalls in Portugal angesiedelte Sond’Ar-te Electric Ensemble organisieren zum zweiten Mal ihren internationalen Kompositionswettbewerb «Chamber Music with Electronics». Gesucht werden Kammermusik-Werke für gemischt akkustische und elektronische Instrumente. Die Stücke sollen jeweils nicht kürzer als sieben und nicht länger als zwanzig Minuten dauern. Die Teilnahme ist weder an die Nationalität noch an das Alter der KomponistInnen gebunden. Einsende-Schluss ist am 30. April 2009, die technischen Details (engl.) finden sich hier.

17. Open-Mike-Literaturwettbewerb

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 20. März 2009

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Chance für junge AutorInnen

open-mike-literaturwettbewerbDie Literaturwerkstatt Berlin und die Crespo Foundation schreiben zum 17. Mal den «open mike» aus. Es werden drei Preise vergeben, ein Preis für Lyrik und zwei Preise für Prosa. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 7’500 Euro dotiert. Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht älter sind als 35 Jahre und noch keine eigene Buchpublikation vorzuweisen haben. Eingereicht werden kann entweder kurze Prosa (bzw. ein in sich geschlossener Auszug aus einem Großtext) oder Lyrik. Einsende-Schluss ist am 15. Juli 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.

Cartoon der Woche

Veröffentlicht in Adolf Oberländer, Cartoons, Humor, Humor in der Musik, Musik von Walter Eigenmann am 19. März 2009

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Adolf Oberländer

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Adolf Oberländer: «Der falsche Ton», (Zeichnung aus den «Fliegenden Blättern», 19 Jh.)

Förderwettbewerb für Jugendbuch-Autoren

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 18. März 2009

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«Hans-im-Glück-Preis» 2010

hans-im-glueck_literaturwettbewerb_2009Der «Hans-im-Glück-Preis» für Jugendliteratur wurde 1977 von dem Schriftsteller Hans-Christian Kirsch und seiner Frau gestiftet. 1987 wurde der Preis von der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn als Förderpreis für Jugendbuchautoren und -autorinnen übernommen. Der «Hans-im-Glück-Preis» wird im Turnus von zwei Jahren vergeben und ist mit 2’500 Euro sowie einer Kugel mit 24-karätiger Blattvergoldung (der Limburger Silberschmiedin Annette Zey) dotiert.
Prämiert werden «sprachlich und formal anspruchsvolle Romane und Erzählungen aus dem deutschen Sprachraum für jugendliche Leser und Leserinnen.» Einsende-Schluss ist am 31. Oktober 2009, die Details finden sich hier.

Internationaler Kompositions-Wettbewerb

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 18. März 2009

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Werke für Klavier solo

fluegel-piano-klavierDas in Los Angeles angesiedelte Kulturmanagement «music+culture» schreibt einen Kompositionswettbewerb für Solo-Klavier aus. Komponistinnen und Komponisten aller Nationalitäten und jeden Alters sind eingeladen, ein neues «klassisches» Werk für Piano solo von max. 20 Minuten Dauer einzureichen. Der Wettbewerb ist mit total 400 Dollar dotiert, das Sieger-Stück wird von dem amerikanischen Pianisten Brian Hanke eingespielt und u.a. via Online-Digital-Musik-Services vertrieben. Einsende-Schluss ist am 1. September 2009, die Einzelheiten (engl.) finden sich hier.

Das Glarean-Literatur-Kreuzworträtsel

Veröffentlicht in Literatur, Literatur-Kreuzworträtsel, Rätsel, Walter Eigenmann von Walter Eigenmann am 17. März 2009

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Literatur-Kreuzworträtsel März 2009

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Das Zitat der Woche

Veröffentlicht in Essays & Aufsätze, Philosophie, Zitat der Woche, Kultur&Gesellschaft, Günther Patzig von Walter Eigenmann am 16. März 2009

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Über die Emanzipation von Musik und Dichtung

Günther Patzig

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Es mag sein, daß Dichtung als gebundene Form der Rede ihren Ursprung in magischen Vorstellungen hatte, daß ohne ein Ritual eine Tradition poetischer Sprachgestaltung nicht hätte entstehen können: Das bedeutet nicht, daß Dichtung demgegenüber nicht ihr Eigenrecht und Eigengesetz haben und entwickeln könnte. Musik und Gesang mögen nach den verschiedenen Hypothesen ihren Ursprung in der rhythmischen Akzentuierung von Arbeitsvorgängen bei gemeinsamen Arbeiten des Stammes haben, oder sie mögen in biologischen Präformationen als Medium der sexuellen Annäherung, vergleichbar dem Balzverhalten anderer Gattungen von Lebewesen, begründet sein: Das ist zwar ein interessantes Faktum, wenn es eins ist, das nicht vergessen werden sollte, wenn man über Musik und Dichtung spricht; aber es kann nicht zur Definition dessen, was Musik ist und welchen Normen sie unterstellt ist, dienen.

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Günther Patzig (*1926)

Das Sachgebiet Dichtung und das Sachgebiet Musik haben sich von ihren gesellschaftlichen oder biologischen Entstehungsbedingungen längst emanzipiert. Auch die Wissenschaft, Natur- wie Geisteswissenschaften, muß sich in ihrer inneren Sachbestimmtheit von den »leitenden Interessen« distanzieren. Das wissenschaftliche Interesse ist verschieden vom gesellschaftlichen Interesse an der Wissenschaft, daher kann das gesellschaftliche Interesse weder zur Definition noch zum Kriterium der Objektivität der Wissenschaft herangezogen werden.
Wie ein Segelflugzeug auf die Motorwinde oder ein Schleppflugzeug angewiesen ist, um seinen Flug beginnen zu können, so ist die Wissenschaft auf gesellschaftliches Interesse angewiesen, um in Gang zu kommen. Hat sie aber erst einmal die Region erreicht, in der sie vom Aufwind des Wahrheitsstrebens erfaßt wird, so gehorcht sie, wie das Segelflugzeug, ihren eigenen Gesetzen.

Aus Günther Patzig, Erklären und Verstehen, Bemerkungen zum Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaften, in Neue Rundschau 84/3 1973

Das neue Streichholz-Rätsel

Veröffentlicht in Rätsel, Spielwiese, Streichholz-Rätsel von Walter Eigenmann am 15. März 2009

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Zwei Streichhölzer sollen so umgelegt werden, dass nur noch vier
Quadrate mit der Seitenlänge eines Streichholzes übrigbleiben

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Auflösung hier

Wort-Bilder von Otto Taufkirch

Veröffentlicht in Grafik, Kunst, Literatur, Lyrik, Neue Lyrik, Otto Taufkirch von Walter Eigenmann am 14. März 2009

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Worte

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worte

manchmal fliegen die worte im
wind und sie bleiben auf den
felsen hängen nur ein narr ver-
sucht sie in den sand zu schreiben

nur ein narr versucht sie einzu-
fangen wie einen fisch in das
netz zu sperren manchmal
ist die erinnerung so tot wie die

felsenschrift die der wind ge-
schnitten hat so tot wie die
balken am strand so tausendfach

tot wie ein wasser im glas das zu
leben anfängt ohne worte ohne
wind ohne fisch und ohne netz

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Neubeginn

taufkirch_neubeginn

neubeginn

der tag verfiel dem ypsilon
im östlichen himmel und ich
bin ohne wehmut ich habe
es abgestritten dass ich gelebt

geliebt habe des messers schneide
im meer blitzt mit den sternen
ich habe es abgestritten dass
schon tage vorher waren

schon vorher Tage waren ich
erinnere keine stunde ich
beginne neu und ohne trauer da
es im osten zu leuchten beginnt

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Otto Taufkirch

Geb. 1942; Maler, Zeichner und Lyriker; zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal; diverse Lyrik-Publikationen; lebt in Lauf/D

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Internationaler Kompositions-Wettbewerb

Veröffentlicht in Musik, Musik-Ausschreibungen von Walter Eigenmann am 13. März 2009

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Werke für Harfe solo

harfeDie amerikanische «International Harp Competition» schreibt alle drei Jahre ihren internationalen Kompositionswettbewerb für Solo-Harfe aus. Das einzureichende Werk soll sechs bis acht Minuten dauern; weitere Instrumente dürfen einbezogen werden, wenn sie vom / von der Harfenisten/in selber gespielt werden (können). Die Arbeit darf noch nicht veröffentlicht worden sein. Der Preis ist mit 2’000 Dollar dotiert. Einsende-Schluss ist am 1. Dezember 2009, die weiteren Formalitäten (engl.) finden sich hier.

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