Glarean Magazin

Und immer droht der Weihnachtsmann

Veröffentlicht in Buch-Rezension, Literatur, Rezensionen von Walter Eigenmann am 23. November 2007

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Neue Weihnachtsgeschichten von Ilse Gräfin von Bredow

bredow-weihnachtsmann.jpgStets rechtzeitig zum Advent legt «alle Jahre wieder» die 85-jährige, aber offenbar ungebrochen rüstig schreibende Erfolgsautorin Ilse Gräfin von Bredow ihre Adventgeschichten und Weihnachtsstorys unter den Christbaum. Nach «Ich und meine Oma und die Liebe» (2005) und «Benjamin, ich hab nichts anzuziehn» (2006) ist es heuer «Und immer droht der Weihnachtsmann».
Die erfrischend unsentimental fabulierende, das (gerade an «hohen Festtagen» unausweichliche) Menschlich-Allzumenschliche mit maliziösem Stift aufspießende Hamburger Schriftstellerin bleibt sich auch dieses Jahr treu. Bis jeweils «Friede auf Erden» einkehrt, haben all die Väter und Mütter, Opas und Omas, Onkel und Tanten, Jungs und Mädels ne Menge an gar nicht gnadenbringenden Streitereien, Schrulligkeiten und garstigen Unpässlichkeiten zu überleben.
Natürlich singt’s mit verständnisvollem Augenzwinkern doch immer wieder «O du fröhliche…» am Ende der Geschichte(n) von Ilse Gräfin von Bredow, denn zu Weihnachten ist schließlich «Versöhnung» angesagt. Aber wer mal ein weihnächtliches Geschenk-Buch der sympathisch sperrigen, die Brüche in den glitzernden Weihnachtskugeln aufdeckenden, trotzdem mit feinem Humor-Lametta garnierten Art sucht, greife zu diesem «drohenden Weihnachtsmann». Schmunzeln erlaubt. (gm/07)

Ilse Gräfin von Bredow, Und immer droht der Weihnachtsmann, Neue Weihnachtsgeschichten, Scherz Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-502-11053-8

Gedicht des Tages

Veröffentlicht in Gedicht des Tages, Literatur, Lyrik, Paul Verlaine von Walter Eigenmann am 23. November 2007

 

Spleen

Die Rosen waren überrot,
Der Efeu ward zur Finsternis.
Liebste, dein kleinster Schritt bedroht
Mein Herz mit neuer Bitternis.

Des Äthers Strahl war allzu blau,
Des Meeres Bucht war allzu weit.
Ich hoffe noch. Ich weiß genau,
Ich hoffe nicht. Du gehst. O bleib!

Das blanke Blatt von Ilex und
Geleucht von Buchs ward ekel mir,
Und dieses Landes ganzes Rund,
Und alles, außer dir. Weh mir!
                                          (VanDerVring)

Paul Verlaine (1844-1896)

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