Glarean Magazin

Gedicht des Tages

Posted in Gedicht des Tages, Literatur, Lyrik, Michelangelo by Walter Eigenmann on 9. Oktober 2007

 

Sonett 

Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt
Im schlechten Schiff durch Stürme übers Meer
Am Hafen Aller, wo die Wiederkehr
Nicht Einem harte Rechenschaft erspart.

Da seh ich nun die Phantasie, die oft
Als Abgott thronte durch der Künste Gnaden,
Wie falsch sie war, von Irrtum überladen,
Und was ein jeder, sich zum Nachteil, hofft.

Verliebtes Denken, einstens froh und leer,
Was ist mir‘s jetzt vor zweien Toden wert?
Des einen bin ich sicher, einer droht.
Malen und Bilden stillt jetzt längst nicht mehr
Die Seele, jener Liebe zugekehrt,
Die offen uns am Kreuz die Arme bot.
                                                                  (Rilke)

Michelangelo (1475-1564)

michelangelo.jpg

About these ads

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s