Computer-Schach-Rankings
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Der Ranglisten-Vergleich
Walter Eigenmann
Die ultimative Computerschach-Rangliste gibt es bekanntlich nicht. Zu unterschiedlich sind die Rahmenbedingungen, unter denen die vielen internationalen Tester(-Gruppen) ihre Engine-Turniere und -Matches ausspielen lassen. Die verwendeten Rechner-Typen, die Bedenkzeiten, die Programm-Parameter und Pondering-Einstellungen, die Eröffnungsbücher und Endspiel-Datenbanken, die Gegner-Anzahl und -Qualität, die Festlegung der div. Hash-Größen - dies alles scheint eine jede der zahlreichen Computer-Ranglisten unverwechsel-, ja unver-gleichbar zu machen.
Oder vielleicht doch nicht?
Zitieren wir mal vier der von der internationalen Programmierer- und Anwenderschaft meistkonsultierten Rankings im Hinblick auf jenes Dutzend ihrer besten Programme (32bit/1CPU), welches allen vier Listen gemeinsam ist:
Das sich ergebende Bild ist verblüffend:
| …… | CEGT (40Z/20M) | CCRL (40Z/40M) | COMP2007 (30-120M) | CEGT-Blitz (40Z/4M) |
| 01. | Rybka 2.2 | Rybka 2.2 | Rybka 2.2 | Rybka 2.2 |
| 02. | Hiarcs 11.1 | Hiarcs 11.1 | Hiarcs 11.1 | Hiarcs 11.1 |
| 03. | Fritz 10 | Fritz 10 | Fritz 10 | Fritz 10 |
| 04. | Loop 10.32f | Shredder 10 | Loop 10.32f | Loop 10.32f |
| 05. | Shredder 10 | Loop 10.32f | Shredder 10 | Shredder 10 |
| 06. | Toga II 1.2.1a | Toga II 1.2.1a | Toga II 1.2.1a | Toga II 1.2.1a |
| 07. | Junior 10.1 | Spike 1.2 Turin | Fruit 2.2.1 | Spike 1.2 Turin |
| 08. | Fruit 2.2.1 | Fruit 2.2.1 | Spike 1.2 Turin | Fruit 2.2.1 |
| 09. | Spike 1.2 Turin | Junior 10.1 | Junior 10.1 | Junior 10.1 |
| 10. | Ktulu 8.0 | Ktulu 8.0 | Ktulu 8.0 | Ktulu 8 |
| 11. | Chess Tiger 2007.1 | Naum 2.0 | Chess Tiger 2007.1 | Chess Tiger 2007.1 |
| 12. | Naum 2.0 | Chess Tiger 2007.1 | Naum 2.0 | Naum 2.0 |
(40Z/20M = Partien mit 40 Zügen in 20 Minuten pro Engine)
Die Ranglisten sind, so unterschiedlich sie auch generiert wurden, praktisch identisch, die Abweichungen marginal - inklusive «Blitz»-Ranking!
Dieser Befund lässt nur eine Folgerung zu: Nicht die «Verpackung» (=Books&Bases) und auch nicht der «Transport» (=Hardware), sondern v.a. der «Inhalt» (=Codes&Algorithmen) ist’s, der über die relative Turnier-Performance einer Schach-Engine entscheidet.
Andersrum gesagt, und keineswegs trivial: Gute Programmierung ist durch nichts - auch nicht durch schnelle Hardware und Datenbanken - zu ersetzen.
Nochmals pointiert formuliert: Genügend statistisches Material vorausgesetzt ist’s egal, unter welchen Voraussetzungen getestet wird…





