Literatur – Musik – Schach
Editorial / Inhalt
Literatur – Musik – Schach
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…sind drei auf den ersten Blick heterogene Kultur-Phänomene. Beim zweiten Hinsehen werden Gemeinsamkeiten offenbar, denen nachzuspüren eine der Intentionen dieses Internet-KulturJournals ist.
Und: Literatur, Musik, Schach – das steht für drei der grundlegenden menschlichen Komponenten, nämlich fürs Denken, fürs Fühlen, fürs Spielen. -
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Wir wünschen Ihnen unterhaltsame und informative Stunden mit dem «Glarean»! – -
Juni 2007, Walter Eigenmann
Glarean = Schweizer/Glarner Humanist und Universal-Gelehrter (1488-1563):
Musiker, Dichter, Mathematiker, Philologe, Historiker und Geograph. -
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Rubriken
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Aktuell
Gratis-Downloads Kostenlose Musiknoten, Songs, Texte, u. a.
Das aktuelle Interview mit: Krimi-Autor Thomas Brändle
Zitat der Woche Richard Wagner: Vom Nutzen und Zweck der Arbeit
Neue Kurz-Prosa von Matthias Berger
Exklusiv im Glarean Magazin Das Musik-Kreuzworträtsel
Heute vor … Jahren «Die Schöpfung» von Joseph Haydn
Testverfahren für Schach-Programme «Barometer-Engine-Test»
Der neue Essay Arnold Leifert über die «Literatur als Geschehnis»
Exklusiv im Glarean Magazin Das 50-Euro-Preisrätsel
Die Buch-Novität Lutz Jäncke: Macht Musik schlau?
Neue Lyrik Werner K. Bliß
Exklusiv im Glarean Magazin Das Schach-Alphabet
Die neue CD Sax Allemande: «Kagel-Schubert-Projekt»
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10. Carl-von-Ossietzky-Kompositionspreis
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Mittelschweres Werk für Gitarren-Ensemble
Das Osnabrücker Institut für Musik schreibt für 2010 seinen bislang zehnten Carl-von-Ossietzky-Kompositionspreis aus: «Carl von Ossietzkys Lebenswerk steht symbolisch für die Achtung des Menschen, die Übernahme persönlicher Verantwortung für Friedenspolitik, Erziehung und Ökologie. Es trägt dazu bei, Lebenswerte für zukünftige Generationen zu erhalten, wozu auch die Förderung der musikalischen Kultur einen Beitrag leisten kann.»
Mit der Ausschreibung verbinden das Institut sowie das Gitarren-Ensemble der Universität (Leitung: Axel Weidenfeld) eine «Grundsteinlegung für ein Repertoire leichten bis mittleren Schwierigkeitsgradess; Es soll Schüler, Studenten und Laien in unterschiedlichen Stilrichtungen zum gemeinsamen Spiel zusammenbringen.» Eingereicht werden soll diesmal ein Werk für Gitarren-Ensemble (3-6 Gitarren, ggf. ist auch chorische Besetzung möglich). Der Schwierigkeitsgrad soll leicht bis max. mittelschwer sein, die Aufführungsdauer höchstens sechs Minuten betragen. Einsende-Schluss ist am 30. Juni 2010, die weiteren Details finden sich hier.
Das Glarean-Schach-Kreuzworträtsel Juli 2009
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Schach-Kreuzworträtsel Juli 2009
Copyright 2009 by Walter Eigenmann / Glarean Magazin
Auflösung hier
Kammermusik von Fauré, Saint-Saens, Satie, Pierné u.a.
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Wunderbar aussingende Oboe
Christian Schütte
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Albrecht Mayer zählt seit vielen Jahren zu den international führenden Solisten auf der Oboe, kommt nach wie vor aber seinen Verpflichtungen als Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker nach. Zusammen mit der Pianistin Karina Wisniewska hat Mayer schon vor längerem französische Kammermusik eingespielt. Die Aufnahme ist jetzt beim Schweizer Label Tudor neu herausgekommen.
Auf der CD sind sowohl Originalkompositionen für Oboe und Klavier als auch Bearbeitungen versammelt. Die Komponisten der Werke lebten alle zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Booklet kommentiert die Auswahl der Werke mit der Überschrift «Der Charme der Belle Epoque». In dieser Zeit existierten in Frankreich zwei große musikalische Strömungen parallel. Auf der einen Seite gab es da die von Komponisten wie Debussy und Ravel zu ihrer Blüte geführte impressionistische Richtung, auf der anderen Seite die neoklassizistischen Bewegungen mit Igor Strawinsky im Zentrum.
Neben diesen beiden Stilrichtungen dokumentiert die Einspielung auch die Entwicklungen über zwei Generationen von Komponisten zu dieser Zeit. Camille Saint-Saens etwa hat starke Einflüsse auf ihm nachfolgende französische Komponisten genommen. Seine Sonate für Oboe und Klavier op. 166 aus seinem letzten Lebensjahr 1921 ist das ganz elegische, pastorale Testament des Komponisten an die musikalische Welt. Diesen klanglichen Charakter greift Eugène Bozza in seiner Fantaisie pastorale auf, verbindet sie dabei mit beinahe archaischen Harmonien. Albrecht Mayer spielt beide Werke mit wunderbar warmen, großem Ton, der weit weg ist von allem näselnden – wie es der Oboe ja immer wieder zugewiesen wird.
Erik Satie ist wesentlich für seine Klavierkompositionen berühmt geworden. Die Trois Gymnopédies aus dem Jahr 1888 gehen auf ein Thema aus der griechischen Antike zurück. Es geht in den Klavierstücken um Gymnastikübungen der Spartaner. Die Bearbeitung für Oboe und Klavier stellt die Oboe in den Vordergrund, das Klavier hat wesentlich stützende Akkorde zu spielen, die in ihrem rhythmischen Muster immer gleich bleiben. Darüber schweben sehr kantable Linien in der Oboe, die durchaus liedhaften Charakter haben – drei kurze, intime, fast schon zurückhaltende Stücke.
Die großen gesanglichen Qualitäten der Oboe kommen besonders gut in den Bearbeitungen von Liedern Gabriel Faurés zum Ausdruck. Albrecht Mayer spielt hier eine Oboe d’amore, die in der Tiefe mehr Tonumfang und insgesamt einen weicheren, runderen Klang hat. Auch wenn natürlich ein Instrument die Ebene des Textes nicht ersetzen kann, so singt die Oboe Faurés Melodiebögen wunderbar aus. Gerade auch an diesen Stücken stellt Karina Wisniewska ihre Qualitäten als sensible Begleiterin unter Beweis.
Eine ganz andere Klangfarbe bringen etwa die beiden Stücke von Gabriel Pierné, Sérénade op. 7 und Pièce op. 5 in die Sammlung. Federnde, tänzerische Rhythmen, die den Musikern eine große Spielfreude entlocken.
Liebhaber der Oboe bekommen mit dieser CD eine unbedingt hörenswerte Ergänzung ihrer Discographie mit einem Repertoire, das in dieser Zusammenstellung sonst nicht zu hören ist. Albrecht Mayer zeigt sich der französischen Musik in ihrer Leichtigkeit und Eleganz, aber auch in ihrer Melancholie und Nachdenklichkeit voll und ganz gewachsen.
Albrecht Mayer, Oboe, und Karina Wisniewska, Klavier: Französische Kammermusik, Tudor CD 7067
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Christian Schütte
Geb. 1978 in Hannover, Studium der Musikwissenschaft und der Germanistik in Marburg, Umfangreiche Vortragstätigkeit zur Einführung in Konzerte sowie zu verschiedenen Themen der Musik- und Kulturgeschichte, Autor zahlreicher Programmheft-Beiträge, seit 2008 freiberufliche kulturjournalistische Tätigkeit, lebt in Hannover
Das Zitat der Woche
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Vom Nutzen und Zweck der Arbeit
Richard Wagner
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Der Künstler hat, außer an dem Zwecke seines Schaffens, schon an diesem Schaffen, an der Behandlung des Stoffes und dessen Formung selbst Genuß, sein Produzieren ist ihm an und für sich erfreuende und befriedigende Tätigkeit, nicht Arbeit. Dem Handwerker gilt nur der Zweck seiner Bemühung, der Nutzen, den ihm seine Arbeit bringt; die Tätigkeit, die er verwendet, erfreut ihn nicht, sie ist ihm nur Beschwerde, unumgängliche Notwendigkeit, die er am liebsten einer Maschine aufbürden möchte: seine Arbeit vermag ihn nur aus Zwang zu fesseln, deshalb ist er auch nicht mit dem Geiste dabei gegenwärtig, sondern beständig darüber hinaus bei dem Zwecke, den er so gerade wie möglich erreichen möchte.
Ist nun aber der unmittelbare Zweck des Handwerkers nur die Befriedigung eines eigenen Bedürfnisses, z. B. die Herstellung seiner eigenen Wohnung, seiner eignen Gerätschaften, Kleidung usw., so wird ihm mit dem Behagen an den ihm verbleibenden nützlichen Gegenständen allmählich auch Neigung zu einer solchen Zubereitung des Stoffes, wie sie seinem persönlichen Geschmacke zusagt, eintreten; nach der Herstellung des Notwendigsten wird daher sein auf weniger drängende Bedürfnisse gerichtetes Schaffen sich von selbst zu einem künstlerischen erheben: gibt er aber das Produkt seiner Arbeit von sich, verbleibt ihm davon nur der abstrakte Geldeswert, so kann sich unmöglich seine Tätigkeit je über den Charakter der Geschäftigkeit der Maschine erheben; sie gilt ihm nur als Mühe, als traurige, saure Arbeit. Die Letztere ist das Los des Sklaven der Industrie…
Aus Richard Wagner, Die Kunst und die Revolution, Dresden 1849
Kompositions-Wettbewerb der MusikTriennale Köln
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Zeitgenössische Musik von studierenden Komponisten
Im Rahmen der nächstjährigen «MusikTriennale» in Köln bzw. deren Motto «Heimat – heimatlos» wird ein Kompositions-Wettbewerb für zeitgenössische Musik ausgeschrieben. Der Wettbewerb richtet sich ausschließlich an Studierende. Die vierköpfige Jury wählt aus den Bewerbungen drei Werke aus, die im Rahmen der vom 24. April bis 16. Mai 2010 stattfindenden MusikTriennale uraufgeführt und mitgeschnitten werden. Der Preis ist mit insgesamt 9′000 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. November 2009, die weiteren Details finden sich hier.
Spanischer Kompositions-Wettbewerb für Gitarre
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In honorem Andrès Segovia
Die spanische Stadt Almuñécar / La Herradura schreibt 2009 ihren 22. Kompositions-Wettbewerb für Gitarre aus. Eingeladen sind KomponistInnen aller Länder, ein Werk für Klassische Gitarre mit einer Dauer von maximal zehn Minuten einzureichen. Das Preis-Geld beträgt 2′000 Euro. Einsende-Schluss ist am 1. November 2009, die weiteren Details (engl.) sind hier zu lesen.
Interview mit dem Schach-Programmierer Stefan Meyer-Kahlen
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Computerschach: «Wir stehen erst am Anfang des Weges»
Peter Martan
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Viermaliger Weltmeister bei den Mikro-Schachcomputern, zwei Mal Sieger einer Computerschach-Weltmeisterschaft, fünf Mal Gewinner der Computer-Blitzschach-WM, und Erster bei der Chess960-WM in Mainz – dies der eindrückliche Palmarès des deutschen Schachprogrammes Shredder seit dem Jahre 1996. Vater dieser erfolgreichen Schach-Engine, welche im Kreise der Computerschach-Experten einen seit langem hervorragenden Ruf genießt, ist der Düsseldorfer Software-Entwickler Stefan Meyer-Kahlen.

Stefan Meyer-Kahlen wurde 1968 in Düsseldorf geboren, studierte Informatik in Passau und ist seit 1996 hauptberuflich Programmierer. Er ist verheiratet und hat drei Töchter.
In einigen Wochen will der bekannte Profi-Programmierer, der seit 1993 an Shredder arbeitet, die zwölfte Version seines Programmes veröffentlichen. Aus diesem Anlass stellte ihm der Wiener Computerschach-Kenner Dr. Peter Martan im Auftrag des «Glarean Magazins» einige Fragen zum Stand der aktuellen Shredder-Dinge, aber auch zur Zukunft überhaupt der Schachprogrammierung.
Glarean Magazin: An der kürzlich beendeten Computer-Schach-Weltmeisterschaft in Pamplona hat Ihr Shredder-12-Prototyp den Titel zwar in allen drei Bewerben knapp verfehlt, aber nur die seit längerem absolute Nummer Eins im Computerschach, die Engine Rybka, war noch erfolgreicher. Wann darf man Shredder 12 erwarten, und wird er auch in den einschlägigen Ranglisten wieder härtester Konkurrent von Rybka werden?
Stefan Meyer-Kahlen: Shredder-12 erscheint Ende Juli. Die neue Engine ist deutlich verbessert und wird in den diversen Ranglisten sicher einen großen Sprung nach vorne machen. Meines Erachtens aber mindestens genauso wichtig am neuen Shredder 12 sind die Elostufen, bei denen man die Spielstärke in Elo einstellen kann, mit der Shredder spielen soll. Das hat im alten Shredder schon ganz gut geklappt, aber ich habe hier sehr viel Arbeit investiert und denke, dass es nun noch viel besser funktioniert. Shredder macht nun auch die typischen Fehler, die ein menschlicher Spieler mit der eingestellten Spielstärke macht. Shredder berechnet nun auch die Spielstärke des Benutzers besser und passt sich auf Wunsch automatisch an diese Spielstärke an. Das ist für den normalen Nutzer sicher sehr viel wichtiger als die letzten paar Elos.
Pamplona lief für Shredder wirklich nicht so schlecht, aber ich würde natürlich gerne auch mal wieder eine WM gewinnen. Ich gebe nicht auf und werde es beim nächsten Mal wieder probieren. Mit den Partien von Shredder in Pamplona bin ich aber sehr zufrieden.
GM: In den Anfangszeiten des Computerschachs war es unmöglich, Schach-Engines unterschiedlichster Plattformen automatisiert gegeneinander spielen zu lassen – bis Sie damals das sog. UCI-Protokoll vorstellten, welches inzwischen von fast jedem namhaften Schachprogramm unterstützt wird und damit zum Standard avancierte. Wie sehen Sie in der Erinnerung und in der Zukunft die UCI-Geschichte?

Wird der neue Shredder dem amtierenden Weltmeister Rybka (links: Programmierer Vas Rajlich) die Stirn bieten können?- Hier eine Partie von der WM 2009 (Weiß: Rybka - Schwarz: Shredder-X): 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Nf3 Nf6 4. Nc3 Bb4 5. Bg5 Nbd7 6. cxd5 exd5 7. e3 c5 8. Bd3 Qa5 9. Qc2 c4 10. Bf5 O-O 11. O-O Re8 12. Nd2 g6 13. Bh3 Bxc3 14. Qxc3 Qxc3 15. bxc3 Kg7 16. Rfb1 b6 17. g3 h6 18. Bf4 g5 19. Bd6 Nf8 20. Bg2 Ng6 21. a4 Bd7 22. Bb4 Bf5 23. Rb2 h5 24. a5 b5 25. a6 h4 26. Nb1 Bd7 27. Ra5 h3 28. Bf3 Ne7 29. Bd6 Rac8 30. Kf1 Kg6 31. Na3 Nc6 32. Raxb5 Re6 33. Bc5 Nd8 34. Rb8 Rxa6 35. Rxc8 Bxc8 36. Rb8 Bg4 37. Bxg4 Nc6 38. Rh8 Nxg4 39. Rxh3 Nd8 40. Be7 Ne6 41. Rh8 Nf6 42. Rb8 Ne4 43. f3 Nxc3 44. Ke1 f5 45. Kd2 Na4 46. Nc2 Rb6 47. Rxb6 Nxb6 48. Bc5 Kf6 49. Bxb6 axb6 50. Kc3 Ke7 51. e4 fxe4 52. fxe4 dxe4 53. d5 Ng7 54. Kxc4 Nf5 55. g4 Nh4 56. Kd4 Nf3+ 57. Kxe4 Nxh2 unentschieden
MK: Die erste Version für Chessbase war 5.32, ein Mittelding zwischen 5 und 6, welche Version die erste mit UCI war, weiß ich gar nicht mehr so genau, ich denke 4 oder 5. Ohne Rudolf Huber, mit dem ich UCI ja zusammen «erfunden» habe, und mich hier zu sehr selbst zu loben, denke ich schon, dass UCI eine sinnvolle Sache war, die das Computerschach weiter gebracht hat. Wir hatten damals allerdings keine Visionen oder langfristige Pläne für UCI, wir waren nur mit dem existierenden Standard Winboard sehr unzufrieden und waren der Meinung, dass es Zeit für etwas Neues, viel Besseres sei. Da ich in Shredder ja die GUI und die Engine selber programmiere, hab ich es dann direkt in beides eingebaut und so eine Art Referenz-Implementierung geschaffen.
Dass sich UCI durchgesetzt hat und so erfolgreich ist, freut mich natürlich schon. Die Entwicklung von UCI ist noch nicht am Ende. Wir haben es ja damals extra so angelegt, dass man es ohne Probleme erweitern kann und dabei immer noch kompatibel zu älteren Engines oder GUIs ist.
GM: Prof. Ingo Althöfers Idee vom «Dreihirn» hat Shredder als eines der interessantesten Features seiner GUI aufgegriffen. Ist eine Art Triple Brain ein Ansatz, die alte Frage nach Strategie und Taktik zu beantworten? Eine Engine, die hochselektiv in die Tiefe und eine zweite, die an der Basis des Suchbaumes sozusagen mehr in die Breite rechnet, von einer «Master Engine» oder wahlweise auch dem Bediener kontrolliert in der Entscheidung, was in der entsprechenden Stellung wesentlicher für die Bewertung ist?
MK: In der Schachprogrammierung gibt es wie in fast allen Bereichen Trends. Zurzeit ist der Trend, dass man sehr selektiv rechnet und aggressiv pruned. Das wird auch in der parallelen Version so gemacht. Sicher gibt es aber einige, die diesem Trend mehr und andere, die diesem Trend weniger folgen.
Cluster kommen so langsam in Mode und es ist richtig, dass man da andere Sachen machen kann, als in der normalen Version. Ob man dort aber weniger selektiv rechnen soll oder nicht ist unklar. Eine Möglichkeit, auf einem Cluster zu rechnen, ist sicher eine Art 3-Hirn oder aber ein Mehrhirn. Man kann auch mehrere Programme oder ein Programm mit unterschiedlichen Einstellungen an verschiedenen Stellungen rechnen lassen. Wenn man viele Prozessoren hat ist es schwer, ein klassisches Schachprogramm darauf effektiv laufen zu lassen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem sich mehrere Prozessoren nicht mehr lohnen, dann muss man nach anderen Wegen suchen, die vorhandene Rechenpower zu nutzen. Hier ist sicher viel möglich und wir stehen erst am Anfang des Weges.

Aufgrund seiner teils exklusiven Features sowie seiner Stabilität sehr geschätzt: Das Interface von Shredder 11
GM: Eine weitere Neuerung kam ab Shredder 10 mit den «Shredder-Bases». Darin werden zu den gespeicherten Endspielstellungen nicht wie in den «Nalimov- Datenbanken» Zugzahlen zum Gewinn oder Remis gespeichert, sondern nur Bewertungen. Das macht den Zugriff während der Partie schneller und bei kurzen Bedenkzeiten besser nutzbar. Wird es die kompletten 6- Steiner, die es von Nalimov gibt, als Shredderbases geben und was kann man sich davon für den Partie-Erfolg erwarten?
MK: Ja, es wird die kompletten 6-Steiner als Shredderbases geben. Wir haben eine Beta-Version sogar schon fertig, die für alle 6-Steiner ca. 40 GB braucht. Leider gab es noch kleinere Probleme, und anderer Projekte hatten Priorität, so dass wir die 6-Steiner etwas zurückgestellt haben, sie werden aber bald definitiv kommen.
Was das alles an Spielstärke bringt, ist eine gute Frage. Ehrlich gesagt hatte ich schon erwartet, dass die 5-Steiner als Shredderbases mehr bringen. Man hat dort schließlich sehr schnellen Zugriff auf den perfekten Wert für alle Stellungen mit 5 oder weniger Figuren.
Meine Einstellung zurzeit ist, dass die Endspiel-Datenbanken für das praktische Spiel sicher nicht schaden, und irgendwann wird es sicher was bringen. Wenn die 6-Steiner nicht helfen, dann vielleicht die 7-Steiner. Wenn die nicht, dann die 8-Steiner… Spätestens bei 32 ist Schluss, und die bringen garantiert was…
GM: Wie weit wird die Computertechnik und die Wissenschaft in nächster Zeit fortschreiten bezüglich der Berechenbarkeit des Schachspiels?

Im Mai 1997 schlug die Super-Machine Deep Blue den amtierenden Weltmeister, das russische Schach-Genie Garry Kasparow, in einem Match mit 3,5:2,5. Seitdem ist der Computer in ständigem Vormarsch, und inzwischen haben (auch gegen simple PC-Software) nur noch wenige Spitzen-Großmeister eine Chance.
MK: Das Schachspiel wird in absehbarer Zeit sicher nicht gelöst werden, dafür ist es einfach zu komplex. Es wurde schon oft vorhergesagt, dass die Engines irgend wann nicht mehr weiter kommen, oder dass dem Schachspiel der Remistod droht. Wenn man sich die letzten zwei, drei Jahre anschaut, dann geht es so schnell voran wie schon lange nicht mehr. Dabei wurden die Programme nicht nur besser, weil die Rechner viel schneller und massiver parallel wurden, sondern auch die Algorithmen wurden ganz eindeutig verbessert. Wenn man sich die auch noch vorhandenen klaren Schwächen der Programme ansieht, dann wird auch klar, dass es noch sehr viel Raum für weitere Verbesserungen gibt.
Ich bin also sehr zuversichtlich, dass es mit dem Computerschach noch eine ganze Weile voran geht.
GM: Wohin geht die «Artificial Intelligence» Ihrer Meinung nach überhaupt, was sind die Speerspitzen heute, nachdem im Schach kaum ein menschlicher Spieler unter üblichen Turnierbedingungen gegen die Maschine mehr echte Gewinnchancen hat? Und wird Shredder sprachgesteuert werden (wie z.B. beim IBM-Projekt Jeopardy), völlig ohne Brettansicht, ohne Tastatur und Maus bedienbar?
MK: Mit KI oder künstlicher Intelligenz ist es so eine Sache. Wenn man sich anschaut, auf welche Art Programme Schach und Dame spielen, dann ist das sicher nicht intelligent. Wenn man sich nur das Ergebnis anschaut, also dass z.B. ein Schachprogramm stärker als alle Menschen Schach spielen kann, dann hat das sicher etwas von Intelligenz. Es ist also eine Frage der Definition.
Bei Ankündigungen von großen Firmen muss man immer aufpassen, nicht auf Marketing-Aktionen reinzufallen. Gerade bei IBM hab ich noch gut im Kopf, was Deep Blue alles Gutes für die Menschheit tun sollte, nachdem er das Schach drangegeben hat. Eine Maschine, die Jeopardy spielt, wäre aber sicher nicht schlecht.
Ein Shredder, der nur mit Sprachsteuerung gesteuert wird, ist heute schon möglich. Für ein Schachprogramm gibt es ja nicht so viele Sachen, die es verstehen muss. ■
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Das Zitat der Woche
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Vom «vernünftigen» Glauben
Hans Küng
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Auch Sie – ich muß hier klar reden – stehen damit vor einer Alternative: Entweder – Sie sterben ins Nichts hinein: Ist das Ihre Einstellung, will ich ihr den Respekt nicht versagen. Diese Auffassung kann kaum widerlegt werden. Freilich hat sie auch noch niemand positiv bewiesen. Nie hat es jemanden gegeben, der bewiesen hätte, daß wir ins Nichts hineinsterben und all unser Leben, Wirken, Lieben, Leiden im Nichts endet, letztlich für nichts war. Und vernünftig, nein, vernünftig erscheint mir diese Möglichkeit auf keinen Fall. Oder – Sie sterben in jene allerletzte Wirklichkeit hinein, die dann auch die allererste, die unfaßbar-umfassende wirklichste Wirklichkeit ist, die wir Gott nennen: Diese Möglichkeit kann ebenfalls nicht rational bewiesen werden, kann freilich auch nicht widerlegt werden. Doch können Sie sich in einem, wie ich meine, durchaus vernünftigen, aufgeklärten Vertrauen darauf einlassen: nicht um sich auf ein Jenseits zu vertrösten, sondern um sich im Diesseits entschiedener einzusetzen.
Daß Sie nicht ins Nichts, sondern in Gott hineinsterben: vernünftiger, ja vernünftig erscheint mir dies allemal. Denn: wenn Gott wirklich existiert und wenn dieser existierende Gott wirklich Gott ist, dann kann er nicht nur der Gott des Anfangs, dann muß er auch der Gott des Endes sein. Dann ist er wie unser Schöpfer so auch unser Vollender. Auch dies also ist Sache eines vernünftigen Vertrauens: Glaubend traue ich diesem Gott alles, auch das Letzte, auch die Überwindung des Todes zu. Dem Schöpfer und Erhalter des Kosmos und des Menschen, und nur ihm, ist zuzutrauen, daß er auch bei Sterben und Tod über die Grenzen alles bislang Erfahrenen hinaus noch ein Wort mehr zu sagen hat: daß ihm wie das erste so auch das letzte Wort gehört. Wenn ich ernsthaft an den ewigen, lebendigen Gott glaube, glaube ich auch an Gottes ewiges Leben, an mein ewiges Leben. Wenn ich somit mein Credo mit dem Glauben an »Gott, den allmächtigen Schöpfer« anfange, so darf ich es – so meine ich – auch ruhig mit dem Glauben an »das ewige Leben« beenden.
Aus Hans Küng, Das sogenannte und das wahrhaft Christliche; in: W. Jens (Hrsg.), Warum ich Christ bin, Kindler Verlag 1979
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Wer bin ich?
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Woman Power (V)
Hineingeboren in eine Mathematiker-Familie, brachte man mir das Schachspiel schon im vierten Lebensjahr bei. Und folgerichtig startete ich meine Karriere als sog. «Wunderkind», welches im Alter von 9 Jahren mit 9 Punkten aus 9 Partien seinen ersten überregionalen Sieg in einem ansonsten nur von Jungs bestrittenen Turnier erzielte. Meine weiteren Lorbeeren: (Ex-)jugoslawische Meisterin, Belgrader Meisterin, danach IM- und anschließend Frauen-GM-Titel, und schlussendlich Vorstoß in die absolute Weltspitze als zweimalige Drittplatzierte der FIDE-Weltrangliste.
Aber ehrgeizig wie ich schon von Kindheit an bin, genügte und genügt mir das Schach allein nicht, auch beruflich strebte ich stets nach Höherem. Also musste noch ein Doktor-Titel her – aber damit nicht genug: seit September letzten Jahres bin ich sogar Professorin an einer Universität meines Heimatlandes in der «Faculty of Culture and Media».
Besonders stolz bin ich darauf, dass auf der Liste meiner Schach-Opfer auch eine ganze Menge sehr prominenter Namen stehen: Die Klinge kreuzte ich mit solchen berühmten Großmeistern wie Anand, Miles oder Nisipeaunu, oder wie Chiburdanidze, Cramling, Zhu Chen, und Z. Polgar bei den Frauen – und sie alle zogen schon mal den Kürzeren gegen mich. Ein taktisch spannendes Exempel meiner Spielkunst findet sich nachstehend.
Also: Wer bin ich?
1.d4 d5 2.c4 c6 3.e3 Sf6 4.Sc3 a6 5.Dc2 g6 6.Sf3 Lg7 7.Ld3 0-0 8.0-0 Lg4 9.Se5 Le6 10.Ld2 Sfd7 11.Sxd7 Sxd7 12.c5 b5 13.Se2 Te8 14.a4 Sf6 15.Ta3 Db8 16.Tfa1 Db7 17.b4 Ld7 18.f4 Tab8 19.axb5 axb5 20.Ta7 Dc8 21.Sg3 Tb7 22.T7a6 Dc7 23.T1a3 Lc8 24.Sf1 Tb8 25.Ta7 Lb7 26.Da2 Dc8 27.Le1 De6 28.f5 gxf5 29.Lg3 Sg4 30.Lxb8 Txb8
31.Txb7! Txb7 32.Ta8+ Lf8 33.Txf8+ Kxf8 34.Da8+ Kg7 35.Dxb7 Sxe3 36.Dc7 Sg4 37.Df4 Df6 38.Sg3 1-0
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Vittorio-Veneto-Kompositions-Wettbewerb 2009
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«Fairy-tale Sounds» für Kammerorchester
und Kinderchor
Im italienischen Sarmede findet dieses Jahr zum 26. Male die «International Exhibition of Children’s Book Illustration» statt, wobei das Hauptthema der Ausstellung diesmal «Echoes from faraway Seas» («Fairy-tales from Oceania») lautet. Dieses Motiv ist zugleich Ausgangspunkt eines internationalen Kompositions-Preises, den die Stadt Vittorio Veneto ausrichtet, und um den sich TeilnehmerInnen aller Alter und Nationalitäten bewerben können. Eingesandt werden kann entweder ein Kammermusik-Werk mit Kinderchor von ca. 10-minütiger oder eine Pantomimen-Szene von ca. 20-minütiger Dauer. Insgesamt ist der Wettbewerb mit einem Preis-Geld von 4′500 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 15. Oktober 2009, die weiteren Bestimmungen (engl.) finden sich hier.
Sommer-Haiku (4)
Fährt ein Zug vorbei,
kräuselt sich der schwarze Rauch
um das junge Grün!
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Shiki (1866–1902)
(Ü: G.Goudenhove)
Dresdner Lyrik-Wettbewerb 2010
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Gedichte als kulturpolitischer Brückenschlag
Zum siebten Mal vergibt 2010 die Stadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Literaturbüro ihren internationalen Lyrikpreis. Der Wettbewerb ist mit 5′000 Euro dotiert und richtet sich als «kulturpolitischer Brückenschlag» an Dichterinnen und Dichter aus dem ganzen deutschsprachigen Raum sowie der Tschechischen Republik. Bewerber können von Verlagen, Herausgebern und Redaktionen der Literaturzeitschriften, Autorenverbänden und literarischen Vereinigungen vorgeschlagen werden, weiterhin sind aber auch Eigenbewerbungen ausdrücklich erwünscht. Ensende-Schluss ist am 30. September 2009, die weiteren Einzelheiten finden sich hier.
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Literatur-Kreuzworträtsel im «Glarean»
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Das «Glarean»-Literatur-Kreuzworträtsel Juni 2009
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Das Zitat der Woche
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Über die Verfallsgeschichte von Kunst, Religion und Philosophie
Jürgen Habermas
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Die Konstellation der bürgerlichen Kultur im Zeitalter ihrer klassischen Entfaltung war, wenn eine grobe Andeutung gestattet ist, gekennzeichnet durch die Auflösung traditionalistischer Weltbilder, also einmal durch den Rückzug der Religion in den Bezirk privatisierter Glaubensmächte, sodann durch das Bündnis einer empiristischen und einer rationalistischen Philosophie mit der neuen Physik, und schließlich durch eine autonom gewordene Kunst, die komplementäre Auffangstellungen für die Opfer der bürgerlichen Rationalisierung einnimmt.
Die Kunst ist das Reservat für eine – sei es auch nur virtuelle – Befriedigung jener Bedürfnisse, die im materiellen Lebensprozeß der bürgerlichen Gesellschaft gleichsam illegal werden: ich meine das Bedürfnis nach einem mimetischen Umgang mit Natur, der äußeren ebenso wie der des eigenen Leibes; das Bedürfnis nach solidarischem Zusammenleben, überhaupt nach dem Glück einer kommunikativen Erfahrung, die den Imperativen der Zweckrationalität enthoben ist und der Phantasie ebenso Spielraum läßt wie der Spontaneität des Verhaltens. Diese Konstellation der bürgerlichen Kultur war keineswegs stabil; sie währte, wie der Liberalismus selber, sozusagen nur einen Moment und verfiel dann der Dialektik der Aufklärung (oder vielmehr dem Kapitalismus als deren unwiderstehlichem Vehikel). Schon Hegel verkündet in seinen «Vorlesungen über die Ästhetik» den Verlust der Aura der Kunst. Indem er Kunst und Religion als beschränkte Formen des absoluten Wissens, welche die Philosophie als das freie Denken des absoluten Geistes durchdringt, begreift, setzt er die Dialektik einer «Aufhebung» in Gang, die alsbald die Grenzen der Hegelschen Logik überschreitet. Hegels Schüler vollziehen eine profane Kritik erst der Religion und dann der Philosophie, um schließlich die Aufhebung der Philosophie und deren Verwirklichung in der Aufhebung der politischen Gewalt terminieren zu lassen: das ist die Geburtsstunde der Marxschen Ideologiekritik. Was in der Hegelschen Konstruktion noch verschleiert war, tritt nun hervor: die Sonderstellung, die die Kunst unter den Gestalten des absoluten Geistes insofern einnimmt, als sie nicht, wie die subjektivierte Religion und eine szientifizierte Philosophie, Aufgaben für das ökonomische und das politische System übernimmt, sondern residuale Bedürfnisse, die im »System der Bedürfnisse«, eben der bürgerlichen Gesellschaft, nicht befriedigt werden können, auffängt. Deshalb blieb die Sphäre der Kunst von Ideologiekritik eigentümlich verschont – bis in unser Jahrhundert. Als auch sie schließlich der Ideologiekritik verfiel, stand die ironische Aufhebung von Religion und Philosophie bereits vor Augen.Die Religion ist heute nicht einmal mehr Privatsache; aber im Atheismus der Massen sind auch die utopischen Gehalte der Überlieferung untergegangen. Die Philosophie ist ihres metaphysischen Anspruchs entkleidet, aber im herrschenden Szientismus sind auch die Konstruktionen zerfallen, vor denen eine schlechte Realität sich rechtfertigen mußte. Inzwischen steht gar eine «Aufhebung» der Wissenschaft vor der Tür, die zwar den Schein der Autonomie zerstört, aber weniger um diskursiver Steuerung als vielmehr einer Funktionalisierung des Wissenschaftssystems für naturwüchsige Interessen zu weichen (siehe W.Pohrt: Wissenschaftspolitik. In diesem Zusammenhang steht auch Adornos Kritik einer falschen Aufhebung der Kunst, welche zwar die Aura zerstört, aber mit der herrschaftlichen Organisation des Kunstwerks zugleich dessen Wahrheitsanspruch liquidiert.)
Die Enttäuschung an der falschen Aufhebung, sei es der Religion, der Philosophie oder der Kunst, kann eine Reaktion des Innehaltens, wenn nicht des Zögerns derart hervorrufen, daß man eher gegen das Praktischwerden des absoluten Geistes überhaupt mißtrauisch wird als seiner Liquidierung zustimmt. Damit verbindet sich eine Option für die esoterische Rettung der wahren Momente.Aus Jürgen Habermas: Die Aktualität Walter Benjamins (1972), Essay, in: Politik, Kunst, Religion, Reclam Verlag 1978
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3r2k1/p6p/b2r2p1/2qPQp2/2P2P2/8/6BP/R4R1K w
Auflösung und Download 1-40 (PGN/EPD/CBH – ZIP-File)
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Die Reihe «Der brillante Zug» veröffentlicht wöchentlich ein neues Beispiel faszinierender menschlicher Höchstleistung auf dem Gebiete des Turnierschachs und der Problemkunst. Die einzelnen Stellungen bzw. Lösungen wurden von der Redaktion persönlich recherchiert und dürften als Schachaufgaben hiermit zum ersten Male einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Es handelt sich dabei um extreme Herausforderungen – für Maschinen wie für Menschen. – Viel Spaß beim Knobeln! (W.E.)
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